BERLIN (dpa-AFX) - Immer weniger Menschen erleiden meldepflichtige Arbeitsunfälle. Die Zahl dieser Unfälle sank im vergangenen Jahr um rund 24.000 auf 731.000, wie die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung in Berlin mitteilte.
Die Zahl sinkt seit Jahrzehnten fast kontinuierlich. 1995 waren es noch mehr als 1,6 Millionen solcher Unfälle. Der Hauptgeschäftsführer der Unfallversicherung, Stephan Fasshauer, machte für das Absinken vor allem mehr und gezielte Prävention verantwortlich. Ohne den Rückgang wären weit höhere Millionenkosten etwa für Reha angefallen, sagte Fasshauer.
Zehn weniger Menschen als im Vorjahr starben bei einem Arbeitsunfall, 335 Menschen. Erstmals eine Rente wegen eines Arbeitsunfalls erhielten 9.690 Versicherte - ein Rückgang um 233.
Wie Unternehmen auf Krisen vorbereitet sind
In einer Befragung von Beschäftigten und Führungskräften ging die Unfallversicherung dem Bewusstsein möglicher Krisen und Notfälle nach. Am häufigsten gut vorbereitet sehen die Beschäftigten ihre Unternehmen demnach mit 64 Prozent auf Pandemien. Fast zwei von drei schätzen dies auch im Fall von Bränden oder Explosionen so ein, 52 Prozent im Hinblick auf Cyberangriffe.
Nur eine Minderheit sieht das eigene Unternehmen nach der im Februar durchgeführten Forsa-Befragung hingegen auf andere Störungen gut vorbereitet: auf eine Beeinträchtigung von Lieferketten 38 Prozent, auf Naturkatastrophen nur 30 Prozent.
Dabei gibt es Branchenunterschiede. In der Finanzbranche sei man überdurchschnittlich gut etwa auf Cyberangriffe vorbereitet, im verarbeitenden Gewerbe beispielsweise auf Brände. "Das Baugewerbe weist dagegen bei den meisten Krisen oder Störfällen eher unterdurchschnittliche Werte auf", so die Unfallversicherung. Den Angaben nach wurden repräsentativ 2.015 Erwerbstätige in Deutschland befragt, darunter 544 Führungskräfte.
Erste Hilfe und Notfallpläne
Wie wappnen sich Unternehmen konkret für Notfälle oder Krisen? Ausbildung und Übung, zum Beispiel in den Bereichen Brandschutz, Erste Hilfe oder Notfalltraining sind laut Umfrage mit 67 Prozent die häufigsten Antworten. IT-Sicherheitsmaßnahmen folgen mit 61 Prozent, Notfall- und Krisenpläne bei 50 Prozent. Je kleiner das Unternehmen oder die Einrichtung, desto seltener wurden laut Unfallversicherung bereits Maßnahmen zur Krisen- oder Notfallvorsorge getroffen.
Allerdings stimmen generell neun von zehn Befragten der Aussage zu, dass Prävention Unternehmen stärke und die Krisenfestigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland erhöhe./bw/DP/nas