ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Schweizer Großbank UBS <CH0244767585> hat im dritten Quartal Erträge und Gewinn gesteigert. Zudem befindet sie sich bei der Integration der übernommenen Credit Suisse in den letzten Zügen. Dabei will sie sogar mehr Kosten einsparen als zuletzt gedacht, wie sie am Mittwoch in Zürich mitteilte. An der Börse schlugen jedoch die negativen Neuigkeiten stärker durch: So lief es in der Vermögensverwaltung nicht so gut wie gedacht.
Die UBS-Aktie verlor am Vormittag fast drei Prozent auf 37,73 Schweizer Franken und gehörte damit zu den größten Verlierern im Schweizer Leitindex SMI <CH0009980894>. Zugleich wurde das Papier nur noch zwei Prozent teurer gehandelt als zum Jahreswechsel.
In den Monaten Juli bis September verdiente die UBS 2,7 Milliarden US-Dollar und damit acht Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor Steuern und Umbaukosten kletterte der Gewinn um 14 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar und damit stärker als von Experten erwartet.
Dabei profitierte die Bank von höheren Einnahmen und geringeren Kosten. So stiegen die Erträge der Bank im Jahresvergleich um 5 Prozent auf 13,35 Milliarden Dollar, und der Aufwand ging um knapp zwei Prozent auf 9,65 Milliarden zurück.
In ihrem Kerngeschäft - in der globalen Vermögensverwaltung - sammelte die UBS weitere Kundengelder ein. Der Nettoneugeldzufluss belief sich in dem Bereich auf 55,1 Milliarden Dollar.
Allerdings verwaltete die UBS über alle Bereiche der Gruppe hinweg kaum mehr Vermögen als zuvor. Ende September waren es gut 7,3 Billionen und damit etwa so viel wie Ende Juni. So war es im Fondsgeschäft zu Nettoabflüssen von 5,1 Milliarden gekommen.
Ende des Jahres endet bei der UBS der wesentliche Teil der Integration der Credit Suisse. Bisher beliefen sich die Kosteneinsparungen im Vergleich zum Jahr 2022 brutto auf 13,2 Milliarden Dollar. Dabei tritt die UBS aufs Gaspedal: So sollen die Einsparungen bis Ende des Jahres statt der bisher geplanten 13,5 Milliarden nun 13,7 Milliarden Doller erreichen.
Mit Blick in die Zukunft zeigte sich die UBS-Spitze betont zurückhaltend: "Angesichts erhöhter makroökonomischer Volatilität, anhaltender geopolitischer Spannungen und politischer Unsicherheit im Zusammenhang mit richtungsweisenden Wahlen wie jenen in den USA bleibt die Anlegerstimmung zu Beginn des vierten Quartals verhalten", hieß es. Für das Schlussquartal erwarte die Bankführung wie so häufig einen Rückgang der Transaktionsvolumina im Vergleich zum Vorquartal.
Zudem will die UBS im Februar bekanntgeben, wie viel Geld sie im Jahr 2027 in Aktienrückkäufe stecken will. Das laufende Aktienrückkaufprogramm über 3 Milliarden Dollar soll bis dahin abgeschlossen sein. Mit Blick auf die laufende politische Debatte über schärfere Kapitalanforderungen in der Schweiz will sich die UBS nach eigener Darstellung weiterhin "konstruktiv" in die Diskussion einbringen./ys/uh/AWP/stw/nas/mis