PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - An Europas Börsen haben am Freitag hohe Energiepreise, Sorgen wegen zu hoher Bewertungen im KI-Sektor sowie schwache Konjunkturdaten aus Frankreich einmal mehr den Druck auf die Notierungen aufrecht gehalten. Automobil- und Luxus-Aktien verzeichneten nach durchwachsenen Unternehmenszahlen besonders deutliche Abgaben. Ein Stabilisierungsversuch an der US-Techbörse Nasdaq half gegen Handelsende, die Verluste etwas einzugrenzen.
Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> verlor 0,31 Prozent auf 6.068,22 Punkte, daraus resultiert für den Leitindex der Eurozone auf Wochensicht ein Minus von 2,2 Prozent. Unter der 200-Tage-Linie als Signalgeber für den längerfristigen Trend war der EuroStoxx am Freitag auf seinem Tagestief bei 6.021 nur knapp über der runden Marke von 6.000 Zählern geblieben, darunter hatte er zuletzt vor vier Monaten notiert.
Belastet von den Sorgen um den französischen Staatshaushalt hatte sich die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone im Oktober überraschend deutlich eingetrübt. In Frankreich war die Stimmungseintrübung besonders auffällig.
Auch außerhalb des Euroraums ging es am Freitag nach unten. Der Schweizer Leitindex SMI <CH0009980894> sank um 0,59 Prozent auf 14.462,36 Punkte. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> gab um 0,32 Prozent auf 10.690,36 Punkte nach.
Europaweit Schwächster Sektor waren am Freitag die Autowerte <EU0009658681>. Desaströse Geschäftszahlen brockten den Aktien von Volvo Cars <SE0021628898> einen Kursverlust von fast einem Viertel ein. Das Unternehmen war im dritten Quartal tief in die Verlustzone gerutscht. Auch der Nutzfahrzeughersteller Volvo AB <SE0000115446> konnte die Anleger mit seinem Quartalsbericht nicht überzeugen. Die Aktien sanken um 1,1 Prozent.
Mit den Zahlen von Kering <FR0000121485> kam es erneut zu einer negativen Überraschung im Luxussegment. Die Aktien büßten wegen der Lage bei der wichtigen Marke Gucci 16,6 Prozent ein. Auch andere Werte im Sektor wie Hermes <FR0000052292> und LVMH <FR0000121014> verloren 4 beziehungsweise 1,2 Prozent. Einen Lichtblick gab es von L'Oreal <FR0000120321>, die Papiere des Kosmetikunternehmens gewannen 5,6 Prozent. Die Analysten von Jefferies bezeichneten die Zahlen zum dritten Quartal als beeindruckend.
Für die Anteile von Holcim <CH0012214059> ging es nach Quartalszahlen um 5 Prozent hoch. Die Analysten von Goldman Sachs hoben die starke operative Entwicklung des Baustoffherstellers trotz eines schwierigen Marktumfelds hervor. Die Berichte anderer Unternehmen aus dem Sektor kamen dagegen teils nicht so gut an. Für Sika <CH0418792922> ging es um 2,3 Prozent abwärts. Die Aktien von Vinci <FR0000125486> schwankten zwischen Plus und Minus und entschieden sich am Ende für ein Plus von 0,5 Prozent.
Angesichts weiter gestiegener Ölpreise lagen die Ölwerte <EU0009658780> an der Spitze der Sektorenübersicht. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hatte nach eigenen Angaben das saudische Verteidigungsministerium in Riad angegriffen, womit sich die Lage weiter verschärft. Die Aktien von Eni <IT0003132476> gewannen nach einem Gewinnsprung im dritten Quarral und der Ankündigung einer Sonderdividende 5,8 Prozent.
Die Enttäuschung über den Quartalsbericht von Safran <FR0000073272> ließ den Aktienkurs des Triebwerkherstellers und Luftfahrt-Zulieferers um 10 Prozent absacken. In Sog von Safran verloren auch Rolls-Royce <GB00B63H8491> 7,6 Prozent, MTU <DE000A0D9PT0> 4,8 Prozent und Melrose <GB00BNGDN821> 4,7 Prozent./ajx/mis