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25.07.2026 | 16:35:30 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2/Waldbrände bei Bordeaux: Schon 167.000 Menschen evakuiert

(Neu: Weitere Details)

BORDEAUX (dpa-AFX) - Rund 270.000 Menschen sind in Frankreich und Spanien vor Waldbränden in Sicherheit gebracht worden. Im Südwesten Frankreichs haben die anhaltenden Brände eine der größten Evakuierungsaktionen in der Geschichte des Landes ausgelöst. Im Département Gironde wurden nach Angaben des Innenministers Laurent Nuñez inzwischen 167.000 Menschen evakuiert. Auch in Spanien mussten nach Regierungsangaben inzwischen rund 73.000 Menschen ihre Häuser verlassen.

Besonders betroffen ist das südwestfranzösische Département Gironde rund um Bordeaux. Allein in der Nacht wurden in mehreren Gemeinden im Umland der Großstadt 57.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Nach Angaben des Innenministers mussten außerdem 31.000 Menschen im benachbarten Département Landes wegen der Brände ihre Häuser verlassen.

Unter den Evakuierten sind viele Urlauber aus der bei Touristen beliebten Küstenregion rund um das Bassin d'Arcachon. Schiffe wurden eingesetzt, um Menschen unter anderem von der Halbinsel Cap Ferret in Sicherheit zu bringen.

Frankreich mobilisiert zusätzliche Soldaten

Frankreich verstärkt angesichts der dramatischen Lage die Unterstützung der Feuerwehr. Die Zahl der Soldaten, die die Feuerwehr bei den Löscharbeiten unterstützen, werde von 500 auf 1.000 erhöht, teilte Verteidigungsminister Sébastien Lecornu nach einer Sitzung des interministeriellen Krisenstabs mit. Zudem soll ein Militärflugzeug vom Typ A400M mit einem speziellen Löschsystem eingesetzt werden, das bis zu 20 Tonnen Löschmittel abwerfen kann.

Die Mobilisierung der Einsatzkräfte bleibe weiterhin sehr groß, erklärte der Innenminister. 18 Löschflugzeuge seien im Einsatz. Sie werfen Wasser oder Brandverzögerungsmittel über den Flammen ab, wie der Minister sagte.

Zudem werden 1,5 Millionen FFP2-Masken in die Region Gironde geliefert, um Einsatzkräfte und Bevölkerung vor dem gesundheitsschädlichen Rauch zu schützen.

Für Reisende gibt es zudem Erleichterungen: Verkehrsminister Philippe Tabarot teilte mit, dass die Eisenbahngesellschaft SNCF angesichts der Brände eine Sonderregelung für Reisen in die betroffenen Gebiete einführt. Fahrten in die Region Bordeaux und andere betroffene Zonen können demnach kostenlos verschoben oder storniert werden.

Frankreich kämpft gegen historische Waldbrände

Nach Angaben der Präfektur Gironde hat der seit Mittwoch wütende Großbrand inzwischen mehr als 19.000 Hektar Fläche erfasst. Etwa 100 Gebäude wurden zerstört. Der beißende Rauchgeruch ist mittlerweile bis in die Stadt Bordeaux vorgedrungen.

Unterschiedliche Angaben gab es zunächst zur Lage am Flughafen Bordeaux-Mérignac: Während Innenminister Laurent Nuñez wegen der starken Rauchentwicklung von einer Schließung gesprochen hatte, teilte der Flughafen mit, der Betrieb laufe weiter. Einschränkungen gibt es demnach lediglich beim öffentlichen Nahverkehr zum Flughafen.

Auch die Bilanz für Frankreich insgesamt ist außergewöhnlich und besorgniserregend: Nach Angaben des Innenministers sind seit Jahresbeginn nahezu 100.000 Hektar Land verbrannt - ein historischer Rekordwert. Auch in anderen Regionen Frankreichs, darunter im Département Var und auf der Insel Korsika, kämpfen Feuerwehrleute gegen weitere Brände.

Behörden sprechen von Feuer "beispiellosen Ausmaßes"

Die Behörden sprechen von einem Feuer "beispiellosen Ausmaßes". Mehr als 1.200 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Da der Wind gedreht hat, breiten sich die Flammen nun nach Osten in Richtung des Ballungsraums von Bordeaux aus.

Auch in anderen Regionen Frankreichs, darunter im Département Var und auf der Insel Korsika, kämpfen Feuerwehrleute gegen weitere Brände.

Spaniens Ministerpräsident warnt vor schwierigen Situation

Spanien kämpft ebenfalls gegen zahlreiche Waldbrände. Wegen der schweren Feuer rief die Regierung für die Umgebung der Hauptstadt Madrid sowie für die Region Ávila den Notstand aus. Wie der Präfekt der spanischen Regierung für Madrid, Francisco Martín Aguirre, vor Journalisten sagte, mussten inzwischen rund 73.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Weitere mehr als 20.000 Menschen waren nach Berichten spanischer Medien unter Berufung auf das Innenministerium von den Bränden betroffen, konnten ihre Wohnungen oder Häuser aber wegen der Lage nicht verlassen.

Besonders betroffen ist der Großraum Madrid, wo die Flammen in mehreren Gemeinden bewohnte Gebiete bedrohten. Ministerpräsident Pedro Sánchez warnte bei einem Besuch in der Kommandozentrale der Einsatzkräfte vor einer weiterhin schwierigen Situation. Es sei unklar, wie sich der Wind entwickeln werde. Die Priorität bestehe darin, Menschenleben zu retten und Ortschaften zu schützen.

Zuletzt gab es in Spanien vorsichtige Anzeichen für eine Entspannung der Lage. Weniger Wind, höhere Luftfeuchtigkeit und niedrigere Temperaturen hätten die Löscharbeiten begünstigt, teilte die Regierung mit. Die Brände hätten sich in der Nacht weniger stark ausgebreitet und an Intensität verloren.

Hitzewelle verschärft Waldbrandgefahr in Italien

Auch in Italien gibt es zahlreiche Waldbrände. Besonders betroffen sind die Mittelmeerinsel Sizilien und die Region Kalabrien. Allein auf Sizilien wurden mehrere Dutzend Feuer gemeldet. Die Behörden befürchten eine Verschärfung der Lage durch eine neue Hitzewelle. Immer wieder werden die Flammen durch den aus Afrika kommenden Scirocco-Wind angefacht./sg/DP/zb

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ROUNDUP: Paramount setzt Warner-Übernahme nach Wettbewerbsklagen aus

LOS ANGELES (dpa-AFX) - Der Hollywood-Konzern Paramount <US69932A2042> setzt den geplanten Kauf des Konkurrenten Warner Brothers <US9344231041> nach Wettbewerbsklagen von zwölf US-Bundesstaaten und der Drehbuchautoren-Gewerkschaft vorerst aus. Die mehr als 100 Milliarden Dollar schwere Übernahme soll erst nach einer Entscheidung zu den Klagen oder spätestens am 1. Juni 2027 weiter vorangetrieben werden, wie aus Gerichtsunterlagen hervorgeht.

Der Rechtsstreit hat auch deshalb Relevanz, weil Kritiker der Regierung von US-Präsident Donald Trump befürchten, dass der zu Warner Brothers gehörende Nachrichtensender CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte.

Eine Richterin hatte den geplanten Deal zunächst bis Mitte August ausgesetzt, um über die Forderung der demokratisch regierten Bundesstaaten und der Drehbuchautoren nach einer einstweiligen Verfügung gegen den Vollzug der Übernahme zu entscheiden. Dabei signalisierte sie, dass sie die Wettbewerbsbedenken durchaus ernst nimmt. Mit der Aussetzung der Übernahme sind die Forderungen nach einer einstweiligen Verfügung vorerst hinfällig. Die separaten Klagen der Bundesstaaten und der Drehbuchautoren wurden inzwischen in einem Verfahren zusammengeführt.

Ab Oktober muss Paramount zahlen

Für Paramount könnte der Aufschub ziemlich teuer werden. Um die Warner-Aktionäre zu überzeugen, versprach Paramount ihnen zusätzliche Zahlungen für jedes Quartal nach dem 30. September dieses Jahres bis zum Abschluss der Übernahme. Das dürfte den Konzern etwa 650 Millionen Dollar pro Vierteljahr kosten.

Die Ironie dabei: Paramount warb bei Warner damit, dass der Deal zwischen den beiden Unternehmen wettbewerbsrechtlich viel unproblematischer sein werde als eine Übernahme durch den letztlich ausgestochenen Streaming-Riesen Netflix <US64110L1061>. Warner und Paramount setzten sich den 4. Juni kommenden Jahres als Frist für den Abschluss des Deals. Für den Fall, dass die Übernahme platzen sollte, sagte Paramount Warner eine Vertragsstrafe von sieben Milliarden Dollar zu.

Trump-Unterstützer stach Netflix aus

Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer Trumps bekannt ist. Ursprünglich hatte Warner im vergangenen Jahr bereits den Verkauf des Streaming- und Studiogeschäfts an Netflix beschlossen. Doch Paramount ließ nicht locker und gab ein höheres Gebot für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery ab, inklusive der Fernsehsender wie CNN. Der Deal ist nun rund 111 Milliarden Dollar (aktuell 98 Mrd Euro) schwer.

Trump-Kritiker verweisen darauf, dass der Paramount-Sender CBS nach der Übernahme durch die Ellisons einen freundlicheren Ton gegenüber der US-Regierung anschlug. Trump hatte mehrfach gesagt, ihm sei besonders wichtig, dass der Sender bei einem Warner-Deal ebenfalls den Besitzer wechselt. Bei CNN kommen auch Kritiker seiner Politik zu Wort - und Behauptungen des Präsidenten werden oft einem Faktencheck unterzogen.

Bundesstaaten sehen Wettbewerbsproblem

Die Bundesstaaten lassen die Causa CNN in der Klageschrift außen vor und argumentieren unter anderem, der Zusammenschluss werde den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und dadurch die Kinos unter Druck setzen. Aus Sicht der Richterin konnten sie zumindest demonstrieren, dass Paramount und Warner zusammen einen erheblichen Marktanteil in dem Geschäft hätten.

Ein entscheidender Faktor für einen Erfolg der Bundesstaaten, darunter Kalifornien mit dem wichtigsten Branchenstandort Hollywood, wird sein, ob sie sich vor Gericht mit einer besonderen Marktdefinition durchsetzen können. Sie betrachten vor allem den Wettbewerb bei erwartbaren Kassenschlagern, die mehr als 100 Millionen Dollar einspielen. Diese seien für die Filmtheater besonders wichtig, um ihre Existenz zu sichern, argumentieren sie. Demnach wäre eine größere Marktmacht eines einzelnen Players in diesem Bereich wettbewerbsfeindlich und schädlich für die Kinos - und am Ende auch für die Zuschauer. Von Paramount heißt es, diese Markt-Segmentierung entspreche nicht der Realität.

Grünes Licht aus Washington und Brüssel

Die US-Regierung hatte den Milliardendeal ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium kam zu der Einschätzung, dass der Zusammenschluss weder dem Wettbewerb noch US-Verbrauchern schaden werde - das gelte sowohl im TV- und Streaming-Geschäft als auch in der Filmproduktion. Die EU-Kommission billigte die Übernahme mit der Auflage, dass Paramount aus dem gemeinsamen Vertrieb von Filmen an Kinos in Europa mit Universal Pictures aussteigt./so/DP/zb

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