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News

08.02.2026 | 11:05:01 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Sozialstaat und neue Weltordnung: SPD arbeitet an Programm

BERLIN (dpa-AFX) - Kampf gegen Ungleichheit, ein starker Sozialstaat und der Lebensalltag der Menschen im Mittelpunkt - so soll nach Ansicht der SPD-Chefs sozialdemokratische Politik aussehen. In Berlin gaben Bärbel Bas und Lars Klingbeil den Startschuss für die Arbeit an einem neuen Grundsatzprogramm.

Die Rollenverteilung im Willy-Brandt-Haus war klar: Vizekanzler Klingbeil beschrieb Deutschlands Rolle in einer veränderten Welt, Arbeitsministerin Bas die aus ihrer Sicht dazu passende SPD: mit einem Schwerpunkt auf Arbeit in der digitalen Welt, fairen Regeln sowie Bildung als Schlüssel für Teilhabe und Aufstieg.

Vizekanzler will keine Nostalgie

Klingbeil machte deutlich, dass er seine Partei antreiben will, angesichts einer internationalen Ordnung und wirtschaftlicher Probleme den Kopf nicht in den Sand zu stecken. "Es bringt nichts, einer Welt, die nicht mehr ist, nachzuweinen. Die alte Welt kommt nicht zurück. Da hilft auch keine Nostalgie", sagte er. Das liberale Zeitalter gehe "gerade vor unseren Augen zu Ende". In der internationalen Politik dominierten Stärke, Macht und ökonomische Interessen, alte Regeln und Normen würden unterlaufen.

"Eine Welt, die regiert wird von Macht, Stärke und Gewalt. Diese Welt, diese Zukunft werden wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten niemals akzeptieren", betonte Klingbeil. Sozialdemokratische Politik müsse eine Politik des Friedens, der Verantwortung und der Solidarität bleiben. Für Deutschland bedeute das auch, Ungleichheit von Vermögen und Chancen zu bekämpfen. Ständig von Leistungskürzungen und Privatisierung zu sprechen, führe bei vielen Menschen zu Überforderung, Stress und Angst.

Bas warnt vor Einschnitten beim Sozialstaat

Auch Bas griff den Koalitionspartner Union indirekt an: Der Sozialstaat werde in seiner Existenz infrage gestellt, kritisierte sie. "Er wird als Bremsklotz wirtschaftlichen Wachstums diffamiert." Dabei sei es gerade in Zeiten großer Veränderung wichtig für die Menschen, aufgefangen zu werden.

Konkret sprach Bas politische Ideen an, telefonische Krankschreibungen, das Recht auf Teilzeit oder die Kostenübernahme für Zahnarztbesuche abzuschaffen. "Das alles ist eine Abrissbirne für die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern", sagte sie. Wer so etwas vorschlage, habe keinen Respekt vor dem Leben, der Leistung und den Problemen ganz normaler Menschen.

Stattdessen, so forderte sie, müsse Politik wieder mehr vom Lebensalltag der Menschen und ihren Bedürfnissen aus gedacht werden. Die SPD müsse ihre politischen Fragen und ihre Haltung "aus dem Erleben des Alltags" ableiten.

Fünf Landtagswahlen stehen an

Generalsekretär Tim Klüssendorf stimmte die Partei auf die anstehenden Landtagswahlen ein: "Wir sind überall auf dem Platz, wir haben Prozentpunkte dazugewonnen", sagte er. Das gebe Zuversicht, die SPD habe "richtig viel zu sagen in diesem Jahr".

Fünf Landtagswahlen stehen an, die erste am 8. März in Baden-Württemberg. Die SPD blickt aber vor allem auf Rheinland-Pfalz, wo Alexander Schweitzer am 22. März Ministerpräsident bleiben will. Auf Politiker wie ihn und andere erfolgreiche Wahlkämpfer müsse die SPD mehr hören, betonte Klingbeil. "Es gibt die, die ihre Wahlkreise gewinnen und die, die Mehrheit der Menschen erreichen. Und auf die müssen wir auch eingehen und uns genau anschauen, wie man die Mehrheit der Menschen in diesem Land erreichen kann."

## Berichtigung

- der Story "Sozialstart und neue Weltordnung: SPD arbeitet an

Programm". In der Überschrift wurde das Wort "Sozialstart" durch

das Wort "Sozialstaat" ersetzt./tam/DP/mis

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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax schafft Wochenplus - Nervosität hält an

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach drei Verlusttagen in Folge hat der Dax <DE0008469008> am Freitag eine Gegenreaktion gezeigt und sich etwas erholt. Gleichwohl blieben die Anleger angesichts der in den vergangenen Tagen heftigen Schwankungen bei Edelmetallen und im Technologiesektor nervös. Zunehmende Zweifel an hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) verunsichern nach wie vor. Negative Nachrichten vom Autobauer Stellantis <NL00150001Q9> setzten vor dem Wochenende zudem den europäischen Autosektor <EU0009658681> stark unter Druck und zogen hiesige Branchenwerte mit nach unten.

Der Dax ging 0,94 Prozent höher bei 24.721,46 Zählern aus dem Handel. Damit ergibt sich auf Wochensicht ein Plus von 0,74 Prozent. Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Börsenwerte legte am Freitag um 0,73 Prozent auf 31.662,83 Punkte zu.

Die Schockwellen am Edelmetall- und auch den Kryptomärkten gingen nicht spurlos an den Aktienbörsen vorbei, schrieb Christine Romar, Europachefin beim Handelshaus CMC Markets. Zwangsliquidationen dort zögen Verkäufe an anderer Stelle nach sich und sortierten die zittrigen Hände auch aus dem Aktienmarkt. "Eine solche Bereinigung ist gesund und stellt den immer noch laufenden Bullenmarkt auf ein solideres Fundament", resümierte die Expertin.

Mit hohen Abschlägen im US-Handel für Amazon <US0231351067> zeigte sich, wie hartnäckig sich die KI-Sorgen der Anleger halten. Der Handelsriese will in diesem Jahr rund 200 Milliarden US-Dollar unter anderem in Künstliche Intelligenz, Chips, Robotik und Satelliten stecken. Damit liegt Amazon noch über dem gigantischen Investitionsvolumen der Google-Mutter Alphabet <US02079K3059> <US02079K1079>. Amazon werde zunächst darunter leiden, dass die Anleger hohe Investitionen ohne konkreten Umsatzerfolg sehr kritisch sehen, kommentierten die Analysten der US-Bank Goldman Sachs.

In Frankfurt gab es vor dem Wochenende im IT-Sektor erneut Verluste. Die Papiere des Dienstleisters Bechtle <DE0005158703> brachen nach Quartalszahlen um 9,5 Prozent ein und fanden sich damit am MDax-Ende wieder. Der Ausblick belastete. Cancom <DE0005419105> konnten sich im Nebenwerteindex SDax <DE0009653386> dem Sog nicht entziehen und verlor vier Prozent.

Hiobsbotschaften von Stellantis setzten dem Autosektor zu. Der Fiat- und Chrysler-Mutterkonzern schreibt wegen der US-Elektroauto-Kehrtwende rote Zahlen und streicht die Dividende. Stellantis sackten in Paris um mehr als ein Viertel ab. Im sehr schwachen europäischen Autosektor verloren die im Dax notierten Aktien von Mercedes-Benz <DE0007100000>, BMW <DE0005190003> und Volkswagen <DE0007664039 (VW) bis zu 1,3 Prozent.

Rüstungswerte stabilisierten sich nach der jüngsten Schwäche. Rheinmetall <DE0007030009> legten im Dax um gut zwei Prozent zu. An der MDax-Spitze ließ eine Hochstufung durch die französische Investmentbank Exane BNP die Aktien des Panzergetriebeherstellers Renk <DE000RENK730> um 5,4 Prozent steigen. Die Auftragspipeline sei gut gefüllt, lobte Analyst Sebastian Growe.

Dank einer positiven Branchennachricht hatten Siemens Energy <DE000ENER6Y0> im Dax mit plus 4,2 Prozent die Nase vorn. Der US-Hersteller von Festoxid-Brennstoffzellen Bloom Energy <US0937121079> hatte mit seiner Umsatzprognose für das laufende Jahr die Markterwartung übertroffen.

Auch europaweit legten die Kurse zum Wochenschluss zu: Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> gewann 1,23 Prozent auf 5.998,40 Zähler. In London <GB0001383545> und in Zürich <CH0009980894> ging es weniger deutlich nach oben. In New York zog der Dow Jones Industrial <US2605661048> zum europäischen Handelsschluss um fast 2 Prozent an./la/he

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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