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25.05.2026 | 15:13:18 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Moskaus Angriff hält Kiew in Atem

KIEW (dpa-AFX) - Nach einem massiven kombinierten Angriff Russlands in der Nacht zu Sonntag laufen in der Ukraine die Aufräumarbeiten. Immer mehr Bilder von zerstörten Gebäuden in Kiew, dem Hauptziel der Attacke, werden veröffentlicht und verdeutlichen das Ausmaß. Russland hatte den Schlag angedroht als Vergeltung nach einem ukrainischen Angriff auf eine Berufsschule in der besetzten Stadt Starobilsk. Dabei setzte Moskau auch die gefürchtete neue Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik ein.

Militärverwalter: größter Angriff seit Kriegsbeginn

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach am Montag von 87 Verletzten in Kiew, darunter drei Minderjährige. Rund 300 Objekte seien beschädigt worden, ein Großteil davon Wohnhäuser.

Militärverwalter Tymur Tkatschenko sprach gemessen an der Zahl der beschädigten Orte vom größten Angriff Russlands seit Beginn der großangelegten Invasion. Russland habe erstmals gezielt historische Architektur und Gedenkstätten angegriffen, schrieb er bei Telegram. Beispielhaft nannte er unter anderem das Gebäude des Außenministeriums, das Tschernobyl-Museum und das Kunstmuseum.

Neben Dutzenden Verletzten gab es nach ukrainischen Angaben auch mindestens zwei Tote in Kiew. Viele Menschen konnten sich retten, wohl auch weil Selenskyj bereits am Vorabend des Angriffs vor einem massiven Schlag gewarnt hatte. Der Kiewer Außenminister Andrij Sybiha beantragte nach eigenen Angaben eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats und eine Zusammenkunft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Russland hatte nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte bei dem kombinierten Angriff 600 Drohnen und 90 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte zudem den Einsatz der wegen ihrer Zerstörungskraft besonders gefürchteten neuen Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik. Nach ukrainischen Angaben schlug sie in der Großstadt Bila Zerkwa im Kiewer Gebiet ein.

ARD und DW melden Schäden an Studios in Kiew

Auch Studios der ARD-Korrespondenten und der Deutschen Welle wurden stark beschädigt. In einer Mitteilung des WDR hieß es, wahrscheinlich habe eine Druckwelle durch die russischen Angriffe in dem zentral gelegenen ARD-Studio zu Verwüstungen geführt. Zum Zeitpunkt der Attacken habe sich niemand in dem Studio aufgehalten. Die Berichterstattung werde "mit mobilen technischen Lösungen und Ausweichmöglichkeiten weiter gewährleistet".

Auch die Deutsche Welle (DW), der Auslandssender der Bundesrepublik Deutschland, meldete Schäden in ihren Büroräumen. "Glücklicherweise befand sich während des Angriffs niemand im Studio. Trotz der schwierigen Nacht haben die Kolleginnen und Kollegen in Kyjiw am Morgen regulär ihre Schichten im Nachrichtenbetrieb aufgenommen", sagte Mykola Berdnyk, Leiter des DW-Büros in Kiew (auch Kyjiw).

Moskau: Vergeltung für Angriff auf Studentenwohnheim

Die russische Militärführung behauptete, dass unter anderem Ziele der ukrainischen Rüstungsindustrie, militärische Infrastruktur und Kommandostellen getroffen worden seien. Kremlchef Wladimir Putin hatte zuvor Vergeltung angekündigt für einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Wohnheim in der russisch besetzten Stadt Starobilsk im Gebiet Luhansk.

Dabei waren Besatzungsbehörden zufolge 21 Menschen getötet worden. Verletzt wurden 65 Minderjährige, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf den von Moskau eingesetzten Verwaltungschef Leonid Passetschnik meldete. Die Opfer waren demnach zwischen 14 und 18 Jahre alt. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht prüfen. Auf Antrag Russlands befassten sich die Vereinten Nationen damit.

Kiew warf Moskau Desinformation vor. In Starobilsk sei eine auf Drohnenangriffe gegen die Ukraine spezialisierte russische Militäreinheit Ziel gewesen.

Ukrainische Treffer bringen Moskau zunehmend in Bedrängnis

Kiews Gegenangriffe im seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg werden immer sichtbarer und bringen Moskau in Bedrängnis. Die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden durch russische Angriffe sind aber erheblich höher. Seit Monaten greift die Ukraine Raffinerien, Pumpstationen und Exporthäfen der russischen Ölindustrie an. Damit will sie den Treibstoffnachschub der russischen Armee stören und Moskaus Kriegskasse schmälern.

In Moskau ist die Stimmung gedrückt. Die traditionelle Militärparade am 9. Mai ging zwar störungsfrei über die Bühne, aber Moskau war von US-Vermittlung für eine Waffenruhe und dem Stillhalten der Ukraine abhängig. Wenige Tage zuvor war eine ukrainische Drohne durch die Moskauer Flugabwehr gelangt und in ein Hochhaus eingeschlagen - nur etwa sechs Kilometer vom Roten Platz entfernt. Bei einem weiteren Gegenangriff vor etwas mehr als einer Woche gab es Tote in der Region Moskau.

Selenskyj sieht eine veränderte Dynamik zugunsten der Ukraine. "Wir schicken den russischen Angriffskrieg zurück nach Hause, an den einzigen Ort, von dem aus der Krieg gekommen ist", sagte er kürzlich.

Verhandlungen liegen auf Eis

Der von Putin befohlene Angriffskrieg steckt fest, die versprochenen Erfolge bleiben aus; es regt sich erste Kritik am Kremlchef. Gleichzeitig gibt es auch bei Verhandlungen keine Bewegung. Zuletzt vermittelte Washington, doch die Gespräche liegen auf Eis. Russland beharrt auf seinen Maximalzielen. Dazu gehört auch, dass Kiew seine Armee aus den bislang nicht von Russland eroberten Gebieten im Donbass abzieht. Kiew lehnt das ab.

Nach Meinung vieler Beobachter setzen beide Seiten auf Kampf und Sieg. Ein schnelles Ende des Kriegs ist nicht zu erwarten./ksr/DP/he

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25.05.2026 | 14:35:23 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Iran-Krieg: Was könnte ein mögliches Rahmenabkommen bringen?

TEHERAN/WASHINGTON (dpa-AFX) - Im Ringen um ein Rahmenabkommen im Iran-Krieg scheint es fast täglich einen Schritt vor und wieder einige zurückzugehen. Um was geht es also?

Am Montag sagte Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai vor Reportern, im Gespräch sei ein 14 Punkte umfassendes, sogenanntes Memorandum of Understanding. Die Details seien jedoch weiterhin unklar. Der Sprecher bestätigte Medienberichte, dass es um eine 60-tägige Rahmenvereinbarung zur Beendigung des Kriegs gehe. Zu diesem Zeitpunkt gebe es keine Diskussionen über das Atomprogramm. Innerhalb der 60-Tagesfrist könne es Gespräche dazu geben.

US-Präsident Donald Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social: "Entweder der Deal mit dem Iran wird großartig und bedeutsam, oder es gibt keinen Deal". Er wolle kein Abkommen, das zu einer Atombombe für den Iran führe, schrieb er weiter.

Irans Atomprogramm

Das iranische Atomprogramm gilt als Hauptgrund für den Beginn des Kriegs gegen den Iran Ende Februar. Amerikanische und israelische Angriffe zielten wie auch schon im vergangenen Jahr auf die Nuklearanlagen in der Islamischen Republik.

Medienberichte der vergangenen Tage widersprechen sich, ob in der Rahmenvereinbarung die Atomfrage geklärt wird. Der Iran dementiert, möglicherweise auch um Hardliner im eigenen Land zu besänftigen. Für die USA ist es ein Kernanliegen.

Seit Ende der 1990er-Jahre sorgt das iranische Atomprogramm immer wieder für kontroverse Diskussionen. Zwar hat die iranische Führung mehrfach beteuert, kein Atomwaffenprogramm anzustreben, doch blieb das Thema international umstritten.

Laut dem israelischen Iran-Experten Danny Citrinowicz habe es nie öffentliche Beweise gegeben, dass der Iran sich politisch zum Herstellen von Atomwaffen entschieden hat. Dennoch sei Teherans Behauptung eines rein friedlichen Atomprogramms auch nicht glaubwürdig. Vielmehr sei die Urananreicherung für den Iran ein Symbol von Souveränität, wissenschaftlichen Errungenschaften und Unabhängigkeit vom Druck des Westens.

"Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass irgendeine iranische Regierung

- insbesondere nicht das derzeitige Regime - unter realistischen

diplomatischen Rahmenbedingungen die Anreicherung vollständig aufgeben wird", schrieb Citrinowicz auf X.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich den Kampf gegen eine nukleare Aufrüstung des Irans seit Jahrzehnten auf die Fahne geschrieben. Am Sonntag teilte er mit, bei einem Telefongespräch mit Trump am Vorabend seien beide sich einig gewesen, "dass jedes endgültige Abkommen mit dem Iran die nukleare Gefahr beseitigen muss". Dies bedeute, dass die iranischen Anlagen zur Urananreicherung abgebaut und der Bestand an hochangereichertem Uran aus dem Land entfernt werden müssten.

Straße von Hormus

Mit der Übernahme der Kontrolle über die Straße von Hormus durch Irans Streitkräfte hat das Land ein neues Druckmittel in die jahrelangen Verhandlungen mit den USA eingebracht. Denn die Situation in der für die Energiewirtschaft wichtigen Meerenge belastet weltweit Einkommen von Haushalten und die wirtschaftliche Entwicklung.

Die USA hatten Mitte April ihrerseits eine Blockade für Schiffe verhängt, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Für den Iran bedeutet das Verluste im wichtigen Ölgeschäft.

Der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte, in einer Anfangsphase müssten die USA ihrerseits die Blockade aufgeben. Die Islamische Republik werde gleichzeitig ihrerseits Maßnahmen für "die sichere Durchfahrt durch die Meerenge" ergreifen.

Der Iran betont, die Straße von Hormus sei Sache der Anrainerstaaten Iran und Oman. Damit Schiffe die Meerenge sicher passieren könnten, würden Dienstleistungen angeboten, für die eine Gebühr verlangt werden müssen. Über eine Häufung von gefährlichen Situationen für Schiffe in der Meerenge abseits von Angriffen ist aus der Zeit von vor Ausbruch des Kriegs wenig bekannt.

Baghai sagte jedoch auch, der Iran wolle in der Straße von Hormus "die Interessen und Vorteile der Weltgemeinschaft bestmöglich" sicherstellen.

Raketenprogramm

Das iranische Raketenprogramm bedroht vor allem Israel und die Golfstaaten. Trump und Israel hatten in der Vergangenheit von der Zerstörung des iranischen Raketenarsenals gesprochen. In dem Entwurf für ein Rahmenabkommen wird das Raketenprogramm Berichten zufolge jedoch ausgeklammert.

Sollte sich dies bewahrheiten, wäre es aus israelischer Sicht eine klare Niederlage. Netanjahu hatte in der Vergangenheit immer wieder scharf kritisiert, dass das unter Federführung des früheren US-Präsidenten Barack Obama 2015 vereinbarte Atomabkommen mit dem Iran das Raketenarsenal nicht beschränkte.

Irans Verbündete in der Region

Der Iran stützt sich auf ein Netzwerk von israelfeindlichen Verbündeten in der Region, im Libanon, im Jemen, im Irak und im Gazastreifen. Die mächtigste unter den Milizen ist die libanesische Hisbollah. Nach Angaben des US-Nachrichtenportals "Axios" sieht ein Entwurf für das Rahmenabkommen auch ein Ende der Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah vor. Israel sträubt sich heftig gegen eine solche Verbindung zwischen den verschiedenen Fronten.

Nach Darstellung Netanjahus hat Trump ihm versichert, Israel habe weiterhin das "Recht, sich gegen Bedrohungen an allen Fronten zu verteidigen, einschließlich im Libanon". Offiziell gilt zwar eine Waffenruhe im Libanon, de facto greifen Israel und die Hisbollah sich jedoch weiterhin täglich gegenseitig an.

Irans Außenamtssprecher sagte, der Entwurf des Rahmenabkommens schließe einen Waffenstillstand im Libanon mit ein./mar/DP/he

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24.05.2026 | 17:13:12 (dpa-AFX)
Netanjahu: Der Iran wird niemals eine Atomwaffe besitzen

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