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News

07.06.2026 | 21:35:01 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2/Trotz Waffenruhe: Israel greift erneut Vororte von Beirut an

BEIRUT/TEL AVIV (dpa-AFX) - Ungeachtet der eigentlich verkündeten Waffenruhe im Libanon hat Israels Militär erneut die Vororte der Hauptstadt Beirut angegriffen. Die Armee habe "Terroristen-Hauptquartiere" als Reaktion auf den Beschuss Israels durch die Hisbollah angegriffen, teilten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz mit. Aus den USA, die im Libanon vermitteln und gleichzeitig versuchen, sich mit dem Iran auf ein Rahmenabkommen zu einigen, gab es zunächst keine Stellungnahme. Die iranischen Revolutionsgarden hatten gewarnt, ein Angriff auf Beirut würde erneut einen umfassenden Krieg entfachen.

Mindestens zwei Menschen wurden bei den Angriffen in Beirut getötet und elf weitere verletzt, wie die libanesische Staatsagentur NNA berichtete. Videos von Augenzeugen zeigten dichte Rauchwolken in den als Dahija bekannten Vororten von Beirut, die als Hochburg der Hisbollah gelten, die aber auch dicht bewohnt sind. Augenzeugen beschrieben schwere Zerstörung an einem der Gebäude über mehrere Stockwerke. Israelische Medien berichteten, der Angriff habe dem Hauptquartier der Hisbollah gegolten.

Israel hatte seit Inkrafttreten einer offiziellen Waffenruhe Mitte April die Angriffe im Raum Beiruts deutlich eingeschränkt. US-Präsident Donald Trump hatte dort auch einen Stopp israelischer Angriffe und ein Ende von Angriffen der Hisbollah auf Israel verkündet. Israel hatte jedoch damit gedroht, diese Gebiete bei Hisbollah-Attacken auf Israel erneut anzugreifen und die Bewohner der Vororte erneut zur Flucht gedrängt. Im Libanon wurden nach offiziellen Angaben im jüngsten Krieg mehr als 3.600 Menschen getötet und 11.000 weitere verletzt.

Wieder Raketen im Norden Israels

Der Norden Israels war kurz zuvor erneut vom Libanon aus mit Raketen angegriffen worden. Die Raketenabwehr habe zwei Geschosse abgefangen, die auf israelisches Gebiet vorgedrungen seien, teilte die Armee mit. Die Hisbollah beanspruchte mehrere Angriffe auf israelische Truppen im südlichen Libanon für sich. Auch hier setzte Israel seine Angriffe fort.

Die Hisbollah und ihr wichtigster Unterstützer Iran stehen nun unter Druck, ihrerseits auf den jüngsten Angriff im Raum Beirut zu reagieren. Der Iran hatte erneute Angriffe Israels auf die Vororte von Beirut als rote Linie bezeichnet, die im Krieg mit den USA und Israel eine erneute Eskalation bedeuten würden.

Mit Blick auf den Libanon und die Hisbollah sagte der Analyst Ali Risk dem Nachrichtensender Al Jazeera, es drohe eine Rückkehr zum umfassenden Krieg, falls die Hisbollah antworte. Eine Antwort der Miliz sei deshalb ein "riskanter Schritt". Reagiere die schiitische Organisation nicht, lasse sie aber auch zu, dass solche Angriffe im Süden Beiruts zur "neuen Norm" werden.

Netanjahu: "Hisbollah ist auf der Flucht"

"Wir werden nicht zulassen, dass die Hisbollah auf unser Gebiet und unsere Gemeinden schießt - und wir werden entsprechend handeln", sagte Netanjahu am Sonntag zum Beginn einer Kabinettssitzung. Im Libanon habe die israelische Armee im Laufe einer Woche 350 "Terroristen" getötet. "Wir greifen sie sehr hart an, und wir wissen, dass die Hisbollah auf der Flucht ist", sagte Netanjahu.

In der Nacht zum Donnerstag hatten sich Israel und der Libanon nach US-Angaben auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung der bisher faktisch kaum wirksamen Waffenruhe geeinigt. Die Hisbollah lehnte die vereinbarten Bedingungen ab, kurz darauf erfolgten neue Angriffe der Miliz.

Auswirkungen auf Iran-USA-Verhandlungen?

Zugleich könnte der israelische Angriff bei Beirut die laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran im parallel laufenden Krieg gefährden. Derzeit hält sich der Innenminister des Vermittlers Pakistan, Mohsin Naqvi, in Teheran auf, um die festgefahrenen Gespräche wieder in Gang zu bringen.

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf verurteilte die israelischen Angriffe auf die Vororte Beiruts scharf und drohte mit Konsequenzen. Das "grüne Licht" für die Attacken mache amerikanische und israelische Stützpunkte zu legitimen Zielen des Irans, schrieb Ghalibaf auf der Plattform X. Die iranischen Streitkräfte hielten sich "alle Optionen offen", da die Gegenseite "nur die Sprache der Gewalt" verstehe, so Ghalibaf.

Der pakistanische Innenminister Naqvi hatte über den iranischen Außenminister Abbas Araghtschi iranischen Medienberichten zufolge eine schriftliche, versiegelte Botschaft des pakistanischen Armeechefs Asim Munir an den neuen iranischen obersten Führer, Modschtaba Chamenei, übermittelt. Der 56-jährige Kleriker hat seit seiner Ernennung im März gemäß iranischer Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen.

Aus Teheran hieß es mehrfach, dass eine Einigung im Konflikt mit den USA nur möglich sei, wenn die Waffenruhe an allen Fronten eingehalten werde. Dies gelte besonders für den Libanon, wo die Hisbollah-Miliz Teherans wichtigster Verbündeter in der Widerstandsachse gegen den Erzfeind Israel ist. Die iranischen Streitkräfte, insbesondere die Revolutionsgarden, haben auch wiederholt mit Vergeltungsschlägen gegen Israel gedroht - diese jedoch bislang nicht umgesetzt./DP/zb

07.06.2026 | 21:35:00 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2: Europäer wollen Ukraine-Diplomatie wieder in Gang bringen
07.06.2026 | 21:31:39 (dpa-AFX)
Rundfunk: Iran meldet zwei Raketensalven auf Israe
07.06.2026 | 21:29:44 (dpa-AFX)
Israelische Armee: Iran feuert Raketen in Richtung Israel
07.06.2026 | 21:28:28 (dpa-AFX)
Fünfter Sieg in Serie: Mercedes-Pilot Antonelli auch in Monaco unaufhaltsam
07.06.2026 | 21:26:52 (dpa-AFX)
CSU-Landesgruppenchef: 'Diskussion um Ehegattensplitting ist einseitig'
07.06.2026 | 21:24:20 (dpa-AFX)
EQS-Adhoc: Readcrest Capital AG: Vorstand stellt Prognose für das bereinigte EBITDA 2026 auf (deutsch)
05.06.2026 | 18:12:52 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Zurückhaltung nach soliden US-Jobdaten

FRANKFURT (dpa-AFX) - In einem von Vorsicht geprägten Umfeld ist der deutsche Aktienmarkt am Freitag unter Druck geraten. Beobachter verwiesen als Belastung unter anderen auf die unklare Lage im Nahost-Krieg und die etwas nachlassende Euphorie rund um Künstliche Intelligenz (KI). Zudem war der US-Arbeitsmarktbericht für Mai solide ausgefallen, was Spekulationen befeuerte, dass die US-Notenbank bereits in diesem Jahr ihre Leitzinsen erhöhen könnte. Dies würde Anleihen im Vergleich zu Aktien attraktiver machen.

Damit schloss der Leitindex Dax <DE0008469008> 0,75 Prozent im Minus auf 24.759,05 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich ein Verlust von 1,38 Prozent. Die 25.000-Punkte-Marke bleibt im Blick, erweist sich aber als Widerstand. Der MDax <DE0008467416> mit den mittelgroßen Börsenunternehmen sank am Freitag um 1,02 Prozent auf 32.466,60 Zähler.

Laut der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) überraschte im Mai das Stellenplus in den USA deutlich. Insgesamt zeigten die Job-Zahlen eine solide Verfassung des US-Arbeitsmarktes. Zinserhöhungserwartungen bezüglich der US-Notenbank würden in der Tendenz wohl verstärkt.

Marktanalyst Timo Emden von Emden Research verwies ferner auf den anstehenden Rekord-Börsengang des Weltraumunternehmens SpaceX, der schon seine Schatten vorauswerfe und zum ersten großen Stresstest für die KI-Rally werden dürfte. "Die Platzierung könnte zum Gradmesser werden, wie viel Risikokapital nach Jahren der KI- und Technologierally noch mobilisiert werden kann." Anleger könnten in den kommenden Handelstagen Risikokapital umschichten und zusätzliche Liquidität zurückhalten.

Die KI-Rally an den Börsen wird derweil zunehmend ausgebremst. So fordert das KI-Unternehmen Anthropic eine weltweite Pause bei der KI-Entwicklung und warnt vor den Risiken der Selbstoptimierung. KI-Modelle könnten bald in der Lage sein, sich ohne menschliches Eingreifen selbst zu verbessern. Kommt nun auch noch Zinsdruck auf, könnte dies die Aktien der finanzierungsintensiven Technologie-Unternehmen zusätzlich belasten.

Auf dem deutschen Parkett gaben Chipwerte am Freitag nochmals nach. Infineon <DE0006231004> weiteten ihren Vortagesverlust um gut neun Prozent aus. Aixtron <DE000A0WMPJ6> verloren im MDax fast fünf Prozent. Auch im Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> lagen Halbleiterwerte mit hohen Abschlägen hinten.

Wacker Chemie <DE000WCH8881> setzte zusätzlich eine Verkaufsempfehlung der US-Bank Citigroup zu, die Papiere sanken am MDax-Ende um fast sechs Prozent. Der Markt überschätze wohl die Chancen im Halbleitergeschäft, hieß es.

Kursgewinne von knapp zwei Prozent für die Titel des Portalbetreibers Scout24 <DE000A12DM80> stützten derweil die positive Tendenz der letzten Wochen. Am Vortag hatte Analyst Adam Berlin von der US-Bank Goldman Sachs mit einer Kaufempfehlung auf zweistelliges Gewinnwachstum und steigende Margen gesetzt.

Die Aktien von Flatexdegiro <DE000FTG1111> gewannen fast drei Prozent. In einer Branchenanalyse der Berenberg Bank war der Online-Broker sehr gut weggekommen. Das Unternehmen biete bis 2028 die stärksten Gewinnaussichten im Sektor bei der niedrigsten Aktienbewertung, schrieb Experte Christoph Greulich.

Auf europäischer Ebene kam der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> auf ein Minus von 0,68 Prozent auf 6.062,07 Punkte. Der Londoner FTSE 100 <GB0001383545> und der Züricher SMI <CH0009980894> hingegen legten etwas zu. In New York gab der Dow Jones Industrial <US2605661048> zum europäischen Börsenschluss um 0,6 Prozent nach./la/stk

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

05.06.2026 | 17:50:12 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt Schluss: Zurückhaltung - Stockende KI-Rally und US-Jobdaten
05.06.2026 | 15:59:53 (dpa-AFX)
WOCHENAUSBLICK: Iran-Krieg und EZB-Aussagen sind Prüfsteine für Dax-Stabilität
05.06.2026 | 14:57:43 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt: Dax nach US-Jobdaten stabil im Bereich der 25.000-Punkte-Marke
05.06.2026 | 11:47:13 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt: Dax vor US-Jobdaten stabil im Bereich der 25.000-Punkte-Marke
05.06.2026 | 09:44:43 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Zurückhaltung - Stockende KI-Rally, Jobdaten
05.06.2026 | 09:27:29 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt Eröffnung: Zurückhaltung - Stockende KI-Rally und Jobdaten