Rentenbank-Agrarbarometer: Agrar-Geschäftsklima sinkt weiter - aber
Zukunftserwartungen hellen sich auf (FOTO)
Frankfurt am Main (ots) -
- Agrar-Geschäftsklima sinkt auf -3,1 Punkte und erreicht damit den niedrigsten
Stand seit Juni 2016. Besonders; Zukunftserwartungen verbessern sich trotz der
schwierigen wirtschaftlichen Lage erneut leicht
- Hohe Betriebsmittelpreise sind wesentlicher Belastungsfaktor, Programm der
Rentenbank stützt die Liquidität der Betriebe
- 74 % der Betriebe haben zuletzt investiert, 52 % planen Investitionen in den
kommenden zwölf Monaten
Die Stimmung in der deutschen Landwirtschaft bleibt angespannt. Das
Agrar-Geschäftsklima ist im September 2026 auf -3,1 Punkte gesunken. Die hohen
Betriebsmittelpreise setzen den landwirtschaftlichen Betrieben zu. Während die
Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage auf -3,5 Punkte gesunken ist,
setzt sich bei den Zukunftserwartungen der positive Trend der vergangenen
Quartale fort. Die Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung in den
kommenden zwei bis drei Jahren verbessert sich auf -2,7 Punkte. Auch bei der
Beurteilung der zukünftigen wirtschaftlichen Lage bleiben die
Betriebsmittelpreise ein wesentlicher Faktor. 49 % der Betriebe mit negativen
Erwartungen nennen sie als einen der wichtigsten Gründe, gefolgt von der
Agrarpolitik (42 %).
"Wirtschaftliche Unsicherheiten, geopolitische Entwicklungen und Wetterextreme
erhöhen den Druck - neben hohen Betriebsmittelpreisen - auf die Betriebe.
Wichtig bleibt, dass Landwirtinnen und Landwirte finanziell handlungsfähig
bleiben. Als Rentenbank unterstützen wir mit dem Liquiditätsprogramm I schon
heute schnell und unkompliziert bei finanziellen Engpässen. Seit Start des
Programms im Juni haben wir bereits rund 1.000 Kredite mit einem Gesamtvolumen
von über 50 Millionen Euro zugesagt. So unterstützen wir dabei, die
Investitionen der Branche zu ermöglichen und ihren Mut und den positiven Blick
auf die Zukunft in konkrete Projekte zu übersetzen", sagt Nikola Steinbock,
Sprecherin des Vorstands der Rentenbank.
Trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds haben die landwirtschaftlichen
Betriebe in den vergangenen Monaten investiert. 74 % der befragten Landwirtinnen
und Landwirte haben in den vergangenen zwölf Monaten Investitionen getätigt. Für
die kommenden zwölf Monate planen noch 52 % der Betriebe Investitionen.
Über das Rentenbank-Agrarbarometer
Das Rentenbank-Agrarbarometer ist der einzige empirisch fundierte und über einen
längeren Zeitraum verfügbare Index mit Aussagen zur aktuellen Situation und den
Erwartungen in der deutschen Landwirtschaft. Es wird seit März 2024
vierteljährlich im Auftrag der Landwirtschaftlichen Rentenbank vom
Marktforschungsunternehmen Kynetec erhoben und knüpft an das frühere
"Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar" an. Das Rentenbank-Agrarbarometer
basiert auf der Auswertung einer Befragung von 1.000 Landwirtinnen und
Landwirten sowie 150 Lohnunternehmen in Deutschland. In der Umfrage geht es u.
a. um die Einschätzung der gegenwärtigen und zukünftigen wirtschaftlichen Lage,
um das Investitions- und Finanzierungsverhalten und um weitere Themen in der
deutschen Landwirtschaft. Als Grundlage dient eine repräsentative Stichprobe
unter landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetrieben hinsichtlich Betriebsart,
konventioneller/ökologischer Bewirtschaftung, regionaler Verteilung und
Größenklassen.
Die Ergebnisse des Rentenbank-Agrarbarometer Herbst 2026 finden Sie hier (http:/
/www.rentenbank.de/dokumente/studien-und-analysen/konjunkturbarometer/agrarbarom
eter-befragung-herbst-2026.pdf) .
Hintergrund: Die Landwirtschaftliche Rentenbank ist die deutsche Förderbank für
die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum. Der Förderauftrag schließt neben
der Land- und Forstwirtschaft sowie der gesamten Wertschöpfungskette
Lebensmittel den Ausbau erneuerbarer Energien ebenso ein wie die Förderung der
Bioökonomie. Besonderes Gewicht liegt auf der Innovationsförderung. Sie reicht
von der Forschung und Entwicklung an Hochschulen über die Frühfinanzierung
agrarnaher Start-ups bis hin zur Markt- und Praxiseinführung neuer Technologien
und Produkte. Die Förderinstrumente der Rentenbank sind Zuschüsse,
Nachrangdarlehen und Programmkredite. Die Programmkredite werden
wettbewerbsneutral über die Hausbanken der Endkreditnehmer vergeben. Die
Rentenbank refinanziert Banken, Sparkassen und Gebietskörperschaften mit Bezug
zum ländlichen Raum. Die Bank ist eine bundesunmittelbare Anstalt des
öffentlichen Rechts, deren Grundkapital von der Land- und Forstwirtschaft der
Bundesrepublik Deutschland aufgebracht wurde. Sie unterliegt dem KWG und wird
von der BaFin und der Bundesbank beaufsichtigt. Die Förderbank refinanziert sich
an den Finanzmärkten und gehört zu den wenigen Triple-A-Adressen Deutschlands.
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