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Anlage-Spezial Europäische Aktien / Archiv: 10.09.2026 | 10:20:53 Werbung

Volkswagen: Zukunftsplan 2030 setzt auf neue Hybride

Felix Schröder
Redakteur Felix Schröder

Produktmanager bei der DZ BANK

Der Aufsichtsrat segnet den harten Sanierungskurs bei Volkswagen ab. Dem zusätzlichen Abbau von rund 50.000 Stellen steht der Hoffnungsträger Golf-Hybrid gegenüber.

Felix Schröder
Redakteur Felix Schröder

Produktmanager bei der DZ BANK

Aktienkurs der Vorzugsaktie erholt sich auf gut 83 Euro

Für Anleger der Volkswagen AG sind die Vorzugsaktien derzeit nichts für schwache Nerven. Das einst verlässliche Renditepapier, das seinen Käufern traditionell kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung, dafür aber eine etwas höhere Dividende als die Stammaktie bietet, hat auf Jahressicht empfindliche Einbußen erlitten und notiert aktuell bei gut 83 Euro. Zuletzt konnte sich die Aktie nach der Zustimmung des Aufsichtsrates zum Zukunftsplan zwar deutlich erholen, auf Jahressicht bleibt die Bilanz jedoch schwach. Der Grund für die anhaltende Belastung liegt im Inneren des Wolfsburger Maschinenraums: Der enorme Kostendruck beim Aufbau der Elektromobilität kollidiert mit einem schwächelnden Geschäft bei den traditionellen Verbrennermotoren.

 

Golf-Hybrid und die Elektro-Offensive sollen das Ruder herumreißen

Im Zuge des Sanierungsprogramms ist geplant, die Modellvielfalt konzernweit bis 2035 um rund die Hälfte zu reduzieren, um Kosten zu sparen und den Fokus auf ertragsstarke Baureihen zu legen. Neben der Ausweitung der vollelektrischen Modellpalette, zu der etablierte Fahrzeuge wie der ID.7 und der ID. Buzz gehören, wie auch die neue Electric Urban Car Family rund um den ID. Polo, rückt im Jahr 2026 eine pragmatische Brückentechnologie stärker ins Zentrum. Mit einem neuen Vollhybrid für den Bestseller Golf erweitert VW sein Antriebsangebot und spricht damit Kunden an, die noch nicht vollständig auf reine Elektromobilität umsteigen wollen. Parallel forciert der Konzern die Integration von KI in die Sprachsteuerung und öffnet sich für externe Software-Partnerschaften, während in den USA das Modellangebot angesichts hoher Kosten und handelspolitischer Belastungen stärker auf Profitabilität ausgerichtet werden soll.

 

Zukunftsplan 2030 fordert Abbau von weiteren 50.000 Stellen

Um Überkapazitäten von mehr als 500.000 Fahrzeugen in Europa abzubauen, sollen über bereits laufende Programme hinaus weltweit zusätzlich rund 50.000 Arbeitsplätze entfallen. Zusammengenommen erreichen die laufenden und neu beschlossenen Abbauprogramme damit eine Größenordnung von rund 100.000 Stellen. Nach einer Schätzung der Bank of America könnten sich die Brutto-Restrukturierungsaufwendungen über mehrere Jahre auf bis zu 10 Mrd. Euro summieren. Immerhin erhielten vier deutsche Standorte wie Zwickau und Emden eine vorläufige Gnadenfrist, da mögliche Alternativnutzungen geprüft werden, statt bereits jetzt endgültig über ihre Zukunft zu entscheiden. Als Ziel wurde ausgegeben, die operative Umsatzrendite durch das Sparpaket bis 2030 auf 9 % zu trimmen.

 

Eingebrochener Quartalsgewinn offenbart Handlungsbedarf

Im 2. Quartal 2026 sanken die weltweiten Auslieferungen um 8,6 % auf knapp 2,1 Mio. Fahrzeuge, wobei vor allem das einstmals florierende China-Geschäft zum schweren Bremsklotz mutierte. Der Gewinn nach Steuern stürzte im 2. Quartal von 2,29 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum auf nur noch 1,54 Mrd. Euro ab. Zwar konnte das 1. Quartal mit einem Umsatz von 75,7 Mrd. Euro noch einigermaßen stabil gehalten werden, und auch im 2. Quartal blieb der Umsatz robust, doch die Margen stehen weiter unter Druck. Belastungen aus der Einstellung der ID.4-Produktion in den USA, ungünstige Mixeffekte und ein schwaches Geschäft in wichtigen Märkten drücken den Verdienst nach unten. Während die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Europa zuletzt anzog, bleibt die Entwicklung in China und den USA deutlich schwieriger.

 

Fazit

Die Volkswagen-Vorzugsaktie gleicht derzeit einer Wette auf das Gelingen eines radikalen Konzernumbaus. Der nun besiegelte Zukunftsplan schafft zwar Klarheit über den harten Sparkurs, stellt die Geduld der Anleger aber auf eine harte Probe. Es wird den Verlauf des Papiers in den kommenden Jahren entscheidend prägen, ob der Spagat aus dem zusätzlichen Abbau von rund 50.000 Stellen, einer gestrafften Modellpalette und den notwendigen Investitionen in zukunftsfähige Hybrid- und Elektrofahrzeuge gelingt. Die Aktie bietet Chancen auf Erholung, bleibt vorerst jedoch ein spekulatives Investment in einen Traditionskonzern mitten in der Neuerfindung.

 

Produktidee: Discount-Zertifikat Classic auf Volkswagen AG Vz.

Eine attraktive Alternative zur Direktanlage in die Aktie sind Discount-Zertifikate. Anlegern steht eine Auswahl an entsprechenden Produkten auf den Basiswert Volkswagen AG Vz. zur Verfügung. Ein Beispiel ist ein Discount-Zertifikat mit der WKN: DN0NLN, das am 24.09.2027 fällig wird (Rückzahlungstermin) und mit einem Discount zum Kurs der Aktie Volkswagen AG Vz. notiert. Der Anleger erhält keine sonstigen Erträge (z.B. Dividenden) und hat keine weiteren Ansprüche aus dem Basiswert. Die Höhe der möglichen Rückzahlung wird bei 80,00 Euro begrenzt.

 

Für die Rückzahlung des Zertifikats gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Liegt der Schlusskurs des Basiswerts Volkswagen AG Vz. an der maßgeblichen Börse am 17.09.2027 (Referenzpreis) auf oder über dem Cap, erhält der Anleger den Höchstbetrag von 80,00 Euro.

2. Liegt der Referenzpreis unter dem Cap, erhalten Anleger eine durch das Bezugsverhältnis bestimmte Anzahl von Aktien des Basiswerts. Die DZ BANK liefert keine Bruchteile von Aktien. Für diese erhalten Anleger die Zahlung eines Ausgleichsbetrags. Dieser entspricht dem Referenzpreis multipliziert mit dem Bruchteil des Basiswerts. Ein Zusammenfassen mehrerer Ausgleichsbeträge zu Ansprüchen auf Lieferung von Aktien des Basiswerts ist ausgeschlossen. Anleger erleiden einen Verlust, wenn der Wert der gelieferten Aktien des Basiswerts am Rückzahlungstermin zzgl. des Ausgleichsbetrags unter dem Kaufpreis des Zertifikats liegt.

 

Ein gänzlicher Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich (Totalverlustrisiko). Ein Totalverlust tritt ein, wenn der Referenzpreis null ist. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen kann.

 

Das vorliegend beschriebene Discount-Zertifikat richtet sich an Anleger, die einen Anlagehorizont bis zum 24.09.2027 haben und davon ausgehen, dass die Volkswagen AG Vz. am 17.09.2027 auf oder über 80,00 Euro liegen wird.

 

Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.

 

Stand: 10.09.2026, DZ BANK AG / Online-Redaktion / Emittent DZ BANK AG

Hinweis auf Rechtliches, Prospekt und Basisinformationsblatt

Hinweis auf das Basisinformationsblatt
Das von der DZ BANK erstellte Basisinformationsblatt ist in der jeweils aktuellen Fassung auf der Internetseite der DZ BANK www.dzbank-wertpapiere.de/DN0NLN (dort unter „Dokumente“) abrufbar. Dies gilt, solange das Produkt für Privatanleger verfügbar ist.

 

Hinweis auf den Prospekt
Der gemäß gesetzlicher Vorgaben von der DZ BANK bezüglich des öffentlichen Angebots erstellte Basisprospekt sowie etwaige Nachträge und die zugehörigen Endgültigen Bedingungen sind auf der Internetseite der DZ BANK www.dzbank-wertpapiere.de veröffentlicht und können unter www.dzbank-wertpapiere.de/DN0NLN (dort unter „Dokumente“) abgerufen werden. Sie sollten den Prospekt lesen, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen, um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Prospekts von der zuständigen Behörde ist nicht als Befürwortung der angebotenen oder zum Handel an einem geregelten Markt zugelassenen Wertpapiere zu verstehen. Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.

 

Rechtliche Hinweise: Diese Information ist eine Werbemitteilung und dient ausschließlich Informationszwecken. Diese Information wurde von dem Redakteur im Auftrag der DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank („DZ BANK“) erstellt und ist zur Verteilung in der Bundesrepublik Deutschland bestimmt. Diese Werbemitteilung richtet sich nicht an Personen mit Wohn- und/oder Gesellschaftssitz und/oder Niederlassungen im Ausland, vor allem in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Großbritannien oder Japan. Diese Werbemitteilung darf im Ausland nur in Einklang mit den dort geltenden Rechtsvorschriften verteilt werden und Personen, die in den Besitz dieser Informationen und Materialien gelangen, haben sich über die dort geltenden Rechtsvorschriften zu informieren und diese zu befolgen. Diese Werbemitteilung stellt weder ein öffentliches Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes zum Erwerb von Wertpapieren oder Finanzinstrumenten dar. Die DZ BANK ist insbesondere nicht als Anlageberater oder aufgrund einer Vermögensbetreuungspflicht tätig. Diese Werbemitteilung ist keine Finanzanalyse. Diese Werbemitteilung stellt eine unabhängige Bewertung der entsprechenden Emittentin bzw. Wertpapiere durch den Redakteur dar. Alle hierin enthaltenen Bewertungen, Stellungnahmen oder Erklärungen sind diejenigen des Redakteurs der Werbemitteilung und stimmen nicht notwendigerweise mit denen der Emittentin oder dritter Parteien überein. Angaben zu künftigen Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die tatsächliche künftige Wertentwicklung. Der Redakteur hat die Informationen, auf die sich die Werbemitteilung stützt, aus als zuverlässig erachteten Quellen übernommen, ohne jedoch alle diese Informationen selbst zu verifizieren. Dementsprechend gibt die DZ BANK keine Gewährleistungen oder Zusicherungen hinsichtlich der Genauigkeit, Vollständigkeit oder Richtigkeit der hierin enthaltenen Informationen oder Meinungen ab. Die DZ BANK übernimmt keine Haftung für unmittelbare oder mittelbare Schäden, die durch die Verteilung und/oder Verwendung dieser Werbemitteilung verursacht werden und/oder mit der Verteilung und/oder Verwendung dieser Werbemitteilung im Zusammenhang stehen. Eine Investitionsentscheidung bezüglich irgendwelcher Wertpapiere oder sonstiger Finanzinstrumente sollte auf der Grundlage eines Beratungsgesprächs sowie Prospekts oder Informationsmemorandums erfolgen und auf keinen Fall auf der Grundlage dieser Werbemitteilung. Die Bewertungen können je nach den speziellen Anlagezielen, dem Anlagehorizont oder der individuellen Vermögenslage für einzelne Anleger nicht oder nur bedingt geeignet sein. Die Informationen und Meinungen entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der Erstellung der Werbemitteilung. Sie können aufgrund künftiger Entwicklungen überholt sein, ohne dass die Werbemitteilung geändert wurde.

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Discount 80 2027/09: Basiswert Volkswagen AG

DN0NLN / //
Quelle: DZ BANK: Geld 07.10., Brief 07.10.
DN0NLN // Quelle: DZ BANK: Geld 07.10., Brief 07.10.
63,41 EUR
Geld in EUR
63,49 EUR
Brief in EUR
1,18%
Diff. Vortag in %
Basiswertkurs: 69,74 EUR
Quelle : Xetra , 07.10.
  • Max Rendite 26,00%
  • Max Rendite in % p.a. 27,17% p.a.
  • Discount in % 8,96%
  • Cap 80,00 EUR
  • Abstand zum Cap in % 14,71%
  • Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 1,00

News / Volkswagen AG Vz.

07.10.2026 | 17:13:21 (dpa-AFX)
ROUNDUP 3: VW-Tochter Porsche will sparen und Marge steigern - Aktie schwankt

(neu: nach Veranstaltung Kurs aktualisiert in 4. Absatz, mit Aussagen aus Fragerunde im neuen vorletzten Absatz.)

WEISSACH/STUTTGART (dpa-AFX) - Der schwächelnde Sport- und Geländewagenbauer Porsche <DE000PAG9113> will in den nächsten Jahren kräftig Kosten sparen und sich stärker auf Fahrzeuge mit besonders hoher Marge ausrichten. Unter anderem dadurch soll Porsche wieder profitabler werden. Der seit Januar amtierende neue Chef Michael Leiters präsentierte am Mittwoch auf einer Investorenveranstaltung im schwäbischen Weissach seine Strategie "Sportwagenschmiede '35", mit der er das Unternehmen nach schwierigen Jahren wieder in die Erfolgsspur bringen will.

"Mit unserer Strategie schaffen wir die Voraussetzungen, um Porsche in drei Phasen deutlich effizienter, produktiver und profitabler zu machen", sagte der Manager. Aktuell gehe es vor allem darum, Kosten zu senken und Porsche finanziell robuster zu machen. Das ist nötig, weil der Autohersteller sich vor allem im einst gewinnträchtigen Markt China auf dauerhaft weniger Geschäft einstellt.

Die operative Gewinnmarge im Konzern soll aber nach wie vor mittelfristig - das heißt etwa 2030 oder 2031 - 10 bis 15 Prozent erreichen und langfristig das obere Ende dieser Spanne. Im ersten Halbjahr 2026 waren es 7,8 Prozent. Absolut strebt Porsche in einigen Jahren einen Umsatz zwischen 41 und 45 Milliarden Euro an (2025: 36,4 Milliarden).

Die im MDax <DE0008467416> notierte Porsche-Vorzugsaktie schwankte nach positivem Handelsstart und lag am Nachmittag ein halbes Prozent im Minus. Bisher hat das Papier in diesem Jahr damit gut 7 Prozent eingebüßt.

Laut Porsche-Finanzchef Jochen Breckner sollen in den kommenden Jahren insbesondere auch bei den Investitionsausgaben und den Forschungs- und Entwicklungskosten die Zügel angezogen werden. In diesem Jahr dürften die Investitionen ihren Höhepunkt erreichen und dann wieder fallen. Aktuell steckt Porsche viel Geld in Antriebstechnik und Modelle.

9 bis 12 Prozent des Umsatzes im Autogeschäft - also ohne die Finanzdienstleistungen gerechnet - sollen mittelfristig regelmäßig als freie Barmittel übrigbleiben, langfristig ist hier ebenfalls das obere Ende des Korridors angepeilt. Im vergangenen Jahr waren es lediglich knapp 5 Prozent. Die Ausschüttungsquote für die Dividende sieht Breckner nun bei mindestens der Hälfte des Nettogewinns statt wie bisher bei rund der Hälfte.

Aus Sicht von Analyst Jose Asumendi von der US-Bank JPMorgan stützen die Aussichten für das Erwirtschaften von Barmitteln künftige Zahlungen an die Aktionäre. Jefferies-Experte Philippe Houchois sprach davon, dass die Erwartungen am Markt generell eher im unteren Bereich der Zielspannen von Porsche gelegen hätten - dass laut Management für das obere Ende der Bandbreiten aber eine deutliche Besserung des Umfelds oder weitere Maßnahmen vonnöten seien.

Porsche will seine Entwicklungskosten für künftige Modellreihen den Angaben nach um bis zu 20 Prozent senken. Die Personalkosten in der Fertigung sollen mittelfristig um bis zu 30 Prozent runter, Verkaufs- und Vertriebskosten um 20 Prozent. Bei den Materialeinzelkosten peilt das Unternehmen eine Senkung von rund zehn Prozent an. Die Anzahl von Modellvarianten soll ebenfalls geringer werden.

Fokus auf Kerngeschäft und schlankere Organisation

Wesentliche Pfeiler der Strategie seien die Fokussierung auf das Kerngeschäft und eine Verschlankung der Organisation. So werden Managementpositionen mittelfristig um 40 Prozent verringert, wie Porsche mitteilte.

Letztlich strebe Porsche eine deutlich niedrigere Gewinnschwelle an, die bereits bei weniger als 200.000 Einheiten erreicht werden soll. Zuletzt seien viele Teile des Konzerns eher auf die Produktion von 350.000 Autos ausgelegt gewesen, sagte Porsche-Chef Leiters - eine Folge des Wachstumskurses in den vergangenen Jahren. Bei welcher Stückzahl die Gewinnschwelle zuletzt lag, dazu machte er keine Angaben.

Klar ist aber, dass er den Konzern auf weniger Masse trimmen will - das gilt in der Autobranche als schwierig, weil in aller Regel Größenvorteile zum Tragen kommen. Bei Porsche soll nun der Anteil besonders teurer Autos von rund einem Drittel auf fast die Hälfte ausgebaut werden. Das soll bis 2030 den durchschnittlichen Verkaufspreis der teuersten 10.000 verkauften Autos von 270.000 Euro auf 330.000 Euro heben. Unter anderem ist ein größeres und teureres SUV als der Cayenne vorgesehen, und ein Zweitürer-Supersportwagen über dem 911er dürfte ebenfalls dazukommen.

Gewinneinbruch im vergangenen Jahr

Das Unternehmen aus Stuttgart hatte zuletzt zu kämpfen - unter anderem mit sinkenden Absatzzahlen, insbesondere in China, einer geringeren Nachfrage nach E-Modellen und den US-Zöllen. Hinzu kamen Milliardenkosten für die Verbrenner-Verlängerung, die den Gewinn des Konzerns 2025 zum größten Teil aufgezehrt haben. Das Ergebnis nach Steuern brach im vergangenen Jahr im Vorjahresvergleich um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro ein. Im ersten Halbjahr 2026 stabilisierte sich das Ergebnis. Die Krise bei Porsche hatte zuletzt auch die Geschäftszahlen der Konzernmutter Volkswagen <DE0007664039> kräftig belastet.

Schnelle Besserung ist nicht zu erwarten. Das kommende Jahr werde nochmal härter für Porsche, bevor 2028 dann Besserung einsetzen dürfte, sagte Finanzchef Breckner. Absatz und operative Marge würden unter anderem wegen Modellanläufen 2027 unter den Werten für das laufende Jahr liegen, ergänzte er. Aktuell peilt Porsche 2026 einen Umsatz von 35 bis 36 Milliarden Euro an bei einer operativen Marge zwischen 5,5 und 7,5 Prozent.

Im Sommer hatten sich Management und Arbeitnehmer auf ein Sparprogramm geeinigt, das den Abbau von 5.000 weiteren Jobs in der Region Stuttgart bis 2035 vorsieht. Im Gegenzug wurden betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2035 ausgeschlossen. Bereits zuvor gab es bei Porsche Abbauprogramme - auch im Leipziger Werk und bei Tochterfirmen. "Insgesamt wird die Belegschaft im direkten und indirekten Bereich mittelfristig um 25 Prozent reduziert - mit einem strategischen Ziel von 30 Prozent", hieß es./men/jwe/rwi/jsl/he

07.10.2026 | 16:30:53 (dpa-AFX)
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