SEOUL/TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI (dpa-AFX) - Die wichtigsten Aktienmärkte in Fernost haben am Dienstag weiter nachgegeben. Verluste der Technologiewerte lasteten auf den Indizes. Dies führte an den technologielastigeren Märkten zu stärkeren Abgaben.
Die stärksten Verluste verzeichnete die südkoreanische Börse: Der Leitindex Kospi <KRD020020> verlor knapp fünf Prozent. Hier belasteten die Verluste des Schwergewichts Samsung <KR7005930003>. Neue Zahlen des Unternehmens wurden zum Anlass von Verkäufen genommen. Im zweiten Quartal hatte der südkoreanische Elektronikriese operativ etwas mehr als 89 Billionen Won (rund 51 Milliarden Euro) verdient und damit so viel wie nie zuvor. Im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres war das operative Ergebnis um das 19-Fache gestiegen. Er fiel zudem etwas höher als von Experten erwartet aus.
Marktteilnehmer führten die Verluste von Samsung unterdessen weniger auf die Zahlen als auf einen Wandel der Anlegerstimmung zurück. "Wenn man den Kursrutsch des Speicherchipherstellers Samsung Electronics an der Börse ansieht, dann muss man festhalten: An den Zahlen kann es kaum gelegen haben", betonte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Eine mögliche Erklärung für den Kursrutsch liefert die Anlegerstimmung: Wenn gute Nachrichten verkauft werden, haben Anleger sie schon vorweggenommen." Der Markt zeige Anzeichen einer zunehmenden KI-Müdigkeit. Die Samsung-Zahlen seien daher kein gutes Omen für die beginnende Berichtssaison.
Auch Titel des Wettbewerbers SK Hynix <KR7000660001> gerieten unter Druck. Den Abgaben in Südkorea schloss sich auch ein anderer Wert an. Der Aktienkurs des südkoreanischen Schiffbauers Hanhwa Ocean <KR7042660001> brach um fast 24 Prozent ein, nachdem das Unternehmen einen milliardenschweren Auftrag aus Kanada an den Kieler Marineschiffbauer TKMS <DE000TKMS001> verloren hatte.
Auch am japanischen Aktienmarkt hinterließ die KI-Schwäche Spuren. Der Nikkei 225 <JP9010C00002> <XC0009692440> schloss 2,12 Prozent tiefer mit 68.256,9 Punkten. Gefragt waren stattdessen Anleihen. Die Marktstrategen der Deutschen Bank verwiesen auf die überdurchschnittliche Nachfrage bei einer Auktion japanischer Staatsanleihen. Die gestiegenen Renditen hätten Anleger angezogen.
Auch an den chinesischen Börsen ging die Technologieschwäche nicht spurlos vorbei. Der CSI-300-Index <CNM0000001Y0> mit den wichtigsten Werten an den chinesischen Festlandsbörsen sank um 1,2 Prozent auf 4.837 Punkten. Der Hang-Seng-Index <HK0000004322> der Sonderverwaltungszone Hongkong verlor zuletzt 0,7 Prozent.
Etwas besser hielten sich australische Aktien. Der Markt profitierte damit von der geringeren Technologielastigkeit. Mit dem australischen S&P ASX 200 <XC0006013624> ging es um 0,31 Prozent auf knapp 8.803,90 Punkte abwärts./mf/mis