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News

14.08.2026 | 12:38:21 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Bauernverband befürchtet teils totalen Ernteausfall

BERLIN (dpa-AFX) - Die Landwirte machen sich wegen der anhaltenden Trockenheit in diesem Sommer auf erhebliche Einbußen bei der Ernte gefasst - teils drohen sogar Totalausfälle. "Wir gehen von einer unterdurchschnittlichen Ernte bei Getreide, hier insbesondere beim Weizen, und bei Raps aus", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Größere Schäden zeigen sich demnach vor allem in Süddeutschland. Der Bauernverband forderte wegen der angespannten Situation vieler Höfe erneut Soforthilfen der Politik.

"Für die Herbstkulturen zeichnet sich in der Tendenz ab, dass wir auch hier mit erheblichen Ertragseinbußen rechnen müssen", sagte Rukwied. Das gelte für Kartoffeln, Gemüse, Zuckerrüben, Körnermais und Sojabohnen. "In südlichen Teilen Deutschlands könnte das bis zum totalen Ertragsausfall gehen."

Etwas besser ist es demnach in nördlichen Regionen, wo es immer wieder etwas geregnet hat. Dort sähen die Bestände noch akzeptabel aus, sagte Rukwied. In der Tendenz werde es aber auch da unterdurchschnittliche Ernten geben.

Nur wenig Regen: "Das verpufft"

"Bei uns hat es im Juli elf Millimeter geregnet, im August bisher acht", sagte der Verbandspräsident, der einen Betrieb in Baden-Württemberg hat. "Das größte Regenereignis im Juli brachte drei oder vier Millimeter. Das verpufft."

Vor allem in Süddeutschland werde es gerade zum Problem, dass kein Futter mehr nachwachse, sagte er mit Blick auf Gras und Heu von Wiesen. Vereinzelt gehen Höfe im Süden deswegen dazu über, Tiere früher als geplant zu schlachten.

Eine genauere Bilanz der Ernte 2026 will der Bauernverband am kommenden Dienstag vorstellen. Nach einer bereits vorgelegten Schätzung des Deutschen Raiffeisenverbands zeichnet sich eine deutlich kleinere Getreideernte ab: Die Menge dürfte demnach auf 40,6 Millionen Tonnen sinken - nach 45 Millionen Tonnen 2025.

Allein in der Hitze- und Dürreperiode Mitte Juni seien rund drei Millionen Tonnen Getreide und Raps verloren gegangen, ermittelte der Verband als Vertretung von 1.600 Genossenschaftsunternehmen im Agrarhandel und in der Verarbeitung. Dies bedeute Einnahmeverluste von 600 Millionen Euro.

Kaum künstliche Bewässerung

Zu mehr künstlicher Bewässerung äußerte sich Rukwied zurückhaltend. "Beregnet werden können in Deutschland in etwa drei Prozent der Fläche", sagte er im TV-Sender Phoenix. Das rechne sich nur bei Obst und Gemüse. Nachdenken könne man über optimierte Methoden - etwa, im Winter Wasser zu sammeln, das dann im Sommer zur Beregnung eingesetzt werde. Wichtig sei zudem, schnell widerstandsfähigere Pflanzensorten auch gegen Hitze zu erhalten.

Rukwied sagte, finanzielle Belastungen für die gesamte Branche seien immens. "Ich kenne Kollegen, die ihre Pflanzenschutz- und Düngemittelrechnungen nicht mehr bezahlen können und zur Bank gehen müssen." Die Nachfrage nach Liquiditäts- und Überbrückungsdarlehen sei hoch. "Die ökonomische Situation der Landwirtschaft ist brutal angespannt." Einerseits gebe es hohe Kosten bei Betriebsmitteln und auf der anderen Seite niedrige Preise für Produkte.

Verband fordert Millionenhilfen

Der Bauernpräsident forderte schnelle Hilfen für die Branche - etwa, von der EU geplante Düngemittelbeihilfen von 60 Millionen Euro national auf 180 Millionen Euro aufzustocken. Bei den Direktzahlungen der EU-Agrarfinanzierung sollten 80 Prozent von Dezember auf Oktober vorgezogen werden. Zudem brauche es eine Senkung der Dieselsteuern bis Ende November. Zu Jahresbeginn waren für die Landwirtschaft nach Gesetzen der Koalition bereits Steuerentlastungen beim Agrardiesel und bei den Stromkosten in Kraft getreten.

Die Linke-Agrarpolitikerin Ina Latendorf warnte: "Die Klimakrise frisst sich durch die deutschen Äcker." Wer durch klimabedingte Ernteverluste in existenzielle Notlage gerate, dürfe nicht alleingelassen werden. "Dafür braucht es einen Krisenfonds. Gleichzeitig müssen wir die Landwirtschaft krisenfester machen."

Minister sieht "ernsthafte Belastung"

Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) hatte bereits davon gesprochen, dass sich die Trockenheit zu einer "ernsthaften Belastung" entwickele. "Wir lassen die betroffenen Betriebe mit ihren Sorgen nicht allein", hatte er versprochen.

Für Hilfszahlungen bei Extremwetter wie Trockenheit sind die Länder zuständig, wie das Ministerium erläuterte. Voraussetzung für eine Beteiligung des Bundes ist eine Einstufung als "Ereignis von nationalem Ausmaß". Maßgeblich dafür sei die Gesamtbewertung der Schäden und ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen. Das Ausmaß werde erst Ende August nach der Ernte belastbar zu bewerten sein./sam/sl/DP/mis

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Freie Tankstellen fordern Ende der 12-Uhr-Regel
14.08.2026 | 08:11:19 (dpa-AFX)
Ölpreise legen wieder leicht zu

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Freitag nach dem kräftigen Rückgang am Vortag wieder leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent mit Lieferung im Oktober kostete am Morgen 87,38 US-Dollar und damit 0,36 Prozent mehr als am Vortag. Seit Montag hat sich Rohöl aus der Nordsee der Sorte Brent damit um rund drei Dollar verteuert, nachdem weiterhin kein Ende des Iran-Kriegs in Sicht ist.

Kurz vor dem Verstreichen einer 60-tägigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran bleibt die Lage in der faktisch blockierten Straße von Hormus weiter angespannt. In der Nacht wurden in der Meerenge zwei Schiffe des staatlichen emiratischen Ölkonzerns Adnoc angegriffen. Bei dem Vorfall in der Meerenge sei niemand verletzt worden, berichtete die staatliche emiratische Nachrichtenagentur WAM. Über mögliche Schäden an den Schiffen gab es zunächst keine Angaben. Die Waffenruhe läuft an diesem Samstag aus.

Der seit Ende Februar andauernde Krieg der USA und Israels gegen den Iran hatte den Schiffsverkehr in der für den Welthandel wichtigen Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gebracht. Dies führte weltweit zu höheren Preisen für Öl, Gas und Düngemittel. Die Kriegsparteien ringen schon länger um eine vollständige Wiedereröffnung der faktisch blockierten Meerenge - bislang ohne Erfolg./jha/stk

14.08.2026 | 06:35:02 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Angriff auf Schiffe: Lage am Golf weiter angespannt
14.08.2026 | 06:08:17 (dpa-AFX)
Zwei Schiffe der Emirate in Straße von Hormus angegriffen
13.08.2026 | 17:54:52 (dpa-AFX)
WDH/Bei Oman auf Grund gelaufen: Tanker soll geborgen werden
13.08.2026 | 16:28:05 (dpa-AFX)
Bei Oman auf Grund gelaufen: Tanker soll geborgen werden
13.08.2026 | 16:00:55 (dpa-AFX)
Ölpreise weiten Verluste aus
13.08.2026 | 10:44:01 (dpa-AFX)
Kiews Drohnen treffen Ölraffinerie und Logistikzentrum in Russland

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