FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> behält am Montag mit einem leichten Plus sein Rekordhoch im Visier. Für das deutsche Börsenbarometer ging es im frühen Handel um 0,1 Prozent auf 26.353 Punkte nach oben. Damit bleibt der Leitindex in Kontakt zur Bestmarke von 26.445 Punkten vom Freitagnachmittag, als US-Jobdaten frischen Schub gegeben und Sorgen vor einer Zinserhöhung gemildert hatten.
Der MDax <DE0008467416> stieg am Montagmorgen um 0,3 Prozent auf 32.519 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> legte auch leicht um 0,2 Prozent zu.
Ein zentrales Thema bleibt der Iran-Krieg mit seinen Auswirkungen auf die Ölpreise, die sich am Montag wenig bewegten. Einen diplomatischen Durchbruch zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus gibt es weiterhin nicht, doch US-Präsident Donald Trump gibt sich gelassen. "Es wird sich regeln. Es regelt sich immer. Es ist wie eine Schachpartie", sagte der US-Präsident laut dem Nachrichtenportal "Axios".
JPMorgan-Anlagestratege Mislav Matejka bleibt derweil optimistisch für Aktien und rechnet mit weiteren Höchstständen - trotz zahlreicher Bedenken der Anleger, die von der Geopolitik über Inflationsangst bis hin zu Konjunktursorgen reichten. Das solide Fundament der Ergebnisentwicklung sowie die alles andere als übertriebene Positionierung der Anleger federten den Markt immer wieder gegen Schocks ab, so Matejka.
Was den KI-Megatrend betrifft, glaubt Matejka, dass die Ergebnisdynamik der Tech-Unternehmen weiterhin stark bleibt und der zuletzt absolvierte Risikoabbau der Anleger etwas übertrieben wurde. Er sieht in dem Sektor für die zweite Jahreshälfte aber auch "keinen eindeutigen Gewinner". Mit Infineon <DE0006231004> und Siemens Energy <DE000ENER6Y0> legten zwei Dax-Werten mit KI-Fantasie am Montag wieder bis zu 3,2 Prozent zu.
In puncto Berichtssaison geht die neue Woche zunächst etwas ruhiger los. Das Dax-Mitglied Gea <DE0006602006> bestätigte vorläufige Zahlen nebst dem Ausblick und dies zog eine verhaltene Reaktion nach sich. Die Aktien des Anlagenbauers zeigten sich mit einem halben Prozent im Plus. Im Nebenwertebereich zogen die Hypoport<DE0005493365>-Anteile nach finalen Zahlen etwas deutlicher um zwei Prozent an.
Einen deutlichen Rückschlag auf der jüngsten Erholungsrally gibt es bei Stabilus <DE000STAB1L8> mit minus 6,4 Prozent. Der Gasdruckfeder-Hersteller braucht einen Nachfolger für seinen Finanzchef Andreas Jaeger, der den Aufsichtsrat darum gebeten hat, seinen Vertrag aus persönlichen Gründen vorzeitig aufzulösen. Die Verantwortung für das Finanzressort übernimmt interimistisch der Vorstandsvorsitzende Michael Büchsner.
Relativ deutliche Kursgewinne gab es bei zwei Werten wegen Analystenempfehlungen. Elmos <DE0005677108> und Aumovio <DE000AUM0V10> zogen im MDax jeweils um etwas mehr als vier Prozent an wegen Hochstufungen durch Oddo BHF und Bernstein Research.
Aumovio <DE000AUM0V10> stufte Harry Martin von Bernstein Research auf "Outperform" hoch in der Auffassung, dass jetzt viele Unsicherheitsfaktoren bereinigt seien. Für Anleger sieht er wegen des eingepreisten Bewertungsabschlags eine Einstiegschance. Im Jahr 2027 werde das operative Ergebnis die Markterwartungen seiner Einschätzung nach übertreffen./tih/stk