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News

26.10.2026 | 06:12:31 (dpa-AFX)
Stichwahl entscheidet über Staatsoberhaupt in Bulgarien

SOFIA (dpa-AFX) - Im EU- und Nato-Land Bulgarien fällt die Entscheidung über das künftige Staatsoberhaupt in einer Stichwahl. Wie aus einer Hochrechnung des bulgarischen Meinungsforschungsinstituts Mjara hervorgeht, erreichte keiner der Kandidaten schon im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit. Zudem lag die Wahlbeteiligung mit 22,2 Prozent weit unter den notwendigen mehr als 50 Prozent. Damit wird es am kommenden Sonntag eine Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten geben - der jetzigen Präsidentin Ilijana Jotowa und Ex-Interimsregierungschef Andrej Gjurow.

Herausforderer Gjurow knapp hinter Jotowa

Amtsinhaberin Jotowa kam den Angaben von Mjara zufolge auf 35 Prozent der Stimmen. Mit geringem Abstand landete Jotowas Herausforderer, der prowestliche Andrej Gjurow, auf dem zweiten Platz. Der promovierte Ökonom kam den Angaben zufolge überraschend auf 31,9 Prozent, obwohl Gjurows Rückstand allen Vorwahlumfragen zufolge viel größer hätte ausfallen sollen.

Es ist noch offen, ob und wie viele zusätzliche Stimmen Gjurow für die Stichwahl mobilisieren kann. Der 50-Jährige wird vom reformwilligen liberalkonservativen Oppositionslager unterstützt. Unklar ist auch, wohin die Stimmen der Wähler ausgeschiedener Kandidaten bei der Stichwahl gehen werden.

Gjurow ruft Amtsinhaberin Jotowa zur Debatte auf

Der zweitplatzierte Gjurow rief Präsidentin Jotowa zu einer Debatte auf - die es im Wahlkampf vor der ersten Wahlrunde nicht gegeben hatte. "Wir sollten uns beide vor den bulgarischen Bürgern in einer offenen, ehrlichen und zivilisierten Debatte stellen", sagte Gjurow nach Bekanntwerden der Prognosen von Meinungsforschern.

Wahl vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs

Der Ukraine-Krieg tobt nur wenige Hundert Kilometer von Bulgarien entfernt. Vor der bulgarischen Schwarzmeerküste waren im Oktober vier Handelsschiffe mutmaßlich von Drohnen getroffen worden. Zudem wurden nahe der Hauptstadt Sofia Antennen des Satelliteninternetdienstes Starlink in Brand gesetzt, dessen Netz wichtiger Bestandteil der ukrainischen Verteidigung im russischen Angriffskrieg ist.

Stichwahl auch außenpolitisch wichtig

Der Kriegsschauplatz in Bulgariens unmittelbarer Nähe verleiht der bevorstehenden Stichwahl eine wichtige außenpolitische Dimension. Dabei werden die Wählerinnen und Wähler auch entscheiden, ob das südöstliche EU-Land an der Ostflanke der Nato stärker auf eine konsequent westliche Ausrichtung setzt, wie sie Gjurow erwarten lässt.

Die zweite Option wäre, dass Jotowa im Fall einer Wiederwahl die zurückhaltende außenpolitische Linie der Regierung von Ministerpräsident Rumen Radew im Präsidialamt vertritt. Jotowa war Stellvertreterin von Ex-Präsident Radew vor dessen Rücktritt vom höchsten Staatsamt im Januar 2026.

Regierungschef Radew sprach sich gegen ein Ukraine-Tribunal aus, da Russland nicht besiegt sei. Zuletzt lehnte Radew eine Beteiligung seines Landes an einer neuen EU-Finanzhilfe für die Ukraine ab. Die frühere Journalistin Jotowa setzt sich in diesem Sinne immer wieder für eine Beendigung des Ukraine-Kriegs durch Verhandlungen ein.

Bulgariens Staatsoberhaupt hat relativ wenig Vollmachten

Obwohl die bulgarische Präsidentin oder der Präsident direkt vom Volk gewählt wird, hat sie oder er relativ wenig Vollmachten. Das bulgarische Staatsoberhaupt kann zum Beispiel nicht, wie etwa der französische Präsident, den Regierungschef entlassen, ist aber Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Zudem gibt es ein Vetorecht, um Gesetze an das Parlament zurückzuweisen. Deswegen sollten laut Opposition Staatsoberhaupt und Ministerpräsident nicht ein und demselben politischen Lager angehören.

"Ich glaube, dass Bulgarien einen aktiven Präsidenten braucht, der Gleichgewicht gegen die Konzentration von Macht einbringt", sagte in der Wahlnacht der vom Oppositionslager unterstützte Gjurow./el/DP/stk

26.10.2026 | 06:11:15 (dpa-AFX)
Verdi pocht auf sogenannte Rente mit 63
26.10.2026 | 06:10:39 (dpa-AFX)
Lula zum Wahlsieger erklärt - Bolsonaro protestiert
26.10.2026 | 06:05:08 (dpa-AFX)
TAGESVORSCHAU: Termine am 26. Oktober 2026
26.10.2026 | 06:05:07 (dpa-AFX)
WOCHENVORSCHAU: Termine bis 6. November 2026
26.10.2026 | 05:50:16 (dpa-AFX)
WOCHENAUSBLICK: Dax von vielen Sorgen belastet - Fokus auf Zinsentscheidungen
26.10.2026 | 05:50:15 (dpa-AFX)
E5-Minister beraten über Ukraine und die Verteidigung Europas
23.10.2026 | 09:14:39 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Stabilisierung im Verlauf

SEOUL/TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI (dpa-AFX) - Die wichtigsten asiatischen Aktienmärkte haben sich am Freitag solide entwickelt. Sie erholten sich von anfänglichen Verlusten im Handelsverlauf.

Die inflationären Risiken durch die hohen Energiepreise spiegelten sich in Zahlen aus Japan wider. Die Verbraucherpreise ohne Berücksichtigung von frischen Lebensmitteln hatten im September um 2,1 Prozent im Jahresvergleich zugelegt. Der Wert lag damit über dem Ziel der Bank of Japan von zwei Prozent. Analysten hatten dies im Schnitt erwartet.

Die Preisentwicklung spricht eher dafür, dass die Bank of Japan den Leitzins weiter anheben könnte. Die Zentralbank hatte den Leitzins zuletzt im September auf 1,25 Prozent und damit den höchsten Stand seit 1995 erhöht. Es war die zweite Erhöhung in diesem Jahr gewesen.

Uneinheitliche Signale kamen unterdessen von den Einkaufsmanagerindizes. Während das Verarbeitende Gewerbe sich schwächer entwickelt habe, sei der Index für den Dienstleistungssektor etwas höher als erwartet ausgefallen, stellten die Marktstrategen der Deutschen Bank fest. Insgesamt habe sich damit im kombinierten Index aus beiden Bereichen ein gleichbleibender Wert für Oktober ergeben. Der japanische Leitindex Nikkei 225 <JP9010C00002> <XC0009692440> sank um 0,34 Prozent auf 62.693,16 Punkte. Damit liegt er klar unter dem Niveau von vergangener Woche.

Der südkoreanische Kospi <KRD020020008> erholte sich dagegen etwas von anfänglichen Verlusten und tendierte mit 0,3 Prozent Aufschlag geringfügig höher. Auf Wochensicht entwickelte sich der Index unter starken Schwankungen letztlich seitwärts. Der australische S&P ASX 200 <XC0006013624> schloss am Freitag unterdessen kaum verändert.

Die chinesischen Börsen verzeichneten vergleichsweise deutliche Gewinne. Der CSI-300-Index <CNM0000001Y0> mit den 300 wichtigsten Werten an den Festlandbörsen stieg um 1,7 Prozent, während der Hang-Seng-Index <HK0000004322> der Sonderverwaltungszone Hongkong 1,1 Prozent zulegte. Der CSI-300 profitierte dabei von Käufen börsengehandelter Fonds, die von staatlicher Seite bevorzugt zur Stützung der Märkte genutzt werden. Am Vortag war er technisch betrachtet in einen Bärenmarkt eingetreten./mf/jha/

22.10.2026 | 09:05:54 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Kräftige Verluste - Unsicherheit belastet
21.10.2026 | 09:09:56 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Technologiewerte erholen sich von Vortagesverlusten
20.10.2026 | 09:13:19 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Verluste - Vor allem Halbleiteraktien unter Druck
19.10.2026 | 09:28:48 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Gewinne überwiegen - Nur Nikkei gibt nach
16.10.2026 | 09:09:59 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Erholung vor dem Wochenende
15.10.2026 | 08:16:50 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Zins- und KI-Finanzierungsängste ziehen Märkte nach unten