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News

22.09.2026 | 19:47:42 (dpa-AFX)
IG Metall verlangt fünf Prozent mehr Geld für VW-Mitarbeiter

WOLFSBURG (dpa-AFX) - Die IG Metall fordert für die Beschäftigten von Volkswagen <DE0007664039> fünf Prozent mehr Geld. Die Tarifkommission habe die Forderung einstimmig beschlossen, teilte die Gewerkschaft mit. Das Plus soll auch für Auszubildende gelten. Zusätzlich verlangt die IG Metall eine soziale Komponente zugunsten der unteren Entgeltgruppen. Die Laufzeit soll demnach zwölf Monate betragen.

Der Haustarifvertrag gilt nach Gewerkschaftsangaben für rund 130.000 VW <DE0007664039>-Beschäftigte in Braunschweig, Chemnitz, Dresden, Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter, Wolfsburg und Zwickau. Gemessen an der Beschäftigtenzahl gelte er als einer der größten Firmentarifverträge Deutschlands.

Verhandlungsführer fordert faire Lastenverteilung

Niedersachsens IG-Metall-Bezirksleiter und VW-Verhandlungsführer Thorsten Gröger teilte mit: "Wir wissen, dass Volkswagen vor großen Herausforderungen steht. Aber die Antwort darauf kann nicht lauten, die Beschäftigten gegen die Zukunft des Unternehmens auszuspielen." Sie hätten in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Einschnitte getragen. Zugleich habe Volkswagen Milliarden an seine Aktionäre ausgeschüttet. "Wir brauchen eine faire Balance zwischen den Beschäftigten und der Verantwortung des Unternehmens sowie den Eigentümern", sagte Gröger laut Mitteilung.

VW-Betriebsratschefin und Tarifkommissionsmitglied Daniela Cavallo wies darauf hin, dass die Haustarif-Beschäftigten zuletzt im Mai 2024 mehr Geld bekommen hätten. "Seither steigen die Preise des täglichen Lebens vom Supermarkt über die Zapfsäule bis hin zu Versicherungstarifen. Das ist für unsere Kolleginnen und Kollegen nicht anders als bei allen anderen Beschäftigten". Jetzt geht es darum, einen fairen Anteil zu fordern.

IG Metall: Noch kein Verhandlungstermin

Mit dem Beschluss folgt die Tarifkommission den Forderungen der IG Metall für den Flächentarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie. Der Haustarifvertrag bei der Volkswagen AG ist zum 31. Dezember gekündigt. Am 1. Januar läuft die Friedenspflicht aus, dann sind Warnstreiks möglich. Ob diese "erforderlich werden, entscheidet sich am Verlauf der Verhandlungen", hieß es. Einen Termin mit dem Unternehmen gibt es der IG Metall zufolge noch nicht.

Gröger erwartet harte Verhandlungsrunde

"Diese Tarifrunde wird hart, und sie wird voraussichtlich konfliktärer werden als die Auseinandersetzung von 2024", sagte Gröger. Damals hatte die IG Metall die Produktion mehrfach mit Warnstreiks lahmgelegt. Erst kurz vor Weihnachten kam es nach einem einwöchigen Verhandlungsmarathon zum Kompromiss. Dieser sah den Abbau von 35.000 Jobs in Deutschland bis 2030 vor.

Außerdem wurden Bonuszahlungen und Zulagen gekürzt und Lohnerhöhungen auf Eis gelegt. Im Gegenzug verzichtet VW auf betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen - und sagte Investitionen und Produkte für deutsche Werke zu. Abmachungen, die die Gewerkschaft angesichts neuer Sparpläne in Gefahr sieht. Daher will die Gewerkschaft auch über die Standorte hierzulande sprechen: "Zur Tarifrunde gehört für uns ebenso die Frage, welche industrielle Perspektive alle Werke über 2030 hinaus haben", sagte Gröger. Das Ziel seien verbindliche Perspektiven

Zehntausende Stellen bedroht

Die Krise der Branche trifft Europas größten Autobauer aktuell mit Wucht: Um robuster und wettbewerbsfähiger zu werden, will der Konzernvorstand in den kommenden Jahren weitere 50.000 Jobs weltweit streichen. Davon etwa die Hälfte in Deutschland. Wie viele davon bei Volkswagen direkt - und nicht bei anderen Kontermarken - wegfallen sollen, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Über die Pläne muss ohnehin erst noch mit den Arbeitnehmern verhandelt werden. Außerdem ist die Zukunft der VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm offen./jwe/DP/nas

22.09.2026 | 19:41:01 (dpa-AFX)
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22.09.2026 | 19:28:41 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2: Frei sichert Merz Rückhalt der Unionsfraktion zu
22.09.2026 | 19:22:48 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2: Trump ruft Staaten zu Austritt aus Strafgerichtshof auf
22.09.2026 | 19:20:47 (dpa-AFX)
Verdacht auf Sprengstoff-Spuren nach Drohnenfund in Wunstorf
22.09.2026 | 19:13:19 (dpa-AFX)
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22.09.2026 | 19:06:45 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2: Grönland, Dänemark und USA unterzeichnen Abkommen

(Neu: Merz)

NEW YORK (dpa-AFX) - Im Streit um Grönland haben die USA, Dänemark und die Arktisinsel ein Abkommen geschlossen. US-Präsident Donald Trump, die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen unterzeichneten am Rande der UN-Generalversammlung in New York eine Vereinbarung, in der es um Sicherheitsinteressen geht. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begrüßte die Einigung.

Die drei Parteien hatten vor wenigen Tagen überraschend einen Durchbruch im Streit um die Insel verkündet. Trump zufolge sichern sich die USA mit der Vereinbarung etwa weitreichende Befugnisse zur Verteidigung der Arktisinsel, die zwar weitgehend autonom ist, aber zum dänischen Hoheitsgebiet gehört. Die dänische und grönländische Seite hatten die Darstellungen Trumps in dieser Form zunächst nicht bestätigt.

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen hatte erklärt, Details erst nach der Unterzeichnung preiszugeben. Sie selbst und Nielsen würden jedoch kein Abkommen unterzeichnen, "wenn es nicht gut für Grönland wäre". Frederiksen bezeichnete den Deal kurz vor der Unterzeichnung als "Meilenstein", der nicht nur gut für die drei Parteien, sondern auch für die Nato und Europa sei. Nielsen sprach von einer "win win win"-Situation und einem historischen Abkommen. Die Vereinbarung führe das bereits seit 1951 existierende Verteidigungs-Abkommen mit den USA weiter.

Trump sprach von einer "fantastischen langfristigen Beziehung".

Trump will Grönland gegen China und Russland abschirmen

Wie Trump zuvor bei seiner Rede bei der UN-Generalversammlung in New York sagte, dürften Gegner der USA keine Basis in Grönland errichten, keine militärische Präsenz dort haben und keine "sensiblen Investitionen" tätigen - es sei denn, die USA genehmigen es. Außerdem würden sofort Vorbereitungen für den Aufbau einer großen Militärpräsenz auf der Insel aufgenommen. Konkret sollten zwei große neue Militärbasen entstehen.

Der US-Präsident hatte in der Vergangenheit mehrfach mit der Annexion Grönlands gedroht und damit nicht nur den Nato-Partner Dänemark brüskiert, sondern auch Zweifel an der Geschlossenheit der Militärallianz geweckt. Auch versuchte er, mit der Androhung von Strafzöllen einen Verkauf an die USA zu erzwingen. Trump begründete sein Vorgehen mit Sicherheitsinteressen der USA und damit, dass Feinde der Vereinigten Staaten wie China und Russland die Insel unter ihre Kontrolle bringen wollten - und Dänemark dem nichts entgegenzusetzen habe.

USA sehen Grönland in strategisch wichtiger Position

Durch ein Abkommen aus dem Jahr 1951 haben die USA ohnehin schon recht großen militärischen Spielraum auf der Eisinsel. Aktuell unterhält das US-Militär dort aber nur noch eine Militärbasis, die für Raketenabwehr und Radarüberwachung wichtige Pituffik Space Base im Nordwesten Grönlands. Sie soll den US-Streitkräften ihre Überlegenheit im Weltraum sichern. Trump sprach mehrfach davon, ein Raketenabwehrsystem namens "Golden Dome" auf der Insel zu errichten. Grönland könnte beim Angriff eines Feindes wie Russland direkt in der Flugbahn möglicher Raketen liegen.

Für die Nato ist der Grönland-Konflikt ein höchst brisantes Thema. Einerseits muss das Bündnis um seine Glaubwürdigkeit fürchten, wenn ein führendes Mitglied damit droht, sich Gebiete eines anderen Nato-Staates einzuverleiben. Andererseits wäre es fatal für die Nato gewesen, wenn die USA im Streit darüber aus dem Bündnis ausgetreten wären.

Kanzler Merz wertete die Einigung als gute Nachricht. "Es stärkt unsere transatlantische Partnerschaft in der Nato und trägt zur Sicherheit im hohen Norden bei", erklärte Merz in Berlin. Er versicherte: "Unsere Partner können auch in Zukunft auf die Unterstützung Deutschlands zählen, wenn es darum geht, gemeinsam diese Ziele zu verfolgen."/jcf/DP/mis

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