SEOUL/TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI (dpa-AFX) - Die wichtigsten asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag deutlich nachgegeben. Dabei standen besonders die technologielastigeren Börsen unter Druck.
Halbleiterwerte reagierten dabei auf die schwachen Vorgaben aus den USA. Die anhaltenden militärischen Schläge im Iran und der hohe Ölpreise belasteten über die Inflationsseite und steigende Renditen an Anleihemärkten. "Wachstumsaktien leiden besonders unter aufkommender Inflation", stellte Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank fest. "Ihre Gewinne liegen in der Zukunft und sind bei höheren Teuerungsraten heute weniger wert - weil der Zins steigt."
Der volatile südkoreanische Leitindex Kospi <KRD020020008> sank um 5,7 Prozent. Die im Wochenverlauf aufgebauten Gewinne wurden damit wieder abgegeben. Samsung <KR7005930003> und Hynix lagen auffallend im Minus. Sie litten damit nicht nur unter der Schwäche des Halbleitersektors, sondern reagierte auch auf Verkäufe durch Hedge Fonds, die so Mittel für den anstehenden Börsengang des Speicherchipherstellers CXMT Corp in China aufbauen wollen.
Japanische Aktien standen ebenfalls unter Druck. Der Nikkei 225 <JP9010C00002> <XC0009692440> verlor 2,73 Prozent auf 64.611,15 Punkte. Unter Druck standen dabei Werte wie Softbank <JP3436100006>. Inflationsdaten für Juni bewegten sich zwar im Rahmen der Erwartungen, wie die Marktstrategen der Deutschen Bank anmerkten. Dies änderte aber nichts an den neu entstandenen Inflations- und Zinssorgen.
Auch die chinesischen Börsen schwächelten. Der Hang-Seng-Index <HK0000004322> der Sonderverwaltungszone Hongkong verlor 1,3 Prozent, während der CSI-300-Index <CNM0000001Y0> mit den wichtigsten Werten der chinesischen Festlandbörsen um 1,4 Prozent fiel.
Nicht ganz so stark waren die Abgaben in Australien. Der Leitindex S&P ASX 200 <XC0006013624> sank um 0,75 Prozent auf 8.772,30 Punkte. Die Marktstrategen der Deutschen Bank verwiesen auf Einkaufsmanagerindizes von S&P, die besser als erwartet ausgefallen seien./mf/mis