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19.04.2026 | 13:35:22 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2: Klingbeil und Miersch für weitere Entlastung offen

(Neu: weitere Details)

BARCELONA/BERLIN (dpa-AFX) - Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) schließt weitere Schritte zur Entlastung der Bürger angesichts des Iran-Kriegs und der Energiepreiskrise nicht aus. Klingbeil verwies auf das Entlastungspaket der Koalition und sagte: "Über alles Weitere werden wir in der Regierung beraten." Am Rande eines Kongresses sozialdemokratischer und sozialistischer Parteien in Barcelona drückte Klingbeil zugleich die Hoffnung aus, "dass dieser Krieg nun zu einem Ende kommt und es auch keine weitere Verschärfung gibt".

Auch angesichts eines drohenden Mangels bei Kerosin sei die Bundesregierung bereit, jederzeit alle möglichen Maßnahmen in der Hand zu behalten, um reagieren zu können. Die Regierung beobachte die Lage genau und handele, wenn es Probleme gebe, sagte Klingbeil. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte zuvor vor Alarmismus gewarnt, aber zugleich für den Fall eines Kerosinmangels auch Gegenmaßnahmen angekündigt.

Bundestag und Bundesrat entscheiden über Spritsteuersenkung

Die schwarz-rote Koalition hat angesichts der Preissprünge an den Tankstellen infolge des Iran-Kriegs beschlossen, die Steuern auf Diesel und Benzin für zwei Monate um jeweils rund 17 Cent brutto pro Liter zu senken. Gelten soll dies ab dem 1. Mai bis Ende Juni. Zudem sollen Unternehmen die Möglichkeit bekommen, ihren Beschäftigten eine Prämie von bis zu 1.000 Euro steuer- und abgabenfrei zu zahlen. Die Senkung der Spritsteuern soll in dieser Woche von Bundestag und Bundesrat endgültig beschlossen werden. Der Bundesrat wird dazu voraussichtlich am Freitag zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

Senkung der Spritsteuern über Mai und Juni hinaus?

Auch der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch, zeigte sich offen für weitere Entlastungen, sollte sich die Preisspirale weiter drehen. "Wir müssen jetzt sehr genau beobachten, wie es weitergeht. Und gegebenenfalls werden wir auch noch zu ganz anderen Maßnahmen greifen müssen", sagte er im Deutschlandfunk.

Es könne sein, dass es bei einer Öffnung der Straße von Hormus zu einer weiteren Reduzierung der Rohölpreise komme, sodass die beschlossenen 17 Cent noch viel deutlicher nach unten wirkten als heute angenommen. "Es kann aber auch sein, dass der Preis noch einmal weiter in die Höhe geht, sodass wir dann uns überlegen müssen, was machen wir im Juli fortfolgende."

Vorstoß für Verlängerung des Angebots der 1.000-Euro-Prämie

Miersch verteidigte auch die 1.000-Euro-Prämie und wies die Kritik zurück, dass die Regierung eine Entlastung beschlossen habe, für die die Unternehmen aufkommen sollten. Es gebe viele Unternehmen, die sehr wohl in der Lage seien, ihren Beschäftigten eine solche Prämie zu zahlen. Zugleich plädierte er SPD-Fraktionschef dafür, dass eine solche Prämie nicht nur - wie bisher vorgesehen - im Jahr 2026 gezahlt werden kann. Er sei dafür, "dass wir zumindest für einen gewissen Zeitraum das auch auf das nächste Jahr mit ausweiten"./sk/DP/zb

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ROUNDUP: Transportbranche rechnet mit Anstieg der Insolvenzen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Transportbranche in Deutschland erwartet eine weitere Zunahme bei den Insolvenzen. "Bei den derzeitigen Rahmenbedingungen werden die Insolvenzen weiter steigen", sagte Dirk Engelhardt, Chef des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der Deutschen Presse-Agentur. Dies treffe zunächst vor allem die kleineren und mittleren Betriebe.

"Die Lage ist im Moment katastrophal", sagte Engelhardt. Die Preisanstiege an den Zapfsäulen seit Beginn des Iran-Kriegs belasteten den deutschen Mittelstand außerordentlich. Doch schon vor dem Iran-Krieg sei die Situation der Branche sehr angespannt gewesen. Das größte Problem sei der "grassierende Fahrermangel". Der Branche fehlten etwa 120.000 Lkw-Fahrer, sagte Engelhardt. Und die Tendenz sei steigend.

BGL: Unternehmen reduzieren Kapazitäten

Die mittelständischen Unternehmen reduzierten als Reaktion auf die schwierigen Bedingungen ihre Kapazitäten, sagte Engelhardt. Das sei eine kritische Entwicklung, da das in keiner Insolvenzstatistik erscheine. Aber sollte die Wirtschaft wieder anziehen oder ein Krisen- oder Verteidigungsfall eintreten, könnten nicht genügend Transportkapazitäten verfügbar sein.

"Der Wirtschaft geht es insgesamt sehr schlecht. Weil es ihren Kunden schlecht geht, leidet auch die Logistikbranche", sagte Frank Huster, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Spedition und Logistik (DSLV). "Der Umsatz und die Rendite schmelzen", sagte Huster.

Verband rechnet mit zunehmenden Geschäftsaufgaben

Der DSLV vertritt vor allem Unternehmen, die als Spediteure Transportdienstleister beauftragen, wie sie vor allem vom BGL vertreten werden. "Die Speditions- und Logistikbranche spürt Insolvenzen nicht in dem Ausmaß wie der Straßentransportsektor", sagte Huster. Dort rechne er definitiv mit zunehmenden Geschäftsaufgaben.

Ein prominentes Beispiel war zuletzt das schwäbische Transportunternehmen Betz International, das in finanzielle Schieflage geraten war und Insolvenz anmeldete.

"Der wirtschaftliche Druck auf kleinere Unternehmen wird durch steigende Lohnkosten zusätzlich verstärkt und zeigt sich auch in einer Zunahme von Insolvenzen", heißt es in einer Mitteilung des Datendienstleisters Datev zu einer aktuellen Analyse der Logistikbranche. Datev zufolge verliert die Branche zunehmend mittelständische Betriebe. Die Zahl der monatlichen Insolvenzen nähere sich nach dem pandemiebedingten Tiefpunkt wieder dem Vorkrisenniveau an.

Auf eine schnelle Verbesserung könnten die kleinen und mittleren Unternehmen nicht hoffen, hieß es laut Datev-Mitteilung. Angesichts geopolitischer Unsicherheiten und der damit verbundenen volatileren Rohöl- und Erdgaspreise sei zu erwarten, dass sich Kosten- und Lieferkettenbelastungen weiter verschärfen.

Was Verbände fordern

Mehrere Verbände des Verkehrsgewerbes hatten Bundeskanzler Friedrich Merz vor einer Woche in einem offenen Brief zu schnellem Handeln in der Kostenkrise aufgerufen. Steigende Energie- und Betriebskosten sowie wachsender wirtschaftlicher Druck brächten zahlreiche Unternehmen an den Rand ihrer Existenz, warnten sie.

Konkret verlangten die Verbände unter anderem niedrigere Energie- und Stromsteuern, die Abschaffung der CO2-Doppelbelastung im Straßengüterverkehr sowie kurzfristige Entlastungen wie Preisdeckelungen oder Ausgleichszahlungen./rwi/DP/zb

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