BERLIN (dpa-AFX) - Immer weniger Menschen stellen einen Antrag auf Asyl in Deutschland. Die Zahl der Erstanträge lag laut einer Mitteilung des Bundesinnenministeriums im Jahr 2025 bei 113.236. Im Jahr davor waren es noch 229.751. 2023 lag die Zahl der Erstanträge sogar bei 329.120.
Bei den Erst- und Folgeanträgen gab es nach einem Bericht von "Bild am Sonntag" einen Rückgang von rund 33 Prozent auf 168.543. 2023 waren es noch 351.915 Erst- und Folgeanträge. Folgeanträge können gestellt werden, wenn ein Antrag zurückgenommen oder abgelehnt wurde und sich die Umstände geändert haben.
Warum die Asylzahlen sinken
Die Zahl der Asylbewerber ist schon länger rückläufig. Für diesen Rückgang führen Experten verschiedene Gründe an, etwa die Grenzkontrollen, die ab Oktober 2023 von der damaligen Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) schrittweise eingeführt und von ihrem Nachfolger Alexander Dobrindt (CSU) intensiviert wurden.
Nach dem Ende der Ära des Langzeitmachthabers Baschar al-Assad kamen zudem weniger Syrerinnen und Syrer nach Deutschland. Auch Italiens restriktiverer Migrationspolitik werden Effekte zugeschrieben. Das gilt in umgekehrter Weise auch für Spanien, wo irreguläre Migrantinnen und Migranten mit Jobaussichten eine Aussicht auf Legalisierung haben.
Dobrindt: "Migrationswende" zeigt Wirkung
Dobrindt sagte: "Das klare Signal aus Deutschland heraus, dass sich die Migrationspolitik in Europa geändert hat, ist in der Welt angekommen." Dobrindt äußerte sich in der "Bild am Sonntag" und in einer Mitteilung.
Das Ministerium führt den Rückgang auf die "Migrationswende" der Bundesregierung zurück, die nun Wirkung zeige. Konkret werden neben den Zurückweisungen an den Grenzen das Aussetzen des Familiennachzugs genannt, die Abschaffung der "Turboeinbürgerung", eine Reduktion der "Pullfaktoren", also Dingen, die als anziehend gelten, sowie eine Steigerung der Rückführungen.
"Wer keinen Schutzanspruch hat, soll nicht kommen"
Die Regierung ordne mit Klarheit und Konsequenz das Migrationsgeschehen. "Wer keinen Schutzanspruch hat, soll nicht kommen - wer Straftäter wird, muss gehen", sagte Dobrindt.
Im vergangenen Jahr gab es laut Ministerium rund 20 Prozent mehr Abschiebungen. Bereits im neuen Jahr sind erneut Menschen nach Afghanistan abgeschoben worden, die in Deutschland Straftaten begangen hatten./bw/DP/zb