PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Freitag etwas nachgegeben. Damit machten sich nach dem starken Jahresauftakt erste Bremsspuren bemerkbar. Die Marktteilnehmer gingen zum Wochenschluss zunehmend vorsichtig vor und lehnten sich nicht zu weit aus dem Fenster, erklärte Marktexperte Andreas Lipkow. "In der aktuellen Situation scheint es ratsamer zu sein, sich auch mal an den Seitenlinien aufzuhalten und nicht zu forsch an den Aktienmärkten zu agieren."
Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> schloss 0,19 Prozent tiefer bei 6.029,45 Punkten. Daraus resultierte ein Wochengewinn von rund einem halben Prozent. Der britische Leitindex FTSE 100 <GB0001383545> sank am Freitag um 0,04 Prozent auf 10.235,29 Zähler. Für den Schweizer SMI <CH0009980894> ging es um 0,47 Prozent auf 13.413,59 Punkte nach unten.
Zu den europaweit stärksten Sektoren gehörten die Pharmawerte. Hier ragten Novo Nordisk <DK0062498333> mit einem Aufschlag von 6,5 Prozent heraus. Die Aktie profitierte von einer Zulassung in Großbritannien für eine höhere Dosierung des Gewichtssenkers "Wegovy". Zudem werden Analysten immer zuversichtlicher. Die Experten von Berenberg und der Bank of America erhöhten ihre Kursziele, während die Deutsche Bank von einem ihrer aussichtsreichsten Werte sprach. Der Kurs von Novo Nordisk hatte sich 2025 nahezu halbiert. Seit Jahresbeginn geht es jedoch kräftig nach oben.
Aber nicht alle Pharmawerte glänzten. Sanofi <FR0000120578> etwa gaben um 1,0 Prozent nach. Die Schweizer Großbank UBS hatte das Kursziel von 105 auf 88 Euro gesenkt und die Aktien von "Buy" auf "Neutral" abgestuft. Den Franzosen fehle es an neuen Medikamenten aus der Forschungspipeline, die Mittel mit auslaufendem Patentschutz ersetzen könnten, schrieb Analyst Matthew Weston.
Rohstoffwerte schwächelten ebenfalls. Nach dem Höhenflug des Sektors in den Vormonaten setzte am Freitag eine Konsolidierung ein. Zu den weniger gefragten Segmenten gehörten auch die Luxuswerte.
Aktien von Richemont <CH0210483332> sackten um 5,4 Prozent ab und weiteten damit die Verluste vom Vortag aus. Die Bank of America hatte den Schweizer Wert von "Buy" auf "Neutral" abgestuft. Nach der Erholungsrally seit August liege die Bewertung des europäischen Luxussektors über dem historischen Schnitt, hieß es in einem Branchenausblick auf 2026. Die "Anlagestory" von Richemont biete zunächst kaum noch Potenzial./edh/nas