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07.06.2026 | 16:00:33 (dpa-AFX)
Bausparkassen-Chef zum Eigentum: 'Da platzen Lebensträume'

SCHWÄBISCH HALL (dpa-AFX) - Angesichts steigender Immobilienpreise wird es nach Ansicht des Chefs der Bausparkasse Schwäbisch Hall, Mike Kammann, für die Menschen in Deutschland herausfordernder, in die eigenen vier Wände zu ziehen. "Die Erschwinglichkeit wird für die nächsten fünf Jahren eher etwas schwieriger sein", sagte Kammann der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.

In Deutschland werde einfach zu wenig gebaut. "Aus meiner Sicht hat das natürlich sozialen Sprengstoff. Da platzen Lebensträume", sagte Kammann. Wenn er auf den Immobilienmarkt schaue, habe er "schon eher eine kritische Grundstimmung".

Wer sich künftig noch ein eigenes Haus leisten könne? "Ganz viele Leute, die reiche Eltern haben, über ein tolles Erbe verfügen, gut verdienen oder - ganz wichtig - diejenigen, die selbst früh angefangen haben zu sparen", sagte er.

Anstieg bei Immobilienpreisen erwartet

Kammann rechnet für die mittlere Zukunft mit einem Anstieg bei den Immobilienpreisen von zwei bis drei Prozent sowie einem leichten Zinsanstieg. "Je höher die Inflationserwartung ist, desto höher wird der Zinssatz steigen", sagte er. Demgegenüber stehe ein real verfügbares Einkommen, bei dem er angesichts der Wirtschaftsaussichten "eher etwas pessimistischer" wäre.

"Die Menschen wollen in die eigenen vier Wände", sagte Kammann. Dafür müssten sie aber sparen durch Konsumverzicht, etwa beim Urlaub oder Lebensstil. Die Bausparkasse merke außerdem, dass Häuslebauer wieder mehr Arbeiten in Eigenleistung machten. "Ohne Konsumverzicht und ohne Spargroschen auf die Seite legen, wird es mit den eigenen vier Wänden schwierig werden", sagte Kammann.

Nach Ansicht des Bausparkassen-Chefs brauche es "ein bisschen Abstriche, Fleiß und einen festen Willen, um zu sparen und dann auch ein bisschen Mut, um Eigenkapital aufzubauen, sich auf eine Immobilienfinanzierung - also Schulden - einzulassen und den Schritt in die eigene Immobilie zu wagen".

Krise im Wohnungsbau

2025 wurden in Deutschland so wenige Wohnungen fertiggestellt wie seit mehr als zehn Jahren nicht. 206.600 gebaute Einheiten bedeuteten einen Rückgang um 18 Prozent oder 45.400 Wohnungen zum Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt im Mai berichtete. Besonders stark sank 2025 die Zahl der gebauten Einfamilienhäuser: um knapp ein Viertel auf 41.800.

Im vergangenen Jahr verteuerten sich Wohnimmobilien in Deutschland laut Statistischem Bundesamt um 3,2 Prozent verglichen mit 2024. Es war der erste Anstieg seit drei Jahren, nachdem es zuvor teils deutliche Preisrückgänge gegeben hatte.

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07.06.2026 | 07:07:38 (dpa-AFX)
Expertin sieht 'deutliche Warnschüsse' für Pharmastandort

KÖLN (dpa-AFX) - Die von den Pharmariesen Eli Lilly <US5324571083> und Boehringer Ingelheim abgesagten Investitionen zeigen nach Meinung einer Pharmaexpertin des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) grundlegende Herausforderungen des Standorts Deutschland. "Meine Einschätzung an dieser Stelle wäre, dass wir es mit deutlichen Warnschüssen zu tun haben", sagte Jasmina Kirchhoff der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. "Das, was wir da gerade sehen, ist durchaus ernst zu nehmen, weil das Überlegungen sind, die sich viele andere Unternehmen auch stellen werden."

Mitte der Woche hatte erst Boehringer Ingelheim verkündet, für die Jahre 2027 bis 2030 vorgesehene 900 Millionen Euro doch nicht in deutsche Standorte investieren zu wollen. Kurz darauf verkündete der US-Konzern Eli Lilly, nicht mehr 2,5 Milliarden US-Dollar (rund 2,2 Mrd. Euro) in sein neues Werk in Alzey in Rheinland-Pfalz zu stecken, sondern nur noch die Hälfte des Betrages.

Expertin: Firmen fehlt Planungssicherheit

Kirchhoff verwies auf die geplante Gesundheitsreform in Deutschland. Über das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz werde in einer Zeit diskutiert, in der sich weltweit die Rahmenbedingungen änderten. Der US-Markt stelle sich komplett neu auf, auch steige der Druck aus Asien.

Kritisch gesehen würden von der Pharmaindustrie die als Teil des Sparpakets vom Bund angedachten dynamisierten Herstellerabschläge. "Mit denen ist es praktisch gar nicht mehr möglich, überhaupt Planungen zu vollziehen, weil sich diese Rabatte jedes Jahr ändern", sagte Kirchhoff. "Zudem muss man davon ausgehen, dass sie in Zukunft ausschließlich steigen werden."

Hinzu komme, dass im Gesetz bisher die Möglichkeit von Rabattverträgen für innovative Arzneimittel angelegt ist, die den Schutz geistigen Eigentums unterminieren würden. Auch müsse gesehen werden, dass einige Länder als Reaktion auf die US-Arzneimittelpolitik ihre Arzneimittelbudgets schon hochgesetzt hätten. "Das, was wir tun, ist genau das Gegenteil."

Kirchhoff: Zielkonflikt muss angegangen werden

Sie hoffe, dass in der deutschen Politik spätestens jetzt verstanden worden sei, dass es einen ernsthaften Zielkonflikt gebe zwischen gesundheits- und wirtschaftspolitischen Zielsetzungen, sagte Kirchhoff. Alle beteiligten Ministerien müssten sich zusammensetzen und schauen, wie sich dies verbinden lasse. Auch müsse ins Bewusstsein geraten, dass die neue Ausrichtung der US-Arzneimittelpolitik ein systemisches Risiko für Deutschland darstelle.

Was in Deutschland getan werde, stehe besonders im Blick. Es sei der größte Gesundheitsmarkt Europas, andere europäische und nicht europäische Länder koppelten ihre Preise an deutsche Arzneimittelpreise und die deutsche Pharmaindustrie habe ein hervorragendes Standing. "Das heißt, was wir hier tun, hat auch Signalwirkung in andere Länder hinein."/chs/DP/zb

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08.06.2026 Auftragseingänge der Industrie Deutschland: Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe April 2026 Deutschland: Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe April 2026
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