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News

14.05.2026 | 19:31:16 (dpa-AFX)
ROUNDUP 4: Ministerrücktritt erschüttert Regierung in London

(Aktualisierung: Absätze 13-15 + Zwischentitel neu)

LONDON (dpa-AFX) - Die Krise der Labour-Regierung hält das politische London in Atem. Gesundheitsminister Wes Streeting trat aus Protest gegen Premierminister Keir Starmer zurück. Mit Spannung wurde erwartet, ob der 43-Jährige den Regierungschef um den Parteivorsitz herausfordern wird. Diesen Schritt machte Streeting vorerst nicht. Spekuliert wurde, er könne womöglich keine ausreichende Unterstützung im Parlament dafür haben.

Mit dem Posten des Parteichefs ist auch das Amt des Premierministers verbunden, das Starmer im Falle einer verlorenen Führungswahl abgeben müsste.

Seinen Rücktritt gab Streeting in einem schriftlichen Statement auf der Plattform X bekannt. Er habe das Vertrauen in Starmers Führung verloren, heißt es darin. Es wäre "unehrenhaft und prinzipienlos", im Amt zu bleiben.

Zudem sei es klar, dass Starmer "die Labour-Partei nicht in die nächste Parlamentswahl" führen werde. Labour-Abgeordnete und Gewerkschaften wollten, "dass die Debatte über die Zukunft ein Kampf der Ideen ist, nicht der Persönlichkeiten oder kleinlicher Fraktionskämpfe". Die nächste Wahl steht regulär erst im Jahr 2029 an.

Starmer gab sich in einem Antwortschreiben an Streeting betont sanft. Er bedauere den Rücktritt sehr. Er lobte die Arbeit seines bisherigen Gesundheitsministers zur Sanierung und Reform des staatlichen Gesundheitsdiensts NHS und äußerte die Hoffnung auf künftige Zusammenarbeit. Es gebe einen Kampf um die "Seele der Nation", der geführt werden müsse, so Starmer. Dazu gehöre auch das Versprechen, "das Chaos hinter uns zu lassen, das bei der vergangenen Wahl vom britischen Volk ganz und gar abgelehnt wurde".

Wahldebakel löste aktuelle Krise aus

Britische Medien hatten seit Tagen über einen bevorstehenden Rücktritt Streetings spekuliert, nachdem Labour in der vergangenen Woche massive Verluste bei den Kommunal- und Regionalparlamentswahlen hinnehmen musste. Profitieren konnten vor allem die Rechtspopulisten der Partei Reform UK von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage. In der Folge war Starmer von etlichen Abgeordneten zum Rücktritt aufgefordert worden.

Ob sich Streeting weitere Minister anschließen werden, um den Druck auf Starmer weiter zu erhöhen, war zunächst unklar. Innenministerin Shabana Mahmood und Energieminister Ed Miliband gelten als Kritiker Starmers, die sich Medienberichten zufolge für einen vorzeitigen Abtritt ausgesprochen haben sollen.

Nominierung löst Urabstimmung aus

Um Starmer herauszufordern, benötigt Streeting die Unterstützung von 81 der über 400 Labour-Abgeordneten (20 Prozent), die ihn nominieren müssen. Das würde eine Urabstimmung unter Labour-Mitgliedern und weiteren Wahlberechtigungen auslösen, bei der sich auch weitere Kandidatinnen und Kandidaten mit jeweils 81 Unterstützern aus der Fraktion bewerben könnten.

Starmer stünde als amtierender Parteichef automatisch zur Wahl. Über den zeitlichen Ablauf entscheidet das Exekutivkomitee der Partei. Letztmals gewann Starmer eine Wahl um den Parteivorsitz im April 2020, nachdem sein Vorgänger Jeremy Corbyn seinen Rücktritt angekündigt hatte.

Streeting gilt eigentlich als B-Kandidat

Starmer hatte Streeting am Mittwochmorgen zu einem kurzen Gespräch in der Downing Street empfangen. Ein Sprecher Starmers versicherte noch am Donnerstagfrüh, der Regierungschef habe "vollstes Vertrauen" in seinen Gesundheitsminister. Die Formulierung gilt längst als Zeichen, dass das Verhältnis alles andere als gut ist.

Streeting machte in seinem Rücktrittschreiben deutlich, dass er dem Premier bei der Gelegenheit das Vertrauen entzogen hatte. "Wo wir eine Vision bräuchten, haben wir ein Vakuum. Wo wir eine klare Richtung bräuchten, dümpeln wir vor uns hin", schrieb Streeting.

Eigentlich gilt der ehrgeizige Streeting nur als B-Kandidat für die Führungswahl. Im linken Lager der Partei ist er verhasst. Zudem hatte er ein enges Verhältnis zum Labour-Veteranen Peter Mandelson, der wegen seiner Nähe zu Jeffrey Epstein in den Sog des Missbrauchsskandals um den verstorbenen US-Multimillionär und Sexualstraftäter geriet. Streeting hatte bereits vor Wochen vorsorglich seine gesamte Korrespondenz mit Mandelson veröffentlicht.

Abgeordneter macht Weg für Burnham frei

Dem Bürgermeister von Manchester, Andrew "Andy" Burnham, würden größere Chancen eingeräumt - und der Weg dorthin wurde ihm zumindest in einem ersten Schritt freigemacht. Ein britischer Abgeordneter legte wenige Stunden nach Streetings Abgang sein Mandat nieder, um dem Favoriten auf die Nachfolge Starmers den Weg zu ebnen.

Burnham sei die richtige Person, um die notwendigen Reformen im Land anzustoßen, schrieb der Labour-Abgeordnete von Makerfield, Josh Simons, auf X. Deswegen habe er sich entschieden, sein Mandat niederzulegen, um ihm die Rückkehr ins Parlament und damit den Sprung in den Regierungssitz zu ermöglichen. Der Bürgermeister hatte Anfang des Jahres schon einmal versucht, sich um ein Mandat zu bewerben. Doch das Exekutivkomitee der Partei, zu dem auch Starmer gehört, hatte ihm den Weg versperrt.

Er werde sich nun erneut für eine Labour-Kandidatur in Makersfield bewerben, teilte Burnham mit. Zur Frage, ob er den Premierminister herausfordern will, äußerte er sich nicht. Ob Burnham den Sprung ins Parlament schaffen wird, gilt nicht als ausgemacht. In Makerfield schnitt bei der vergangenen Wahl 2024 auch die rechtspopulistische Partei Reform UK von Brexit-Befürworter Nigel Farage stark ab.

Kurz vor Streetings Rücktritt brachte sich überraschend auch Ex-Vizepremierministerin Angela Rayner als Kandidatin ins Spiel. Die 46-Jährige aus dem linken Parteiflügel war im September vergangenen Jahres wegen einer zu gering entrichteten Grunderwerbsteuer von ihrem Posten als Wohnungsbauministerin und stellvertretende Regierungschefin zurückgetreten.

Nun sei die Steuer entrichtet und sie vom Verdacht der Steuerhinterziehung entlastet, berichtete der "Guardian". Rayner hatte stets beteuert, es habe sich um ein Versehen gehandelt. Dem "Guardian" gegenüber deutete sie nun an, bei einer Wahl um den Parteivorsitz antreten zu wollen./mj/DP/he

14.05.2026 | 19:29:30 (dpa-AFX)
ROUNDUP 5:/Trump-Xi-Gipfel: Warme Worte - und eine Warnung
14.05.2026 | 19:22:30 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Trump: Xi hat Hilfe im Iran-Krieg angeboten
14.05.2026 | 19:20:26 (dpa-AFX)
EQS-News: CGTN: "Konstruktive strategische Stabilität": China und die USA richten den Blick auf eine neue Vision für ihre Beziehungen (deutsch)
14.05.2026 | 19:12:12 (dpa-AFX)
Abgeordneter macht Weg für Starmer-Konkurrent Burnham frei
14.05.2026 | 18:52:29 (dpa-AFX)
Zehntausende bei umstrittenem Flaggenmarsch in Jerusalem
14.05.2026 | 18:50:58 (dpa-AFX)
Trump: Xi hat Hilfe im Iran-Krieg angeboten
14.05.2026 | 08:52:42 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Durchwachsen - Blicke auf Trump-Xi-Treffen gerichtet

SEOUL/TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI (dpa-AFX) - Die asiatisch-pazifischen Aktienmärkte haben am Donnerstag keine gemeinsame Richtung gefunden. Anleger bleiben in ihren Entscheidungen beeinflusst vom fortgesetzten KI-Boom einerseits und geopolitischen Spannungen andererseits. So gibt es im Iran-Krieg weiterhin keine Fortschritte hin zu einer Lösung. Die Ölpreise bleiben damit hoch, was Inflations- und Konjunktursorgen nährt.

Zudem richten sich die Blicke auf den Besuch von US-Präsident Donald Trump in China. Beide Seiten bemühten sich mit betont freundlichen Worten um ein stabileres Verhältnis der Großmächte. Chinas Staatschef Xi Jinping warnte im Gespräch mit Trump allerdings vor einem Konflikt um Taiwan. Sollte die Taiwan-Frage schlecht gehandhabt werden, käme es zu Spannungen oder sogar Konflikten zwischen beiden Ländern, sagte Xi nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua in Peking.

Xi Jinping traf zudem hochrangige Wirtschaftsvertreter aus den USA und erklärte einem Staatsmedium zufolge, die offenen Türen Chinas würden sich weiter öffnen. Peking begrüße eine verstärkte Zusammenarbeit mit den USA und äußerte sich demnach positiv darüber, dass US-Firmen bessere Perspektiven in China haben würden.

Der CSI-300-Index <CNM0000001Y0> mit den 300 wichtigsten Werten an Chinas Festlandbörsen fiel zuletzt um 0,7 Prozent auf 4.965 Punkte, während der Hang-Seng-Index <HK0000004322> der Sonderverwaltungszone Hongkong um 0,2 Prozent auf 26.447 Punkte stieg.

In Japan schaffte der Nikkei 225 <JP9010C00002> <XC0009692440> zunächst den Sprung auf ein weiteres Rekordhoch, drehte dann aber ins Minus. Er schloss mit 62.654 Punkten und damit ein Prozent im Minus.

Besser sah es in Südkorea aus, wo der Leitindex Kospi um mehr als ein Prozent stieg. Der Markt profitiert schon länger besonders stark vom KI-Boom, der Speicherchipherstellern wie Samsung Electronics und SK Hynix glänzende Geschäfte beschert.

Der australische S&P ASX 200 <XC0006013624> legte unterdessen um 0,1 Prozent auf 8.640,70 Punkte zu./mis/jha/

13.05.2026 | 09:05:47 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Südkoreanische Börse deutlich erholt
12.05.2026 | 09:06:28 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Durchwachsene Entwicklung - Südkorea nach Rekordrally unter Druck
11.05.2026 | 09:03:49 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Gemischter Wochenauftakt - Iran-Gespräche vs. Tech-Euphorie
08.05.2026 | 08:48:14 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Leichte Verluste - Wachsende Vorsicht vor dem Wochenende
07.05.2026 | 08:57:28 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Weitere Gewinne - Nikkei nach Feiertagspause auf Allzeithoch
06.05.2026 | 09:02:51 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Deutliche Gewinne in Südkorea - Kospi erreicht neues Hoch