PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - An den europäischen Börsen haben am Dienstag steigende Ölpreise und wachsende Inflationssorgen die Stimmung getrübt. Druck kam dabei vom Anleihemarkt.
"Steigt das Öl, steigen die Inflationssorgen - und damit geraten auch die Renditen am Anleihemarkt stärker in den Fokus", stellte Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets fest. Gerade die inzwischen erreichte Höhe der Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe könne auch der Aktienmarkt nicht ignorieren.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> verlor am Dienstag 0,95 Prozent auf 6.468,17 Punkte. Auch in Frankreich, Italien und Spanien verbuchten die Börsen Verluste.
Außerhalb des Euroraums sah es etwas besser aus: So legte der schweizerische Leitindex SMI <CH0009980894> um 0,13 Prozent auf 14.320,90 Punkte zu. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> schloss mit plus 0,07 Prozent auf 10.728,04 Zähler.
Europaweit schwächster Sektor waren die Technologiewerte <EU0009658921>. Infineon <DE0006231004> verloren am EuroStoxx-Ende 7,6 Prozent. Siemens Energy <DE000ENER6Y0> sanken um 5,2 Prozent. ASML <NL0010273215> büßten 4,9 Prozent ein. Nach der jüngsten Erholung kam es also wieder zu Verlusten im Halbleiter- und KI-Segment.
Der Sektor reagiert sensibel auf die Renditeentwicklung am Anleihemarkt, da viele Unternehmen im Zug des Booms der KI ihre Kapazitäten ausgeweitet haben. "Volatilität an den Zinsmärkten könnte den KI-Optimismus dämpfen, da die Investitionen zunehmend fremdkapitalfinanziert und damit zinsabhängiger sind", merkte Jochen Stanzl, Marktanalyst der Consorsbank, dazu an.
Gefragt waren Aktien aus dem Pharmasektor <EU0009658723>. Bayer <DE000BAY0017> und Argenx <NL0010832176> waren im EuroStoxx unter den größten Gewinnern mit Kurszuwächsen von jeweils etwas mehr als 1,7 Prozent. Argenx setzten ihren Rekordlauf damit fort./ajx/he