SEOUL/TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI (dpa-AFX) - Die Aktienmärkte in Fernost haben am Donnerstag unterschiedliche Richtungen eingeschlagen. Während es in Japan und Südkorea zu Verlusten kam, verzeichneten andere Börsen Gewinne. Damit verarbeiten die Märkte die positiven US-Vorgaben und den Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen.
Negativ wirkten sich die Wahlergebnisse auf Teile des Technologiemarktes aus. Die Marktstrategen der Deutschen Bank verwiesen auf die Sorge vor stärkerer Regulierung etwa bei Datenzentren. Dies zeigte sich in den deutliche Verlusten von Halbleiterwerten. Das Minus des Philadelphia Semiconductor Index hallte in Südkorea nach und drückte die Notierungen der Schwergewichte Samsung <KR7005930003> Electronics und SK Hynix <KR7000660001>. Der Kospi sank um 5,3 Prozent.
Vergleichsweise deutlich gaben auch japanische Aktien nach. Der Nikkei 225 <JP9010C00002> <XC0009692440> beendete den Handel 1,79 Prozent tiefer mit 61.077,90 Punkten. Die Marktstrategen der Deutschen Bank begründeten dies neben Verlusten im Technologiebereich auch mit dem jüngsten Protokoll der japanischen Notenbank, das die Aussichten auf weitere Zinserhöhungen erhärtet habe.
Besser sah es dagegen bei Einzelwerte wie Toyota <JP3633400001> aus. Der weltgrößte Autobauer rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit noch mehr Gewinn. Die Aktie legte um 14 Prozent zu und kletterte damit auch seit Jahresbeginn leicht ins Plus. Sie hatte bereits vor den Zahlen zugelegt, weil Anleger nach den US-Zwischenwahlen auf weniger Zollgegenwind aus den USA spekuliert hatten.
Sony <JP3435000009> hatte seinen Jahresausblick nach guten Geschäften mit Unterhaltungshits wie dem neuesten Spiderman-Film und dem PlayStation-5-Spiel Marvel's Wolverine erneut angehoben. Sony legte die Resultate zum Börsenschluss in Tokio vor. Zuvor hatte der Aktienkurs mit einem Plus von rund sieben Prozent seinen jüngsten Aufschwung fortgesetzt.
An den übrigen Börsen wirkte sich unterdessen der Rückgang der Ölpreise günstig aus. "Die Hoffnung auf eine veränderte politische Dynamik und eine mögliche Entspannung des Iran-Konflikts hat die Energiepreise deutlich unter Druck gesetzt", stellte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets fest. "Damit verlieren auch die Inflationssorgen vorerst an Intensität." Die Marktstrategen der Deutschen Bank zitierten die Aussage des US-Vizepräsidenten JD Vance, wonach der Iran-Krieg der Grund für die Wahlniederlage der Republikaner gewesen sei. Dies spreche gegen eine weitere Eskalation.
Die chinesischen Börsen knüpften an ihre Vortagesgewinne an. Der CSI-300-Index <CNM0000001Y0> mit den 300 wichtigsten Werten vom Festland legte um 0,3 Prozent zu, der Hang-Seng-Index <HK0000004322> der Sonderverwaltungszone Hongkong kletterte um 3,4 Prozent.
Auch der australische S&P ASX 200 <XC0006013624> verzeichnete Gewinne und stieg um 2,61 Prozent auf 9.065,07 Punkte./mf/jha/