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11.07.2026 | 20:35:50 (dpa-AFX)
ROUNDUP 3: Bekennerbrief nach Brand - Sabotageverdacht an Bahnstrecke

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die wichtige Bahnstrecke zwischen Düsseldorf und Köln ist vermutlich durch einen Brandanschlag lahmgelegt worden. Aus Sicherheitskreisen verlautete, es werde ein Sabotageakt vermutet. Auf der linken Plattform indymedia.org tauchte ein mutmaßliches Bekennerschreiben auf. Auch Staatsanwaltschaft und Polizei Köln teilten mit, dass die Ermittler aktuell davon ausgingen, dass der Brand vorsätzlich gelegt wurde.

Inzwischen ist die Strecke wieder freigegeben, der Zugverkehr rollt ohne Einschränkungen. Die Deutsche Bahn schloss die Reparaturarbeiten an den zahlreichen beschädigten Kabeln nach eigenen Angaben am frühen Abend ab. Fachleute hätten seit Freitag durchgehend daran gearbeitet, die Schäden so schnell wie möglich zu beheben. Die Bahn bedauerte die mit der Sperrung verbundenen Einschränkungen für die Reisenden.

Reul: Diese Menschen wollen Chaos

"Solche Taten sind kein Protest, sondern gezielte Sabotage", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) zu dem erneuten Brandanschlag. Das treffe den Alltag vieler Menschen und nehme "Kollateralschäden" billigend in Kauf.

"Diese Chaoten berufen sich darauf, eine Welt herzustellen, in der es Pflanzen, Tieren und Menschen besser gehe. Und dann verüben sie einen Brandanschlag, ausgerechnet jetzt, wo überall Trockenheit herrscht", sagte Reul. "Allein daran sieht man: Diese Menschen wollen keine bessere Welt. Diese Menschen wollen Chaos. Sie zielen darauf ab, Politik durch Gewalt zu ersetzen. Das akzeptieren wir nicht."

Laut Brief Brandsätze in Kabelschacht deponiert

Das Schreiben wurde mit dem Namen der bereits mehrfach mit Anschlägen auf Bahnstrecken in Verbindung gebrachten Gruppe "Kommando Angry Birds" veröffentlicht. Darin schreibt die Gruppe, dass sie verantwortlich "für die Sabotage der Bahnstrecke nördlich von Leverkusen" sei. Es seien Brandsätze in einem großen Kabelschacht an der nordöstlichen Ecke der Wupperbrücke und in einem schmaleren Schacht deponiert worden. Als Motiv für den Anschlag wurde ein "Massensterben" durch die "technologische Eskalation" genannt, das aufgehalten werden müsse.

In Sicherheitskreisen wird davon ausgegangen, dass das Schreiben echt ist, wie die Deutsche-Presse-Agentur erfuhr. Dass ein technischer Defekt den Böschungsbrand an der Bahnstrecke auslösen konnte, gelte als wenig wahrscheinlich.

Polizei sucht Zeugen

Nach dem Brand in dem Kabelschacht bei Leverkusen-Rheindorf sucht die Kriminalpolizei nach Zeugen. Ersten Erkenntnissen zufolge hatten Techniker das Feuer an der Eisenbahnbrücke, die über die Wupper führt, in der Nähe der Solinger Straße am Freitagvormittag bemerkt und die Feuerwehr alarmiert.

Ein Sprecher der Polizei Köln sagte auf Anfrage, es würden Ermittlungen geführt, ob das Bekennerschreiben authentisch sei. In einem solchen Bereich werde auch geprüft, ob gegebenenfalls Zusammenhänge zu anderen Delikten bestünden. Der Staatsschutz der Kölner Polizei hatte bereits am Freitag die Ermittlungen übernommen, da ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden konnte.

Mehrere Anschläge durch "Angry Birds"

Die linksextremistische Gruppe "Kommando Angry Birds" hatte vor etwa einem Jahr auch einen Anschlag auf die Bahnhauptstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg für sich reklamiert. Auch dort waren im Juli 2025 Brandsätze gezündet worden. Tagelang war die wichtige Bahnstrecke gesperrt.

Anfang Januar dieses Jahres hatte die Gruppe sich zudem auf einen versuchten Anschlag auf ein Umspannwerk in Erkrath bei Düsseldorf bekannt. Der Anschlag schlug fehl.

Innenminister Reul hatte schon vor einem Jahr vor dem "Kommando Angry Birds" gewarnt. "Die hat in den letzten Jahren im Raum Düsseldorf schon mehrfach sabotiert", hatte er Anfang August 2025 gesagt. So seien Anschläge auf Telekommunikationsmasten in dem Ort Langenfeld/Erkrath und ein Tunnelbrand an der Autobahn 46 auf das Konto der Gruppe gegangen. Die Ermittlungen würden mit hohem Aufwand geführt, seien aber nicht ganz einfach, weil es sich nicht um eine fest gefügte Gruppe handele.

Bahnstrecke weiter gesperrt

Einen Tag nach dem Brand war noch unklar, wann der gesperrte Abschnitt Düsseldorf - Köln wieder freigegeben wird. Am Samstagmittag sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn, es könne aktuell keine Prognose abgegeben werden, wann die Strecke wieder befahren werden könne. Im Nah- und Fernverkehr kommt es wegen der Sperrung zu Umleitungen und Verspätungen und zum Ausfall einzelner Züge.

Die Ermittlungen laufen nach Angaben der Bahn weiter. "Expertinnen und Experten der DB arbeiten mit voller Kraft an der Reparatur der immensen Schäden", hieß es in einer Mitteilung. Laut Bahn hatte am Freitagvormittag an zwei Stellen die Böschung zwischen Langenfeld und Leverkusen gebrannt. Die Feuerwehr habe die Brände zwar gelöscht. Allerdings habe das Feuer Schäden an mehreren Signalkabeln angerichtet, so dass auf dem Streckenabschnitt keine Züge fahren könnten.

Bahn: Betriebliche Lage in NRW angespannt

Die Bahn bezeichnete "die aktuelle betriebliche Lage in NRW" als "sehr angespannt". Grund sei neben der möglichen Sabotage an der Strecke Düsseldorf - Köln auch ein erst am Freitag festgestellter Brückenschaden in Opladen bei Leverkusen. Die beschädigte Brücke liegt auf dem Korridor Hagen - Wuppertal - Köln, der nach einer Generalsanierung gerade erst wieder in Betrieb genommen worden war./dot/DP/zb

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11.07.2026 | 15:33:34 (dpa-AFX)
VW-Betriebsrat sieht Vertrauensverlust in Belegschaft

WOLFSBURG (dpa-AFX) - Einen großen Vertrauensverlust in der Volkswagen <DE0007664039>-Belegschaft hat der Betriebsrat nach dem Verstreichen eines Ultimatums an die Konzernspitze ausgemacht. Man habe registrieren müssen, dass VW <DE0007664039>-Konzernchef Oliver Blume am Freitag das Management über Details zum wahrscheinlichen Aus für deutsche Fabriken als auch zu einem massiv ausgeweiteten Stellenabbauziel informiert habe. "Wir verurteilen scharf, dass er gleichzeitig den zehntausenden betroffenen Beschäftigten außerhalb des Managements diese Informationen weiterhin vorenthält", hieß es am Samstag.

Der Betriebsrat hatte Blume ein Ultimatum bis Freitag gestellt, Stellung gegenüber der Belegschaft zu beziehen. In der Konsequenz werde der Konzernchef nach der Sommerpause in Betriebsversammlungen direkt vor den Kolleginnen und Kollegen nicht nur im Stammwerk Rede und Antwort stehen müssen. "Dabei wird das Hauptaugenmerk der Belegschaft darauf liegen, ob der Vorstand diese Krise mit notwendigen Maßnahmen überhaupt gemeinsam mit den Beschäftigten meistern will oder gegen sie", hieß es weiter. Schon am Donnerstag hatte es zahlreiche Protestaktionen gegeben.

Massiver Stellenabbau im Gespräch

Was konkret im nach einem Bericht zuletzt vom Aufsichtsrat abgelehnten Sparpaket steht, ist bisher nur aus Medienberichten bekannt. Laut "Manager Magazin" könnten bis zu 100.000 Stellen weltweit wegfallen, doppelt so viele wie bisher geplant. Laut "Bild" könnten es sogar 120.000 sein. Zudem sind vier Werke des VW-Konzerns in Deutschland sogar von Schließung bedroht: Hannover, Emden, Zwickau und das Audi-Werk in Neckarsulm.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, stimmten die Vertreter der Arbeitnehmer und des Landes Niedersachsen gegen das Paket. Da derzeit ein Sitz der Kapitalseite unbesetzt ist, haben Arbeitnehmer und Niedersachsen zusammen eine Mehrheit von zwölf zu sieben Stimmen im Aufsichtsrat. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass das Land keiner Entwicklung zustimmen werde, "die auf Werksschließungen als vermeintlich einfache Lösung setzt". VW äußerte sich am Freitag nicht zu einzelnen Abstimmungen im Aufsichtsrat./koe/DP/zb

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