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News

07.06.2026 | 16:05:05 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Merz beschwört Kraft der Koalition für nötige Reformen

LINSTOW/BERLIN (dpa-AFX) - Vor den entscheidenden Wochen für die Reformprojekte seiner schwarz-roten Koalition hat Bundeskanzler Friedrich Merz Zuversicht verbreitet, dass die Modernisierung Deutschlands gelingen wird. "Wir schaffen das", sagte er beim Landesparteitag der CDU Mecklenburg-Vorpommerns in Linstow. "Wir können das schaffen, wenn wir alle zusammenstehen und wenn wir wieder ein bisschen mehr an uns selbst auch glauben", ergänzte der CDU-Vorsitzende.

Er weckte damit Erinnerungen an einen berühmten Satz seiner Vorgängerin Angela Merkel. Sie hatte die Worte "Wir schaffen das" 2015 zum Beginn der Flüchtlingskrise gesagt, als Deutschland Hunderttausende Menschen aufnahm.

Merz betonte, Deutschland habe die Kraft für die notwendigen Reformen und einen neuen Aufbruch. "Und ich sage auch: Die Koalition in Berlin - trotz aller Unterschiede, die wir haben und die auch bleiben werden - auch die Koalition in Berlin hat die Kraft und die notwendige Geschlossenheit."

Fünf Wochen für Schnüren eines Reformpakets

Die Bundesregierung will bis zur parlamentarischen Sommerpause ein großes Reformpaket schnüren. Es soll die Themen Einkommensteuer, Arbeitsmarkt, Rente und Bürokratieabbau umfassen. Dazu kommen die bereits vorliegenden Reformen der gesetzlichen Krankenversicherung und der Pflegeversicherung, die noch durch Bundestag und Bundesrat gehen müssen.

An diesem Mittwoch trifft sich der Koalitionsausschuss mit den Sozialpartnern, also Vertretern von Wirtschaft und Gewerkschaften. Es wird dabei vorrangig um die Themen Wachstum und Beschäftigung gehen. Mit vereinten Kräften soll ein Weg raus aus der Schwächephase gesucht werden, in der die deutsche Wirtschaft seit Jahren steckt.

Merz hat beide Seiten aufgefordert, gemeinsame Vorschläge auszuarbeiten, was dazu aus ihrer Sicht nötig ist. "Und ich erwarte, dass die Beteiligten (...) dies auch am nächsten Mittwoch tun", sagte er in Linstow.

Die parlamentarische Sommerpause beginnt nach dem 10. Juli, an dem Bundestag und Bundesrat letztmals vor dem Herbst tagen. Der Bundestag tritt in der nun beginnenden Woche zusammen und hat dann noch zwei weitere Sitzungswochen. Der Koalitionsausschuss soll sich wieder am 30. Juni treffen - dann, um das Reformpaket endgültig auf den Weg zu bringen.

Das Gelingen des Projekts gilt als mitentscheidend für den Fortbestand der Koalition aus CDU/CSU und SPD, die nach den Umfragen immer mehr Vertrauen in der Bevölkerung verliert.

Merz zeichnet Bild eines funktionierenden Landes

Merz betonte in Linstow, die gegenwärtigen Schwierigkeiten ließen sich überwinden, Deutschland könne in relativ kurzer Zeit ganz anders aussehen. Der Kanzler zeichnete das Bild eines wieder funktionierenden und international wettbewerbsfähigen Landes. Deutschland könne ein weltweiter Vorreiter bei modernstem Klimaschutz werden, ein Land mit leistungsfähiger Infrastruktur, zuverlässig fahrenden Zügen, schnell fließenden Daten, sicherer Energie und mit der leistungsfähigsten konventionellen Armee in Europa.

"Das ist keine Utopie", betonte der Kanzler. "Das ist die Realität von morgen, wenn wir gemeinsam anpacken und dieses Land so reformieren, dass wir wieder Chancen haben, vorne zu sein, mitzuhalten, gut zu werden."

Kanzler lobt vor Wahlen Ostdeutschland - keine Aufholregion mehr

Das Reformpaket soll auch ein Signal des Aufbruchs vor den Landtagswahlen im September in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin geben. In den beiden Flächenländern liegt die AfD in den Umfragen auf dem ersten Platz - weit vor der CDU.

Merz ging in Linstow einen Schritt auf den Osten und seine Menschen zu. Ostdeutschland sei wirtschaftlich schon lange nicht mehr die Aufholregion der Republik, sagte er und lobte die hohe Dynamik in Wirtschaft und Wissenschaft. "In relativ kurzer Zeit sind in dieser Region Technologie- und Forschungsstandorte entstanden, die jetzt schon Innovationstreiber für ganz Deutschland sind."

Es könne noch stärker gelingen, Investitionen anzuziehen, junge Menschen im Land zu halten, Spitzenforschung auch an die Ostsee zu bringen. "Dafür braucht es aber eben Weltoffenheit und nicht Abschottung", betonte der Kanzler, der damit ganz offensichtlich auf die AfD und ihren Anti-Migrations-Kurs zielte.

Mehr oder weniger Tempo bei Reformen

Umstritten ist, wie viel Tempo die Bundesregierung bei ihrem Reformkurs zeigen soll. Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte warnte im "Spiegel", die Themen seien "ein bisschen viel" für die Zeit bis zur Sommerpause. Die Bundesregierung sollte sich darauf konzentrieren, was Wachstum auslöse und Arbeitsplätze sichere. "Die höchste Priorität hat für mich deshalb die Steuerreform", sagte der SPD-Politiker, der momentan auch Bundesratspräsident ist.

Die Vorsitzende des Verbands der Familienunternehmer, Christine Ostermann, forderte dagegen mehr Tempo. Der Bundestag solle daher seine Sommerpause ausfallen lassen. "Es darf keinesfalls passieren, dass über den langen Sommer jede Einzelmaßnahme von den verschiedenen Interessengruppen zerpflückt wird und am Ende kaum oder keine Entlastungen für die Unternehmen und ihre Mitarbeiter herauskommen", sagte Ostermann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Sie wurde von Union und SPD allerdings umgehend darauf hingewiesen, dass das politische Geschäft in Berlin auch während der parlamentarischen Sommerpause weitergeht.

07.06.2026 | 16:05:04 (dpa-AFX)
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Aktien Asien: Verluste - Technologiesektor besonders stark unter Druck

SEOUL/TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI (dpa-AFX) - An den asiatisch-pazifischen Aktienmärkten haben die Gewinnmitnahmen am Freitag angehalten. Der Technologiesektor stand wie bereits in den USA auch dort kräftig unter Druck. Die enttäuschenden Zahlen des US-Halbleiterunternehmens Broadcom von wirkten nach.

"Wurde zuvor noch beinahe blind alles gekauft, was mit künstlicher Intelligenz und Halbleitern zu tun hatte, wird jetzt erst einmal Kasse gemacht und auf die entsprechenden Fakten gewartet, die die hohen Bewertungen rechtfertigen können", stellte Andreas Lipkow, Marktanalyst beim Broker CMC Markets, fest.

Zudem hielten sich Marktteilnehmer vor dem US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag zurück. Dabei rücke einmal mehr die Frage in den Vordergrund, ob sich der US-Arbeitsmarkt weiter in Richtung einer weichen Landung bewege oder ein anhaltender Lohnauftrieb die US-Notenbank Fed zu einer längeren Phase hoher Zinsen zwinge, erklärte die Landesbank Baden-Württemberg.

Stärker unter Druck stand der volatile südkoreanische Aktienmarkt. In dem von Halbleiterwerten dominiertem Markt hinterließen die Umschichtungen aus Chipwerten in andere Branchen deutliche Spuren.

Nicht ganz so stark ging es in Japan nach unten. Der Nikkei 225 <JP9010C00002> <XC0009692440> schloss 1,31 Prozent tiefer mit 66.588,12 Punkten, auf Wochensicht lag der Index aber im Plus. Etwas abgefedert wurde der Markt durch Konjunkturdaten, wie die Marktstrategen der Deutschen Bank anmerkten. So seien die Reallöhne im April stärker als erwartet gestiegen und die Ausgaben der Haushalte im Jahresvergleich nicht so stark gesunken, wie man prognostiziert habe.

Verluste gab es auch in China. Der CSI-300-Index <CNM0000001Y0> mit den 300 wichtigsten Werten an Chinas Festlandbörsen verlor zuletzt 1,4 Prozent. Der Hang-Seng-Index <HK0000004322> der Sonderverwaltungszone Hongkong sank um 1,3 Prozent. Im Vergleich zur Vorwoche hielt er sich damit knapp im Plus.

Australische Aktien schlossen sich der Entwicklung an, wobei die Abgaben etwas geringer ausfielen. Der S&P ASX 200 <XC0006013624> gab um 0,7 Prozent auf 8.625,10 Punkte nach./mf/jha/

04.06.2026 | 09:14:41 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Gewinnmitnahmen bremsen Rekordjagd in Japan und Korea
03.06.2026 | 09:10:54 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Japanische Börse erklimmt neue Hochs
02.06.2026 | 09:18:21 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Durchwachsene Tendenz angesichts unklarer Situation im Iran
01.06.2026 | 08:58:27 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Uneinheitlich - Neue Rekordstände in Japan und Südkorea
29.05.2026 | 09:14:10 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Gewinne - Hoffnung auf Einigung zwischen den USA und dem Iran
28.05.2026 | 09:13:56 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Durchatmen nach Rekordjagd