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News

17.08.2026 | 18:20:43 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Zwei BSW-Leute tragen Thüringer Regierung nicht mehr mit

ERFURT (dpa-AFX) - Die Thüringer Brombeer-Koalition aus CDU, SPD und BSW bröckelt. In einem eskalierenden Streit innerhalb des Bündnisses Sahra Wagenknecht erklärten zwei von 15 BSW-Abgeordneten, sie trügen CDU-Ministerpräsident Mario Voigt nicht mehr mit. Dieser stehe somit "aktuell nur noch einer Minderheitsregierung" vor, stellten die Abgeordneten Anke Wirsing und Sven Küntzel in einer gemeinsamen Erklärung fest.

Die deutschlandweit einzige Brombeer-Koalition kam schon bisher nur auf 44 von 88 Sitzen im Erfurter Landtag. Sie war deshalb von Anfang an für parlamentarische Entscheidungen auf zumindest indirekte Unterstützung der Linken-Fraktion angewiesen - eine Zusammenarbeit mit der AfD als der größten Oppositionsfraktion hat sie ausgeschlossen. Ohne die beiden BSW-Abgeordneten reicht es nicht mehr für das Patt. Zieht die Linke mit, könnten die verbliebenen Koalitionsabgeordneten aber weiter Mehrheiten finden.

Entzogener Doktortitel

Anlass der Eskalation ist die Entscheidung der TU Chemnitz, Ministerpräsident Voigt seinen Doktortitel zu entziehen. Der BSW-Bundesvorstand um Parteigründerin Sahra Wagenknecht hatte die Thüringer BSW-Abgeordneten deshalb vergangene Woche aufgefordert, den Regierungschef nicht mehr zu unterstützen.

Die BSW-Landtagsfraktion widersetzte sich der Aufforderung der Parteispitze bei einer Sitzung am Montag in Erfurt. "Die BSW-Fraktion hat nach intensiver Beratung einstimmig den Beschluss gefasst, in der Regierungspolitik zu verbleiben", sagte die Fraktionsvorsitzende Sigrid Hupach. Allerdings nahmen nur 13 der 15 Fraktionsmitglieder teil. Nicht anwesend waren Wirsing und Küntzel. Sie meldeten sich Stunden später mit einer eigenen Erklärung.

Quorum für Sonderparteitag

"Ein Beschluss von dieser enormen politischen Tragweite hätte nicht heute Morgen mündlich auf die Tagesordnung gesetzt werden dürfen", erklärten Wirsing und Küntzel. Hätten sie beide mitentschieden, läge kein einstimmiges Ergebnis vor.

"Unabhängig von dieser Abstimmung wird das Problem in Thüringen jedoch gelöst werden", hieß es weiter. Das nötige Quorum für die Einberufung eines BSW-Sonderparteitags in Thüringen sei erreicht. "Wir gehen fest davon aus, dass die Thüringer Basis kein 'Weiter-so' will", meinten die beiden. Wirsing gehört dem BSW-Bundesvorstand an und hatte die Abkehr von der Brombeer-Koalition nach eigenen Angaben bereits dort mitgetragen.

Grundsatzstreit im BSW

Tatsächlich geht es um einen Richtungsstreit innerhalb des BSW - zwischen Wagenknecht und der Thüringer Landeschefin Katja Wolf, die auch Landesfinanzministerin ist. Wagenknecht missfällt die Regierungsbeteiligung in Thüringen schon länger. Sie vertritt stattdessen das Modell eines "überparteilichen" Regierungschefs, der unter Einbeziehung der AfD mit wechselnden Mehrheiten regiert.

Wolf sagte nach der Fraktionssitzung, das BSW sei gegründet worden, um Dinge zu verändern - auch aus einer Regierungsverantwortung heraus. Sie sei überzeugt, dass die Thüringer Vertreter die Gründungsidee konsequent verfolgten. "Und damit sehe ich persönlich überhaupt keinen Grund, das BSW zu verlassen."

Doch kritisierte sie die Art der Kommunikation innerhalb der Partei. "Wir haben einen Beschluss bekommen, wo im Vorfeld in keiner Weise mit uns geredet wurde", sagte Wolf mit Blick auf die Forderung zum Koalitionsbruch aus Berlin. Der BSW-Co-Landesvorsitzende Gernot Süßmuth sagte, der Landesverband wolle sich "nicht zum Spielball von Kampagnen machen lassen, die gar nichts mit Thüringen zu tun haben".

Wolf: "Sonderparteitag nicht bedrohlich"

Sowohl Wolf als auch Süßmuth zeigten sich offen für Forderungen aus den BSW-Kreisverbänden, einen Sonderparteitag einzuberufen, um über den weiteren Kurs im Freistaat zu beraten. "Ich persönlich finde die Variante eines Sonderparteitags in der jetzigen Situation gar nicht bedrohlich und gar nicht schlimm", sagte Wolf. "Es braucht die Diskussion auch mit der Basis."

Auch Wagenknecht hatte noch vor der Fraktionssitzung einen Landes-Sonderparteitag ins Gespräch gebracht. Wagenknecht vertritt die Ansicht, dass die Auseinandersetzung nicht zwischen dem BSW im Bund und im Landesverband stattfinde, sondern eine Auseinandersetzung mit Teilen der Fraktion sei: "Als das BSW die Kandidaten für den Thüringer Landtag aufgestellt hat, war die Partei erst wenige Wochen alt."

CDU-Fraktionschef Andreas Brühl kritisierte, die Auseinandersetzungen würden von außen herangetragen und hätten mit der Arbeit im Land wenig zu tun. Entscheidend sei, dass die Koalitionsfraktionen zu ihrer Verantwortung und zu getroffenen Vereinbarungen stünden. "Wir stehen geschlossen hinter unserem Ministerpräsidenten Mario Voigt und werden die Arbeit vertrauensvoll fortsetzen", erklärte Brühl./seh/DP/jha

17.08.2026 | 18:09:56 (dpa-AFX)
WDH/ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax mit schwachem Wochenstart
17.08.2026 | 18:09:50 (dpa-AFX)
IRW-News: Discovery Mining Ltd. : Discovery gibt weitere Explorationserfolge in Borden bekannt, erweitert die Hauptzone um mehr als einen halben Kilometer
17.08.2026 | 18:02:40 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax in Rekordnähe mit schwachem Wochenstart
17.08.2026 | 18:02:19 (dpa-AFX)
Russland: Zwei Frachter mit Waffen getroffen
17.08.2026 | 18:02:03 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Leichte Verluste zum Wochenstart
17.08.2026 | 17:59:42 (dpa-AFX)
WDH/Aktien Frankfurt Schluss: Dax in Rekordnähe mit schwachem Wochenstart
17.08.2026 | 17:46:50 (dpa-AFX)
ROUNDUP 3/Kushner trifft Netanjahu: Ringen um Gaza-Fahrplan

(neu: Informationen zu Gespräch in Jerusalem)

TEL AVIV (dpa-AFX) - US-Unterhändler Jared Kushner hat bei Beratungen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen neuen Anlauf zur Umsetzung des Gaza-Fahrplans unternommen. Bei dem mehrstündigen Treffen in Jerusalem wurden nach israelischer Darstellung mehrere Vereinbarungen zur Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hamas und zum weiteren Vorgehen im Gazastreifen erzielt. Von US-Seite gab es zunächst keine Angaben zum Inhalt der Gespräche.

In einer Mitteilung von Netanjahus Büro war anschließend von "tiefgreifenden und konstruktiven Diskussionen" die Rede. Es sei vereinbart worden, zwei Arbeitsgruppen einzurichten. Eine solle sich mit der Entmilitarisierung des Gazastreifens befassen. "Sowohl Israel als auch der Friedensrat sind entschlossen, dass dieser Prozess zügig erfolgen und abgeschlossen sein soll, bevor im Gazastreifen irgendein Wiederaufbau stattfindet", hieß es in der Mitteilung. Eine zweite Arbeitsgruppe solle sich mit sanitären Maßnahmen, sauberem Trinkwasser und anderen Fragen der öffentlichen Gesundheit für die Menschen im Gazastreifen befassen.

Israels Regierungschef lehnte den von Washington unterstützten Plan bislang ab. Laut Medienberichten nahm auch der Hohe Vertreter des von Trump ins Leben gerufenen Friedensrats, Nikolaj Mladenow, an dem Treffen teil.

Bereits am Sonntag hatte Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, in Ägypten mit Präsident Abdel Fattah al-Sisi sowie mit Vertretern der Hamas über die Zukunft des im Krieg weitgehend zerstörten Gazastreifens gesprochen.

Streit über den Gaza-Fahrplan

Netanjahu hatte vor gut einer Woche gesagt, Israel lehne einen Fahrplan des Friedensrats ("Board of Peace") für den im Krieg großflächig zerstörten Gazastreifen ab. "Die israelische Armee wird keinerlei Abzug vollziehen, bis die Hamas entwaffnet ist", sagte Netanjahu. Außerdem bekräftigte der Regierungschef seine Ablehnung eines unabhängigen palästinensischen Staates. Der ranghohe Hamas-Vertreter Bassem Naim sagte dagegen, die Hamas bleibe dem Gaza-Fahrplan verpflichtet.

Nach dem Treffen mit Kushner teilte ein israelischer Regierungsvertreter mit, als ersten Schritt zur Entmilitarisierung des Gazastreifens solle die Hamas sämtliche Waffen zur Vernichtung übergeben. Dies solle unter Aufsicht des US-Generals Jasper Jeffers geschehen, des Kommandeurs der im Aufbau befindlichen internationalen Stabilisierungstruppe. Israel bestehe zudem weiter auf der "Handlungsfreiheit" seiner Armee mit Blick auf gezielte Tötungen in dem Küstenstreifen.

Trump stellte am Montag erneut in Aussicht, sich per Wahlempfehlung für die im Oktober anstehende Parlamentswahl in die israelische Politik einzuschalten. "Ich halte es für das Beste, mich aus den Wahlen in Israel herauszuhalten, aber vielleicht werde ich mich für jemanden aussprechen", zitiert der Sender Fox News aus einem Telefoninterview. Demnach rief Trump Netanjahu dazu auf, Angriffe in Gaza zu unterlassen. Die USA unterhielten ihre eigenen Kontakte zur Hamas, sagte er. "Sie geben ihre Waffen ab."

Erdogan: Hamas zeigt "aufrichtige Zusammenarbeit"

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan lobte die Hamas in dem Zusammenhang in einem Gespräch mit dem Sender Al Jazeera. Die Terrororganisation zeige "aufrichtige Zusammenarbeit" und erfülle ihre Verpflichtungen. Israel wiederum setze seine Angriffe im Gazastreifen fort, kritisierte Erdogan, der als scharfer Gegner der israelischen Regierung gilt.

Die Außenminister von acht arabischen und muslimischen Staaten verurteilten in einer gemeinsamen Erklärung Israels Ablehnung des Gaza-Fahrplans und der palästinensischen Staatlichkeit. Sie warfen Israel vor, damit die Umsetzung des Plans und die internationalen Bemühungen um Frieden im Gazastreifen und den übrigen besetzten palästinensischen Gebieten zu behindern. In einer scharf formulierten Reaktion warf die rechtskonservative Regierungspartei Likud den arabischen Staaten daraufhin vor, sie wollten Netanjahu bei der anstehenden Parlamentswahl "stürzen", damit seine politischen Rivalen ihnen danach "alles geben, was sie wollen".

Was der Fahrplan vorsieht

Nach dem Fahrplan des Friedensrats sollen Israel, die Hamas und andere bewaffnete palästinensische Gruppierungen im Gazastreifen die Kampfhandlungen einstellen. Anschließend übernimmt laut Plan eine palästinensische Übergangsverwaltung, unterstützt von einer internationalen Stabilisierungstruppe, als alleinige Autorität die Kontrolle über Verwaltung und Sicherheit im Gazastreifen. Von der Hamas übergebene Waffen sollen eingelagert werden und ausschließlich unter palästinensischer Kontrolle bleiben. Der Prozess soll international überwacht und schrittweise umgesetzt werden - parallel ist ein daran gekoppelter Abzug der israelischen Armee vorgesehen.

Israel fordert dagegen eine komplette Entfernung der Waffen aus dem Küstenstreifen, weil es befürchtet, sie könnten der Hamas sonst in Zukunft wieder in die Hände fallen.

Die Zeitung "Israel Hajom" berichtete, bei Kushners Gesprächen sei es auch um den Beginn des Wiederaufbaus in Gebieten gegangen, die nicht von der Hamas kontrolliert werden. In Rafah im Süden und in nördlichen Teilen des Gazastreifens solle ein Pilotprojekt starten. Demnach sollen vorübergehende Lager für vertriebene Palästinenser errichtet werden, in denen Bildung, Gesundheitsversorgung und andere zivile Dienstleistungen ohne Beteiligung der Hamas angeboten werden. Erste Einheiten der Stabilisierungstruppe sollten dort stationiert werden.

Israels Polizeiminister fordert mehr Tötungen in Gaza

Vor Kushners Gesprächen in der Region hatte Israels rechtsextremer Polizeiminister zur Tötung von noch mehr Palästinensern in dem Küstenstreifen aufgerufen. Es sei kein Geheimnis, dass er in dieser Frage Meinungsverschiedenheiten mit Netanjahu habe, sagte Itamar Ben-Gvir in einem Podcast.

"Ich denke, dass man gezielte Tötungen in Gaza ausführen sollte, jede Nacht 30, 40 (Menschen) entfernen", sagte der Vorsitzende der Partei Ozma Jehudit (Jüdische Kraft). Er beziehe sich dabei nicht nur auf militante Palästinenser, die eine unmittelbare Gefahr darstellten, erklärte der Polizeiminister. Es gebe im Gazastreifen vielmehr Menschen, die es nicht verdient hätten zu leben.

Die israelische Zeitung "Maariv" berichtete, zuletzt habe Netanjahu gezielte Tötungen im Gazastreifen in Fällen, in denen keine unmittelbare Gefahr für israelische Truppen bestand, persönlich genehmigen müssen./le/DP/jha

17.08.2026 | 15:40:35 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2: US-Unterhändler Kushner wirbt bei Netanjahu für Gaza-Plan
17.08.2026 | 15:26:57 (dpa-AFX)
Ölpreise legen etwas zu
17.08.2026 | 14:26:33 (dpa-AFX)
ROUNDUP: US-Unterhändler Kushner wirbt bei Netanjahu für Gaza-Plan
17.08.2026 | 13:52:47 (dpa-AFX)
Spritpreise stabilisieren sich auf hohem Niveau
17.08.2026 | 10:49:17 (dpa-AFX)
Preis für Opec-Öl gefallen
17.08.2026 | 09:11:38 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2/'Feindseliges Signal': Trump bremst Manöver mit Südkorea aus

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