FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro <EU0009652759> hat am Freitag leicht zugelegt. Am Morgen wurden für die Europäische Gemeinschaftswährung 1,1184 US-Dollar bezahlt. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstag auf 1,1130 Dollar festgesetzt.
Trotz der stark gestiegenen Inflation hatte die EZB am Vortag den entscheidende Einlagenzins bei 2,5 Prozent belassen. Kurz vor Verkündung der Zinsentscheidung hatte die Notenbank bekanntgegeben, dass ihre Präsidentin Christine Lagarde im Februar vorzeitig zurücktreten wird. Noch vor der Frankreich-Wahl im April macht sie den Weg für eine Neubesetzung frei. Zuletzt hatten sich Hinweise verdichtet, die Französin könnte die Führung des Weltwirtschaftsforums in Davos übernehmen.
Die Experten der Landesbank Helaba sehen den Euro gegenüber dem US-Dollar derzeit in der Defensive - und dies, obwohl sich die Zinserwartungen für beide Währungsräume zuletzt weitgehend parallel entwickelt hatten. "Noch aber ist es zu früh, um auf eine Bodenbildung zu spekulieren, denn der Abwärtstrend ist intakt", schrieben sie am Morgen.
Auf die Notwendigkeit weiterer Zinserhöhungen dürften aus ihrer Sicht die vorläufigen Verbraucherpreise in großen Ländern der Eurozone hinweisen, die an diesem Freitag veröffentlicht werden. Zwar dürfte der Preisdruck in Deutschland wegen des Tankrabatts etwas nachgelassen haben, doch in anderen Ländern gelte dies nicht. In Frankreich lag die am Morgen veröffentlichte Inflation über der durchschnittlichen Schätzung von Volkswirten.
Neben den Verbraucherpreisen steht diesem Freitag auch das Bruttoinlandsprodukt für Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien im Kalender. Die Daten für Frankreich zeigten, dass das Land im europäischen Vergleich weiter zurückfällt./stw/mis