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10.09.2026 | 07:27:29 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2: Trump giftet gegen Demokraten - und winkt mit Wahlbelohnung

(Aktualisierung: Einordnung ergänzt zu Trumps Idee direkter Zahlungen an US-Bürger)

DALLAS (dpa-AFX) - Donald Trump als Heilsbringer, die Demokraten als radikale linke Bedrohung: Die Republikaner haben den US-Präsidenten auf ihrem Parteitag ins Zentrum ihres Wahlkampfs gerückt und eindringlich vor möglichen Erfolgen der Demokraten bei den Zwischenwahlen in knapp zwei Monaten gewarnt. Auch Trump lobte als Hauptakt der Veranstaltung in Dallas im US-Bundesstaat Texas seine eigene Politik - inklusive seines in den USA unpopulären Iran-Kriegs.

Mit dem zweitägigen, vor Midterms ungewöhnlichen Parteitag versuchen die Republikaner, den Fokus auf ihre Erfolge zu lenken. Zudem wollen sie innenpolitische Akzente setzen, während der Zollstreit mit Kanada und der Krieg im Iran vielen US-Amerikanern sauer aufstößt.

Im Zollstreit mit Kanada haben die USA Einfuhrverbote für bestimmte Produkte aus dem Nachbarland angekündigt. Gegen den Iran hatten die USA und Israel Ende Februar einen Krieg eröffnet.

Die dutzenden Rednerinnen und Redner am ersten Tag des Events hielten sich an einen engen thematischen Zuschnitt: Kampf gegen Betrug, Migration, steigende Preise. Einzig Trump sprach in seiner fast zweistündigen Rede auch länglich über den Krieg im Iran, den er verteidigte.

"Gibt es hier irgendjemanden, der der Meinung ist, der Iran sollte über Atomwaffen verfügen?", fragte er in die Menge. Die vielfach in rot-weiß-blau gekleideten Zuschauerinnen und Zuschauer erwiderten mit einem dröhnenden "Nein". Trump erneuerte zudem seine Provokation, die Straße von Hormus in Trump-Straße umzubenennen. "Ich bin mir sicher, die iranische Führung wird begeistert sein."

Wahlsieg der Demokraten? Republikaner zeichnen düsteres Bild

Was Trumps Rede und die Beiträge vieler Vorredner einte, waren scharfe Attacken gegen Demokraten, die als radikale linke Gefahr für das Land dargestellt wurden. "Das Einzige, worüber sie sich einig sind, ist ihr widerlicher Hass auf Amerika und unseren großartigen Präsidenten", sagte der einflussreiche republikanische Abgeordnete Tom Emmer. Sein Parteikollege Steve Scalise warnte vor einer Partei, die komplett von "verrückten Kommunisten" übernommen worden sei. Der republikanische Wahlkampf als Überlebenskampf für die USA: So stellten es die Republikaner in Dallas dar.

Wenn man die Zukunft des Landes den "radikal linken Demokraten" überlasse, werde das die USA für das nächste Jahrzehnt zurückwerfen, warnte Trump. "Das wäre eine Tragödie", fuhr er fort - und rief seine Landsleute mit Nachdruck dazu auf, die Republikaner zu wählen.

Trump macht Midterms zu Abstimmung über sich selbst

Trotz seiner schlechten Umfragewerte sieht sich Trump nach wie vor als Zugpferd im Wahlkampf. Seine Anhänger sollten sich einfach vorstellen, sein Name stehe auf dem Stimmzettel: "Bitte tut so, als würde ich kandidieren." Offen ist, wie erfolgreich die Republikaner dabei sein werden, ihre Anhänger bei den Midterms zum Wählen zu bewegen.

Bei den Wahlen am 3. November wird rund ein Drittel der Sitze im Senat sowie das gesamte Repräsentantenhaus neu gewählt. Üblich ist, dass die Partei des Präsidenten dabei Sitze verliert - aktuell halten die Republikaner in beiden Kammern knappe Mehrheiten. Sollten die Demokraten die Mehrheit auch nur in einer der Kammern gewinnen, können sie Gesetzesvorhaben der Trump-Regierung blockieren und diese mit Ermittlungen in Ausschüssen unter die Lupe nehmen.

Viele Plätze bleiben leer

Schon bevor der US-Präsident überhaupt zum Parteitag eintraf, war klar: Er wird hier im Fokus stehen. Sein Konterfei prangerte auf zahllosen auf den Gängen aufgehängten Bildern in der Arena, auf etlichen Social-Media-Beiträgen, selbst auf dem Ausweis für Journalisten.

Bei der Veranstaltung selbst stieß Trump dann auf ein geteiltes Echo: Die Zuschauer unterbrachen ihn immer wieder mit frenetischem Jubel und "USA, USA"-Rufen, doch viele Plätze in der Arena in Dallas blieben leer.

Trump winkt bei Wahlsieg mit 5.000 Dollar Belohnung

Um die Wählerschaft zu mobilisieren, griff Trump bei dem Parteitag zu ungewöhnlichen Methoden: Er versprach erwachsenen US-Amerikanern eine Direktzahlung in Höhe von 5.000 Dollar (aktuell 4.300 Euro). "Wenn die Republikaner gewinnen, gewinnt ihr mit uns und erhaltet 5.000 Dollar", sagte er. Die Belohnung soll ihm zufolge fließen, falls Republikaner bei den Wahlen ihre Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses halten können.

Der Vorschlag würde grob überschlagen bei mehr als 245 Millionen Erwachsenen im Land mehr als eine Billion US-Dollar kosten, etwa so viel wie der gesamte Verteidigungshaushalt der USA. Ein entsprechender Beschluss scheint im Kongress daher weder politisch noch finanziell realistisch.

Die Idee direkter Zahlungen an US-Bürger ist zudem nicht neu: Bereits im vergangenen Jahr hatte Trump eine Direktzahlung in Höhe von 2.000 Dollar ins Spiel gebracht, sie aber dann nicht weiter verfolgt. Das Geld sollte Amerikanerinnen und Amerikaner an den Zolleinnahmen der USA beteiligen - ausgenommen sein sollten Besserverdiener./fsp/DP/stk

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10.09.2026 | 07:05:03 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Neuer Apple-Chef setzt Akzente mit erstem Falt-iPhone und KI

CUPERTINO (dpa-AFX) - Vor beinahe 20 Jahren prägte Apple <US0378331005> mit dem iPhone den Grundstein für die Geräteklasse moderner Smartphones, jetzt spendiert der Konzern seinem wichtigsten Produkt die erste radikale Veränderung. Sieben Jahre nach Vorreitern wie Samsung <KR7005930003> steigt Apple ins Geschäft mit aufklappbaren Telefonen ein. Ein Versprechen beim neuen Modell mit dem Namen iPhone Duo ist, es besser zu machen als die Konkurrenz.

Wirtschaftlich entging Apple durch die Falt-Abstinenz in den vergangenen Jahren nicht viel. Gerade einmal 2,2 Prozent der verkauften Smartphones sind nach Berechnungen der Marktforschungsfirma IDC Klapp-Modelle in verschiedenen Formaten - obwohl Samsung und chinesische Rivalen wie Huawei schon seit Jahren versuchen, die Kategorie im Markt zu etablieren.

Apple versichert nun, die richtige Formel gefunden zu haben: Ein breiteres Format als bei vielen Konkurrenz-Geräten, keine nervige Falte in der Mitte des aufgeklappten Innen-Displays und eine Software-Optik, die auf den nahtlosen Wechsel zwischen den beiden Bildschirmen abgestimmt sei.

Teure Geräteklasse

Doch das alles hat seinen Preis - auch weil die Kosten für Speicherchips gerade wegen des Ausbaus von Rechenzentren im KI-Boom explosiv in die Höhe gehen. Mit einem Preis ab 2.299 Euro wird das Duo beim Marktstart im Oktober das bisher teuerste iPhone-Modell sein. Und die Spitzen-Ausführung mit zwei Terabyte Speicher bringt 3.799 Euro auf den Kassenbon.

Für wen ist so ein Gerät etwas? "Zunächst einmal für alle, die das Geld dafür haben", sagt IDC-Branchenanalyst Francisco Jeronimo. Es gebe aber Apple-Fans, die bereit seien, jeden Preis für etwas zu zahlen, was sich abhebe. Damit werde das iPhone Duo definitiv als Statussymbol dienen. Dann gebe es aber auch Leute, die ein iPhone und ein iPad-Tablet nutzten - "und jetzt die Chance haben, beides in einem Gerät zu bekommen".

Abschläge bei der Kamera

Zugleich bringt die Geräteform Abschläge mit sich. Aufgeklappt ist das Duo das bisher dünnste iPhone. Das bedeutet weniger Platz für Technik als etwa bei einem iPhone Pro, das eine hochgerüstete Kamera in sich trägt. Beim Duo ist der Zoom <US98980L1017> auf 2x beschränkt, während die Kamera des neuen iPhone 18 Pro sogar eine veränderbare physische Blende bekommt.

Branchenanalyst Bob O'Donnell von Technalysis Research glaubt allerdings nicht, dass das viele Interessenten abschrecken wird. Für einige iPhone-Nutzer sei die Kamera wichtiger, für andere die Displaygröße - und hier werde die Trennlinie zwischen Käufern von Pro und Duo liegen, argumentiert er. Auch O'Donnell sieht eher den Preis als Bremsfaktor: "Es ist eine Menge Geld für eine Menge Laute."

Einstand für frisch gekrönten Apple-Boss

Der neue Apple-Chef John Ternus kann seine Amtszeit damit gleich als Innovator beginnen. Als langjähriger Gerätechef des Konzerns dürfte er federführend für die Entwicklung des Duo gewesen sein - und nun wird der Erfolg oder Flop des neuen Geräts auch mit seinem Namen verbunden werden.

Das Falt-iPhone hat ungefähr die Abmessungen eines Reisepasses - jeweils auf- und zusammengeklappt mit Displays innen und außen. Es weicht damit deutlich von ersten Anläufen der Rivalen ab, die zunächst vor allem auf eine schmalere und höhere Form setzten, die sich zu einem quadratischen Display aufklappen lässt.

Konkurrenten hätten Falt-Telefone entwickelt, die sich wie "zwei aneinander geklebte Smartphones" anfühlten, begründete Ternus etwas spöttisch Apples Entscheidung für das Format. Mit den Pass-Abmessungen könne man dagegen besser von der größeren Fläche des inneren Displays mit einer Diagonalen von 7,6 Zoll profitieren. Der äußere Bildschirm hat eine Diagonale von 5,4 Zoll und 90 Prozent der Fläche eines iPhone 18 Pro.

"Tropfen im Ozean" - aber Milliardenmarkt

Kann Apple nun Falt-Smartphones aus der Nische herausholen? Nach Stückzahlen werde die Kategorie gemessen am gesamten Smartphone-Markt weiterhin "ein Tropfen im Ozean" bleiben, sagt Jeronimo. Die teureren Geräte könnten aber zum Jahr 2030 einen Umsatzanteil von zehn Prozent erreichen. Damit wäre es ein lukratives Milliarden-Geschäft. IDC geht davon aus, dass Apple trotz des späten Einstiegs binnen zwölf Monaten die Führung in dem Marktsegment übernehmen wird. Auch Analyst O'Donnell sagt, das iPhone Duo habe mit seinem Zusammenspiel von Technik und Software die Gerätekategorie "neu definiert".

Apples Vision für KI-Ära

Beim ersten Neuheiten-Event unter Ternus' Regie trat auch Apples Strategie für die Ära Künstlicher Intelligenz klarer hervor. Apple will mit dem iPhone und anderen verknüpften Geräten ein persönliches Zentrum für KI bieten. Es ist die Antwort auf Versuche etwa des ChatGPT-Entwicklers OpenAI, eigene Geräte als Tor zur Künstlichen Intelligenz zu etablieren. Apple betont dabei den Datenschutz und hebt die Verarbeitung von Informationen auf den Geräten statt in der Cloud hervor.

Ein erster Blick darauf in Aktion sind neue Funktionen für die frischen Computer-Uhren Watch Series 12 und Ultra 4. Sie können auf Wunsch Unterhaltungen im Laufe des Tages zusammenfassen - sowie in den vergangenen 15 Sekunden Gesagtes als Text wiederholen. Apple versichert, dass dafür überhaupt keine Aufzeichnungen angefertigt würden und der Konzern nicht auf irgendwelche Informationen zugreifen könne.

Neues iPhone Pro - aber kein Standard-Modell

Zusammen mit dem Duo stellte Apple auch die nächste Generation des iPhone Pro vor. Vom Standard-Modell, das bisher stets gleichzeitig vorgestellt wurde, war diesmal aber nicht die Rede. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg soll es erst im Frühjahr folgen.

Die Kamera des iPhone 18 Pro soll unter anderem bessere Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen machen. Dafür soll unter anderem eine verstellbare Blende wie bei klassischen Fotoapparaten sorgen.

In Zeiten von KI-Fakes wird mit der Funktion Apple Reference Image ein unverändertes Originalbild des Bildsensors gespeichert, das nicht verändert werden kann. Damit kann immer ein Referenzbild ohne Veränderungen überprüft werden.

Mit einem Preis ab 1.449 Euro wird das iPhone 18 Pro 150 Euro teurer als das Vorgängermodell. Apple erhöhte im Sommer die Preise auf breiter Front unter Verweis auf die im KI-Boom explosiv gestiegenen Speicherkosten. Damals blieben die iPhone-Preise aber unverändert./so/DP/zb

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