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09.08.2026 | 16:57:19 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2/Sprengstoff-Drohne: Neuer Radar-Wachposten am Flughafen Leipzig

(aktualisierte Fassung)

WASHINGTON/LEIPZIG (dpa-AFX) - Nach dem Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle berichten US-Medien über eine mögliche Verbindung zu Russland. Derweil wurde die Sicherheit auf dem Flughafen erhöht. Dazu hat die Polizei einen Posten mit speziellem Radar eingerichtet. Die Technik wurde auf der Besucherplattform des alten Towers installiert, wie ein dpa-Fotograf beobachtete.

Aus einsatztaktischen Gründen würden keine Details zu der Anlage bekanntgegeben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage. Laut dem Nachrichtenportal "Tag24" handelt es sich um ein EchoShield-Radarsystem, das anfliegende Drohnen auf größere Distanzen erkennen und ihre Flugbahnen verfolgen kann.

Am späten Dienstagabend war auf dem Flughafen in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt und von einem Mitarbeiter zum Absturz gebracht worden. Zudem war ein Flugzeug mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt kollidiert - möglicherweise einer zweiten Drohne. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

US-Medien: Sprengstoff-Drohne könnte Russland gehören

Das "Wall Street Journal" schreibt unter Berufung auf mit Geheimdienstberichten vertraute US-Beamte, dass die Drohne mit Sprengstoff wahrscheinlich der russischen Regierung gehöre. Der US-Sender CNN zitiert einen US-Verteidigungsbeamten in Europa mit der Aussage, die USA seien zum Schluss gekommen, dass die Drohne von einem russischen Geheimdienst sei.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte kurz nach dem Vorfall von einem "hybriden" Angriff "fremder Mächte" gesprochen. Nun erklärte er, die Forschung zu Drohnensicherheit ausbauen zu wollen. "Das Wettrüsten der Drohnentechnologie erfordert eigene Forschungseinheiten, um Schritt halten zu können", sagte er der "Bild am Sonntag". Demnach soll am 18. August am Testflughafen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cochstedt in Sachsen-Anhalt eine Forschungseinrichtung für Drohnensicherheit errichtet werden.

"Gemeinsam mit dem DLR errichten wir mit dem neuen Technologiezentrum eine bundesweit einzigartige Einrichtung, in der innovative Technologien für die Drohnensicherheit in Reallaboren erforscht, entwickelt und erprobt werden", sagte Dobrindt. Ziel sei es, wissenschaftliche Exzellenz, technologische Innovation und Anforderungen der Sicherheitsbehörden zusammenzuführen.

"Tägliches Ziel hybrider Kriegsführung"

"Das spürbare strategische Ziel fremder Mächte ist es, uns politisch und gesellschaftlich zu bezwingen", sagte Dobrindt der Zeitung weiter. "Verunsicherung, das Schüren von Ängsten, Destabilisierung sind Wesensmerkmal hybrider Attacken." Darauf müsse sich Deutschland weiter einstellen. "Wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung", sagte der Minister. "Spionage, Sabotage, Cyberangriffe oder verdeckte Aktionen fremder Mächte mit dem Ziel, Deutschland zu destabilisieren oder direkt Schaden zuzufügen, sind ständige Realität."/fsp/bg/hum/DP/he

09.08.2026 | 16:56:02 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Minister will Bonuszahlungen an Bahn-Ziele koppeln
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09.08.2026 | 16:56:02 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Minister will Bonuszahlungen an Bahn-Ziele koppeln

BERLIN (dpa-AFX) - Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger erhöht den Druck auf die Führungsebene der Deutschen Bahn. Als Reaktion auf die anhaltende Pünktlichkeitskrise des bundeseigenen Bahn-Konzerns und Kritik an Millionenzahlungen kündigt der CDU-Politiker in der "Bild am Sonntag" Konsequenzen bei Vorstandsgehältern an.

"Es wird sich konkret auf die Bonuszahlungen von Bahnmanagern auswirken, wenn die Ziele, die der Bund vorgibt, nicht eingehalten werden", sagte Bilger. "Ich finde, da haben die Bahnkunden und Steuerzahler einen Anspruch darauf, dass wirklich der Erfolg gemessen wird."

Er wolle zwar ausdrücklich festhalten, dass viele Beschäftigte bei der Bahn richtig gute Arbeit leisteten, so der Minister. Wenn es aber nicht zufriedenstellend sei, habe das auch Auswirkungen auf die Bezahlung.

Der Bund bereitet derzeit eine neue Finanzierungsvereinbarung mit dem Staatskonzern vor, in der genau geregelt wird, wie viele Milliarden für die Schieneninfrastruktur fließen. Diese Gelder sollen künftig an Vorgaben geknüpft werden.

Zustimmung aus der Politik

Bilgers Vorstoß stößt innerhalb der schwarz-roten Koalition und in den Ländern auf Zustimmung. "Ich begrüße es ausdrücklich, dass Verkehrsminister Bilger die Bonuszahlungen der Bahn-Manager an die Pünktlichkeit koppeln will", sagte Isabell Cademartori, Obfrau der SPD im Verkehrsausschuss des Bundestages, dem "Tagesspiegel". "Die Menschen erwarten, dass die Bahn zuverlässiger wird. Als Politik stellen wir Rekordinvestitionen für die Infrastruktur zur Verfügung und erwarten, dass sich das auch in der Pünktlichkeit zeigt."

Auch die Grünen befürworteten die Pläne grundsätzlich, forderten zugleich aber deutlich mehr Investitionen in die Schieneninfrastruktur. "Klar erwarten Menschen, dass Bonuszahlungen an Zielerreichungen wie ein verlässlicher Personenverkehr geknüpft sind - allerdings liegt die Ursache für Verspätungen und Zugausfälle vor allem darin, dass seit Jahrzehnten vom Bund viel zu wenig Geld in die Schieneninfrastruktur investiert wurde", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Julia Verlinden, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Thüringens Digital- und Infrastrukturminister, Steffen Schütz (BSW), sagte dem "Tagesspiegel", er habe einst als Unternehmer "nur Sonderzahlungen erhalten, wenn Ziele zu 100 Prozent erreicht" worden seien. "Bei der DB gelten da andere Maßstäbe. Es ist für die Kunden und erst recht für die Beschäftigten der Bahn nicht nachvollziehbar, dass der DB-Konzernvorstand Ziele viel zu niedrig setzt und dann auch noch deren Unterbietung belohnt", sagte Schütz.

Pro-Bahn-Vertreter begrüßt Bonuspläne

Der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, begrüßte Bilgers Pläne ebenfalls. Zugleich forderte er den Bund auf, nicht nur Druck auf den Konzern auszuüben, sondern auch seine eigenen Aufgaben zu erfüllen.

"Grundsätzlich ist es richtig, wenn der Eigentümer eindeutige Vorgaben macht und diese auch kontrolliert", sagte Naumann den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Daran habe es in der Vergangenheit gefehlt. Gleichzeitig müsse der Bund der Bahn ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stellen und deren zielgerichtete Verwendung kontrollieren. "Auch daran fehlte es in der Vergangenheit."

Die Deutsche Bahn äußerte sich auf Nachfrage nicht./sl/DP/he

09.08.2026 | 16:54:34 (dpa-AFX)
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07.08.2026 | 20:01:38 (dpa-AFX)
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