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News

01.11.2026 | 15:35:37 (dpa-AFX)
ROUNDUP 3: Dutzende Festnahmen und Verletzte nach Frankfurter Krawallen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mehr als 100 verletzte Polizisten, Dutzende Festnahmen und fünf geplünderte Geschäfte: Polizei und Stadt Frankfurt haben nach den Krawallen am Samstagabend in der Innenstadt eine erste Bilanz gezogen. Randalierer hatten sich im Anschluss an eine aufgelöste Demonstration gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert und Schaufensterscheiben zerschlagen. Es kam zu chaotischen Szenen.

Ein Polizeibeamter sei schwerer verletzt worden, sagte der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) in Frankfurt. Der Mann habe nach einem Steinwurf ins Gesicht Zähne verloren. Zeitweise seien bis zu 1300 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz gewesen. Wie viele Demonstranten verletzt wurden, ist unklar.

Auch der entstandene Sachschaden kann bisher nicht beziffert werden. 17 Geschäfte wurden nach Posecks Angaben beschädigt, auch ein Waffengeschäft wurde geplündert. Die Polizei stellte nach eigenen Angaben dort entwendete Schreckschusswaffen später sicher. Spezialeinsatzkräfte hätten das Geschäft gesichert.

Überwiegend deutsche Nationalität

Die Polizei habe 54 Personen im Alter zwischen 13 und 29 Jahren festgenommen, sagte der Innenminister. "Sie haben jedenfalls überwiegend die deutsche Staatsangehörigkeit." Ihre Wohnsitze seien in Hessen, aber etwa auch in Zweibrücken in Rheinland-Pfalz und in Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen.

Nach Angaben der Einsatzleitung wurden 87 Strafanzeigen gestellt, es gab 366 Personenkontrollen und 1.225 Platzverweise. Poseck sagte, die Polizei gehe derzeit davon aus, dass sie es mit 1.000 bis 1.500 gewaltbereiten Störern zu tun hatte. Er kündigte eine konsequente Strafverfolgung und Aufarbeitung an. "Diese Tätergruppe war überwiegend migrantisch geprägt. Und auch damit müssen wir uns auseinandersetzen", sagte er. "Es darf hier keine falschen Tabus geben."

Die Sicherheitsbehörden in Hessen würden diese gewaltbereiten jungen Menschen mit Migrationshintergrund in Zukunft noch stärker in den Fokus nehmen. "Ich will sehr deutlich sagen: Damit schützen wir auch die vielen Menschen mit Migrationshintergrund in unserem Land, die sich an Recht und Gesetz halten", sagte Poseck. "Für mich ist der gestrige Abend und ist die gestrige Nacht eine Initialzündung für eine härtere Gangart, insbesondere gegen die Tätergruppen, mit denen wir es zu tun hatten. Ich setze alles darauf, dass sich solche Bilder hier in Frankfurt und in Hessen nicht wiederholen."

Der Einsatzleiter der Frankfurter Polizei sprach von einer "neuen Dimension der Gewalt" im Anschluss an die aufgelöste Demonstration. "Die weit überwiegende Zahl der Menschen, die gestern in Frankfurt demonstriert haben, hat dies friedlich getan", sagte Erik Hessenmüller. "Wir müssen klar zwischen der Versammlung und den Ausschreitungen im Nachgang differenzieren." 8.000 bis 9.000 Menschen hatten am Nachmittag über Stunden weitgehend friedlich demonstriert.

Polizisten wurden "hemmungslos attackiert"

Noch in dem Demonstrationszug sei es wiederholt zu Vermummungen, dem Abbrennen von Pyrotechnik und dem Werfen von Böllern gekommen - von einer im Vergleich zur Gesamtzahl der Demo-Teilnehmer kleinen Zahl an Personen. Es habe sich ein "zunehmend gewalttätiger Schwerpunkt" im Demonstrationszug gebildet.

"Polizisten wurden durchgängig und hemmungslos attackiert, aus großen und kleinen Gruppen", sagte der Frankfurter Polizeipräsident Stefan Müller. "Teilweise aus dem Hinterhalt, mit Steinen, Flaschen, Pyrotechnik, mit Abschussvorrichtungen von Pyrotechnik und sogar Molotowcocktails."

Personen aus dem linken und teilweise auch linksextremistischen Spektrum hätten sich gesammelt, berichtete Einsatzleiter Hessenmüller. "Im weiteren Verlauf mischten sich zunehmend junge gewaltbereite Personen mit vorwiegend migrantischem Hintergrund dazu." Teilweise habe es auch "Bezüge zum Pro-Palästina-Spektrum" gegeben. "Aus diesem Bereich heraus kam es zu immer massiveren Störungen und Angriffen auf Polizeikräfte."

Schwierige Lage für die Polizei

Polizeipräsident Müller sagte, dass parallel dazu Geschäfte wahllos und massiv angegangen worden seien. "Ich muss eingestehen, dass uns das vor große Probleme gestellt hat, die wir lange Zeit leider nicht in den Griff bekommen haben." Die Ausschreitungen hätten sich in einem großen Bereich mit vielen Nebenstraßen ereignet. "Es war die permanente Durchmischung mit Unbeteiligten und Schaulustigen, teilweise Mütter mit Kinderwagen, die sich selbst nach Aufforderung von uns nicht entfernt haben." Es habe bis zu 30 "Brandherde" in einem Gebiet von vier bis fünf Quadratkilometern gegeben.

Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) zeigte sich schockiert über die Ausschreitungen. "Das tut mir weh, meine Stadt und unsere Stadt so zu sehen", sagte er. "Das ist nicht hinnehmbar und das werden wir auch nicht hinnehmen."

Oberbürgermeister: "Pass ist egal"

Mit Blick auf Aussagen von Innenminister Poseck der nach den Ausschreitungen auf ein Gewaltpotenzial von Linksextremisten, sowie auf gewaltorientierte junge Menschen, "größtenteils mit Migrationshintergrund" hingewiesen hatte, erklärte Josef: "Mir ist völlig egal, welchen Pass jemand hat oder wo seine Eltern geboren wurden. Wer in unserer Stadt Polizisten angreift, Geschäfte plündert oder Menschen bedroht, muss die Konsequenzen tragen. Wer Gewalt sät, muss die Konsequenzen tragen."

Poseck ergänzte auf Nachfrage: "Wir diskriminieren nicht. Wir entscheiden auch nicht nach Herkunft, sondern entscheidend ist das Verhalten von Personen."/chs/DP/zb

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ROUNDUP 4: Kein Ende der Eiszeit mit Russland bei G20-Außenministern

ATLANTA (dpa-AFX) - Sechs Wochen vor dem G20-Gipfel der großen Industrie- und Schwellenländer in Miami bleibt Russland auf Konfrontationskurs. Laut Außenminister Sergej Lawrow gibt es weder im Ukraine-Krieg noch bei anderen Krisen Anzeichen für Entspannung. "In der Praxis sind bislang keine wirklichen Fortschritte in den Beziehungen zu den USA zu erkennen", kritisierte er am Rande des G20-Außenministertreffens in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia.

Die Beratungen galten als Art Generalprobe für den Gipfel der G20-Staats- und Regierungschefs am 14. und 15. Dezember in Miami, zu dem US-Präsident Donald Trump auch Wladimir Putin eingeladen hat. Ob der Kremlchef kommt, ist unklar. Auch Kanzler Friedrich Merz und Chinas Staatschef Xi Jinping werden erwartet. Russland ist zwar offiziell noch G20-Mitglied, Putin nahm aber zuletzt 2019 physisch an einem Gipfel teil. Der Gruppe gehören 19 Staaten sowie die EU und die Afrikanische Union an.

Lawrow machte mit Blick auf die USA klar, man solle sich "keine Illusionen hinsichtlich des Diesel-Deals machen", was eine Verbesserung der Beziehungen zu Washington betreffe. Anfang Oktober hatten Trump und Putin Diesellieferungen in die USA vereinbart. Washington setzte dafür Sanktionen gegen Moskau vorübergehend aus. Die Abmachung löste Kritik aus - von der EU, der Ukraine, der Bundesregierung und aus Teilen des US-Kongresses.

Wadephul prangert Moskau wegen Getreidelieferungen an

US-Außenminister Marco Rubio dämpfte Hoffnungen auf einen schnellen Durchbruch bei den unterbrochenen Getreidelieferungen über das Schwarze Meer: Die USA prüften Vorschläge für eine Lösung. Diese würde den Krieg zwar nicht beenden, könne aber Folgen für die Ernährungssicherheit dämpfen.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) sagte nach den Beratungen, es gebe ein deutlich gestiegenes Interesse an einer Lösung für die Getreidelieferungen. Alle seien es leid, dass Moskaus geopolitische Machtspiele nicht nur Wachstum und Wohlstand weltweit gefährdeten, sondern auch eine Hungerkrise im Globalen Süden provozierten und dabei teils die Ärmsten der Armen treffen würden. Die Wochen bis zum G20-Gipfel seien entscheidend.

Aktuell versenken oder beschädigen Russland und die Ukraine Schiffe der Gegenseite. Das Schwarze Meer ist eine der wichtigsten Handelsrouten für Agrargüter weltweit. Beide Länder zählen zu den größten Weizenexporteuren.

Lawrow spottet über "Familienfoto-Diplomatie"

Der russische Außenminister kritisierte angesichts der wohl Mitte November in den Vereinten Arabischen Emiraten geplanten Beratungen der Ukraine, der USA und Russlands zu einer Fortsetzung der unterbrochenen Gespräche über eine mögliche Friedenslösung im Ukraine-Krieg die Europäer: "Sie versuchen, sich in den Friedensverhandlungsprozess in der Ukraine einzumischen."

Zugleich warf Lawrow Wadephul spöttisch "Familienfoto-Diplomatie" vor. Rubio hatte das sonst oft übliche "Familienfoto" aller Teilnehmer abgesagt, nachdem es offenbar vor allem von europäischen Mitgliedsländern Kritik daran gegeben hatte. "Wenn es für sie vor allem darauf ankommt, wie sie auf einem Familienfoto aussehen und wer neben ihnen steht, dann sagt das schon alles", rügte Lawrow.

Gruppenbild mit Lawrow abgesagt

Wadephul hatte bereits kurz vor dem Start der Beratungen gesagt: "Es wird in jedem Fall kein Familienfoto geben, auf dem unsere europäischen Partner gemeinsam mit Herrn Lawrow sind." Der Begriff erwecke das Gefühl von Eintracht, dass man zueinander gehören würde, sagte er später im ZDF. "Eine solche Familie sind wir nun mit Russland zum jetzigen Zeitpunkt wirklich nicht."

Abendempfang im Georgia Aquarium gemeinsam mit Lawrow

Doch beim von Rubio organisierten Empfang für die G20-Teilnehmer am Georgia Aquarium am Freitagabend zeigte sich, dass Lawrow wie bei früheren Treffen keineswegs völlig isoliert ist. Im mehr als 2000 Quadratmeter großen Saal mit raumhohen Fenstern, durch die man Meerestiere wie Walhaie oder Belugawale beobachten kann, wird Lawrow beispielsweise von seinem brasilianischen Kollegen Mauro Vieira begrüßt. Auf einem Video ist auf X zu sehen, wie sich die beiden für einen Drink an einen Tisch setzen.

Eine andere Szene zeigt, wie Lawrow an einem Stehtisch einem gestikulierenden Rubio zuhört. Auch Wadephul und der Türke Hakan Fidan stehen dabei, wie auf einem Foto zu sehen ist. Schon im September hatte der deutsche Außenminister Lawrow bei der UN-Generalversammlung in New York zum bilateralen Gespräch getroffen.

Wadephul sagte zu dem Aufeinandertreffen mit Lawrow bei dem Empfang, dieser sei zu einem schon länger andauernden Gespräch mit Rubio hinzugekommen. Dabei sei es weniger um das abgesagte "Familienfoto" als um die Regeln beim American Football gegangen. Lawrow habe "eine Zeit lang zugehört, aber wir haben nicht direkt miteinander gesprochen".

Mit Rubio zum American Football

Rubio hatte seine G20-Kolleginnen und -Kollegen zum Abschluss des Treffens zu einem Footballspiel der Universitätsmannschaft Florida Gators gegen die Georgia Bulldogs eingeladen. Hintergrund: Rubios Sohn Anthony spielt bei den Gators auf der Position des "Running Backs" - dieses Mal war er aber wegen Verletzungspech nicht dabei. Der "Running Back" wird als Offensivspieler neben oder hinter dem Quarterback aufgestellt, der wichtigsten Angriffsposition. Die Florida Gators aus Gainesville spielen in der Southeastern Conference, einer der prestigeträchtigsten College-Sport-Ligen der USA. Lawrow war am Ende nicht dabei./bk/DP/zb

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Steinmeier: Xi winkt bei Dreiergipfel zur Ukraine ab
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Katarischer LNG-Tanker im Persischen Golf angegriffen

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