NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Dienstag leichte Verluste verzeichnet. Am Markt wird auf eine wahrscheinliche Teilnahme Irans an neuen Verhandlungen mit den USA in Islamabad verwiesen. Die Gespräche sollen noch vor dem Auslaufen der derzeitigen Waffenruhe stattfinden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im Juni kostete zuletzt 94,41 Dollar und damit 1,12 Prozent weniger als am Vortag. Bei der US-Sorte WTI gab es eine ähnliche Bewegung.
Medienberichten zufolge steht die US-Delegation um US-Vizepräsident JD Vance vor einer Abreise Richtung Pakistan. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, gab sich dem Sender Fox News gegenüber zuversichtlich, dass die USA ein "wirklich gutes Abkommen" schließen würden. Die USA stünden kurz vor einer Einigung, sagte Leavitt weiter. Zentraler Streitpunkt bleibt derweil die US-Seeblockade iranischer Schiffe und Häfen. US-Präsident Donald Trump teilte auf Truth Social mit, dass er an der Blockade festhalte, bis es eine Vereinbarung gebe. Teheran knüpft die Teilnahme an Gesprächen nach Angaben aus pakistanischen Sicherheitskreisen jedoch an die Aufhebung der Seeblockade.
Sollten die USA und der Iran vor Mittwochabend Washingtoner Zeit keine neue Vereinbarung treffen, könnte der Krieg erneut losbrechen. Trump hatte für den Fall erneut mit zerstörerischen Angriffen gedroht. Wegen der verfahrenen Lage insbesondere in der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus waren die Ölpreise zuletzt wieder deutlich gestiegen. Die Ölpreise waren in den vergangenen Tagen starken Schwankungen ausgesetzt, da sich die Einschätzungen zum Stand der Verhandlungen und zur Schiffbarkeit der Straße von Hormus rasch änderten.
Entweder bewege man sich in Richtung einer Art Deeskalation, oder es werde eine länger anhaltende Störung der Energieversorgung geben, sagte Dilin Wu, Research-Stratege bei Pepperstone Group am Morgen. "Der Markt wird in den nächsten 24 Stunden extrem sensibel auf jede neue Schlagzeile reagieren."/stk/nas