PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die europäischen Börsen haben am Mittwoch kaum verändert tendiert. Der Iran-Krieg und zuletzt stark gestiegene Renditen an den Anleihemärkten lasten auf der Stimmung. Anleger warten zudem auf das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank am Abend. "Die Anleger werden genau hinschauen, wie die US-Notenbank die weitere Entwicklung von Inflation und Zinsen einschätzt", so Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. "Gerade vor dem Hintergrund der gestiegenen Anleiherenditen könnte hier der nächste Impuls für die Märkte kommen."
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> notierte am Mittag kam verändert bei 6.473 Punkten. Außerhalb des Euroraums sah es ähnlich aus. Der Schweizer Leitindex SMI <CH0009980894> trat ebenfalls auf der Stelle, während der britische FTSE 100 <GB0001383545> um 0,18 Prozent auf 10.708,67 Punkte sank.
Die Einzelsektoren präsentierten sich insgesamt wenig verändert. Vergleichsweise stark waren die Bau- und Baustoffwerte. Dabei ragten Aktien der Schweizer Geberit mit sieben Prozent Aufschlag heraus. Die am Morgen vorgelegten Zahlen zum ersten Halbjahr 2026 hatten mehrheitlich am oberen Rand der Erwartungen gelegen. Zudem hatte die Prognose für das Umsatzwachstum im Gesamtjahr überzeugt.
Schwächer tendierten dagegen die Nahrungs- und Getränketitel. Hier verloren Aktien von Carlsberg <DK0010181759> 1,4 Prozent. Der dänische Bierproduzent hatte Zahlen zum ersten Halbjahr mitgeteilt, die von den Analysten der kanadischen RBC als enttäuschend bezeichnet wurden.
Keine Begeisterung entfachten auch die Ergebnisse von DocMorris <CH0042615283>. Zwar habe die Online-Apotheke im ersten Halbjahr einen Schritt in Richtung Profitabilität in der zweiten Jahreshälfte gemacht, schrieb Analyst Martin Comtesse von Jefferies. Er verwies allerdings darauf, dass die außerordentlichen Kosten auf Jahressicht stark gestiegen seien. Grund sei unter anderem eine Restrukturierung im Zusammenhang mit der Nutzung Künstlicher Intelligenz. Die Aktie fiel um 6,5 Prozent./mf/mis