Jungheinrich: Konjunktur dreht nach oben - ist das 8,7er-KGV jetzt die Chance?
Ifo: Unternehmen werden deutlich zuversichtlicher
Ein möglicher Frühindikator für die Aktie kommt von der deutschen Konjunktur. Der ifo-Geschäftsklimaindex sprang im August von 86,7 auf 88,8 Punkte, den höchsten Stand seit einem Jahr. Besonders relevant für Jungheinrich: Im verarbeitenden Gewerbe verbesserten sich sowohl die Beurteilung der laufenden Geschäfte als auch die Erwartungen deutlich. Die Unternehmen rechnen für die kommenden drei Monate wieder mit steigender Produktion. Für Jungheinrich ist das wichtig, weil Investitionen in Stapler, Lagertechnik und Automatisierung stark von der Investitionsbereitschaft der Industrie abhängen. Dreht der Zyklus, könnte sich die höhere Zuversicht mit Verzögerung in neuen Bestellungen niederschlagen. Erste Anzeichen sind bereits sichtbar: Im ersten Halbjahr legte der Auftragseingang trotz des schwierigen Umfelds um 7,7 % auf 2,95 Mrd. Euro zu. Für das Gesamtjahr erhöhte Jungheinrich sogar die Auftragseingangsprognose auf 5,5 bis 6,1 Mrd. Euro (vorher: 5,4 bis 6 Mrd. Euro).
Automatisierung wächst bereits zweistellig
Der wichtigste strukturelle Wachstumstreiber ist die Lagerautomatisierung. Im neuen Segment Automation & Warehouse Equipment stiegen der Auftragseingang im ersten Halbjahr um 22,5 % auf 588 Mio. Euro und der Umsatz um 12,9 % auf 471 Mio. Euro. Besonders das Automatisierungsgeschäft legte deutlich zu. Der Trend wird durch zwei Probleme der Kunden beschleunigt: Arbeitskräftemangel und steigende Produktivitätsanforderungen. Beim Logistiker Gebrüder Weiss automatisierte Jungheinrich beispielsweise ein Lager mit 28.000 Palettenplätzen und sechs autonomen Fahrzeugen, um die Abhängigkeit vom Arbeitsmarkt zu reduzieren. Noch interessanter ist die Beteiligung an Navflex. Das Unternehmen entwickelt mittels Physical KI eine autonome Lösung für das Be- und Entladen von Lkw - einen der letzten weitgehend manuellen Prozesse der Intralogistik. Feldtests mit Großkunden laufen bereits.
10 Mrd. Euro Umsatz bis 2030 bleiben das große Ziel
Jungheinrich will sich langfristig ohnehin deutlich verändern. Die Strategie 2030+ sieht einen Umsatz von 10 Mrd. Euro und eine EBIT-Marge von 10 % vor. Zum Vergleich: 2025 lag der Umsatz bei 5,5 Mrd. Euro. Die vier Wachstumsfelder sind globale Expansion, Automatisierung, Portfolioerweiterung und höhere Effizienz. International wird ebenfalls investiert. In Australien übernimmt Jungheinrich All Lift Forklifts, während die Partnerschaft und Beteiligung am chinesischen Hersteller EP Equipment das günstigere Mid-Tech-Segment und die Präsenz in Asien stärken.
Die niedrige Bewertung mit einem 8,8er KGV bietet Erholungspotenzial
Noch belastet die schwache Profitabilität das Bild. Für 2026 wurde die EBIT-Prognose wegen Streikfolgen, Materialkosten und Preisdruck auf 340 bis 400 Mio. Euro (vorher: 380 bis 450 Mio. Euro) reduziert. Viele Belastungen sind allerdings temporärer Natur. Der Factset-Analystenkonsens erwartet für 2027 einen Gewinn je Aktie von 2,96 Euro, womit Jungheinrich nur auf ein KGV von rund 8,8 kommt. Für 2028 fällt das KGV auf knapp 8.
Fazit
Bei Jungheinrich treffen derzeit zyklische Erholung und strukturelles Wachstum zusammen. Der Ifo signalisiert mehr Investitionszuversicht, der Auftragseingang steigt bereits und das Automatisierungsgeschäft wächst mit mehr als 20 %. Sollten sich 2027 zusätzlich die Margen normalisieren, könnte die Kombination aus steigenden Gewinnen und einem 2027er-KGV von nur 8,8 erhebliches Neubewertungspotenzial eröffnen. Der entscheidende Trigger wäre nun, dass sich die bessere Auftragslage auch wieder in stärkerem Umsatzwachstum und steigenden Margen niederschlägt.
Produktidee: Discount-Zertifikat Classic auf Jungheinrich AG
Eine attraktive Alternative zur Direktanlage in die Aktie sind Discount-Zertifikate. Anlegern steht eine Auswahl an entsprechenden Produkten auf den Basiswert Jungheinrich AG zur Verfügung. Ein Beispiel ist ein Discount-Zertifikat mit der WKN: DN4S0Q, das am 24.09.2027 fällig wird (Rückzahlungstermin). Der Anleger erhält keine sonstigen Erträge (z.B. Dividenden) und hat keine weiteren Ansprüche aus dem Basiswert.
Für die Rückzahlung des Zertifikats gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Liegt der Schlusskurs des Basiswerts Jungheinrich AG an der maßgeblichen Börse am 17.09.2027 (Referenzpreis) auf oder über dem Cap, erhält der Anleger den Höchstbetrag von 24,00 Euro.
2. Liegt der Referenzpreis unter dem Cap, erhält der Anleger einen Rückzahlungsbetrag, der dem Referenzpreis multipliziert mit dem Bezugsverhältnis (1,00) entspricht. Der Anleger erleidet einen Verlust, wenn der Rückzahlungsbetrag unter dem Erwerbspreis des Produkts liegt.
Ein gänzlicher Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich (Totalverlustrisiko). Ein Totalverlust tritt ein, wenn der Referenzpreis null ist. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen kann.
Das vorliegend beschriebene Discount-Zertifikat richtet sich an Anleger, die einen Anlagehorizont bis zum 24.09.2027 haben und davon ausgehen, dass der Basiswert Jungheinrich AG am 17.09.2027 auf oder über 24,00 Euro liegen wird.
Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.
Stand: 31.08.2026, DZ BANK AG / Online-Redaktion / Emittent DZ BANK AG
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Discount 24 2027/09: Basiswert Jungheinrich
Geld in EUR
Brief in EUR
- Max Rendite 17,59%
- Max Rendite in % p.a. 16,51% p.a.
- Discount in % 19,01%
- Cap 24,00 EUR
- Abstand zum Cap in % -4,76%
- Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 1,00
News / Jungheinrich AG
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