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21.04.2026 | 16:33:17 (dpa-AFX)
ROUNDUP 3/Chefwechsel bei Apple: Hardware-Boss übernimmt von Tim Cook

(neu: Aktienkurs aktualisiert)

CUPERTINO (dpa-AFX) - Apple <US0378331005> bekommt nach 15 Jahren einen neuen Chef: John Ternus, der bisher für Hardware zuständig war, rückt an die Spitze vor. Sein Vorgänger Tim Cook, der 2011 die Führung vom legendären Mitgründer Steve Jobs übernahm, wird Vorsitzender des Verwaltungsrates. Der Wechsel soll am 1. September vollzogen werden. An der Börse bewegte die Nachricht die Aktie zunächst kaum. Das Apple-Papier verlor am Dienstag im frühen Handel gut ein Prozent.

Seit einem Zwischentief Anfang April hatte die Aktie allerdings auch bis zum Handelsschluss am Vortag gut elf Prozent zugelegt. Damit kostete das Papier indes zuletzt nur wenig mehr als zum Jahreswechsel.

Analysten reagierten zustimmend auf die Personalnachrichten beim iPhone-Hersteller. Die Nachfolgelösung für den Visionär Tim Cook sei positiv, schrieb etwa Samik Chatterjee von der US-Bank JPMorgan. Denn mit John Ternus übernehme ein auf Produkte und Hardware fokussierter Manager den Staffelstab. Die Experten der US-Bank Morgan Stanley sehen mit dem Wechsel Potenzial auch für langfristige Veränderungen.

Der 50-jährige Ternus wurde schon seit einiger Zeit als wahrscheinlicher Cook-Nachfolger gehandelt, über den Zeitpunkt des Wechsels gab es aber unterschiedliche Informationen. Vor einigen Monaten gab es bereits Berichte, wonach Cook bald abtreten wolle. Der Zeitplan bedeutet, dass Ternus bereits als Apple-Chef im September ein unter seiner Regie entwickeltes auffaltbares iPhone präsentieren dürfte, über das seit Monaten spekuliert wird.

KI-Zukunft

Die Entscheidung für Ternus ist auch eine strategische Weichenstellung in der Chefetage. Cook wurde von Jobs Ende der 90er Jahre als Lieferketten-Experte an Bord geholt und galt als jemand, der für das reibungslose Funktionieren des Mega-Konzerns sorgte. Ternus ist ein Technologie-Spezialist, der tief in die Entwicklung verschiedener Apple-Geräte involviert war.

Die Berufung von Ternus - und nicht etwa von Software-Chef Craig Federighi - signalisiert, dass Apple auch in der anbrechenden KI-Ära seinen Technik-Wurzeln treu bleiben will. Rivalen wie Google <US02079K1079> und Samsung <KR7005930003> werben mit immer neuen KI-Funktionen für ihre Smartphones. Apple tat sich bisher schwer, eine bereits 2024 angekündigte bessere Version seiner Sprachassistentin Siri mit Künstlicher Intelligenz auf den Markt zu bringen. Die Kunden scheint das jedoch nicht zu stören: Apple stieß mit dem iPhone im vergangenen Jahr den langjährigen Smartphone-Marktführer Samsung vom Thron.

Dass Cook in dieser Situation bereit war, die Zügel zu übergeben, zeuge davon, dass Apple die KI-Probleme aus seiner Sicht im Griff habe, sagte Branchenanalyst Dan Ives im Wirtschaftssender CNBC. Zumal an der Börse verstärkt gefordert werde, eine KI-Strategie zu präsentieren.

Apple-Höhenflug unter Cook

Unter Cooks Führung stieß Apple unter anderem ins Geschäft mit Computer-Uhren und einer Datenbrille vor und verdiente immer mehr Geld mit Geräten wie iPhones und Mac-Computern. Zugleich zog er Apples Elektroauto-Projekt nach Milliarden-Investitionen den Stecker.

Das Wachstum des Apple-Geschäfts unter Cook war enorm. Im Geschäftsjahr 2011, in dem er wenige Wochen vor Jobs' Krebstod an die Spitze rückte, machte Apple knapp 26 Milliarden Dollar Gewinn bei gut 108 Milliarden Dollar Umsatz. Im vergangenen Geschäftsjahr blieben in der Kasse 112 Milliarden Dollar Gewinn bei Erlösen von rund 416 Milliarden Dollar. An der Börse ist Apple mehr als vier Billionen Dollar wert.

Ternus werde "etwas Skepsis" entgegenschlagen, da er in die Fußstapfen eines der besten Konzernchefs unserer Zeit treten werde, prognostizierte Ives. Zugleich erinnerte er an die Zweifel, die es einst an Cook gab: Dieser sei weder ein Innovator noch eine Kultfigur wie Jobs gewesen - "aber er hat einen fantastischen Job gemacht, um das Geschäft wachsen zu lassen".

Apples Trump-Flüsterer

Zuletzt fiel es dem 65-jährigen Cook zu, Kontakte zu US-Präsident Donald Trump zu pflegen. Unter anderem gab es einen gemeinsamen Auftritt, bei dem Cook dem US-Präsidenten eine Glas-Plakette mit einem Ständer aus Gold überreichte. Unter den oft liberal eingestellten Apple-Fans - und auch in Teilen der Belegschaft - gab es einige Kritik dafür.

Allerdings zeigte sich insbesondere in Trumps zweiter Amtszeit - mit zum Teil erratisch wirkenden Entscheidungen etwa über Importzölle und Ausnahmen davon - wie unerlässlich für ein US-Unternehmen ein freundliches Verhältnis zum Weißen Haus und zum Präsidenten ist. Cook gelang es unter anderem, anfängliche Forderungen nach einer schnellen iPhone-Produktion in den USA wieder verstummen zu lassen. Wie es aussieht, wird Cook Ternus den heiklen Umgang mit dem Weißen Haus auch weiterhin abnehmen: Er werde mit Politikern rund um die Welt interagieren, teilte Apple mit.

"Kandidat der Kontinuität"

Mit Ternus entschied sich Apple erneut für einen Nachfolger aus den eigenen Reihen. Unter seiner Führung schaffte es Apple in den vergangenen Jahren unter anderem, ultrakompakte Technik wie die AirPods-Ohrhörer zu bauen und mehr Rechenleistung in Geräte zu integrieren. Er sei ein "Kandidat der Kontinuität", sagte Technologie-Analyst Patrick Moorhead.

Ternus' Nachfolger als Hardware-Chef wird Johny Srouji, der bisher die Chipentwicklung führte. Dank der Entwicklung eigener Halbleiter konnte Apple Intel <US4581401001>-Chips aus seinen Mac-Computern verbannen. Die Macs bekamen mit den eigenen Chips längere Laufzeiten und konnten auf einer gemeinsamen Plattform mit den iPhones laufen. Dass für Srouji die neue Job-Bezeichnung Chief Hardware Officer geschaffen wurde, dürfte darauf hinweisen, dass er die bisherige Verantwortung für die Chip-Entwicklung behält, während er nun auch für andere Aspekte der Geräte-Technik zuständig sein wird./so/DP/stk/tav/err/jha/he

21.04.2026 | 16:31:46 (dpa-AFX)
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21.04.2026 | 16:31:46 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Unitedhealth hebt Gewinnziel nach überraschend gutem Quartal an

EDEN PRAIRIE (dpa-AFX) - Der größte US-Krankenversicherer Unitedhealth <US91324P1021> ist auf seinem krisenbedingten Schrumpfkurs überraschend stark ins Jahr gestartet. Angesichts der Ergebnisse des ersten Quartals wird Konzernchef Stephen Hemsley auch für das Gesamtjahr optimistischer. Der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Aktie soll jetzt mehr als 18,25 US-Dollar erreichen, wie das Unternehmen am Dienstag in Eden Prairie (US-Bundesstaat Minnesota) mitteilte. Damit liegt die Latte 50 Cent höher als bislang. Die Unitedhealth-Aktie legte im frühen US-Handel um zehn Prozent zu.

Im ersten Quartal erzielte Unitedhealth einen Umsatz von 111,7 Milliarden Dollar (94,9 Mrd Euro), rund zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Überschuss stagnierte praktisch bei knapp 6,3 Milliarden Dollar. Analysten hatten hingegen mit einem deutlichen Rückgang gerechnet.

Unitedhealth war 2025 wiederholt ins Visier staatlicher Ermittlungen geraten. Im Frühjahr kappte das Management seine Jahresziele und strich sie im Mai wegen unerwartet hoher Kosten für medizinische Behandlungen komplett. Zugleich holte der Konzern seinen früheren Chef Hemsley zurück an die Spitze.

Für 2026 kündigte der Manager einen Schrumpfkurs an - und den ersten Umsatzrückgang seit mehr als 30 Jahren. Das Unternehmen soll Geschäftsteile verkaufen, weniger Kunden bedienen und weniger einnehmen, aber mehr Gewinn erwirtschaften. Dazu soll die Zahl der Versicherten ebenso schrumpfen wie die Präsenz der Dienstleistungstochter Optum in den USA./stw/tav/jha/he

21.04.2026 | 16:24:05 (dpa-AFX)
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21.04.2026 | 15:12:51 (dpa-AFX)
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