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News

24.03.2026 | 14:33:26 (dpa-AFX)
ROUNDUP 3: EU und Australien einigen sich auf Freihandelsabkommen

(neu: durchgängig aktualisiert mit Reaktion und weiteren Informationen; u.a. Kanzler Merz im 2. Absatz, Kallas im 7. Absatz und Verbandsreaktionen im 11. Absatz.)

CANBERRA (dpa-AFX) - Die Europäische Union und Australien haben nach rund acht Jahren die Verhandlungen über ein umfassendes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Das Vertragswerk werde Zölle und Handelshemmnisse abbauen, die Wirtschaft ankurbeln und damit für mehr Wohlstand sorgen, sagten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Premierminister Anthony Albanese in der australischen Hauptstadt Canberra.

Bundeskanzler Friedrich Merz sprach von sehr guten Nachrichten für die Wirtschaft. "Jetzt geht es darum, das schnell umzusetzen", erklärte er zum Abschluss der Verhandlungen.

Konkret sehen die Vereinbarungen die Abschaffung von mehr als 99 Prozent der Zölle auf EU-Warenexporte nach Australien vor, wodurch Firmen aller Größen nach EU-Angaben jährlich rund eine Milliarde Euro an Zöllen sparen sollen. Auch soll das Abkommen EU-Fachkräften die Arbeit in Australien erleichtern. Für Australien ist nach Angaben von Premierminister Albanese unter anderem der Wegfall von Zöllen auf den Export von Wein und Meeresfrüchten bedeutend. Zudem könnten künftig mehr landwirtschaftliche Produkte wie Rindfleisch in die EU exportiert werden.

Industriebereiche, die besonders von dem Abkommen profitieren könnten, sind der EU-Kommission zufolge etwa Maschinenbau, Chemie, Fahrzeugindustrie und Landwirtschaft. Die EU soll zudem einen besseren Zugang zu Australiens strategisch wertvollen Rohstoffen wie seltenen Erden und Lithium bekommen.

"Starkes Signal an den Rest der Welt"

Von der Leyen machte deutlich, dass es für die EU wichtig sei, internationale Handelsbeziehungen auszubauen und zu diversifizieren, um Risiken und Abhängigkeiten zu verringern - zumal in einer Zeit, in der die USA unter Präsident Donald Trump mit ihrer aggressiven Zollpolitik ein zunehmend schwieriger Partner sind und China immer selbstbewusster auftritt.

"Wir senden ein starkes Signal an den Rest der Welt, dass in Zeiten der Turbulenzen Freundschaft und Zusammenarbeit das Wichtigste sind", erklärte die deutsche Kommissionspräsidentin. Die EU und Australien seien geografisch weit voneinander entfernt, doch in der Sicht auf die Welt könne man einander kaum näher sein.

Gemeinsam mit Albanese stellte von der Leyen auch eine neue Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft vor, die stärkere Kooperation gegen Cyber-Risiken, hybride Bedrohungen sowie ausländische Informationsmanipulation und Einmischung zum Ziel hat. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte dazu: "Australien und Europa sind durch Ozeane getrennt, doch die Sicherheit Europas und Australiens ist eng miteinander verknüpft." Als Beispiel nannte sie mit Blick auf Chinas Besitzanspruch auf Taiwan den Ukraine-Krieg. "Sollte Russland sich in der Ukraine durchsetzen, würde das einen gefährlichen Präzedenzfall für den indopazifischen Raum schaffen", erklärte sie.

"Prosecco"-Streit konnte Abkommen nicht aufhalten

Strittig war bei den Verhandlungen um das Handelsabkommen bis zuletzt unter anderem der Umgang mit bestimmten Agrarprodukten, deren Namen in Europa geschützt sind und die bestimmte Herstellungskriterien erfüllen müssen - etwa Käsesorten wie Feta, Gruyère und Parmesan. Auch der in Australien produzierte "Prosecco" war der EU ein Dorn im Auge. Doch beide Seiten waren letztlich kompromissbereit. Australische Weinproduzenten dürfen demnach weiter Prosecco herstellen und unter diesem Namen verkaufen, dürfen ihn aber nicht exportieren, wie Albanese erläuterte.

Bedenken der europäischen Agrarlobby begegnete die EU-Seite mit dem Hinweis, das Abkommen werde Zölle auf wichtige EU-Ausfuhren wie Käse, Fleischzubereitungen, Wein und Schaumwein, einige Obst- und Gemüsearten einschließlich verarbeiteter Produkte, Schokolade und Zuckerwaren abschaffen. Gleichzeitig werde man für sensible Waren wie Rindfleisch, Schaf- und Ziegenfleisch, Zucker, einige Molkereiprodukte und Reis zollfreie oder zollermäßigte Einfuhren aus Australien nur in begrenztem Umfang zulassen.

Deutsche Automobilindustrie begrüßt Deal

Die EU geht davon aus, dass die Exporte aus den Mitgliedstaaten nach Australien im kommenden Jahrzehnt um ein Drittel auf jährlich bis zu 17,7 Milliarden Euro wachsen könnten. Besonderes Wachstumspotenzial gibt es den Angaben zufolge bei Milchprodukten, Kraftfahrzeugen und Chemikalien. EU-Investitionen in Australien könnten um mehr als 87 Prozent zulegen, heißt es.

Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, erklärte, das Handelsabkommen werde für die europäische Automobilindustrie "erhebliche Chancen eröffnen", vor allem auch für die exportorientierten deutschen Hersteller. Sie haben auf dem australischen Markt starke Konkurrenz aus China und Japan. Positiv äußerten sich auch der Branchenverband der deutschen und europäischen Maschinen- und Anlagenbauer VDMA und der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA).

Im Jahr 2024 lag Australien mit seinen knapp 28 Millionen Einwohnern immerhin auf Platz 20 der wichtigsten Partner der EU im Warenhandel. Andersherum war die EU zuletzt Australiens drittgrößter Handelspartner nach China und Japan. Australien will über die verstärkte Zusammenarbeit mit der EU auch die Abhängigkeit von China reduzieren, das im Indopazifik-Raum immer fordernder auftritt und die Australier seine Machtposition deutlich spüren lässt.

Jahrelange Verhandlungen, Scheitern und Neubeginn

Wann das Abkommen mit Australien unterzeichnet werden kann, ist noch unklar. Denn der Vertragstext muss noch rechtlich geprüft und in alle Amtssprachen der EU übersetzt werden. Anschließend muss er von den Mitgliedstaaten und vom Europäischen Parlament gebilligt werden.

Die EU hatte 2018 beschlossen, die Gespräche für das Handelsabkommen mit Australien zu beginnen. Zwischenzeitlich gab es Verstimmungen, weil die Australier mit den USA und Großbritannien 2021 hinter dem Rücken der EU einen neuen Sicherheitspakt für den Indopazifik-Raum aushandelten und einen milliardenschweren U-Boot-Deal mit Frankreich platzen ließen. Bei einem Treffen im japanischen Osaka 2023 scheiterte das Abkommen schließlich wegen Streitigkeiten über Agrarimporte - dann schliefen die Gespräche ein.

Richtig Fahrt nahmen die Verhandlungen erst wieder auf, als Trump erneut ins Weiße Haus einzog. Seither mischt er die einst eher berechenbare Welt des internationalen Handels mit immer neuen Zollentscheidungen auf. Mit seinen politischen Alleingängen macht er aber indirekt auch gute Werbung für den kooperativeren Ansatz der EU

- und die mühsame Arbeit daran, verlässliche Handelsbeziehungen durch

Freihandelsabkommen zu stärken. Beispiele dafür sind das jüngst nach jahrzehntelangen Verhandlungen unterzeichnete Abkommen mit vier südamerikanischen Staaten des Mercosur-Bunds und die neu vereinbarte große Freihandelszone mit Indien./jbz/DP/men

24.03.2026 | 14:33:25 (dpa-AFX)
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24.03.2026 | 14:31:10 (dpa-AFX)
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24.03.2026 | 14:12:06 (dpa-AFX)
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24.03.2026 | 12:07:53 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt: Anleger zögern wegen anhaltender Nahost-Unsicherheit

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die anhaltende Unsicherheit rund um den Iran-Krieg lässt die Anleger nicht los. Im Mittelpunkt stand am Dienstag die Frage, ob die Zwischenerholung zu Wochenbeginn nur ein Strohfeuer war. Im frühen Handel konnte der Dax <DE0008469008> zwar etwas zulegen, doch die Lage blieb angespannt. Gegen Mittag verlor der Leitindex dann 0,26 Prozent an Wert mit einem Stand von 22.596 Punkten.

Am Montag war der Dax zunächst klar unter die Marke von 22.000 Punkten gesackt auf ein Tief seit etwa elf Monaten, bevor eine Kurznachricht von US-Präsident Donald Trump Hoffnung auf ein mögliches Abkommen mit dem Iran machte. Die Nachrichtenlage bleibt seitdem aber verworren und der Preis für ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent verharrte knapp über der Marke von 100 US-Dollar. Geprägt vom Iran-Krieg hat sich die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone im März denn auch verschlechtert.

In der zweiten deutschen Börsenliga sank der MDax <DE0008467416> zuletzt um 0,17 Prozent auf 28.181 Punkte, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx <EU0009658145> auch leicht mit 0,15 Prozent im Minus lag. Für die wichtigsten Indizes in New York zeichnete sich am Dienstag ein wenig bewegter Auftakt ab.

Nachdem Trump ein Ultimatum für Angriffe auf iranische Energieanlagen verschoben hatte, erwähnte der Börsenbrief-Autor Hans Bernecker am Morgen wieder einmal den sogenannten "TACO-Trade", der für "Trump Always Chickens Out" steht und die Erwartung ausdrückt, dass Trump bei seinen Ankündigungen Rückzieher macht. Offenbar habe der US-Präsident die Situation als so verfahren angesehen, dass er sich und den Märkten erst einmal etwas Luft verschaffen wollte. Wegen der Wankelmütigkeit Trumps stellt der Experte aber ein großes Fragezeichen dahinter, ob ein baldiges Kriegsende realistisch ist.

Zu Belastung für den Dax wurden die fast drei Prozent tieferen SAP<DE0007164600>-Aktien. Nachdem die US-Bank JPMorgan ihr bisher optimistisches Votum für das Index-Schwergewicht aufgegeben hat, erreichten die Aktien ein Tief seit Januar 2024. Analyst Toby Ogg argumentierte, das Bild einer erwarteten Wachstumsbeschleunigung und Margenexpansion habe sich bei den Walldorfern geändert.

Auch die Bayer<DE000BAY0017>-Aktien waren mit 2,4 Prozent Minus unter den großen Dax-Verlierern. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, will der 2023 eingestiegene Aktionär Inclusive Capital Partners ein Aktienpaket des Pharmakonzerns los werden. Der Agentur zufolge werden die Anteile zu einem Preis von 37,45 Euro je Aktie angeboten, der nahe am aktuellen Kurs liegt.

Vor dem Hintergrund der Unsicherheit im Zuge des Nahost-Konflikts sorgte die Deutsche Bank im Chemiesektor für Gesprächsstoff mit einer Reihe an Umstufungen. Dazu zählt, dass Analystin Virginie Boucher-Ferte in BASF <DE000BASF111> und Brenntag <DE000A1DAHH0> letztlich Profiteure sieht, die sie nun zum Kauf empfiehlt. Beide Aktien gehörten mit einer Erholung um bis zu 4,5 Prozent zu den Spitzenwerten im Dax.

Ohne eine Hochstufung der Deutschen Bank setzten aus dem Chemiesektor die Lanxess-Aktien <DE0005470405> ihre Erholung um fünf Prozent fort. Ein Börsianer verwies darauf, dass zuletzt vermehrt Anleger mit den Titeln auf fallende Kurse gesetzt hätten. Neuerdings wieder anziehende Kurse könnten auf die Schließung solcher Leerverkaufspositionen hindeuten, hieß es.

Im Nebenwertebereich gab es am Dienstag Zahlen von Nagarro <DE000A3H2200>, Indus Holding <DE0006200108> und Drägerwerk <DE0005550636> auszuwerten. Nachhaltig auffällig waren davon eigentlich nur die Indus-Titel, die mit fast drei Prozent Plus von einer angehobenen Dividende profitierten.

Klare, etwa acht Prozent große Kursgewinne gab es beim Prothesenhersteller Ottobock <DE000BCK2223>. Die Titel setzten ihre Erholung nach einer Kaufempfehlung der UBS fort. Analyst Graham Doyle schrieb in seiner Studie, dass er nach dem massiven Kursrutsch inzwischen ein klares Chancen-Übergewicht sieht./tih/stk

24.03.2026 | 09:59:51 (dpa-AFX)
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24.03.2026 | 07:34:59 (dpa-AFX)
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24.03.2026 | 06:40:20 (dpa-AFX)
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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Trumps Iran-Wende verhilft Dax ins Plus