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News

19.04.2026 | 18:14:29 (dpa-AFX)
WOCHENAUSBLICK 2: Weitere Dax-Erholung ungewiss - Experten sind vorsichtig

(Aktualisierung: diverse Ereignisse vom Wochenende eingearbeitet)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der Dax <DE0008469008>-Erholung der vergangenen Tage ist die Index-Entwicklung in der neuen Woche ungewiss. Am Freitag hatten noch Aussagen des iranischen Außenministers, dass die Durchfahrt der Straße von Hormus nun für alle Handelsschiffe frei sei, für Euphorie gesorgt. Durch die Meerenge verläuft eine wichtige Handelsroute für die Weltwirtschaft, die wegen des Iran-Kriegs zuletzt weitgehend blockiert war.

Später sperrte der Iran die Straße allerdings erneut. Teheran begründet das mit der US-Blockade von iranischen Häfen und Schiffen, die aus diesen auslaufen oder diese ansteuern wollen. US-Präsident Donald Trump warf dem Iran seinerseits einen eklatanten Verstoß gegen die Vereinbarung über die Waffenruhe vor.

Widersprüchliche Meldungen gab es auch zu einem möglichen zweiten Verhandlungsgespräch zwischen den USA und Teheran. Kurz vor dem Auslaufen der Feuerpause im Iran-Krieg am Mittwoch hatte Trump seine Bereitschaft zu neuen Verhandlungen angekündigt. Seine Vertreter seien am Montagabend in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social ohne Angaben zur Zeitzone zu machen. Der halb-offiziellen Nachrichtenagentur Tasnim zufolge wird der Iran allerdings an den Verhandlungen solange nicht teilnehmen, wie die Seeblockade der USA anhält.

Am Sonntag deutete der von IG erhobene Dax-Indikator auf Verluste hin. Diese bewegten sich allerdings im Vergleich zu den zuletzt üblichen deutlichen Schwankungen in einem überschaubaren Rahmen.

"Auch an den übrigen Börsenplätzen stehen die Ampeln wieder auf Grün, nachdem Donald Trump Hoffnungen auf eine Einigung mit dem Iran geweckt hat", hatte Aktienstratege Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) noch am Freitag geschrieben. Besonders beeindruckend sei die Kursrally in den USA mit Rekorden für den marktbreiten S&P 500 <US78378X1072> sowie das Tech-Barometer Nasdaq 100 <US6311011026> verlaufen. Damit haben die beiden Indizes die Verluste seit Beginn des Kriegs Ende Februar mehr als wettgemacht.

Der japanische Nikkei-225 <JP9010C00002> <XC0009692440> hatte zuletzt ebenfalls eine Bestmarke aufgestellt. Dagegen hat der deutsche Leitindex bis dahin noch eine Wegstrecke vor sich. Das charttechnische Bild hat sich aber deutlich aufgehellt, seitdem er es wieder über die 100- und 200-Tage-Linien als wichtige Indikatoren für den mittel- bis langfristigen Trend geschafft hat.

Derweil "stecken in den aktuellen Kursen schon viele Vorschusslorbeeren", warnt Klumpp vor zu hohen Erwartungen. Denn die Belastungen aus dem Iran-Krieg seien noch schwierig zu beziffern, und an den Ölmärkten bleibe die Lage angespannt.

Die Experten der Landesbank Helaba erinnerten daran, dass die Aktienkurse zu Kriegsbeginn Ende Februar zwar sichtbar nachgegeben hätten, aber nicht so deutlich wie bei früheren Krisen. "Panik war in den klassischen Angstindikatoren wie der impliziten Aktienvolatilität zu keinem Zeitpunkt festzustellen", betonen sie. Und offenbar hätten die jüngsten Entspannungssignale vielen Anlegern gereicht, um auf dem etwas niedrigeren Bewertungsniveau wieder einzusteigen.

Da ein optimistisches Nahost-Szenario schon eingepreist scheine, "baut sich für die kommenden Wochen ein gewisses Enttäuschungspotenzial auf", hieß es im Helaba-Wochenausblick vom Freitag weiter. Denn seit Beginn des Kriegs habe es nach Hoffnungsschimmer immer wieder Enttäuschungen gegeben, sodass es "bis zu einer dauerhaften Friedenslösung ein steiniger Weg werden dürfte".

In die gleiche Kerbe hieb Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater. Er macht zwar Fortschritte bei den Gesprächen aus, insbesondere zwischen dem US-Kriegspartner Israel und dem Libanon, von dem aus die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz operiert. "Aber über Ankündigungen und Kommentierungen des US-Präsidenten hinaus liegen noch keine konkreten Ergebnisse vor", gibt er zu bedenken.

Laut Marktanalyst Timo Emden zeigt sich der deutsche Aktienmarkt weiterhin "erstaunlich robust" gegenüber dem anhaltenden Nahost-Konflikt. Die Investoren setzten darauf, dass die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran zumindest vorerst halte und "mittelfristig in ein tragfähiges Friedensabkommen münden könnte". Das stütze "die Risikobereitschaft vieler Investoren, die geopolitische Risiken derzeit eher ausblenden als neu einpreisen".

Neben diesen Unsicherheiten begrenzt Helaba zufolge auch die hohe Bewertung vieler Aktienindizes das weitere Potenzial. Vor diesem Hintergrund rücke die anlaufende Quartalsberichtssaison wieder stärker in den Fokus der Anleger.

Zu Beginn der neuen Woche ist die deutsche Unternehmensagenda noch weitgehend leer. Am Dienstag informiert der Konsumgüterkonzern Beiersdorf <DE0005200000> über seine Umsatzentwicklung, tags darauf folgt der Zwischenbericht des Onlinebrokers Flatexdegiro <DE000FTG1111>. Aus den USA veröffentlichen unter anderem der Airbus <NL0000235190>-Rivale Boeing <US0970231058> und nach Börsenschluss in New York der Elektroautobauer Tesla <US88160R1014> Geschäftszahlen.

Am Donnerstag folgen der Labor- und Pharmazulieferer Sartorius <DE0007165631>, der Scheinwerferhersteller Hella <DE000A13SX22>, der Bahntechnikkonzern Vossloh <DE0007667107> und am späten Abend der Softwarehersteller SAP <DE0007164600>. Den Zahlenreigen beschließt am Freitag Atoss Software <DE0005104400>.

Potenziell marktbewegende Konjunkturdaten dürften laut Dekabank-Volkswirt Kater weiterhin im Schatten der Entwicklungen im Nahen Osten stehen. Stimmungsindikatoren aus Deutschland sollten "Aufschluss darüber geben, ob die Unternehmen die Lage ähnlich optimistisch sehen wie die Teilnehmer an den Finanzmärkten". Am Dienstag stehen die ZEW-Konjunkturerwartungen an, am Donnerstag Einkaufsmanagerdaten von S&P Global und am Freitag das Ifo-Geschäftsklima./gl/ajx/he

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX und Stefan Heider, dpa-AFX ---

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ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Euphorie nach Öffnung der Straße von Hormus

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Nachricht von der Öffnung der Straße von Hormus hat die Kurse am Aktienmarkt am Freitagnachmittag in die Höhe schnellen lassen. Der Krieg zwischen den USA und dem Iran verliert etwas an Schärfe. Durch die Meerenge verläuft eine wichtige Handelsroute für die Weltwirtschaft, die wegen des Iran-Kriegs zuletzt weitgehend blockiert war.

Die Straße von Hormus "wird für die verbleibende Dauer des Waffenstillstands für alle Handelsschiffe vollständig geöffnet", teilte der iranische Außenminister Abbas Araghchi in einem Beitrag auf der Plattform X mit. US-Präsident Donald Trump hält jedoch an seiner Seeblockade für Schiffe mit einem iranischen Hafen als Start oder Ziel fest. Diese solle bestehen bleiben, bis die Verhandlungen mit Teheran abgeschlossen seien, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.

Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> sprang nach der Nachricht zur Hormus-Straße über 6.000 Zähler und beendete den Handel beim Stand von 6.057,71 Punkten mit einem Plus von 2,10 Prozent. Damit nimmt der Leitindex der Euroregion wieder sein Rekordhoch bei rund 6.200 Punkten von Ende Februar ins Visier. Auf Wochensicht verbuchte der Index einen Zuwachs von 2,2 Prozent.

Außerhalb des Euroraums kletterte am Freitag der schweizerische SMI <CH0009980894> um 1,92 Prozent auf 13.426,72 Zähler nach oben. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> gewann 0,73 Prozent auf 10.667,63 Punkte.

Mit der Öffnung der Meeresstraße werden die jüngsten Konjunktur- und Inflationssorgen stark gedämpft. Die Ölpreise und die Renditen sackten ab. Ölaktien <EU0009658780> wie Totalenergies <FR0000120271>, Eni <IT0003132476>, Shell <GB00BP6MXD84> und BP <GB0007980591> verloren bis zu gut 7 Prozent.

Papiere aus dem Reise- und Freizeitsektor <CH0019112744> legten hingegen stark zu. Fluggesellschaften wie Lufthansa <DE0008232125>, IAG <ES0177542018> und Air France-KLM <FR001400J770> gewannen bis zu mehr als 7 Prozent. Die fallenden Ölpreise senken die Kerosinkosten. Zudem verringert sich das Risiko, dass die Airlines Flugzeuge stilllegen müssen. Noch am Vortag hatte die Internationale Energieagentur (IEA) gewarnt, dass Flugzeugtreibstoff knapp werden könnte.

Einen rabenschwarzen Tag erlebten die Anleger von Alstom <FR0010220475>. Die Aktien des französischen Zugherstellers brachen um gut 27 Prozent ein und reagierten damit auf die Rücknahme der Finanzziele für das laufende Geschäftsjahr. Das Management hatte seine Prognosen für den freien Barmittelzufluss und die operative Marge gekappt.

Der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson <SE0000108656> hatte im ersten Quartal wegen einer verhaltenen Nachfrage nach Telekommunikationsausrüstung und höheren Chipkosten weniger verdient als erwartet. Die Papiere verloren mehr als 4 Prozent./ajx/stw

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Aktien Europa Schluss: Euphorie nach Öffnung der Straße von Hormus
17.04.2026 | 15:11:45 (dpa-AFX)
INDEX-FLASH: Stark im Plus - Iran: Straße von Hormus offen für Handelsschiffe
17.04.2026 | 12:04:34 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Leichte Gewinne - Technologiesektor stark, Alstom unter Druck
16.04.2026 | 18:11:18 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Keine klare Linie - Ölpreise bleiben hoch
16.04.2026 | 17:58:08 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Keine klare Linie - Ölpreise bleiben hoch
16.04.2026 | 11:59:57 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Leichte Gewinne - Ölpreisanstieg bremst gute Vorgaben

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