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News

08.02.2026 | 13:19:14 (dpa-AFX)
Tschentscher kritisiert maritimen Koordinator

HAMBURG (dpa-AFX) - Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) wünscht sich vom maritimen Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß (CDU), bei der Hafenfinanzierung mehr Unterstützung. Zugleich monierte er, dass der Hamburger CDU-Bundestagsabgeordnete als Koordinator nicht die von allen Küstenländern getragenen Positionen unterstütze.

"Wir brauchen - und das war auch zugesagt - die Unterstützung der Hamburger CDU-Abgeordneten in Berlin für die Interessen ihrer Heimatstadt", sagte Tschentscher der Deutschen Presse-Agentur. "Der maritime Koordinator hat die Aufgabe, die Hafenpolitik voranzubringen." Dies funktioniere aber nur, wenn Ploß die Positionen der Länder vertrete - was aus Sicht des Bürgermeisters bisher nicht der Fall sei.

Küstenländer fordern für Seehäfen mehr Geld vom Bund

Hamburg und die anderen Küstenländer verlangen seit langem vom Bund deutlich mehr Investitionen in die Hafeninfrastruktur. Bislang erhalten alle Seehäfen zusammen 38 Millionen Euro pro Jahr. Nötig sind aber nach Berechnungen des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe und des Deutschen Gewerkschaftsbunds rund 500 Millionen Euro.

Auch Ploß hatte sich noch Ende 2024 - damals noch in der Opposition - in einem Konzeptpapier für die Bundestagswahl dieser Forderung angeschlossen.

Tschentscher: Finanzierung der Häfen ist nationale Aufgabe

Die Instandhaltung der Seehäfen, über die ein Großteil des deutschen Außenhandels abgewickelt werde und denen auch für die Verteidigung eine entscheidende militärische Bedeutung zukomme, sei eine nationale Aufgabe, sagte Tschentscher. Deshalb müsse sich der Bund auch stärker an der Finanzierung beteiligen.

Bisher werde in Berlin aber nur auf den vom Bund aufgelegten Investitionsfonds für Länder und Kommunen verwiesen, aus dem Infrastrukturprojekte finanziert und die Modernisierung des Landes vorangebracht werden sollen. "Das würde aber bedeuten, dass wir die kompletten Beträge, die wir in Hamburg aus dem Investitionsfonds bekommen, eben nicht für Schulen, für Kultur, für Polizei oder für Straßen und Brücken einsetzen könnten, sondern alles in den Hafen lenken müssten", sagte Tschentscher.

Tschentscher: Ploß keine Hilfe - "eher das Gegenteil"

Alle norddeutschen Länder würden dadurch benachteiligt, "wenn sie die Gelder, die der Bund allen Ländern zur Verfügung stellt, nicht dafür nutzen könnten, wofür sei eigentlich gedacht sind". Dass sie diese Position des Bundes geschlossen ablehnen, wisse man auch im Kanzleramt sowie im Wirtschafts- und Verkehrsministerium - allesamt CDU-geführt, sagte Tschentscher.

"Alle drei kennen diese Position und signalisieren uns auch, dass sie an einer Lösung arbeiten. Nur der maritime Koordinator hilft leider gar nicht." Zwar habe auch Ploß bekundet, Hamburger Interessen vertreten zu wollen. "Aber er vertritt dezidiert eine Position, die alle fünf norddeutschen Länder ablehnen", sagte der Bürgermeister. "Das ist ein Problem, weil es keine Hilfestellung ist - es ist eher das Gegenteil."

1,3 Milliarden Euro für Bremerhaven "in Nacht-und-Nebel-Aktion"

Noch immer empört zeigte sich Tschentscher über die 1,3 Milliarden Euro, die Bremerhaven im November vom Haushaltsausschuss des Bundestages zugeschlagen bekommen hatte. Das Geld soll dort in den kommenden Jahren in den Ausbau verteidigungswichtiger Hafeninfrastruktur fließen. Für Bremerhaven sei das zwar eine gute Nachricht, erklärte Tschentscher. Es habe sich allerdings um eine "Nacht-und-Nebel-Aktion" gehandelt, "über die noch nicht einmal die Mitglieder der Bundesregierung vernünftig informiert wurden".

Deshalb seien sowohl der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther - "der ja bekanntermaßen ein CDU-Parteibuch in der Tasche trägt - als auch die anderen SPD-geführten Küstenländer not amused über diese Entscheidung, die einfach unkoordiniert und damit unvertretbar ist", sagte Tschentscher. Und auch da stelle sich ihm die Frage: "Was koordiniert eigentlich der maritime Koordinator?"

CDU-Oppositionschef: Bürgermeister Tschentscher liegt falsch

Die CDU-Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft wies die Kritik Tschentschers scharf zurück. Der Bürgermeister liege falsch, sagte Fraktionschef Dennis Thering der Deutschen Presse-Agentur. "Ausgerechnet denjenigen anzugreifen, der auf Bundesebene für maritime Fragen zuständig ist, führt in der Sache keinen Schritt weiter." Der eigentliche Engpass liege nicht bei Ploß, sondern bei Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), der für die Haushaltsprioritäten des Bundes verantwortlich sei.

"Gerade der rot-grüne Senat sollte sich an die eigene Nase fassen", sagte Thering. Schließlich habe sich die Stadt entschieden, aus dem für Hamburg vorgesehenen Anteil am Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur rund 600 Millionen Euro für ein Naturkundemuseum im Elbtower auszugeben. "Diese Summe fehlt nun an anderer Stelle, auch im Hafen."

CDU: Rot-grüner Senat setzt falsche Prioritäten

Wenn der Bund angesichts solcher Entscheidungen wenig Bereitschaft zeige, zusätzliche Gelder bereitzustellen, sei das kein Versagen des Hafenkoordinators, sondern Ausdruck einer falschen Prioritätensetzung des rot-grünen Senats, sagte Thering. "Wer selbst Milliarden in Prestigeprojekte lenkt, kann schwerlich erwarten, dass der Bund anschließend die Lücken stopft."/fi/klm/DP/zb

08.02.2026 | 13:18:08 (dpa-AFX)
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ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Erholung mit US-Rückenwind

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas Börsen haben am Freitag mit Rückenwind aus den USA zugelegt. Nach der Nervosität vergangener Tage kehrte vor dem Wochenende wieder etwas Risikobereitschaft der Anleger an die Märkte zurück. Dies zeigte sich auch an anziehenden Kursen von Kryptowährungen. Zur Erholung trug bei, dass sich die Lage am Markt für Edelmetalle beruhigte.

Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> baute seine Gewinne am Nachmittag aus, als die US-Börsen zur Erholung ansetzten. Der Eurozonen-Leitindex verabschiedete sich 1,23 Prozent höher bei 5.998,40 Punkten ins Wochenende. Seine Wochenbilanz wurde so mit 0,85 Prozent noch positiv. Die Marke von 6.000 Punkten, über der er am Dienstag seinen bisherigen Rekord von 6.073 Zählern aufgestellt hatte, konnte der Eurozonen-Leitindex im Tagesverlauf aber nur kurz wieder überwinden.

Außerhalb der Eurozone legte der britische Leitindex FTSE 100 <GB0001383545> um 0,59 Prozent auf 10.369,75 Punkte zu, während der Schweizer SMI <CH0009980894> um 0,27 Prozent auf 13.503,06 Punkte stieg. Auch diese beiden Indizes stehen unweit ihrer erst wenige Tage alten Bestmarken.

Auf Sektorebene waren vor allem Baustoffwerte gefragt. Hier stützte der Kurssprung um rund zehn Prozent bei Vinci <FR0000125486>. Der französische Infrastrukturkonzern hatte mit den Zahlen für das vergangene Jahr die Markterwartungen übertroffen. Analysten lobten besonders den freien Barmittelzufluss, der mit sieben Milliarden Euro überraschend hoch ausfiel.

Deutlich abgeschlagen war der Autosektor, wie ein Kursrutsch um drei Prozent beim Stoxx Europe 600 <EU0009658202> Automobiles & Parts zeigt. Nach Volvo Cars <SE0021628898> am Vortag erlitt nun Stellantis <NL00150001Q9> einen heftigen Kurseinbruch. Die Titel des Mutterkonzerns von Marken wie Peugeot, Fiat, Opel und Chrysler brachen um mehr als 25 Prozent ein.

Stellantis schrieb wegen der US-Elektroauto-Kehrtwende rote Zahlen und strich die Dividende. Abschreibungen von fast 22 Milliarden Euro waren die Folge. Die Analysten von Jefferies sprachen von rekordhohen Belastungen im zweiten Halbjahr 2025. Dies färbte auch besonders deutlich auf die Titel des französischen Konkurrenten Renault <FR0000131906> ab: Ihr Kurs fiel um 3,3 Prozent. Bei deutschen Autobauern waren die Abgaben weniger stark.

Im insgesamt freundlichen Bankensektor schlossen zwei Branchenwerte mit Verlusten. Bei der UBS <CH0244767585> waren diese mit 0,4 Prozent weniger deutlich nach der Abstufung durch mehrere Analysten. 2,2 Prozent verloren derweil die Titel der Societe Generale <FR0000130809>, obwohl die französische Bank ein überraschend gutes Schlussquartal hinter sich hat und die Dividende aufstocken will. Neben einem enttäuschenden Handelsgeschäft war auch von Gewinnmitnahmen die Rede./tih/stw

06.02.2026 | 18:10:36 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Erholung mit US-Rückenwind
06.02.2026 | 14:20:28 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt: Dax mit Erholungsversuch - Stellantis zieht Autosektor abwärts
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Aktien Frankfurt: Stabilisierungsversuch - Stellantis zieht Autosektor abwärts
06.02.2026 | 12:06:48 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Stabilisierung - Bauwerte fest, Autoaktien schwach
06.02.2026 | 10:14:24 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt Eröffnung: KI-Sorgen verunsichern Anleger - Autowerte schwach
06.02.2026 | 09:28:51 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt Eröffnung: Anleger verunsichert - Amazon befeuert KI-Sorgen