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News

25.07.2026 | 12:35:02 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Huthi-Miliz im Jemen droht Saudi-Arabien mit Vergeltung

SANAA/RIAD/WASHINGTON/TEHERAN (dpa-AFX) - Der Konflikt im Nahen Osten weitet sich aus. Nach Luftangriffen einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition im Jemen schwor die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz dem benachbarten Königreich Vergeltung. Die Angriffe auf zivile Ziele würden "nicht ungestraft bleiben", zitierte die von der Schiitenmiliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba deren Mitteilung auf der Plattform Telegram. Die Abschreckungsformel sei klar: Eskalation werde mit Eskalation beantwortet.

Nach Angaben des iranischen Senders Press TV folgten in der Nacht Gegenangriffe der Huthi in mehreren Gebieten Saudi-Arabiens. Demnach gab es unter anderem Explosionen in der Hafenstadt Yanbu. Auch die Küstenstadt Dschisan soll mit Raketen attackiert worden sein. Der saudi-arabische Zivilschutz erklärte kurze Zeit später auf der Plattform X, die Gefahr in Yanbu sei vorbei.

Neue Front im Nahost-Konflikt

Die Eskalation markiert eine neue Front in dem Konflikt im Nahen Osten, der die Region seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran im Februar erfasst hat. Zusätzlich zur Blockade der Straße von Hormus durch Teheran spitzt sich nun auch die Lage im Roten Meer zu. Als Reaktion auf den erneuten Beschuss eines unter saudi-arabischer Flagge fahrenden Schiffes im Roten Meer attackierte die Saudi-Koalition "legitime militärische Ziele" in der jemenitischen Provinz Hudaida, wie Koalitionssprecher Turki al-Maliki auf X schrieb. Huthi-nahe Medien meldeten Angriffe in der gleichnamigen Hafenstadt Hudaida.

Einrichtungen der staatlichen Telekommunikationsgesellschaft in Hudaida seien ebenso getroffen worden wie die Insel Kamaran. Andere Berichte sprachen auch von Angriffen auf den Hafen, was Al-Maliki verneinte. Anwohner berichteten der Deutschen Presse-Agentur jedoch von mehreren Luftangriffen und Explosionen in der Umgebung des Hafens. Flammen und dichte Rauchwolken seien aufgestiegen, hieß es. Ein den Huthi nahestehender Fernsehsender bezeichnete die Angriffe als "saudi-arabische Aggression".

Wieder Angriff auf Schiff im Roten Meer

Zuvor war bei dem Angriff im Roten Meer der Rumpf des unter saudi-arabischer Flagge fahrenden Schiffes "NCC Masa" leicht beschädigt worden, wie die staatliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle in der Verkehrsbehörde berichtete. In der Nacht zum Donnerstag war bereits der saudi-arabische Öltanker "Encelia" angegriffen worden. Die schiitischen Huthi reklamierten zwei Angriffe auf Öltanker des sunnitischen Königreichs für sich.

Die Saudi-Koalition wirft der Miliz "maritimen Terrorismus" vor. Der Konflikt zwischen den Huthi und der Regionalmacht hatte sich zuletzt erneut zugespitzt. Die Huthi hatten am Montag eine "Blockade" für saudi-arabische Schiffe angekündigt - rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem benachbarten Königreich, mit dem die Miliz seit mehr als zehn Jahren Krieg führt. Zum erneuten Angriff auf ein Schiff äußerte sich die Miliz zunächst nicht.

Mit der Verhängung einer Blockade gegen saudi-arabische Öllieferungen durch das Rote Meer und dem Beschuss von Schiffen wollen die Huthi einen zweiten Seeweg praktisch abschneiden: die Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean verbindet und mit der Straße von Hormus zu den weltweit wichtigsten Schifffahrtswegen zählt.

Während die Straße von Hormus im Osten der Arabischen Halbinsel liegt, wo es im Iran-Krieg wiederholt zu Angriffen auf Öltanker und andere Handelsschiffe kommt, liegt Bab al-Mandab ("Tor der Tränen" oder "Tor der Klagen") im Westen der Halbinsel. Durch diese Meerenge führt der Seeweg von Asien über den Suezkanal nach Europa. Sie hat als Umgehungsroute für die Straße von Hormus etwa bei saudi-arabischen Ölexporten zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Sorge vor Ausweitung des Iran-Kriegs

Die Huthi-Miliz kontrolliert im Jemen vor allem den Norden und weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von dort aus kann sie mit ihren Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern Schiffe in der Meerenge Bab al-Mandab angreifen. Es besteht daher die Sorge, dass die Huthi im Falle einer weiteren Eskalation im Iran-Krieg zwischen Washington und Teheran mit ihren Angriffen den Schiffsverkehr durch den Suezkanal zum Erliegen bringen könnten.

Die Miliz hatte Saudi-Arabien Anfang des Monats vorgeworfen, den Flughafen der Hauptstadt Sanaa angegriffen zu haben, um die Ankunft eines iranischen Flugzeugs zu verhindern. Saudi-Arabien erklärte, die Miliz habe später das Königreich attackiert. Die Angriffe waren die ersten größeren Kampfhandlungen zwischen den Saudis und den Huthi seit Inkrafttreten einer Waffenruhe 2022.

Bislang keine politische Lösung in Sicht

Die Schiitenmiliz hatte 2014 schrittweise den Norden und weitere Landesteile des Jemens förmlich überrannt und das arme Land auf der Arabischen Halbinsel in einen Bürgerkrieg gestürzt. Saudi-Arabien bekämpft die Miliz zusammen mit Jemens international anerkannter Regierung. Bemühungen um eine politische Lösung scheiterten bisher.

Sollte es zu neuen schweren Kämpfen zwischen Saudi-Arabien und den Huthi kommen, könnte sich der Iran-Krieg auf das saudi-arabische Königreich ausweiten. Das wiederum würde womöglich auch dazu führen, dass Pakistan - das bisher als Vermittler im Iran-Krieg auftritt - ebenfalls in den Konflikt hineingezogen wird. Pakistan unterhält seit dem vergangenen Jahr ein Militärbündnis mit Saudi-Arabien.

US-Präsident Donald Trump hatte den Huthi und ihrem Verbündeten Iran am Donnerstag mit Vergeltung gedroht, falls die Miliz erneut Schiffe angreift. "Sollten sie dies erneut tun, werden die USA den Iran zur Rechenschaft ziehen, da die Huthi als Stellvertreter des Irans agieren", teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Er kündigte "schwere militärische Strafen gegen den Iran und natürlich auch gegen die Huthi selbst" an.

Trump: Sind mit Iran weiter im Gespräch

Einen Tag darauf sagte Trump vor Journalisten im Weißen Haus, die USA führten derzeit weiter Gespräche mit dem Iran. Dabei ließ er offen, ob es sich um direkte Gesprächskanäle handelt oder über Vermittler kommuniziert wird. Man spreche mit unterschiedlichen Personen, sagte Trump bloß.

Nach Informationen des "Wall Street Journals" ist der US-Präsident in den vergangenen Tagen zunehmend skeptisch geworden, ob Verhandlungen mit dem Iran wirklich zu einem dauerhaften Frieden führen können. Die US-Zeitung zitierte einen ranghohen Regierungsbeamten, wonach Trump der Ansicht sei, dass der Iran nur militärische Gewalt verstehe. Der Präsident sehe außer der Fortsetzung der Luftangriffe kaum gute Optionen.

Die USA hatten gemeinsam mit Israel Ende Februar den Krieg begonnen, in dessen Verlauf erhebliche Spannungen zwischen den Verbündeten zutage traten. Am Dienstag wird Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu im Weißen Haus empfangen./ln/DP/zb

24.07.2026 | 22:19:46 (dpa-AFX)
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26.07.2026 | 17:40:04 (dpa-AFX)
WDH/ROUNDUP 2: Unberechenbares Feuer kommt Metropolregion Bordeaux näher

(technische Wiederholung)

BORDEAUX (dpa-AFX) - Der Waldbrand im Großraum Bordeaux im Südwesten Frankreichs spitzt sich zu. Das Feuer ist nach Angaben von Bürgermeister Thomas Cazenave inzwischen rund 15 Kilometer von der Metropole entfernt. Er sagte nach Angaben der Regionalzeitung "L'Indépendant", die Einwohnerinnen und Einwohner von Bordeaux bereiteten sich derzeit nicht auf eine Evakuierung vor. Zugleich betonte er, die Stadt sei darauf vorbereitet, auf jede mögliche Entwicklung zu reagieren.

Nach Angaben der Behörden wurden seit Mittwoch in der Gironde, dem Verwaltungsbezirk rund um Bordeaux, rund 220.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Der größte Waldbrand der Region hat inzwischen rund 42.000 Hektar Wald und Buschland zerstört

Weitere Evakuierungen angeordnet

Der Brand bleibt schwer kontrollierbar. In der Nacht sei das Feuer in der Gironde wieder "äußerst heftig und unberechenbar" geworden, erklärte Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez auf der Plattform X. Die Flammen hätten eigene Winde erzeugt und sich in Richtung des Großraums Bordeaux bewegt. Zeitweise entwickelte sich ein sogenannter Pyrocumulonimbus - eine gewaltige Rauchwolke, die das Feuer weiter anfachen und seine Ausbreitung schwer vorhersehbar machen kann.

Wegen der anhaltenden Gefahr ordnete die Präfektur in der Nacht die vorsorgliche Evakuierung von 55.000 weiteren Menschen in mehreren Gemeinden westlich und südwestlich von Bordeaux an. Nach Angaben der Behörden vom Nachmittag wurden rund 240 Wohnhäuser zerstört.

Innenminister warnt vor langem Kampf gegen Feuer

Innenminister Nuñez warnte vor einem langwierigen Einsatz. "Das Feuer wird lange zu bekämpfen sein", sagte er in einem Interview mit "La Tribune Dimanche". Rund 2.500 Feuerwehrleute, unterstützt von etwa 1.500 Soldaten, kämpfen gegen die Flammen. Zusätzlich kommen Löschflugzeuge und Hubschrauber zum Einsatz. Landwirte unterstützen die Einsatzkräfte mit Wasseranhängern und Verpflegung.

Parallel dauerten die Löscharbeiten in anderen Teilen Frankreichs an. Im Département Landes ist ein Feuer zwar besser unter Kontrolle, aber noch nicht gelöscht. An der Mittelmeerküste im südfranzösischen Var hat ein Brand bei Gros Bessillon rund 4.500 Hektar erfasst.

Rauch belastet Gesundheit und Verkehr

Die Folgen der Brände sind inzwischen auch im Alltag der Menschen spürbar. Dichter Rauch hat Teile der Départements Gironde und Landes verdunkelt. Die Behörden warnen vor gesundheitsschädlichen Stoffen wie Feinstaub, Kohlenmonoxid und Schwermetallen. In betroffenen Orten steigt die Nachfrage nach Atemmasken.

Um Einsatzkräfte und Bevölkerung vor den giftigen Rauchschwaden zu schützen, wurden nach Angaben von Premierminister Sébastien Lecornu 1,5 Millionen FFP2-Masken in die Gironde gebracht.

Tour de France verkürzt

Auch der Verkehr war beeinträchtigt: Die Autobahn A63 zwischen Bordeaux und Spanien wurde auf rund 60 Kilometern gesperrt, der Bahnverkehr südlich von Bordeaux blieb bis auf weiteres unterbrochen.

Auch die letzte Etappe der Tour de France war von der angespannten Lage betroffen. Wegen der außergewöhnlichen Mobilisierung von Sicherheitskräften wurde die Strecke zwischen Mantes-la-Ville und Paris am Sonntag von 133 auf 89 Kilometer verkürzt. Ein Teil der Einsatzkräfte sollte in die von den Bränden betroffenen Gebiete, insbesondere in die Gironde, verlegt werden.

Mehrere Brände halten auch in Spanien in Atem

Auch in Spanien wüteten zahlreiche Waldbrände weiter. Besonders verheerend waren die Feuer in der Umgebung von Madrid sowie in den benachbarten Provinzen Ávila und Toledo, wo die Flammen insgesamt bereits rund 77.000 Hektar Wald- und Buschland erfassten und mehrere Ortschaften bedrohten.

Große Sorgen bereitete auch ein Brand in der Provinz Castellón im Osten des Landes. Insgesamt waren in Spanien nach Angaben des Innenministeriums rund 120.000 Menschen von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen.

In den vergangenen Stunden gab es jedoch ermutigende Nachrichten. Vor allem in Madrid sowie in den angrenzenden Provinzen konnten die Einsatzkräfte in der Nacht dank niedrigerer Temperaturen, höherer Luftfeuchtigkeit und schwächerer Winde bedeutende Fortschritte erzielen.

Spanische Royals besuchen Notunterkunft bei Madrid

Nach Angaben der Militärischen Nothilfeeinheit (UME) sind dort inzwischen alle Hauptfronten eingedämmt, auch wenn mehrere Brandherde aktiv bleiben. "Die kommenden Stunden bleiben sehr schwierig", sagte Ministerpräsident Pedro Sánchez bei einem Besuch des zentralen Einsatzkommandos in Ávila. "Aber die Nacht ist sehr positiv verlaufen."

König Felipe VI. und Königin Letizia besuchten am Sonntag eine Notunterkunft für Evakuierte in Villamanta westlich von Madrid. Der König sprach den Betroffenen seine Unterstützung aus und verwies zugleich auf "positive Anzeichen" bei der Entwicklung der Brände. Zugleich dankte er den Tausenden Einsatzkräften und betonte: "Die Koordination ist beispielhaft. Gemeinsam kann man jeder Gefahr begegnen."

Feuergefahr auch in Italien

Die Feuerwehr in Italien kämpft ebenfalls gegen zahlreiche Brände. Allerdings haben die Feuer längst nicht das Ausmaß wie in Frankreich und Spanien. Betroffen sind insbesondere Regionen auf dem Festland im Süden sowie Italiens größte Inseln Sizilien und Sardinien. Auf Sardinien musste in der Umgebung der Inselhauptstadt Cagliari ein Altersheim evakuiert werden. Auf Sizilien bereitet Probleme, dass die Feuer durch den Wüstenwind Scirocco angefacht werden, der übers Mittelmeer aus Afrika kommt./sg/DP/he

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