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News

11.05.2026 | 20:18:25 (dpa-AFX)
ROUNDUP 3/Hantavirus: Vier Schiffspassagiere nach Deutschland gebracht

(Aktualisierung: Äußerungen Kapitän und Details im Hafen von Granadilla)

FRANKFURT/BERLIN (dpa-AFX) - Vier der vom Hantavirus-Ausbruch auf einem Schiff betroffenen deutschen Passagiere stammen dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) zufolge aus Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen. Keiner von ihnen habe bisher Symptome. Die Passagiere wurden zunächst im Uniklinikum Frankfurt aufgenommen und sollten dann in die jeweiligen Bundesländer gebracht werden.

Zu erwarten sei, dass sie an ihren Wohnorten in häusliche Quarantäne kommen, teilte das Ministerium mit. "Während der nächsten Wochen werden die Kontaktpersonen kontinuierlich und engmaschig auf Symptome überwacht", hieß es. Über die konkreten Maßnahmen entscheiden die jeweils zuständigen Gesundheitsämter.

Wochen bis zum kompletten Aufatmen

Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann es Experten zufolge bei diesem Erreger bis zu 45 Tage dauern. Falls doch noch eine Person erkranken sollte, könne sie in speziellen Zentren nach besten medizinischen Standards und sicher behandelt werden, teilte das BMG mit. Insgesamt starben bisher drei Passagiere der "Hondius", bei denen eine Infektion mit der Unterart Andesvirus nachgewiesen wurde oder vermutet wird.

Ein weiterer deutscher Passagier war nach Großbritannien geflogen worden, wie die britische Nachrichtenagentur PA berichtete. Der Deutsche lebe in Großbritannien. Vom Landesgesundheitsamt Niedersachsen hieß es, eine Person aus Niedersachsen sei auf dem Schiff gewesen und befinde sich nach Absprache im Ausland - ob Großbritannien gemeint war oder es sich um einen weiteren Menschen handelte, blieb zunächst unklar.

WHO sieht Ehepaar als Ausgang der Infektionskette

Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von einem niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien mit dem südamerikanischen Andesvirus angesteckt haben könnte. Es wird wie alle Hantaviren in der Regel von Nagetieren übertragen.

Das Andesvirus ist das einzige Hantavirus, das auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden kann. Es gab in den vergangenen Jahrzehnten jedoch nur einige wenige erfasste Ausbrüche in Südamerika, die alle rasch wieder abebbten. Auch im aktuellen Fall sehen Experten kein Risiko für eine umfassende Ausbreitung des Erregers.

Die Besonderheit diesmal ist lediglich, dass das Virus zufällig auf einem Kreuzfahrtschiff mit vielen Passagieren aufgetreten ist. Da die Symptome denen verschiedener Atemwegserkrankungen ähneln, war erst verzögert auf das Hantavirus getestet worden. Erst dann kamen strengere Isolierungs- und Überwachungsmaßnahmen in Gang. Dadurch war es anfangs zu einigen Ansteckungen gekommen.

Am Sonntag waren erste Sonderflüge von der Kanareninsel Teneriffa - wo die "Hondius" nach mehreren Wochen auf See angelegt hatte - gestartet, um die Menschen vom Schiff aus insgesamt 23 Nationen unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimat zu bringen.

Kapitän der "Hondius" lobt "Zusammenhalt" der Passagiere

Der Kapitän der "Hondius", Jan Dobrogowski, hat sich erstmals in einer Videobotschaft zu der Krise geäußert. Er bedankte sich bei seiner Besatzung und den Passagieren für "Geduld, Disziplin und Freundlichkeit". "Diese vergangenen Wochen waren extrem anstrengend", sagte der aus Polen stammende Kapitän. Die Menschen hätten aber unter diesen schwierigsten Umständen "Fürsorge, Zusammenhalt und Kraft" gezeigt.

Er habe gesehen, dass "Menschen einander vertrauen können, auch wenn nicht sofort Hilfe bereitsteht". Allen Menschen an Bord wünschte der Kapitän eine sichere Heimreise.

Einzelne Meldungen aus Frankreich und den USA

Inzwischen wurde auch eine Französin positiv auf das Virus getestet. Der Zustand der Frau habe sich in der Nacht verschlechtert, sagte Frankreichs Gesundheitsministerin Stéphanie Rist dem Sender France Inter. Nach Angaben des US-Gesundheitsministeriums zeigte von den 17 Landsleuten, deren Rückholung die Regierung organisierte, einer milde Symptome. Bei einem weiteren habe ein PCR-Test "mild positiv" angeschlagen. PCR-Tests können bereits eine sehr geringe Virenmenge nachweisen.

Einen größeren Anstieg der Fallzahl gibt es weiterhin nicht - und Experten rechnen wegen der geringen Ansteckungsfähigkeit des Erregers auch nicht mit ihm. Mit Blick auf den dieser Tage mitunter gezogenen Vergleich mit dem Coronavirus sagte Lars Schaade, Leiter des Robert Koch-Instituts (RKI) im ZDF-"heute journal": "Das ist ein ganz anderes Virus, und die Gefahr ist überhaupt nicht vergleichbar." Sehr viele andere Erreger wie etwa das Masernvirus sind wesentlich - um ein Vielfaches - ansteckender als das Andesvirus.

Das Andesvirus sei zudem schon lange bekannt und gut einschätzbar, hieß es weiter. Bislang sei es immer gelungen, "die Ausbruchssituation entsprechend unter Kontrolle zu bringen".

Verbliebene Passagiere sollten ausgeflogen werden

Auf der "Hondius" waren zuletzt insgesamt 140 bis 150 Reisegäste, Besatzungsmitglieder und begleitende Experten. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums war darunter eine mittlere einstellige Zahl deutscher Staatsangehöriger. Am Dienstagabend sollten die letzten Passagiere der "Hondius" von Teneriffa aus in die Niederlande ausgeflogen werden, mit dabei sollte auch ein deutsches Crewmitglied sein, wie das niederländische Außenministerium mitteilte.

Die "Hondius" wurde kurz vor ihrer geplanten Abfahrt von Teneriffa in die Niederlande, unter deren Flagge sie fährt, doch noch an einem Pier festgemacht. Grund sei aufkommender Wind, der die Abholung der Passagiere wie am Vortag in kleinen Booten zu schwierig machen würde, sagte eine Korrespondentin des staatlichen spanischen TV-Sender RTVE in einer Liveschalte vom Hafen von Granadilla im Süden von Teneriffa. In dem Hafen ankerte die "Hondius" bisher.

Kritik und Ängste auf Teneriffa

Die Tatsache, dass das Schiff nun doch mit dem Land verbunden ist, dürfte für Kritik und neue Ängste auf der Insel sorgen. Die Regionalregierung der Kanaren hatte im Vorfeld darauf bestanden, dass die "Hondius" nicht anlegt, weil sie Sorge hatte, Mäuse mit dem Hantavirus könnten an Land gelangen.

Die spanische Gesundheitsministerin Mónica García hatte das jedoch unter Berufung auf Experten als für ausgeschlossen bezeichnet. Zudem gab es keine Informationen, dass überhaupt Mäuse an Bord seien. Stattdessen wurde vermutet, dass sich einer oder mehrere Passagiere vor Beginn der Kreuzfahrt in Südargentinien an Land infiziert haben könnte und das Virus so an Bord gelangte.

Die Ausschiffung der letzten Menschen an Bord wurde am Abend erwartet. Anschließend sollte die "Hondius" mit einer Restbesatzung Richtung Niederlande in See stechen./hus/DP/he

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11.05.2026 | 18:36:08 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Iran-Hängepartie bremst den Wochenauftakt

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Mangels Fortschritten in den Gesprächen zur Beendigung des Iran-Kriegs hat der EuroStoxx 50 <EU0009658145> am Montag leicht nachgegeben. Der Weg zur Wiederöffnung der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus bleibe ungewiss, schrieben die Experten der Großbank UBS um den Investmentchef Mark Haefele.

US-Präsident Donald Trump und der Iran hatten jeweils Friedensvorschläge der Gegenseite zur Beilegung des Konflikts als nicht akzeptabel zurückgewiesen. Wieder anziehende Ölpreise und damit erneut einhergehende Inflationssorgen waren die Folge.

Der Leitindex der Eurozone verlor 0,27 Prozent auf 5.895,45 Punkte. Außerhalb des gemeinsamen Währungsraums legte der schweizerische SMI <CH0009980894> minimal auf 13.101,33 Zähler zu. Der Londoner FTSE 100 <GB0001383545> (Footsie ) zeigte sich dank Gewinnen bei den Rohstoffwerten robuster, indem er um 0,36 Prozent auf 10.269,43 Punkte stieg.

In der europäischen Sektorwertung waren die Telekom-Werte stark gefragt, die allgemein als defensivere Anlagevariante angesehen werden. Dabei stachen die im Stoxx Europe 600 Telecommunications <EU0009658624> und im FTSE 100 enthaltenen Titel von Airtel Africa <GB00BKDRYJ47> positiv heraus, die an der "Footsie"-Spitze 14,5 Prozent höher aus dem Handel gingen. Bei dem Unternehmen hatte es Spekulationen darüber gegeben, dass Mehrheitsaktionär Bharti Airtel seine Beteiligungsstruktur neu ordnen könnte.

Asos <GB0030927254> stiegen um 6,7 Prozent. Der Verkauf eines Logistikzentrums an die Supermarktkette Marks & Spencer <GB0031274896> überraschte positiv. Die Vereinbarung wird zu einem signifikanten einmaligen Vorsteuergewinn führen. Für die Aktien von Marks & Spencer ging es um 2,8 Prozent nach unten.

Die Anteile von IAG <ES0177542018> zogen um 6,4 Prozent an. Die Fluggesellschaft-Holding hatte den Haltern einer Anleihe ein Wandlungsangebot unterbreitet.

Am EuroStoxx-Ende fielen die Aktien von LVMH <FR0000121014> um 4,4 Prozent. Das Wachstum in Europas Luxusbranche bleibe schwach, schrieb Analyst Nick Anderson von der Privatbank Berenberg. Er sieht die aktuelle Kurserholung als "Bärenmarktrally" und rät, sie zum Ausstieg zu nutzen.

Die Titel von Argenx <NL0010832176> zogen um drei Prozent an. Sie profitierten von einer Zulassungserweiterung in den USA für das Medikament Vyvgart gegen die Autoimmunkrankheit Myasthenia gravis.

Die Streichung einer Kaufempfehlung durch Bank of America (BofA) ließ den Kurs des französischen Autobauers Renault <FR0000131906> um 2,3 Prozent sinken - etwas stärker als bei den ebenfalls abgestuften Aktien von Stellantis <NL00150001Q9>, die aber auch über dem Sektorschnitt <EU0009658681> um 1,8 Prozent fielen. Die Titel des Opel- und Peugeot-Mutterkonzerns bewertet die US-Bank nun mit "Underperform". Damit schätzt BofA Stellantis als einen der am wenigsten attraktiven Werte in ihrem Beobachtungsuniversum ein. "Chinas Expansion in Europa beschleunigt sich", schrieb Analyst Horst Schneider und verwies auf Ölpreis-Risiken und das Thema Treibstoffeffizienz, das die Nachfrage zunehmend verändere: "Gesamtbetriebskostenvorteile von Elektrofahrzeugen verstärken den Druck auf den Massenmarkt."/la/he

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ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Anleger machen nach jüngsten Gewinnen Kasse