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News

07.03.2026 | 14:49:21 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Schwere Angriffe auf den Iran - Trump droht

BERLIN (dpa-AFX) - Nach erneut schweren Angriffen der USA und Israels hat US-Präsident Donald Trump dem Iran mit der "vollständigen Zerstörung" und dem "sicheren Tod" für bislang angeblich verschonte Ziele und Menschengruppen gedroht. Der Iran werde "in die Hölle geprügelt", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, also massiv und schwer geschlagen. Am heutigen Samstag werde der Iran "sehr hart getroffen" werden, kündigte Trump an.

"Aufgrund des schlechten Verhaltens des Irans stehen Gegenden und Gruppen von Menschen, die bislang noch nicht Ziel waren, unter ernsthafter Prüfung für vollständige Zerstörung und sicheren Tod", schrieb Trump. Der Beitrag auf seiner Plattform folgte auf Aussagen des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian, der am Morgen Bedingungen für ein Ende der eigenen Luftangriffe auf Nachbarländer gestellt hat.

Trump: Iran der "Verlierer" der Region

In einer Videobotschaft sagte Peseschkian, der Iran werde keine Raketen abfeuern und Nachbarländer angreifen, sofern von deren Territorium keine Attacken auf den Iran erfolgten. Die bisherigen Angriffe auf Nachbarländer seien "das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer hochrangiger Kommandeure" gewesen.

Seine Bedingungen bedeuten aber auch, dass von US-Militärstützpunkten in der Region keine Angriffe mehr auf den Iran erfolgen dürfen. Nur wenige Stunden nach der Aussage meldeten mehrere Golfstaaten, sie hätten erneut Raketen und Drohnen abgewehrt. Trump schrieb, die Entschuldigung sei nur wegen der "unerbittlichen Angriffe" der USA und Israels erfolgt.

Eigentlich habe der Iran die ganze Region übernehmen wollen, schrieb der US-Präsident, ohne dafür konkrete Beweise vorzulegen. Jetzt aber sei das Land der "Verlierer" der Region und werde es für viele Jahrzehnte sein, "bis sie sich ergeben oder, noch wahrscheinlicher, komplett zusammenbrechen". Die umliegenden Länder hätten sich bei ihm bedankt, schrieb Trump.

Die Islamischen Revolutionsgarden erklärten im Anschluss an Peseschkians Rede laut Nachrichtenagentur Tasnim, dass sie in Übereinstimmung mit den Anweisungen des Präsidenten die Interessen und die nationale Souveränität der Nachbarländer respektierten. Alle Militärstützpunkte und Interessen der USA und Israels zu Wasser, zu Land und in der Luft in der Region würden aber weiter als Hauptziele angesehen. Hardliner im Land, warfen Peseschkian vor, Schwäche zu zeigen, den nationalen Stolz zu verletzen und dem Land zu schaden.

Iranische Angriffe auf US-Stützpunkte in der Region

Irans Marineeinheiten teilten der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge mit, sie hätten mit Drohnen US-Stützpunkte in Abu Dhabi und in Kuwait angegriffen. Irans Revolutionsgarden erklärten, sie hätten an der US-Basis in den Emiraten unter anderem ein Kommunikationszentrum und Radarsysteme getroffen.

Am Vormittag berichteten iranische Staatsmedien von schweren Schäden im ganzen Land. Betroffen gewesen sollen unter anderem zwei Krankenhäuser in der Provinz Chuzestan im Südwesten des Landes. Laut der staatlichen Rundfunkagentur Irib war auch der Inlandsflughafen Mehrabad im Westen von Teheran Ziel von Angriffen. Medienberichte zeigen Brände und große Schäden. Auch Militäranlagen in Teheran sowie in Zentral-, West- und Nordwestiran seien attackiert worden. Unabhängige Bestätigungen dafür gibt es bislang nicht.

Die israelische Armee teilte mit, unter anderem ein unterirdisches Lager für ballistische Raketen sowie eine Militär-Universität der Revolutionsgarden in Teheran angegriffen zu haben. Im Gegenzug hatte der Iran seine Angriffe auf Israel in der Nacht zu Samstag fortgesetzt. Über Einschläge oder Schäden durch Trümmerteile sowie über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Israelischer Einsatz im Libanon

Im Libanon führte die israelische Armee neben den Luftangriffen derweil überraschend auch einen nächtlichen Einsatz mit Militärhubschraubern durch. Spezialtruppen hätten in der Nacht versucht, Details zum israelischen Luftwaffen-Navigator Ron Arad zu finden, der 1986 über dem Südlibanon abgeschossen und von der schiitischen Amal-Miliz gefangen genommen wurde, teilte die Armee mit. Nach schweren Kämpfen habe es mindestens 26 Tote gegeben, darunter drei libanesische Armeesoldaten, teilten libanesische Medien mit.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz warnte den Libanon, das Land werde den "vollen Preis" zahlen, wenn die Hisbollah-Miliz Israel weiterhin bedrohe. Die Regierung in Beirut habe ihre Verpflichtung aus dem Abkommen zum Waffenstillstand vom November 2024, die vom Iran unterstützten Gruppe zu entwaffnen, nicht erfüllt, hieß es in einer Erklärung des israelischen Außenministeriums.

Israel: Bisher rund 420.000 Libanesen geflohen

Am Nachmittag gab es im Norden Israels erneut Luftalarm wegen Raketenangriffen aus dem Libanon, wie israelische Medien berichteten. Ein israelischer Armeesprecher rief unterdessen auf Arabisch mit einem Post auf der Plattform X alle Bewohner des Libanons südlich des Litani-Flusses auf, sich unverzüglich Richtung Norden abzusetzen.

Bisher seien nach einer Schätzung des israelischen Militärs rund 420.000 Menschen innerhalb des Libanons wegen der Angriffe in andere Gegenden geflohen. Südlich des Litani halten sich nach Einschätzung libanesischer Sicherheitskreise noch etwa 100.000 Menschen auf./mj/DP/stk

07.03.2026 | 14:48:45 (dpa-AFX)
Hardliner attackieren Irans Präsident nach Entschuldigung
07.03.2026 | 14:48:24 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Russische Rakete trifft Haus in Charkiw - Tote und Verletzte
07.03.2026 | 14:47:43 (dpa-AFX)
Arabische Liga plant morgen Notfallsitzung
07.03.2026 | 14:47:22 (dpa-AFX)
Nach Irans Entschuldigung: Weiter Angriffe in Golfregion
07.03.2026 | 14:47:01 (dpa-AFX)
Libanon: Israelisches Kommando landete mit Hubschraubern
07.03.2026 | 14:45:55 (dpa-AFX)
US-Präsident Trump droht Iran mit Ausweitung der Angriffe
06.03.2026 | 18:08:06 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Schwächste Dax-Woche seit US-Zollhammer

FRANKFURT (dpa-AFX) - Konjunktur- und Inflationssorgen wegen des Iran-Krieges haben dem Dax <DE0008469008> die schwächste Woche seit dem US-Zollgewitter im April 2025 eingebrockt. Hinzu kamen triste US-Arbeitsmarktdaten, die ebenfalls für Konjunkturunsicherheiten sorgten. Der deutsche Leitindex fiel am Freitag um fast ein Prozent auf 23.591,03 Punkte. Für die Woche ergibt sich damit ein Kursverlust von 6,70 Prozent.

Vor einer Woche hatte der Dax sich noch seinem Rekord von 25.507 Zählern aus dem Januar bis auf rund 100 Punkte genähert, dann aber machte der Angriff der USA und Israels auf den Iran den Anlegern einen Strich durch die Rechnung.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Werte schloss am Freitag mit einem Tagesverlust von 0,7 Prozent auf 29.482,78 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> fiel um gut ein Prozent. In London und Zürich ging es auch deutlich nach unten. Der US-Leitindex Dow notierte zum europäischen Börsenschluss rund ein Prozent tiefer, ebenso der technologiewertelastige Nasdaq 100 <US6311011026>.

"Die Investoren haben nach enttäuschenden Arbeitsmarktdaten aus den USA und vor einem potenziell ereignisreichen Wochenende kalte Füße bekommen und sich aus Aktien weiter zurückgezogen", sagte Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Die Situation im Nahen Osten verbessere sich nicht und es sehe derzeit nicht nach einem schnellen Ende des Krieges der USA und Israels gegen den Iran aus.

Mittlerweile forderte US-Präsident Donald Trump eine "bedingungslose Kapitulation" des Iran. Die Kampfkraft des Landes ist nach US-Einschätzung infolge der Attacken zwar erheblich geschwächt, dennoch versucht die iranische Führung, den Krieg im gesamten Nahen Osten auszuweiten, Öl- und Gasinfrastruktur der Golfstaaten werden ins Visier genommen. Auch ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus - einem Nadelöhr des globalen Öl- und Gashandels - laut der Marineberatungsgruppe Joint Maritime Information Center (JMIC) mittlerweile nahezu vollständig zum Erliegen gekommen.

Die daher stark gestiegenen Öl- und Gaspreise bringen Inflationsgefahren mit sich. Je länger der Krieg andauert, desto größer werden diese. Allerdings bleiben Experten vorerst zuversichtlich, dass die Situation beherrschbar bleibt. So geht Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck, in seinem Basisszenario von einem eher kurzen, höchstens dreimonatigen Krieg aus. "Ein viel schnelleres Kriegsende erscheint uns weniger realistisch, eine viel längere Dauer mit etwa einer monatelangen Schließung der Straße von Hormus Stand heute ebenfalls", erklärt Greil.

Gefragt waren angesichts der geopolitischen Unsicherheiten einmal mehr Rüstungsaktien. An der Dax-Spitze legten Rheinmetall <DE0007030009> um knapp 3 Prozent zu. Im MDax lagen die Anteilsscheine des Panzergetriebe-Herstellers Renk <DE000RENK730> mit einem Kursplus von gut 7 Prozent vorn. Die Papiere des U-Boot-Bauers TKMS <DE000TKMS001> und des Rüstungselektronik-Spezialisten Hensoldt <DE000HAG0005> waren auch weit vorn dabei.

Als klares Schlusslicht im MDax <DE0008467416> brachen die Anteilsscheine von Lanxess <DE0005470405> um mehr als 17 Prozent ein. Das vorläufige Scheitern des Verkaufs der restlichen Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Envalior hatte bei den Aktionären einmal mehr Sorgen mit Blick auf die Finanzierung des Spezialchemiekonzerns geweckt.

Im Sog von Lanxess sackte der Kurs von Wacker Chemie <DE000WCH8881> um 7,7 Prozent ab. Die Entscheidung des Finanzinvestors Advent, die restlichen Anteile an Envalior zumindest jetzt noch nicht von Lanxess zu kaufen, sei auch ein negatives Signal für Wacker Chemie, erklärte Branchenexperte Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan. Es unterstreiche, in welch schwierigem Umfeld zyklische Chemieunternehmen derzeit operierten.

Im Dax <DE0008469008> rutschten die Aktien von Infineon <DE0006231004> mit einem Minus von fast 7 Prozent auf den letzten Platz, nachdem die Analysten der Schweizer Großbank UBS ihre Kaufempfehlung gestrichen hatten. Die Kurskorrektur des Chipkonzerns seit dem Mehrjahreshoch gegen Ende Februar ging damit erst einmal weiter. Analyst Francois-Xavier Bouvignies bleibt mittelfristig zwar optimistisch, sieht zunächst aber Risiken, die das Kurspotenzial einschränken sollten. So lasse das KI-Umsatzziel bis 2027 nur wenig Luft nach oben.

Dank gleich mehrerer positiver Analystenkommentare stabilisierten sich die Papiere von DHL <DE0005552004> nach ihren deutlichen Vortagesverlusten. Sie stiegen um gut ein halbes Prozent. Die Verwerfungen in den Frachtmärkten durch den Iran-Krieg kämen dem Logistik-Konzern mit seinem großen, flexiblen Netz zupass, schrieb etwa die Expertin Muneeba Kayani von der US-Investmentbank Bank of America. Am Vortag hatte der von geopolitischer Unsicherheit geprägte Ausblick Anleger noch verschreckt./mis/jha/

--- Von Michael Schilling, dpa-AFX ---

06.03.2026 | 17:55:18 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt Schluss/Iran-Krieg: Schwächste Dax-Woche seit US-Zollhammer
06.03.2026 | 16:46:17 (dpa-AFX)
WOCHENAUSBLICK: Iran-Krieg hält die Dax-Anleger in Atem
06.03.2026 | 15:29:29 (dpa-AFX)
INDEX-FLASH: EuroStoxx sackt ab - Starker Ölpreisanstieg und schwache US-Daten
06.03.2026 | 15:07:50 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt: Dax sackt weiter ab - Iran-Krieg sorgt für tiefrote Woche
06.03.2026 | 12:23:38 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt: Dax gibt am Ende einer tiefroten Woche leicht nach
06.03.2026 | 10:12:19 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Stabilisierung - Dax-Wochenbilanz tiefrot