NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Montag etwas zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete 88,91 US-Dollar. Damit legte die Referenzsorte um 0,40 Prozent im Vergleich zum Freitag zu. Die Brent-Notierungen bewegten sich zuletzt weitgehend im Band von rund 87 bis 89 US-Dollar.
Auch rund zwei Monate nach Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen Teheran und Washington scheint ein Ende des Iran-Krieges in weiter Ferne. Statt wie geplant Fortschritte in der Frage des iranischen Atomprogramms zu erzielen, provozierte US-Präsident Donald Trump am Wochenende mit der Ankündigung einer Übernahme der Straße von Hormus. Der Iran weist die Pläne zurück und stellt die Wiederaufnahme von Verhandlungen mit den USA offen infrage.
In der Straße von Hormus wurden gegen Ende der vergangenen Woche weitere Schiffe attackiert. Dennoch verschiffen Öl-Produzenten aus dem Nahen Osten weiterhin große Mengen Rohöl aus dem Persischen Golf. Die Exporte liegen laut Kreisen über den Marktschätzungen von vier Millionen Barrel pro Tag, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg schreibt.
Der Krieg der USA gegen Iran dauert inzwischen seit sechs Monaten an und umfasst eine vollständige Seeblockade der iranischen Häfen. US-Präsident Donald Trump hat signalisiert, die Regierung wolle die iranische Wirtschaft noch stärker treffen und es sei ihm egal, ob der Konflikt vor den Zwischenwahlen im November beendet werde. US-Finanzminister Scott Bessent stellte laut Bloomberg neue Sanktionen noch für diese Woche in Aussicht.
"Die Drohung beispielloser US-Maßnahmen zur wirtschaftlichen Isolation Irans, eine unbefristete Seeblockade und erneute Angriffe auf Tanker erhöhen das Risiko weiterer Angebotsausfälle", sagte Charu Chanana, Chef-Anlagestrategin bei Saxo Markets. Allerdings begrenzten eine schwache Nachfrage und Öl-Exporte aus dem Golf die Preis-Rally beim Öl.
Auch die erneuten Kämpfe im Libanon zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah stellen einen Rückschlag für eine Einigung dar. Das israelische Militär teilte am Sonntag mit, dass es einen Tag zuvor den hochrangigen Hisbollah-Kommandeur Abu Hassan Alaa im Südlibanon getötet habe. Premierminister Benjamin Netanjahu sagte, diese seien eine Vergeltungsmaßnahme für einen Angriff der Hisbollah gewesen./jsl/he