Volkswagen: Zukunftsplan 2030 setzt auf neue Hybride
Aktienkurs der Vorzugsaktie erholt sich auf gut 83 Euro
Für Anleger der Volkswagen AG sind die Vorzugsaktien derzeit nichts für schwache Nerven. Das einst verlässliche Renditepapier, das seinen Käufern traditionell kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung, dafür aber eine etwas höhere Dividende als die Stammaktie bietet, hat auf Jahressicht empfindliche Einbußen erlitten und notiert aktuell bei gut 83 Euro. Zuletzt konnte sich die Aktie nach der Zustimmung des Aufsichtsrates zum Zukunftsplan zwar deutlich erholen, auf Jahressicht bleibt die Bilanz jedoch schwach. Der Grund für die anhaltende Belastung liegt im Inneren des Wolfsburger Maschinenraums: Der enorme Kostendruck beim Aufbau der Elektromobilität kollidiert mit einem schwächelnden Geschäft bei den traditionellen Verbrennermotoren.
Golf-Hybrid und die Elektro-Offensive sollen das Ruder herumreißen
Im Zuge des Sanierungsprogramms ist geplant, die Modellvielfalt konzernweit bis 2035 um rund die Hälfte zu reduzieren, um Kosten zu sparen und den Fokus auf ertragsstarke Baureihen zu legen. Neben der Ausweitung der vollelektrischen Modellpalette, zu der etablierte Fahrzeuge wie der ID.7 und der ID. Buzz gehören, wie auch die neue Electric Urban Car Family rund um den ID. Polo, rückt im Jahr 2026 eine pragmatische Brückentechnologie stärker ins Zentrum. Mit einem neuen Vollhybrid für den Bestseller Golf erweitert VW sein Antriebsangebot und spricht damit Kunden an, die noch nicht vollständig auf reine Elektromobilität umsteigen wollen. Parallel forciert der Konzern die Integration von KI in die Sprachsteuerung und öffnet sich für externe Software-Partnerschaften, während in den USA das Modellangebot angesichts hoher Kosten und handelspolitischer Belastungen stärker auf Profitabilität ausgerichtet werden soll.
Zukunftsplan 2030 fordert Abbau von weiteren 50.000 Stellen
Um Überkapazitäten von mehr als 500.000 Fahrzeugen in Europa abzubauen, sollen über bereits laufende Programme hinaus weltweit zusätzlich rund 50.000 Arbeitsplätze entfallen. Zusammengenommen erreichen die laufenden und neu beschlossenen Abbauprogramme damit eine Größenordnung von rund 100.000 Stellen. Nach einer Schätzung der Bank of America könnten sich die Brutto-Restrukturierungsaufwendungen über mehrere Jahre auf bis zu 10 Mrd. Euro summieren. Immerhin erhielten vier deutsche Standorte wie Zwickau und Emden eine vorläufige Gnadenfrist, da mögliche Alternativnutzungen geprüft werden, statt bereits jetzt endgültig über ihre Zukunft zu entscheiden. Als Ziel wurde ausgegeben, die operative Umsatzrendite durch das Sparpaket bis 2030 auf 9 % zu trimmen.
Eingebrochener Quartalsgewinn offenbart Handlungsbedarf
Im 2. Quartal 2026 sanken die weltweiten Auslieferungen um 8,6 % auf knapp 2,1 Mio. Fahrzeuge, wobei vor allem das einstmals florierende China-Geschäft zum schweren Bremsklotz mutierte. Der Gewinn nach Steuern stürzte im 2. Quartal von 2,29 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum auf nur noch 1,54 Mrd. Euro ab. Zwar konnte das 1. Quartal mit einem Umsatz von 75,7 Mrd. Euro noch einigermaßen stabil gehalten werden, und auch im 2. Quartal blieb der Umsatz robust, doch die Margen stehen weiter unter Druck. Belastungen aus der Einstellung der ID.4-Produktion in den USA, ungünstige Mixeffekte und ein schwaches Geschäft in wichtigen Märkten drücken den Verdienst nach unten. Während die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Europa zuletzt anzog, bleibt die Entwicklung in China und den USA deutlich schwieriger.
Fazit
Die Volkswagen-Vorzugsaktie gleicht derzeit einer Wette auf das Gelingen eines radikalen Konzernumbaus. Der nun besiegelte Zukunftsplan schafft zwar Klarheit über den harten Sparkurs, stellt die Geduld der Anleger aber auf eine harte Probe. Es wird den Verlauf des Papiers in den kommenden Jahren entscheidend prägen, ob der Spagat aus dem zusätzlichen Abbau von rund 50.000 Stellen, einer gestrafften Modellpalette und den notwendigen Investitionen in zukunftsfähige Hybrid- und Elektrofahrzeuge gelingt. Die Aktie bietet Chancen auf Erholung, bleibt vorerst jedoch ein spekulatives Investment in einen Traditionskonzern mitten in der Neuerfindung.
Produktidee: Discount-Zertifikat Classic auf Volkswagen AG Vz.
Eine attraktive Alternative zur Direktanlage in die Aktie sind Discount-Zertifikate. Anlegern steht eine Auswahl an entsprechenden Produkten auf den Basiswert Volkswagen AG Vz. zur Verfügung. Ein Beispiel ist ein Discount-Zertifikat mit der WKN: DN0NLN, das am 24.09.2027 fällig wird (Rückzahlungstermin) und mit einem Discount zum Kurs der Aktie Volkswagen AG Vz. notiert. Der Anleger erhält keine sonstigen Erträge (z.B. Dividenden) und hat keine weiteren Ansprüche aus dem Basiswert. Die Höhe der möglichen Rückzahlung wird bei 80,00 Euro begrenzt.
Für die Rückzahlung des Zertifikats gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Liegt der Schlusskurs des Basiswerts Volkswagen AG Vz. an der maßgeblichen Börse am 17.09.2027 (Referenzpreis) auf oder über dem Cap, erhält der Anleger den Höchstbetrag von 80,00 Euro.
2. Liegt der Referenzpreis unter dem Cap, erhalten Anleger eine durch das Bezugsverhältnis bestimmte Anzahl von Aktien des Basiswerts. Die DZ BANK liefert keine Bruchteile von Aktien. Für diese erhalten Anleger die Zahlung eines Ausgleichsbetrags. Dieser entspricht dem Referenzpreis multipliziert mit dem Bruchteil des Basiswerts. Ein Zusammenfassen mehrerer Ausgleichsbeträge zu Ansprüchen auf Lieferung von Aktien des Basiswerts ist ausgeschlossen. Anleger erleiden einen Verlust, wenn der Wert der gelieferten Aktien des Basiswerts am Rückzahlungstermin zzgl. des Ausgleichsbetrags unter dem Kaufpreis des Zertifikats liegt.
Ein gänzlicher Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich (Totalverlustrisiko). Ein Totalverlust tritt ein, wenn der Referenzpreis null ist. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist auch möglich, wenn die DZ BANK als Emittent ihre Verpflichtungen aus dem Zertifikat aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) nicht mehr erfüllen kann.
Das vorliegend beschriebene Discount-Zertifikat richtet sich an Anleger, die einen Anlagehorizont bis zum 24.09.2027 haben und davon ausgehen, dass die Volkswagen AG Vz. am 17.09.2027 auf oder über 80,00 Euro liegen wird.
Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.
Stand: 10.09.2026, DZ BANK AG / Online-Redaktion / Emittent DZ BANK AG
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Discount 80 2027/09: Basiswert Volkswagen AG
Geld in EUR
Brief in EUR
- Max Rendite 16,91%
- Max Rendite in % p.a. 16,28% p.a.
- Discount in % 15,46%
- Cap 80,00 EUR
- Abstand zum Cap in % -1,16%
- Bezugsverhältnis (BV) / Bezugsgröße 1,00
News / Volkswagen AG Vz.
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