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News

01.08.2026 | 15:35:02 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Migranten verlassen Ceuta - Druck auf Spanien steigt

CEUTA/ROM (dpa-AFX) - Nach dem Ansturm Zehntausender Migranten auf die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika erhöhen mehrere EU-Länder den Druck auf Spanien. In einem Brief, den auch Bundeskanzler Friedrich Merz unterzeichnet hat, äußern 22 der 27 Staats- und Regierungschefs große Besorgnis über die Lage und werfen Madrid indirekt vor, mit jüngsten Entscheidungen Menschen Anreize gegeben zu haben, den Weg in die EU zu wagen.

50.000 bis 60.000 Menschen hatten es innerhalb kurzer Zeit von Marokko aus nach Ceuta geschafft, mindestens 67 Menschen kamen bei dem Versuch ums Leben. Einsatzkräfte suchten das Meer weiter ab.

Nach Angaben der spanischen Regierung sind mittlerweile fast alle Migranten nach Marokko zurückgekehrt. Angesichts kaum vorhandener Aussichten auf eine Weiterreise sowie fehlender Unterkunft und Versorgung hätten die Menschen enttäuscht und freiwillig die Rückreise angetreten, berichtete die Zeitung "El País".

Spanien am Pranger

Die Bilder der Zehntausenden Menschen, die sich - auch schwimmend und kletternd - Zugang zur spanischen Exklave verschafften, lösten große Unruhe in der EU aus. Es kursieren verschiedene Erklärungsversuche, wie es so weit kommen konnte. Dabei geraten die Menschen in den Hintergrund - auch die Toten werden in dem von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen initiierten Brief an die EU-Spitzen nicht erwähnt.

Stattdessen prangert das Schreiben eine Maßnahme der spanischen Regierung gegen den Arbeitskräftemangel zur Legalisierung von rund 500.000 irregulären Migranten an. Man müsse sich mit politischen Maßnahmen auseinandersetzen, die Anreize für Migration geben könnten, heißt es - und an dieser Stelle wird ausdrücklich die "Legalisierung einer sehr großen Zahl irregulärer Migranten" genannt. Profitieren sollen von dieser Maßnahme allerdings Asylbewerber, die ihren Antrag vor Ende 2025 gestellt haben - keine Neuankömmlinge.

Zudem stellt der Brief eine Verbindung zwischen dem Ansturm und einem Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs her. Die Entscheidung sei "benutzt worden, um diesen Angriff auszulösen und unser Migrations- und Asylsystem zu missbrauchen".

Das Gericht hatte entschieden, dass die sofortige Zurückweisung von Migranten nur dann zulässig ist, wenn diese beim irregulären Grenzübertritt einen Zaun oder eine andere Sperre überwunden haben. Für Menschen, die über einen unbefestigten Abschnitt wie das Meer nach Spanien gelangen, sei eine Einzelfallprüfung nötig.

Neben Spanien und Irland haben Frankreich, Luxemburg und Portugal das Schreiben nicht unterzeichnet.

Der staatliche spanische Sender RTVE berichtete, Regierungschef Pedro Sánchez habe sich seinerseits in einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über das Verhalten einiger Mitgliedstaaten in der Ceuta-Krise beschwert. Darin soll Sánchez beklagt haben, dass einige "von Vorurteilen, Falschmeldungen, Unwissenheit oder politischen Interessen" getrieben seien. Er erinnerte daran, dass Ceuta nicht zum Schengen-Raum gehöre, was bedeutet, dass sie von dort nicht einfach in andere EU-Länder weiterreisen können.

Am Freitag hatte Sánchez auf X dazu aufgerufen, an einem starken und geeinten Europa weiterzubauen - und Europa nicht zu spalten. "Solidarität und Mitgefühl sind freiwillig", schrieb er. Die Achtung der europäischen Verträge sei es jedoch nicht.

EU-Kommissar versichert: Kein Migrant ist aufs Festland gekommen

EU-Migrationskommissar Magnus Brunner hatte bereits am Freitag angesichts der politischen Diskussion nach einem Telefonat mit Spaniens Außenminister José Manuel Albares versichert: "Keine einzige Person hat die Grenze zum EU-Festland überschritten."

Italien hatte am Freitag nach Angaben der rechten Regierung in Rom das Schengen-Abkommen über den freien Personenverkehr in der EU gegenüber Spanien vorübergehend ausgesetzt. Bei Reisen mit dem Flugzeug oder Schiff sollen wieder Grenzkontrollen durchgeführt werden.

Was ist der Schengen-Raum?

Der Schengen-Raum ist ein Gebiet in Europa, in dem Menschen grundsätzlich ohne Grenzkontrollen reisen können. Dazu gehören insgesamt 29 Länder, darunter EU-Staaten wie Deutschland und Frankreich, aber auch Nicht-EU-Länder wie die Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein. Ceuta und Melilla gehören nicht zum Schengen-Raum. Ein dauerhafter Ausschluss eines Landes aus dem Schengen-Raum gegen dessen Willen ist in den EU-Regeln nicht vorgesehen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bekundete Solidarität mit Spanien, ließ aber zugleich die Kontrollen an der gemeinsamen Grenze verstärken. Bundeskanzler Merz forderte die spanische Regierung auf, die Situation schnellstmöglich wieder in den Griff zu bekommen. "Der Schutz der Außengrenzen der Europäischen Union ist entscheidend für die Bekämpfung illegaler Migration", betonte der CDU-Politiker.

Ceuta ist kleiner als der Frankfurter Flughafen

Ceuta hat weniger als 85.000 Einwohner und ist mit einer Fläche von nur 18,5 Quadratkilometern etwas kleiner als der Frankfurter Flughafen. Die Exklave ist von Marokko und dem Mittelmeer umschlossen. Wegen der Krise in dem Gebiet herrschte auch in der zweiten spanischen Exklave in Nordafrika Alarmbereitschaft. Am Freitagabend sollen Hunderte Menschen versucht haben, sich Zugang nach Melilla zu verschaffen, wie Medien berichteten. In der Nacht kontrollierten zahlreiche Streifenwagen der Guardia Civil den Grenzverlauf./lkl/DP/zb

01.08.2026 | 15:15:16 (dpa-AFX)
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ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx etwas höher - FTSE mit Rekord

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas Aktienmärkte haben am Freitag nachlassende Gewinne verzeichnet. Die massive Erholung der Halbleiteraktien in Asien ließ die Märkte aufatmen, doch in den USA kam sie nach dem Auftakt an der technologielastigen Nasdaq-Börse dann schnell zum Erliegen. Dies bremste dann auch in Europa das Aktienumfeld, zumal die Ölpreise als Auswirkung des anhaltenden Iran-Kriegs wieder etwas stiegen.

Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> schaffte es am Vormittag mit knapp 6.422 Punkten ganz dicht an seinen Rekord, der mit 6.431 Zählern fast vier Wochen alt ist. Über die Ziellinie ging der Eurozonen-Leitindex dann aber nur noch bei 6.358,01 Punkten. Aus dem 1,2-prozentigen Spitzenplus wurde ein nur noch moderater Anstieg um 0,2 Prozent. Die Woche beendete er 1,2 Prozent höher und im Juli hat er ein halbes Prozent gewonnen.

Außerhalb des Euroraums entfernte sich der SMI <CH0009980894> mit einem Abschlag von 0,32 Prozent auf 14.346,14 Punkte etwas weiter von seinem Rekord, den der Schweizer Leitindex am Mittwoch aufgestellt hatte. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> konnte seine Bestmarke nochmals leicht auf 10.989 Punkte steigern, scheute aber erneut einen Versuch, die 11.000er Marke anzugreifen. Am Ende gab er um 0,27 Prozent auf 10.868,05 Punkte nach.

Im Tech-Sektor wendete sich das Bild etwas. Infineon <DE0006231004> blieb zwar mit 3,7 Prozent ein großer Gewinner, doch die Aktien des Chipindustrieausrüsters ASML <NL0010273215> verloren am Ende 0,4 Prozent. In den USA tat sich der Nasdaq-Index nach einem starken Auftakt zuletzt schwer damit, im Plus zu bleiben. Während nach Microsoft <US5949181045> am Vortag nun die Amazon <US0231351067>-Zahlen gefeiert wurden, enttäuschte der iPhone-Hersteller Apple <US0378331005>.

In Europa wurden Einzelwerte einmal mehr von Quartalszahlen bewegt. Zu den positiven Überraschungen gehörte der Baukonzern Saint-Gobain <FR0000125007> mit einem Kurssprung um fast sieben Prozent. Dessen Geschäfte hatten sich nach einem schwachen Jahresauftakt im zweiten Quartal belebt. Die Erwartungen seien auf breiter Basis übertroffen worden, lobten die Analysten von RBC.

Insgesamt war die Entwicklung im Baustoffsektor aber durchwachsen, so rutschten die Titel von Holcim <CH0012214059> in Zürich um 2,8 Prozent ab. Der Zementkonzern hatte mit seinen Halbjahreszahlen die Markterwartungen zwar übertroffen und den Ausblick erhöht. Eine Reihe von Investoren hätte sich beim Betriebsgewinn aber eine kräftigere Erhöhung des Ausblicks gewünscht, hieß es.

Im Finanzsektor glänzte mit Crédit Agricole <FR0000045072> ein weiteres Bankhaus mit guten Zahlen, die einen Anstieg um 2,6 Prozent zur Folge hatten. Nicht ganz so gut kamen dagegen die Zahlen des Versicherers Axa <FR0000120628> an. Solide, aber unspektakulär, hieß es hierzu von der RBC. Anleger waren damit nicht zufrieden, wie ein Abschlag von 0,6 Prozent zeigt.

Der zweitbeste Branchenindex nach den wieder anziehenden Öl- und Gaswerten waren die Versorger. Hier legten Engie <FR0010208488> um vier Prozent zu. Das Unternehmen erhöhte seine Jahresprognose und baut dabei auf Kosteneinsparungen und schwankende Energiepreise.

Am Ende des europäischen Branchenfeldes lagen abgeschlagen die Medienwerte. Der Sektor litt unter dem Kurseinbruch um 25 Prozent bei Universal Music <NL0015000IY2>, der auch die Titel des Großaktionärs Vivendi <FR0000127771> mit fast 20 Prozent ins Minus zog. Sie reagierten damit auf die Quartalszahlen des Musikkonzerns. Bei Bernstein war von einer Enttäuschung auf allen Ebenen die Rede. Nach den schwachen Zahlen zum ersten Quartal habe man nun eigentlich auf eine Verbesserung gesetzt./tih/he

31.07.2026 | 18:03:22 (dpa-AFX)
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30.07.2026 | 18:30:21 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Berichtssaison sorgt für Gewinne - KI-Erholung
30.07.2026 | 18:03:17 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Berichtssaison sorgt für Gewinne - KI-Erholung
30.07.2026 | 12:19:08 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Gewinne - Quartalszahlen überwiegend solide