(neu: Kursentwicklung aktualisiert)
AMSTERDAM (dpa-AFX) - Starke Quartalszahlen und ein noch optimistischerer Blick auf das Gesamtjahr haben die ASML <NL0010273215>-Aktie am Mittwoch zunächst in Richtung ihres Rekordhochs von Ende Juni geschoben. Im späteren Handel gab die Aktie die Gewinne jedoch fast vollständig wieder ab. Das Papier des Ausrüsters der Halbleiterindustrie, der mit einem Börsenwert von aktuell knapp 639 Milliarden Euro das wertvollste Unternehmen Europas ist, notierte zuletzt noch 0,2 Prozent im Plus bei 1.554,60 Euro. Im Tageshoch hatte die Aktie um fast acht Prozent zugelegt. Damit war sie Spitzenwert im leicht schwächelnden Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> gewesen.
Zudem übersprang der Kurs dynamisch die 21-Tage-Durchschnittslinie als wichtigen kurzfristigen Taktgeber. Der Weg zum Rekordhoch von 1.741 Euro war damit wieder frei. Zum Sprung darüber fehlten keine 7 Prozent mehr.
Die starke Auftragslage untermauere den Kapazitätsausblick für EUV- und DUV-Lithografiesysteme, lobte Goldman-Sachs-Analyst Alexander Duval. Simon Coles von der britischen Bank Barclays schrieb: Der Auftragseingang für EUV-Lithografiesysteme dürfte im ersten Halbjahr ein Rekordniveau erreicht haben.
Janardan Menon vom Investmenthaus Jefferies verwies auf die von ASML sehr deutlich angehobenen Jahresziele. Der aufgestockte Umsatzausblick liege nun klar über seiner Prognose und der mittleren Markterwartung. Auch die avisierte Bruttomarge sei deutlich höher als er bisher prognostiziert habe. Allerdings falle der für 2027 in Aussicht gestellte Kapazitätsausbau für die Produktion von Standard-EUV-Lithographiesystemen geringer aus als allgemein erwartet, schränkte Menon ein. Gerade für diesen Bereich seien die Markterwartungen zuletzt stark gestiegen, weshalb er von einem letztlich "gemischten Ausblick" sprach.
Dagegen legte Sandeep Deshpande von JPMorgan den Fokus auf den Kapazitätsausbau 2028: "Aufgrund der angekündigten erheblichen Kapazitätserweiterungen liegt das Ergebnispotenzial für 2028 deutlich über der durchschnittlichen Analystenschätzung (Konsens)."/ck/bek/mis/err/he