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News

18.01.2026 | 22:26:57 (dpa-AFX)
Kiews Oberbefehlshaber Syrskyj kündigt neue Offensive an

KIEW (dpa-AFX) - Der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj hat parallel zu den laufenden Verhandlungen mit den USA über ein mögliches Kriegsende in einem Interview eine neue Offensive gegen Russlands Truppen angekündigt. Es gebe Erfolge bei der Mobilmachung und der Ausrüstung der ukrainischen Soldaten, sagte Syrskyj in einem Interview des Medienportals "LB.ua". Die Ergebnisse seien besser als noch vor sieben Monaten. Syrskyj geht demnach davon aus, dass Russland sich weiter die gesamte Ukraine einverleiben wolle.

"Daher werden wir entsprechend Offensivoperationen durchführen", sagte er. Die strategische Verteidigungsinitiative sei notwendig, weil die Ukraine allein durch Verteidigung keinen Sieg erringen könne. Ziel sei es, den Feind Russland zu einem noch höheren Aufwand bei Personal, Munition und Bewaffnung zu bringen.

Schon jetzt seien die Verluste der Russen bei den Kämpfen höher als auf ukrainischer Seite. Der Ukraine sei es gelungen, ihre Verluste weiter zu reduzieren, sagte Syrskyj. Die Ukraine verteidigt sich inzwischen seit fast vier Jahren mit westlicher Militärhilfe gegen den russischen Angriffskrieg.

Weitere Verhandlungen mit US-Seite

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtete indes von weiteren Gesprächen seines Chefunterhändlers Rustem Umjerow in den USA mit Beauftragten von Präsident Donald Trump über eine mögliche künftige Nachkriegsordnung. Die Arbeit an Dokumenten, die für eine Beendigung des Kriegs notwendig seien, liefen weiter, sagte Selenskyj.

Die Ukraine habe die Verhandlungen erneut auch genutzt, um die US-Seite auf die russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes hinzuweisen. Besonders in der Hauptstadt Kiew sei die Lage angesichts der Schäden weiter extrem hart, sagte Selenskyj. Er forderte erneut mehr internationalen Druck auf Russland, den Krieg zu beenden.

Umjerow berichtete, dass sich die ukrainische Delegation unter anderem mit dem US-Beauftragten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner getroffen habe. Es sei erneut um den Wiederaufbau der Ukraine und um Sicherheitsgarantien vor künftigen russischen Angriffen nach einem möglichen Kriegsende gegangen. Details nannte Umjerow nicht. Die Gespräche sollten auch in den kommenden Tagen in Davos beim Weltwirtschaftsforum fortgesetzt werden./mau/DP/zb

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WOCHENAUSBLICK 2: US-Zolldrohungen könnten Dax-Rekordfahrt vorerst stoppen

(Überschrift und Text nach Ereignissen vom Wochenende aktualisiert)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die am Samstag angekündigten US-Strafzölle gegen Deutschland und weitere europäische Staaten könnten zumindest vorerst die aktuelle Anlegereuphorie bremsen. Die von IG Markets errechnete Indikation für den Dax <DE0008469008> fiel am Sonntagabend unter die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten zurück. Erst wenige Tage zuvor hatte der Dax bei 25.508 Zählern ein Rekordhoch erreicht. Experten hatten sich einen Tag vor den Zolldrohungen noch verhalten optimistisch zu den Aussichten am deutschen Aktienmarkt geäußert.

Hintergrund ist der Streit um Grönland. Trump will die zu Dänemark gehörende Arktisinsel den USA einverleiben und hatte zusätzliche Zölle gegen Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Großbritannien angekündigt, um seinen Plan durchzusetzen. Die US-Zölle sollen so lange gelten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf der Arktisinsel erzielt wird, wie Trump auf seiner Plattform Truth Social schrieb. Ab dem 1. Februar sollen demnach 10 Prozent für in die USA gesendete Waren fällig werden, ab dem 1. Juni 25 Prozent.

Direkt zu Wochenbeginn dürften am Montag deutlich weniger ausländische Anleger mitmischen. Wegen des "Martin Luther King Day" wird an den US-Börsen nicht gehandelt. Angesichts möglicher marktrelevanter Schlagzeilen an einem verlängerten Wochenende berge das ein gewisses Risiko, schrieben die Experten von Index Radar am Freitag vorherseherisch: "Die Märkte mögen Pausen, Überraschungen hingegen meist nicht."

Dabei spielten geopolitische Risiken an der Börse zuletzt nur eine untergeordnete Rolle. "Die Diskussionen um eine mögliche US-Angliederung Grönlands und die drohende US-Intervention im Iran werden bisher weitgehend ignoriert", stellte Analyst Frank Sohlleder vom Broker Activtrades ebenfalls am Freitag fest. Da sich die Frage stelle, ob schwerwiegende politische oder gar militärische Eskalationen in den Kursen eingepreist seien, drohe jedoch ein böses Erwachen.

Aus Sicht des Experten Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg reicht eine mittlerweile hohe Bewertung offensichtlich noch nicht aus, um die Kursrally zu bremsen. Er sieht aber eine Reihe weiterer Risiken: "US-Präsident Donald Trump bastelt an einer neuen Weltordnung, die KI-Story zeigt erste Risse, und die US-Notenbank Fed droht ihre Unabhängigkeit zu verlieren." Mit Blick auf die vergangenen drei starken Jahre im Dax wähnten sich die Anleger aber in Sicherheit und unterschätzten Gefahren.

Der Blick der Anleger dürfte zunächst sich von der Unternehmenswelt, auf die in der Berichtssaison typischerweise besonders geachtet wird, zum politischen Geschehen wenden. Erwogen wird ein EU-Sondergipfel, möglicherweise als Online-Schalte. Gelegenheit zum Krisengespräch könnte auch das Weltwirtschaftsforum in Davos sein: US-Präsident Donald Trump wird dort am Mittwoch erwartet, ebenso wie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

In den USA stehen im Wochenverlauf zum Beispiel Quartalszahlen von dem Streaming-Riesen Netflix <US64110L1061>, dem Mischkonzern 3M <US88579Y1010> und der Fluggesellschaft United Airlines <US9100471096> an. Hierzulande sind dagegen noch nicht viele Unternehmensmeldungen zu erwarten.

Auf Konjunkturseite dürften die Einkaufsmanagerindizes am Freitag besondere Beachtung finden. "Bei der Unternehmensaktivität lässt sowohl in Deutschland als auch in Europa insgesamt der echte Aufschwung immer noch auf sich warten", kommentierte Robert Greil, Chefstratege der Privatbank Merck Finck. Zwar dürfe die Wirtschaft nicht zuletzt dank der gesunkenen Zinsen 2026 etwas besser als im Vorjahr laufen, von Optimismus sei man aber noch weit entfernt.

Neben frischen Erzeugerpreisdaten aus Deutschland dürften am Dienstag auch die ZEW-Konjunkturerwartungen eine Rolle spielen. Auf Basis ermutigender Signale aus der Industrie im vierten Quartal könnte die deutsche Wirtschaft mit Schwung ins neue Jahr gestartet sein, schrieb Simon Azarbayjani von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Die ZEW-Umfrage sollte daher etwas mehr konjunkturelle Zuversicht zeigen./niw/la/nas/he

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---Ž

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