BERLIN (dpa-AFX) - Zwei Wochen vor dem Nato-Gipfel in der Türkei stimmen sich die Staats- und Regierungschefs fünf mächtiger europäischer Mitgliedstaaten auf Einladung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin ab. Dabei wird es um die weitere Unterstützung der Ukraine, die Rolle der Europäer bei der Lösung des Iran-Konflikts und die Lastenverteilung zwischen den Nato-Staaten gehen.
Es ist das erste Spitzentreffen der sogenannten E5 seit dem letzten Nato-Gipfel im Juni 2025 in Den Haag. Damals war auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dabei. Die Gruppe besteht aus den vier europäischen G7-Staaten und Polen, das an Russland grenzt und sich als Interessenvertreter der osteuropäischen Staaten versteht.
Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs werden aber bisher von Deutschland, Frankreich und Großbritannien - der sogenannten E3 - im Namen der Europäer vorangetrieben, was auf Kritik bei Italien und Polen stößt. Das dürfte in Berlin Thema werden. Neben dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und dem polnischen Regierungschef Donald Tusk reist auch der britische Premierminister Keir Starmer an, der seinen Rücktritt angekündigt hat.
Rutte wird aus Washington zugeschaltet
Nato-Generalsekretär Mark Rutte wird aus Washington zugeschaltet, wo er sich anschließend mit US-Präsident Donald Trump trifft. Die USA erwarten von den Europäern, mehr für die Bündnisverteidigung zu tun. Gleichzeitig sind sie verärgert über mangelnde Unterstützung der Verbündeten im Iran-Krieg.
Staaten wie Frankreich, Großbritannien und Deutschland wollen das kompensieren, indem sie bei einem anhaltenden Waffenstillstand mit Minenjagdbooten und Kriegsschiffen für mehr Sicherheit in der so wichtigen Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman, der Straße von Hormus, sorgen wollen. Der Nato-Gipfel wird am 7. und 8. Juli in der türkischen Hauptstadt Ankara stattfinden./mfi/DP/jha