ZÜRICH (dpa-AFX) - UBS <CH0244767585> will sich in den USA von einem spezialisierten Vermögensverwalter zu einer Universalbank wandeln. Im Rahmen des Projekts "Build the Bank" werde die schweizerische Großbank ab Ende 2027 Zahlungen, Privat- und Sparkonten anbieten, später möglicherweise auch Kredite, teilte UBS auf Anfrage von "NZZ am Sonntag" mit.
Heute müssen UBS-Kunden in den USA für solche Dienstleistungen zu Konkurrenten wie JPMorgan <US46625H1005> und Wells Fargo <US9497461015> gehen, wie die Zeitung weiter schreibt. Jüngst hatte die Bank in dem Land die seit längerem angestrebte nationale Banklizenz erhalten und kann damit dort ihre Dienstleistungen für die Kunden erweitern. Von den Wachstumsplänen in den USA will sich UBS-Chef Sergio Ermotti derweil auch vom politischen Störfeuer aus Bern nicht abbringen lassen.
Mächtige Kundenberater
In Nordamerika habe die UBS heute rund 25.000 Mitarbeiter, unter ihnen 5.700 Finanzberater, ein Vielfaches mehr als in anderen Regionen, heißt es im Medienbericht weiter. Das Problem dabei sei aber, dass das Geschäft von den Beratern abhängig sei. Sie würden wie unabhängige Unternehmer agieren, die mit der UBS zusammenarbeiten und Zugang zu ihrer Plattform und ihren Produkten gewähren. Die mächtigen Berater würden die Kundenbeziehung besitzen und nicht die Bank.
Seit Jahren versuche UBS daher, die Macht der Finanzberater einzudämmen. Sie habe 2025 am meisten Finanzberater von allen Banken verloren, schreibt die Zeitung unter Berufung auf das Branchenportal "Advisor Hub".
In der Region "Americas" war es laut Management auch wegen dieser Personalproblematik im vierten Quartal 2025 im Vermögensverwaltungsgeschäft netto zu Abflüssen von Kundengeldern gekommen. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet die Bank aber insgesamt wieder mit Neugeld-Zuflüssen. Die "Rekrutierungs-Pipeline" sei positiv, und die UBS investiere weiterhin in ihr Personal, sagte Finanzchef Todd Tuckner erst vergangenen Mittwoch im Rahmen der Ergebnisse zum ersten Quartal.
Neues Rekrutierungsangebot
In den USA wird um die besten Finanzberater branchenweit hart gekämpft, und UBS habe für sie 2026 die Vergütungen wieder erhöht, schreibt die Zeitung weiter. Sie würden bei der Konkurrenz abgeworben wie Sportstars. Die Bank habe nun vor kurzem ein neues Rekrutierungsangebot eingeführt mit hohen Antrittsprämien für ausgewählte Berater.
Gemäß Advisor Hub sollen sie das Fünfeinhalbfache der Erträge betragen, die ein Finanzberater in den vergangenen zwölf Monaten erwirtschaftet hat. Dafür verpflichten sie sich, sechzehn Jahre für UBS zu arbeiten.
Die Großbank kommentierte diese Angaben auf Anfrage der "NZZ am Sonntag" nicht. Es habe lediglich geheißen: "Die USA sind ein wichtiger Markt für die UBS, wo wir weiter investieren werden, um nachhaltiges Wachstum zu erzielen. Die kürzlich erhaltene Banklizenz erlaubt es uns, in Zukunft ein breiteres Spektrum an Bankprodukten und -dienstleistungen anzubieten."/ys/AWP/he