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News

03.06.2026 | 20:39:47 (dpa-AFX)
Neue Episode bei Commerzbank/Unicredit: Frankfurter schalten Bafin ein

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Commerzbank wendet sich mit Blick auf das laufende Übernahmeangebot von Unicredit <IT0005239360> gegen Aussagen der Italiener vom Vortag. Die zuletzt kommunizierten Daten seien "ohne ergänzende Erläuterungen irreführend und begründen den Verdacht eines Handelns mit dem Ziel, ihre Position in der Wahrnehmung des Marktes künstlich aufzublähen", hieß es in einer am Mittwochabend veröffentlichten Mitteilung.

Infolge der Meldungen von Unicredit würden in der öffentlichen Diskussion zunehmend direkt gehaltene Aktien, angediente Aktien, Derivatepositionen und andere Formen wirtschaftlichen Exposures zusammengefasst, beklagten die Frankfurter weiter. In Teilen der Berichterstattung würden Positionen von über 50 Prozent genannt. "Diese Kategorien unterscheiden sich jedoch grundlegend voneinander und sollten nicht gleichgesetzt werden."

Die zuletzt gemeldeten angedienten Aktien im Gesamtvolumen von 7,58 Prozent würfen erhebliche Fragen hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Herkunft und Interpretation auf, hieß es weiter. "Nach den der Commerzbank aktuell vorliegenden Informationen konnte bislang keine einzige Angebotsannahme eines institutionellen Investors identifiziert werden, und die Summe sämtlicher Annahmen durch Privatanleger entspricht einem Aktienanteil von lediglich rund 0,05 Prozent." Das insgesamt angediente Volumen stamme überwiegend von Banken und mit ihnen verbundenen Parteien, von denen einige bekannte Derivate-Gegenparteien von Unicredit seien.

Festzuhalten sei, dass es ein signifikantes Andienen von Aktien gegeben habe, obwohl der Börsenkurs der Commerzbank-Aktie durchgehend über dem implizierten Wert der Angebotsgegenleistung liege. Zudem sei es höchst ungewöhnlich, dass Aktien in der Mitte der Angebotsperiode angedient werden.

Angesichts der erheblichen kapitalmarktbezogenen und regulatorischen Implikationen dieser Sachverhalte sowie gewichtiger Bedenken ihrer Aktionäre stelle die Commerzbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die relevanten öffentlich verfügbaren Informationen sowie ihre eigene Analyse und Erkenntnisse zur Verfügung. "Die Commerzbank spricht sich für eine umfassende Prüfung des Sachverhalts aus, um dem Markt ein vollständiges Bild zu geben."

Am Dienstag hatten die Italiener mitgeteilt, dass sie mit ihrer Übernahmeofferte für die Commerzbank die wichtige Marke von 30 Prozent der Anteile klar überschritten hätten. Commerzbank-Aktionäre hätten ihr Anteile im Umfang von 7,58 Prozent des Grundkapitals angedient. Nachdem das Geldhaus aus Mailand bisher schon 26,77 Prozent der Commerzbank-Aktien gehalten hatte, steige ihre Beteiligung damit rechnerisch auf 34,35 Prozent.

Mit ihrem freiwilligen Übernahmeangebot vom Mai vermeidet die Unicredit ein Pflichtangebot, das sonst beim Überschreiten der 30-Prozent-Marke vorgeschrieben ist und das angesichts des zuletzt gestiegenen Commerzbank-Aktienkurses wesentlich teurer geworden wäre. Statt Geld bietet die Großbank für jedes Commerzbank-Papier 0,485 Unicredit-Anteile.

Das ist auf Basis der jüngsten Schlusskurse weniger, als man für eine Commerzbank-Aktie derzeit an der Börse bekommt. Zusätzlich verfügt die Unicredit über Finanzinstrumente, mit denen sie auf eine Menge weiterer Commerzbank-Aktien zugreifen kann. 3,22 Prozent der Anteile kann Unicredit in jedem Fall kaufen, indem die Bank Kaufoptionen zieht. Die Großbank aus Mailand behält sich vor, die bis 16. Juni geltende Offerte bis 3. Juli zu verlängern. Die Unicredit hatte in einer Stellungnahme betont, sie werte die starke Resonanz auf die Offerte "als Beleg für den inneren Wert, den die Investoren in dem Übernahmeangebot der Unicredit erkennen".

Unicredit hatte im September 2024 einen Aktienverkauf des Bundes genutzt, um in großem Stil bei der Commerzbank einzusteigen. Schnell etablierten sich die Italiener als mit Abstand größter Einzelaktionär der zweitgrößten deutschen Privatbank vor dem deutschen Staat. Unicredit, die bereits mit der Hypovereinsbank (HVB) in Deutschland aktiv ist, sieht bei einem Zusammenschluss Potenzial für milliardenschwere Einsparungen.

Unicredit-Chef Andrea Orcel wirbt für die Vorzüge größerer Banken und erhöhte am 5. Mai mit einem freiwilligen Kaufangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien den Druck. Management, Betriebsrat und Belegschaft der Commerzbank lehnen das aus ihrer Sicht "feindliche" Vorgehen von Orcel ab.

Aufsichtsrat und Vorstand der Commerzbank haben den Aktionären des Dax <DE0008469008>-Konzerns abgeraten, ihre Anteile an die Unicredit zu verkaufen - nicht zuletzt, weil das Angebot statt einer Übernahmeprämie einen Abschlag auf den aktuellen Kurs vorsieht. Wer seine Aktien Unicredit andiene, handle sich erhebliche Risiken ein, argumentiert die Commerzbank: Unicredit ist unter anderem eine der größten noch aktiven Auslandsbanken in Russland, auch wenn sie jüngst den Verkauf russischer Geschäftsteile eingeleitet hat.

Zudem ist nach Einschätzung der Commerzbank im Fall einer Übernahme mit einem deutlich größeren Stellenabbau zu rechnen als im Szenario einer Eigenständigkeit. Statt dem jüngst beschlossenen Abbau von weiteren 3.000 Vollzeitstellen bis 2030 sei im Unicredit-Szenario mit dem Verlust von bis zu 11.000 Jobs zu rechnen, sagte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp. Insgesamt sei der von der Unicredit vorgelegte Plan unrealistisch.

Die Commerzbank, die 2025 das beste operative Ergebnis ihrer Geschichte erzielt hat, will ihre Aktionäre mit der Aussicht auf steigende Gewinne und höheren Dividenden bei der Stange halten. Der Bund, der noch gut 12 Prozent der Anteile des Instituts, lehnt eine feindliche Übernahme der Commerzbank ebenfalls ab./he/tih

03.06.2026 | 20:28:53 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2: Deutschland scheitert krachend bei Wahl zu UN-Sicherheitsrat
03.06.2026 | 20:26:52 (dpa-AFX)
Aktien New York: Konfliktverschärfung in Nahost bremst nach frühem Nasdaq-Rekord
03.06.2026 | 20:00:11 (dpa-AFX)
EQS-News: Commerzbank empfiehlt kritische Prüfung der potenziell irreführenden Informationen der UniCredit zur Unterstützung ihres Übernahmeangebots (deutsch)
03.06.2026 | 19:38:34 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2: Eli Lilly und Boehringer streichen Investitionen
03.06.2026 | 19:37:18 (dpa-AFX)
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03.06.2026 | 19:34:07 (dpa-AFX)
Wadephul: Habe über Konsequenzen aus UN-Wahl nachgedacht
03.06.2026 | 15:37:13 (dpa-AFX)
Ölpreise legen erneut zu

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Mittwoch erneut zugelegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August stieg auf 97,42 Dollar. Damit legte der Preis der Referenzsorte um 1,48 Prozent zum Vortag zu.

Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten stützten die Preise. Die USA und der Iran haben sich eines der schwersten Feuergefechte seit Beginn der Waffenruhe geliefert. Irans Revolutionsgarden feuerten in der Nacht ballistische Raketen und Drohnen auf die benachbarten Golfstaaten Kuwait und Bahrain, das US-Militär wiederum griff eine iranische Militäreinrichtung auf der Insel Qeschm in der Straße von Hormus an.

Es waren nicht die ersten gegenseitigen Angriffe seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 8. April, aber mit jeder neuen Attacke steigt die Furcht vor einer erneuten Eskalation des Kriegs. Der jüngste Schlagabtausch erfolgte vor dem Hintergrund stockender Verhandlungen um ein Rahmenabkommen, mit dem der Krieg beendet und die Straße von Hormus wieder für die Schifffahrt geöffnet werden soll.

"Unsicherheit ist derzeit das Gebot der Stunde", sagte die Energiestrategin der Rabobank, Florence Schmit. "Die Chancen auf ein glaubwürdiges Friedensabkommen bleiben gering, solange keine Einigung über das hochangereicherte Uran des Iran, die Straße von Hormus selbst und den Libanon erzielt wird."

Die Kluft zwischen den USA und dem Iran deute darauf hin, dass ein Abkommen, das zu einer Normalisierung der Ölversorgung führt, noch einige Zeit entfernt sei, sagte Warren Patterson, Rohstoffstratege bei ING Groep in Singapur, der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Die Risiken sind nach oben gerichtet, insbesondere mit Blick auf das dritte Quartal, eine saisonal starke Nachfragesaison."/jsl/he

03.06.2026 | 15:01:53 (dpa-AFX)
ROUNDUP 3: Dutzende Verletzte in Kuwait nach neuer Eskalation am Golf
03.06.2026 | 13:56:47 (dpa-AFX)
Libanon meldet weitere Tote und Angriffe Israels
03.06.2026 | 11:43:35 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Drohnen überschatten Start von Petersburger Wirtschaftsforum
03.06.2026 | 11:19:04 (dpa-AFX)
Hisbollah: Angriffe auf Tel Aviv bei neuen Attacken Israels
03.06.2026 | 10:01:44 (dpa-AFX)
Selenskyj lobt Drohnentruppen nach Attacke auf Petersburg
03.06.2026 | 08:43:45 (dpa-AFX)
Verletzte bei Drohnenangriff auf Flughafen von Kuwait

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