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News

17.10.2026 | 08:35:02 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Angezählter Kanzler trifft auf selbstbewusste Parteijugend

BONN (dpa-AFX) - Der angeschlagene Bundeskanzler Friedrich Merz trifft heute beim Deutschlandtag der Jungen Union in Bonn auf eine selbstbewusste Parteijugend. "Unsere Generation hat mit dieser Union noch einiges vor", sagte der JU-Vorsitzende Johannes Winkel am Abend zum Auftakt des Deutschlandtags des Parteinachwuchses von CDU und CSU. "Und wir werden diejenigen sein, die die Geschichte der Volkspartei von CDU und CSU erfolgreich weiterschreiben."

Das Selbstbewusstsein der Jugendorganisation inmitten der tiefen Krise der CDU spiegelte sich auch im Ergebnis bei Winkels Wiederwahl als JU-Chef wider. Er erhielt nach Angaben der Zählkommission 265 von 283 gültigen Stimmen. Ohne die zwei Enthaltungen, die bei der Union anders als bei anderen Parteien nicht mitgezählt werden, kommt der 34-jährige Jurist damit auf 94,3 Prozent Zustimmung. 2024 hatte Winkel 90,5 Prozent der Delegiertenstimmen erhalten. Bei seiner ersten Wahl im November 2022 waren es 87,0 Prozent.

"Lassen uns nicht von Schwesig belehren"

Winkel begann seine Rede mit einer scharfen Attacke gegen Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. In Anspielung auf deren früheren Einsatz für die deutsch-russische Pipeline Nord Stream 2 warf er ihr vor, sie habe sich "von Russland kaufen lassen". Die Vorwürfe Schwesigs, die CDU sei "unmenschlich" mit der nach dem Tod ihrer Stieftochter zurückgetretenen Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) umgegangen, wies Winkel erneut zurück. "Wir lassen uns ganz bestimmt nicht von Manuela Schwesig belehren, wenn es um Anstand und Haltung in der deutschen Politik geht."

Winkel grenzte sich auch klar von der AfD ab. Solange diese "völkische Positionen bezieht und Extremisten in ihre Reihen holt, so lange werden wir nicht mit dieser Partei zusammenarbeiten", betonte er. "Das ist für mich eine Frage des Charakters und nicht der Umfragewerte."

Wüst spricht von "Schande für die Hauptstadt"

Vor ihm hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) als erster prominenter Gast beim Deutschlandtag vor politischen Extremisten von links und rechts gewarnt. Besonders scharf kritisierte er die Sondierungen von Linken, Grünen und SPD nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin.

"Die Verhandlungen in Berlin mit dem Ziel, die Linke an die Macht zu bringen, sind eine Schande für die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland", rief Wüst den Delegierten zu. "Das Gift des Antisemitismus ist tief eingesickert in die Berliner Linke. Es liegt jetzt an SPD und Grünen, diese Schande zu beenden."

Offene Konfrontation beim letzten Merz-Auftritt bei der JU

Wüst, der als möglicher Nachfolger von Merz im Kanzleramt gehandelt wird, erhielt eineinhalb Minuten Applaus im Stehen für seine Rede. Mit Spannung wird nun erwartet, wie Merz sich am Samstagvormittag in seiner Rede schlägt. Er war im vergangenen Jahr heftig mit den Delegierten aneinandergeraten.

Damals hatte sich die JU gegen das Rentenpaket der schwarz-roten Regierung gestellt, das dann nur mit Ach und Krach durch den Bundestag gebracht wurde. Seitdem hat der Kanzler in seiner Partei vor allem durch die Niederlagenserie bei den Landtagswahlen im September und schlechte Umfragewerte deutlich an Autorität verloren.

Zum Abschluss spricht Söder

Am Sonntag ist dann der zweite Ministerpräsident bei der Jungen Union zu Gast, der als möglicher Nachfolger von Merz im Gespräch ist: CSU-Chef Markus Söder. Er hat den Vorteil, auf die Vorredner reagieren zu können.

Winkel betonte auf einer Pressekonferenz in Bonn aber, dass der Deutschlandtag kein Schaulaufen möglicher Kandidaten für das Kanzleramt werde. "Wir sind hier nicht der Applausometer für irgendwelche Dezibel-Messer. (...) Das ist hier kein Kanzler-Casting", sagte er. "Wir machen unser eigenes Ding."/mfi/DP/zb

17.10.2026 | 08:05:30 (dpa-AFX)
ROUNDUP 4/US-Kreise: Trumps Sprecherin Zacharia gibt Posten auf
17.10.2026 | 08:05:19 (dpa-AFX)
HINTERGRUND/Nach der Wahlkatastrophe: Wo ist die MV-CDU?
17.10.2026 | 08:05:03 (dpa-AFX)
ROUNDUP 3/US-Kreise: Trumps Sprecherin Zacharia gibt Posten auf
17.10.2026 | 08:01:07 (dpa-AFX)
Bilger wirbt für höheren Anteil von Biokraftstoff im Sprit
17.10.2026 | 08:00:29 (dpa-AFX)
CSU-Landesgruppenchef gegen Aufnahme von Politikern in Rentenversicherung
17.10.2026 | 07:59:51 (dpa-AFX)
Geplanter Pachtdeckel für Windräder in der Kritik
17.10.2026 | 07:58:17 (dpa-AFX)
Trump legt geplante Zölle gegen Russland auf Eis

WASHINGTON (dpa-AFX) - Knapp einen Monat nach der Unterzeichnung eines Sanktionspakets gegen Russland legt US-Präsident Donald Trump die darin vorgesehenen Zölle kurz vor ihrem Inkrafttreten auf Eis. Die drastischen Strafmaßnahmen ruhen damit bis auf Weiteres, wie aus einem am Freitag (Ortszeit) veröffentlichten Dekret hervorging. Trump begründete sein Vorgehen damit, dass dies "zum jetzigen Zeitpunkt im nationalen Interesse" der USA liege.

Mitte September hatte Trump das vom US-Parlament verabschiedete Gesetz mit neuen weitreichenden Strafmaßnahmen gegen Russland unterzeichnet. Das Sanktionspaket hatte zuvor eine parteiübergreifende Mehrheit im Kongress bekommen und sollte den Kreml wegen seines Angriffskriegs gegen die Ukraine stärker unter Druck setzen.

Das Gesetz sah vor, dass die im Text verankerten Zölle und Sanktionen 30 Tage nach der Unterzeichnung automatisch greifen - es sei denn, der Präsident würde innerhalb dieser Zeit anders entscheiden. Trump setzte die Zölle also kurz vor Ende der vom Kongress vorgegebenen Frist aus.

Trumps umstrittener Diesel-Deal mit Russland

Der Kongress wollte den Druck auf Russland erhöhen, Trump schien zuletzt aber eher gegenteilige Ziele zu verfolgen: Vor wenigen Tagen hatte er ungeachtet bestehender Sanktionen mit dem Kreml die Lieferung von russischem Diesel vereinbart und danach den Druck auf die Ukraine und Präsident Wolodymyr Selenskyj verstärkt.

Russland werde umgehend mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung stellen, hatte Trump verkündet. Bestehende Sanktionen würden dafür ausgesetzt. Trump, dessen Republikaner sich in gut zwei Wochen den Wählern stellen müssen, hofft dadurch, die derzeit hohen Spritpreise wieder senken zu können. In den vergangenen Monaten waren die Preise für Benzin und Diesel infolge des Iran-Kriegs nach oben geschnellt.

Selenskyj ließ Ende der Woche erkennen, dass er sich wegen Trumps Diesel-Deal mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und darauffolgenden Drohungen in Richtung Kiew von den USA betrogen fühle.

So sollte Russland unter Druck gesetzt werden

Das Gesetz sieht neben direkten Sanktionen gegen russische Politiker und Firmen auch Strafmaßnahmen gegen russische Öl- und Gas-Exporte vor, mit denen Moskau seinen Angriffskrieg finanziert. Das Gesetz würde Trump unter anderem dazu berechtigen, die fünf größten Käufer russischer Energieträger mit Sanktionen zu belegen. Gleiches gilt für jene fünf Länder, die Russland am meisten dabei helfen, Energiesanktionen zu umgehen. Damit könnte es die US-Handelsbeziehungen zu den wirtschaftlichen Schwergewichten China und Indien weiter strapazieren, die große Mengen russischen Erdöls beziehen.

Das Sanktionsgesetz trägt den Namen des im Juli gestorbenen Senators und Trump-Vertrauten Lindsey Graham, der es maßgeblich vorangetrieben hatte. Viele Demokraten hatten kritisiert, dass der Gesetzentwurf Trump zu viel Freiraum bei der Verhängung oder Aussetzung von Sanktionen einräumt.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Militär- und Budgethilfe gegen eine russische Invasion./ngu/DP/zb

16.10.2026 | 20:49:02 (dpa-AFX)
Ölpreise ziehen an - Zweifel an Trumps Diesel-Deal hieven Brent über 110 Dollar
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Ölpreise kaum verändert - Experten: Iran-Krieg könnte weiter eskalieren
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Schwesig fordert Entlastung bei Heizöl-Preisen
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16.10.2026 | 06:24:23 (dpa-AFX)
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15.10.2026 | 21:12:24 (dpa-AFX)
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