FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat am Dienstag nach einem volatilen Handelsverlauf kaum verändert geschlossen. Zum Schluss notierte der deutsche Leitindex 0,02 Prozent höher bei 25.578,85 Punkten. Besser schlug sich der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Unternehmen, der 0,92 Prozent auf 31.529,91 Punkte gewann.
Nach wie vor hängt die Dax-Entwicklung weitgehend von den Ölpreisen und US-Anleiherenditen ab. Vor allem die zuletzt fast stagnierenden Ölpreise hatten zeitweise deutlich nachgegeben und dem Index nach dem guten Wochenauftakt weiter Schwung gegeben. An der für den kurz- bis mittelfristigen Trend wichtigen 50-Tage-Linie war allerdings Endstation für den Dax, zumal die US-Börsen eine durchwachsene Kursentwicklung zeigten.
Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets verwies darauf, dass der Preis der Ölsorte Brent kurzzeitig unter die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar gefallen sei. "Jetzt muss allerdings aus dem Unterschreiten der runden Marke ein nachhaltiger Abwärtstrend werden, damit daraus ein stärkerer Impuls für den Dax entsteht", betonte der Experte. "Lediglich ein kurzer Ausflug nimmt den Anlegern ihre Inflationssorgen nicht."
Die wiederholt erklärte iranische Verhandlungsbereitschaft im Konflikt mit den USA hatte die Ölnotierungen zeitweise deutlich unter Druck gesetzt. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf betonte allerdings laut iranischen Medienberichten: "Diplomatie bedeutet keine Kapitulation, sondern die Umwandlung der Stärke auf dem Feld in politische Errungenschaften." An US-Präsident Donald Trump gerichtet sagte der iranische Chef-Unterhändler: "Er muss wissen, dass er dem iranischen Volk und den Streitkräften seine Macht nicht aufzwingen kann."
Trump seinerseits stellte noch vor der UN-Vollversammlung in New York eine weitreichende Entscheidung im Iran-Krieg in Aussicht, was die Ölpreise wieder etwas unterstützte. Option eins sei ein Abkommen, das es dem Iran erlaube, zu großer wirtschaftlicher Stärke zurückzufinden. Der andere Weg sei die Vernichtung der Islamischen Republik. Damit hatte der US-Präsident dem Iran allerdings schon mehrfach gedroht, ohne die dortige Führung zum Einlenken zu bewegen.
Im Dax zählten Einzelhandels- und Konsumgütertitel wie Zalando <DE000ZAL1111>, Adidas <DE000A1EWWW0>, Beiersdorf <DE0005200000> und Henkel <DE0006048432> mit bis zu plus 3,7 Prozent zu den größten Gewinnern. Bei Adidas verwiesen Börsianer auf eine Kaufempfehlung des US-Finanzdienstleisters StoneX.
Die Anleger von Hornbach Holding <DE0006083405> konnten sich mit guten Branchennachrichten aus Großbritannien über ein Kursplus von 3,7 Prozent freuen. Die Titel der dortigen Baumarktkette Kingfisher <GB0033195214> sprangen dank starker Halbjahreszahlen um gut zwölf Prozent hoch.
Außerhalb der bekannten deutschen Indizes zogen die Anteilscheine von Circus <DE000A2YN35> um 5,6 Prozent an. Das auf KI-gestützte Robotik spezialisierte Technologieunternehmen nahm den kommerziellen Betrieb in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf.
Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> ging es am Dienstag letztlich um 0,1 Prozent bergauf. Außerhalb der Eurozone trat der Züricher SMI <CH0009980894> ähnlich wie der Dax auf der Stelle, während der Londoner FTSE 100 <GB0001383545> um 0,3 Prozent nachgab. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> sank zum europäischen Handelsende um 0,6 Prozent, wogegen der vortags bärenstarke, technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> um weitere 0,5 Prozent zulegte./gl/nas
--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---