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18.06.2026 | 22:44:43 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2/EU-Gipfel: Konflikt von Kallas und Israel sorgt für Kritik

(neu: Details.)

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas steht beim EU-Gipfel in der Kritik, weil sie Medienberichten zufolge Israel mit einem Apartheid-System verglichen hat. "Diese Wortwahl teile ich ausdrücklich nicht", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz am Rande des Treffens der Staats- und Regierungschefs in Brüssel. Es sei ein Thema, das von den EU-Spitzen noch diskutiert werden müsse. Österreichs Regierungschef Christian Stocker sagte: "Ich habe das Zitat nicht gehört. Wenn es gefallen wäre, wäre es inakzeptabel."

Medienberichten zufolge soll Kallas im Mai während eines Besuchs in Mexiko den Umgang Israels mit den Palästinensern mit Südafrikas früherem Apartheid-System verglichen haben. Das berichtete das Portal "Euractiv".

Israel kappt Kontakt zur EU-Außenbeauftragten

Israel brach deswegen den Kontakt zur höchsten Diplomatin der EU ab. "Ich habe keine andere Wahl, als jeglichen Kontakt zu Frau Kallas abzubrechen, bis sie die Blutverleumdung zurücknimmt, die sie gegen den einzigen jüdischen Staat der Welt gerichtet hat - der zugleich die einzige Demokratie im Nahen Osten ist", schrieb der israelische Außenminister Gideon Saar auf X.

Kallas selbst hat die Aussagen bislang weder bestätigt noch dementiert. "Ich werde mich nicht dazu äußern, was hinter verschlossenen Türen gesagt oder nicht gesagt wurde, denn wir haben ja schon so viele solcher Fälle gesehen. Ich werde jede Woche dagegen ankämpfen. Irgendjemand behauptet, ich hätte irgendwo etwas gesagt", sagte Kallas, die bis 2024 estnische Regierungschefin war.

Kallas sagte weiter, sie habe sehr gute, offene und ehrliche, mitunter aber auch schwierige Gespräche mit Minister Saar geführt, die sie als "äußerst konstruktiv empfunden" habe. Man sei daher selbstverständlich bereit, diesen Weg fortzusetzen, könne aber auch "die Kritik nicht ignorieren, und diese Gespräche müssen offen geführt werden". Die EU unterstütze die Zwei-Staaten-Lösung, wolle, dass humanitäre Hilfe in den Gazastreifen gelange und verurteile die "gewalttätigen Siedler im Westjordanland, weil dies die Zwei-Staaten-Lösung unmöglich mache".

Israelischer Minister kritisiert Kallas auf X

Israels Außenminister Saar antwortete daraufhin auf X: "Die Sache ist ganz einfach: Wenn Sie diese abscheulichen und diffamierenden Äußerungen tatsächlich gemacht haben, dann stehen Sie dazu. Wenn Sie sie nicht gemacht haben, dann bestreiten Sie es. Bis diese Angelegenheit geklärt ist, bleibt meine Entscheidung unverändert."

Der Begriff Apartheid bezeichnete ursprünglich das staatlich institutionalisierte rassistische System in Südafrika (1948-1994), das die Vorherrschaft der weißen Minderheit sicherte. Im Völkerrecht gilt Apartheid als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Heute wird der Begriff auch außerhalb des südafrikanischen Kontextes verwendet und ist Gegenstand anhaltender politischer und rechtlicher Kontroversen.

Österreichs Kanzler Stocker zeigt sich zur weiteren Entwicklung optimistisch. Er sagte weiter, die Beziehungen seien aus seiner Sicht nicht zerrüttet - "und sie sollten auch nicht zerrüttet werden". "Wir brauchen auch zu Israel alle Gesprächskanäle, die wir haben können, weil ohne Gespräche wird es auch hier zu keinen vernünftigen Lösungen kommen."

Einige EU-Länder erneuern Kritik am Vorgehen Israels

Die Regierungschefs der betont israelkritischen Länder Spanien und Irland äußerten sich nicht konkret zu den mutmaßlichen Aussagen Kallas', erneuerten aber ihre Kritik am Vorgehen des Landes. So betonte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez die Notlage der Palästinenser sowohl im Gazastreifen als auch im Westjordanland und jene der Libanesen im Angesicht einer israelischen Regierung, die weder die Friedensabkommen noch die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats einhalte.

Der irische Premierminister Micheál Martin forderte, dass die EU-Staaten auf das Verhalten Israels reagieren müssten - angesichts "der schockierenden Gräueltaten in Gaza, der Unterdrückung der dortigen Bevölkerung, des Westjordanlands, der anhaltenden Schwächung der Palästinensischen Autonomiebehörde sowie der massiven Vertreibung von Menschen im Libanon". Wenn Europa keine klare Haltung zu Verstößen gegen das Völkerrecht einnehme, werde seine Glaubwürdigkeit untergraben.

Luxemburgs Premierminister Luc Frieden sagte, er unterscheide klar zwischen Israel und der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Es sei ganz klar, dass diese Regierung mit ihrer Siedlungspolitik, mit den Taten im Libanon und im Gazastreifen "nicht auf unsere Zustimmung stößt". Israel habe ein Recht auf Sicherheit, aber es könne sich nicht das Recht zurechtbiegen, so Frieden. "Wir müssen die Existenz Israels immer schützen, aber Israel muss auch mit seinen Nachbarn in Frieden leben."/rdz/DP/men

18.06.2026 | 22:32:49 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Erholung dank sinkendem Ölpreis und Tech-Rally
18.06.2026 | 22:28:33 (dpa-AFX)
Iran besteht auf Antragspflicht für Hormus-Passage
18.06.2026 | 22:28:07 (dpa-AFX)
Ex-Ministerpräsident Olmert sieht 'ethnische Säuberungen' im Westjordanland
18.06.2026 | 22:21:47 (dpa-AFX)
Aktien New York Schluss: Erholung dank weiter sinkendem Ölpreis und Tech-Rally
18.06.2026 | 22:13:37 (dpa-AFX)
Laut US-Vizepräsident Vance gibt es schriftliche Nebenabreden mit dem Iran
18.06.2026 | 22:04:18 (dpa-AFX)
IRW-News: Graphite One Inc. : Graphite One macht mit einem Vertrag über die Produktionslinienintegration Fortschritte hinsichtlich des Batteriematerialwerks in Ohio
18.06.2026 | 19:09:30 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2: VW-Aktionäre machen Druck - Transformation als Daueraufgabe

(neu: Abstimmungsergebnisse ergänzt.)

WOLFSBURG/MÜNCHEN (dpa-AFX) - Lob für das Ende seiner Doppelrolle als Porsche- und VW <DE0007664039>-Chef, Unmut über die schwache Entwicklung des Konzerns: Auf der VW-Hauptversammlung blies Konzernchef Oliver Blume heftiger Gegenwind entgegen. Ohne konsequente Neuaufstellung riskiere VW einen schleichenden Abstieg, warnte Tanja Bauer vom Fondsanbieter Deka Investment - und verwies auf den Bundesliga-Abstieg des VfL Wolfsburg als warnendes Beispiel.

Der Gewinneinbruch um fast die Hälfte im vergangenen Jahr sei ein Alarmsignal, warnte Janne Werning von der Fondsgesellschaft Union Investment. "Diese Ergebnisentwicklung ist kein Zufall", betonte Hendrik Schmidt vom Fondanbieter DWS <DE000DWS1007>. "Sie ist Ausdruck eines Systems, in dem Kontrolle, Unabhängigkeit und Verantwortlichkeit nicht funktionieren." Die Dividende sei "auf einem unterirdischen Niveau", kritisierte Ulrich Hocker von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Die bisherigen Sparmaßnahmen reichten nicht aus, um den Konzern "endlich vor die Kurve zu bringen", kritisierte Fondsmanager Werning. "Überkapazitäten und Ineffizienzen sind ein Mühlstein um den Hals der Kernmarke." Der Konzern sei eine Großbaustelle. "Hoffen auf bessere Zeiten ist keine Strategie." Eine tiefgreifende Sanierung sei überfällig.

Blume will Sparkurs verschärfen

VW-Chef Blume verteidigte seinen Kurs. "2026 haben sich die Rahmenbedingungen der Automobilindustrie nochmals verschärft", sagte er bei dem virtuellen Aktionärstreffen in München. "Unsere Lage ist angespannt und anspruchsvoll." Darauf müsse der Konzern reagieren. "Da sich die Rahmenbedingungen weiter verschärfen, müssen wir unser Transformationstempo weiter erhöhen."

Blume hatte im Frühjahr ein "Zielbild Volkswagen <DE0007664039> Konzern 2030" angekündigt und erste Eckpunkte für die Neuausrichtung genannt. "Unser über Jahrzehnte erfolgreiches Geschäftsmodell funktioniert heute so nicht mehr. Wir müssen es weiterentwickeln", sagte er. Daran werde gearbeitet. "Weitere Entscheidungen treffen wir gemeinsam mit unserem Aufsichtsrat im Sommer."

Ziel sei es, 2030 "weltweit der attraktivste Automobilhersteller" zu sein. Die Umsatzrendite soll dann bei 8 bis 10 Prozent liegen. Der Umbau werde dann aber nicht abgeschlossen, fügte Blume hinzu, "Das wird eine Daueraufgabe bleiben." Es gehe um einen dauerhaft angelegten Transformationsprozess.

"Verdienen damit nicht genug Geld"

Zugleich zog Blume eine positive Bilanz der bisherigen Bemühungen. Mit neuen Modellen wie dem gerade vorgestellten elektrischen ID. Polo sei die Marke auf dem richtigen Weg. "Mit unseren Produkten stehen wir wieder vorn im Wettbewerb. Aber wir verdienen damit nicht genug Geld." Zwar zeigten die laufenden Sparprogramme bereits Wirkungen. Dem wirkten aber die neuen Belastungen durch Zölle, Handelsbarrieren und geopolitische Risiken entgegen.

Beim geplanten Abbau von konzernweit 50.000 Stellen bis 2030 liege VW im Plan. Allein bei der Kernmarke, wo 35.000 Stellen wegfallen sollen, werde sich die Belegschaft bis Ende 2026 um 19.000 reduzieren, berichtete Blume. 28.000 freiwillige Austritte seien bereits fest vereinbart, die Fabrikkosten an deutschen VW-Standorten 2025 um mehr als 20 Prozent gesunken.

Überkapazitäten werden abgebaut

Blume bekräftigte seine Pläne, die Kapazität der Werke weiter zu senken und Überkapazitäten abzubauen. Bis 2030 will Blume die Kapazität seiner europäischen Werke um weitere 500.000 Fahrzeuge senken - zusätzlich zum bereits laufenden Kapazitätsabbau um eine Million Fahrzeuge bis 2028. Ebenso viele sollen es in China sein, weltweit damit eine Million Autos wegfallen. Details zu einzelnen Standorten wollte Blume auch auf Nachfrage nicht nennen.

"Wir benötigen wettbewerbsfähige Kosten, um im Wettbewerb zu bestehen", sagte Finanzvorstand Arno Antlitz. "Das gilt für Materialkosten, für den Overhead, aber auch für die Kosten unserer Werke, den Fabrikkosten. Und jetzt kommt der Wettbewerb aus China nach Europa und baut im Osten und Süden Europas neue effiziente Werke. Dagegen können wir nicht mit unterausgelasteten Fabriken bestehen."

Das Aktionärstreffen fand erneut rein digital statt - wie bereits in den vergangenen beiden Jahren. Vorstand und Aufsichtsratsspitze waren dabei nicht einmal in Wolfsburg, sondern wurden aus München zugeschaltet. In Präsenz hatte Blume die eigenen Anteilseigner zuletzt 2023 empfangen.

Aufsichtsratschef Pötsch soll wiedergewählt werden

Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Wiederwahl von Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch. Der 75-Jährige wurde für weitere fünf Jahre in das Gremium gewählt - mit 98,5 Prozent der Stimmen. "Mein Ziel war, ist und bleibt, meinen Beitrag zu leisten, dieses großartige Unternehmen wetterfest aufzustellen", sagte Pötsch. Seine Wahl galt als sicher: Großaktionär Porsche SE <DE000PAH0038> hält mehr als 50 Prozent der Stimmrechte, zusammen mit dem Land Niedersachsen sind es mehr als 70 Prozent.

Einen überraschenden Rückzieher machte dagegen die zweite Kandidatin Susanne Wiegand. Die frühere Chefin des Rüstungskonzerns Renk <DE000RENK730> habe ihre Kandidatur kurzfristig zurückgezogen, sagte Aufsichtsratschef Pötsch. Die 54-Jährige scheide damit zum Ende der heutigen Versammlung aus dem Gremium aus, sagte Pötsch. Wiegand war erst vor einem Jahr als Nachrückerin in das VW-Kontrollorgan bestellt worden. Jetzt sollte sie erstmals für eine volle Amtszeit in das Gremium gewählt werden.

Diesel-Vergleich mit Winterkorn erneut zur Abstimmung

Erneut zur Abstimmung standen die Vergleiche im Diesel-Skandal, die der Konzern 2021 mit seinem früheren Vorstandschef Martin Winterkorn und mit den eigenen Manager-Haftpflichtversicherungen geschlossen hatte. 11,2 Millionen Euro sollte Winterkorn an den Konzern zahlen, im Gegenzug von weiteren Ansprüchen freigestellt werden.

Darüber hatten die VW-Aktionäre bereits 2021 abgestimmt. Doch der Bundesgerichtshof erklärte die Zustimmung 2025 teilweise für nichtig. Grund waren laut VW lediglich formale Gründe und nicht inhaltliche Mängel. Der Konzern stellte die Vergleiche mit Winterkorn und den Versicherungen daher nun inhaltlich weitgehend unverändert erneut zur Abstimmung. Beide wurden am Ende mit mehr als 97 Prozent angenommen, der Beschluss zu Winterkorn sogar mit 99,99 Prozent./fjo/DP/men

18.06.2026 | 19:00:10 (dpa-AFX)
EQS-Stimmrechte: Kontron AG (deutsch)
18.06.2026 | 18:52:40 (dpa-AFX)
EQS-DD: MHP Hotel AG (deutsch)
18.06.2026 | 18:40:50 (dpa-AFX)
EQS-DD: MHP Hotel AG (deutsch)
18.06.2026 | 18:08:11 (dpa-AFX)
EQS-Stimmrechte: JOST Werke SE (deutsch)
18.06.2026 | 18:04:37 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2: Evonik baut bis Ende 2029 weitere 3.200 Stellen ab - Kurs unter Druck
18.06.2026 | 17:45:11 (dpa-AFX)
EQS-Stimmrechte: flatexDEGIRO SE (deutsch)
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