Salzgitter: Erhöhung der 2026er Prognose und wie das Infrastrukturpaket ab 2027 antreibt
Salzgitter überrascht mit vorläufigen Halbjahreszahlen
Der europäische Stahlsektor galt in den vergangenen Quartalen als Sorgenkind der Industrie, geprägt von volatilen Rohstoffkosten und einer schleppenden Nachfrage. Doch die vorläufigen Zahlen der Salzgitter AG für das erste Halbjahr 2026 zeichnen nun ein völlig anderes Bild. Der zweitgrößte deutsche Stahlproduzent hat die Erwartungen des Marktes pulverisiert und schwenkt operativ auf einen klaren Erholungskurs ein. Zwar sank der Außenumsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres leicht auf 4,6 Mrd. Euro, nach 4,7 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Die Profitabilität explodierte jedoch regelrecht: Das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA VX) schoss auf 459 Mio. Euro nach oben – im Vorjahreszeitraum standen hier lediglich 117 Mio. Euro zu Buche. Noch deutlicher zeigt sich der Turnaround beim Vorsteuerergebnis (EBT VX), das mit 258 Mio. Euro wieder tief in die Gewinnzone drehte, nachdem im ersten Halbjahr 2025 noch ein Verlust von -84 Mio. Euro verbucht werden musste. Als starker Ergebnistreiber erwies sich dabei erneut die at-equity einbezogene Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis, die 193 Mio. Euro zum Erfolg beitrug.
Der europäische Schutzschild greift
Seit dem 1. Juli 2026 gilt in der EU ein schärferes Schutzregime für Stahlimporte. Die zollfreie Einfuhrquote sinkt um rund 47 % auf 18,3 Mio. Tonnen im Jahr. Oberhalb dieser Menge steigt der Zoll von 25 % auf 50 %. Ab Oktober kommt eine Herkunftsregel hinzu. Importeure müssen dann nachweisen, wo ihr Stahl geschmolzen und gegossen wurde. Das unterbindet Umgehungsgeschäfte über Drittländer. Für Salzgitter ist dies ein entscheidender Gamechanger. Die regulatorischen Schutzwände nehmen den künstlichen Preisdruck aus dem heimischen Markt. In der Folge stabilisieren sich die Notierungen für Flach- und Profilstahl in Europa, während gleichzeitig die Absatzvolumina der hiesigen Werke wieder steigen. Die Niedersachsen können ihre Kapazitäten dadurch deutlich effizienter auslasten und höhere Margen im Handel sowie in der Stahlerzeugung durchsetzen. Das Management bestätigt diesen Rückenwind in seiner Ad-hoc-Mitteilung explizit: „Gleichwohl gehen wir im weiteren Jahresverlauf von positiven Impulsen aus den EU-Handelsschutzmaßnahmen aus.“
Angehobene Prognose für 2026 und der HKM-Turbo
Angesichts der starken ersten Jahreshälfte sieht sich der Vorstand veranlasst, die Messlatte für das Gesamtjahr 2026 spürbar höher zu legen. Für den Jahresumsatz wird nun ein Ziel von rund 10,0 Mrd. Euro ins Auge gefasst, nachdem zuvor 9,5 Mrd. Euro prognostiziert worden waren. Das EBITDA VX soll sich in einer Spanne zwischen 725 Mio. Euro und 825 Mio. Euro bewegen (alte Prognose: 625 Mio. Euro bis 725 Mio. Euro). Beim Vorsteuerergebnis (EBT VX) erwartet Salzgitter nun 325 Mio. Euro bis 425 Mio. Euro - ein klares Upgrade gegenüber der vorherigen Spanne von 200 Mio. Euro bis 300 Mio. Euro. Zusätzlichen Schub liefert dabei ein strategischer Meilenstein: die vollständige Übernahme und Konsolidierung der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM). Vorbehaltlich finaler Effekte aus der Kaufpreisallokation wird die HKM-Integration das EBITDA VX und das EBT VX im laufenden Jahr voraussichtlich um einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag nach oben hieven. Der Außenumsatz profitiert durch die Übernahme sogar im Umfang eines mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrags.
Das Infrastrukturpaket wird zum Nachfragehebel und das Management bleibt besonnen
Führende Branchenexperten zeigen sich zunehmend optimistisch für die Salzgitter-Aktie. Die Begründung der Experten deckt sich mit den strukturellen Veränderungen. Salzgitter gilt als einer der größten Profiteure der neuen europäischen Handelspolitik. Zudem verweisen Experten darauf, dass ab dem Jahr 2027 das milliardenschwere deutsche Infrastrukturpaket im Tief- und Brückenbau voll durchschlagen wird, was die Stahlnachfrage langfristig zementiert. Damit bekommt Salzgitter über die reine Preiskomponente hinaus einen Mengenimpuls. Trotz der Euphorie an der Börse bleibt die Konzernführung in Salzgitter jedoch gewohnt hanseatisch-nüchtern und verweist auf die fortbestehenden globalen Risiken. Im Ausblick mahnen die Verantwortlichen zur Vorsicht: „Insgesamt rechnen wir weiterhin mit einer lediglich moderaten Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.“ Die Aktie feiert eine Renaissance und etabliert eine neue Aufwärtstrendstruktur.
Trading-Idee: Endlos-Turbo Long Optionsschein Salzgitter AG
Anleger, die von einer positiven Geschäftsentwicklung des Unternehmens Salzgitter AG ausgehen, könnten als Alternative zu einem Direktinvestment mit einem Endlos-Turbo Long Optionsschein der DZ BANK bezogen auf die Salzgitter AG (Basiswert) auf ein solches Szenario setzen (z.B. WKN DU93XY). Mit Endlos-Turbo Long Optionsscheinen können Anleger überproportional an allen Kursentwicklungen des zugrunde liegenden Basiswerts partizipieren. Aufgrund der Hebelwirkung reagiert ein Endlos-Turbo Long Optionsschein auf kleinste Kursbewegungen des zugrunde liegenden Basiswerts. Da die Wertentwicklung des zugrunde liegenden Basiswerts im Laufe der Zeit schwanken oder sich nicht entsprechend den Erwartungen des Anlegers entwickeln kann, besteht das Risiko, dass das eingesetzte Kapital nicht in voller Höhe zurückgezahlt wird. Sollte der Kurs des zugrunde liegenden Basiswerts an mindestens einem Zeitpunkt während der Laufzeit eines Endlos-Turbo Long Optionsscheins auf oder unter der sog. Knock-Out-Barriere notieren (Knock-out-Ereignis), verfällt der Endlos-Turbo long Optionsschein wertlos. Die Knock-Out-Barriere wird täglich angepasst. Ansprüche aus dem zugrunde liegenden Basiswert (z.B. Dividenden, Stimmrechte) stehen dem Anleger nicht zu. Ein Endlos-Turbo long Optionsschein hat keine feste Laufzeit. Er kann insgesamt zu festgelegten Terminen (ordentliche Kündigungstermine) durch die DZ BANK gekündigt werden. Ein Anleger kann einen Endlos-Turbo long Optionsschein an festgelegten Terminen (Einlösungstermine) einlösen.
Einen gänzlichen Verlust des eingesetzten Kapitals erleidet der Anleger bei einem Endlos-Turbo long Optionsschein mit Basiswert Salzgitter AG, wenn der Kurs der Aktie des Unternehmens Salzgitter AG zu einem beliebigen Zeitpunkt während der Haltedauer auf oder unter der Knock-Out-Barriere notiert. (Totalverlustrisiko). Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist auch möglich, wenn die DZ BANK ihren Verpflichtungen aus dem Produkt aufgrund behördlicher Anordnungen oder einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit / Überschuldung) nicht mehr erfüllen kann.
Eine ausführliche Erläuterung der genannten Fachbegriffe finden Sie in unserem Glossar.
Stand: 20.07.2026, DZ BANK AG / Online-Redaktion / Emittent DZ BANK
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