Meyer-Werft-Chef: Nach Rekordminus "auf dem Weg zum stabilen Tanker" /
Bernd Eikens zieht vor Wechsel in Ruhestand durchwachsene
Sanierungsbilanz
Osnabrück (ots) - Die Sanierung der finanziell angeschlagenen Papenburger Meyer
Werft macht nach Angaben des scheidenden Geschäftsführers Bernd Eikens gute
Fortschritte, wird das Unternehmen aber noch jahrelang fordern.
In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz) sagte der
61-jährige Manager mit Blick auf die finanzielle Stabilisierung des
Schiffbauers: "Die Sanierung ist damit nicht abgeschlossen, der Pfad läuft noch
bis Ende 2028."
Zwar sei die Werft dank voller Orderbücher auf dem Weg zum "stabilen Tanker",
schwarze Zahlen seien wegen langer Projektvorläufe aber erst Ende 2027 oder
Anfang 2028 zu erwarten. Das jüngste Rekordminus von 569 Millionen Euro im Jahr
2024 verteidigte Eikens als notwendige "bilanzielle Vergangenheitsbewältigung"
und Beleg für die Unausweichlichkeit des Staats-Einstiegs. Neben externen Krisen
machten der Werft vor allem hausgemachte Probleme zu schaffen: Die
Kostenkontrolle und das Management von Subunternehmern seien unzureichend
verzahnt gewesen.
Die überlebenswichtige Modernisierung der IT-Systeme (SAP) wird laut Eikens in
Papenburg erst 2027 abgeschlossen sein - eine Mammutaufgabe, die Eikens ab Juli
seinem Nachfolger, dem ehemaligen Airbus-Manager André Walter, überlässt.
Eikens trat im Dezember 2023 in die Meyer Gruppe ein. Im September 2024 retteten
der Bund und das Land Niedersachsen die finanziell angeschlagene Meyer Werft vor
dem Kollaps: Beide erwarben jeweils 40 Prozent der Anteile. Dafür flossen
insgesamt 400 Millionen Euro. Zudem gewährleisteten sie einen Kreditrahmen von
insgesamt 2,6 Milliarden Euro. Geplant ist, dass sich der Kreuzfahrtschiffbauer
bis zum Jahr 2028 stabilisiert. Die Familie Meyer hat ein Rückkaufsrecht
erhalten, sodass sich der Staat bis voraussichtlich Ende 2027 oder Anfang 2028
wieder aus dem Unternehmen zurückziehen kann, sobald sich die Werft
wirtschaftlich erholt hat.
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