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News

03.07.2026 | 10:28:44 (dpa-AFX)
Reformpaket geht aus Sicht von Ökonomen nicht weit genug

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Das geplante Reformpaket der Bundesregierung geht nach übereinstimmender Einschätzung führender Ökonomen nicht weit genug, um die deutsche Wirtschaft aus der jahrelangen Dauerkrise zu führen. Dafür wären weitergehende Schritte erforderlich, heißt es beim Ifo-Institut in München, dem DIW in Berlin, dem ZEW Mannheim und dem Kiel Institut für Weltwirtschaft.

DIW: Beschneidung von Besitzständen muss folgen

"Die schweren Reformen, die eine Beschneidung von Besitzständen beinhalten, werden nun folgen müssen", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der Deutschen Presse-Agentur. Das Reformpaket sei nicht mehr als ein erster Schritt, um eine Trendwende bei der Mentalität und Wahrnehmung in Deutschland herbeizuführen. "Wer glaubt, die Bundesregierung hätte nun den schwersten Teil der Reformen hinter sich, der irrt."

Notwendig wären nach Einschätzung des DIW-Präsidenten drei große Reformen. An erster Stelle nannte Fratzscher eine große Investitionsoffensive sowohl bei privaten als auch bei öffentlichen Investitionen. Als Zweites plädierte der Ökonom für eine grundlegende Reform des Steuersystems, bei der vor allem kleine und mittlere Einkommen, aber auch Unternehmen steuerlich deutlich entlastet und Abgaben reduziert werden müssten.

Und als dritten Punkt nannte Fratzscher die Reform und Integration Europas. "Wir haben in Deutschland noch immer nicht verstanden, dass ein starkes, geeintes und integriertes Europa unsere einzige Chance ist, uns global gegen immer aggressivere und nationalistische Hegemone in den USA und in China zu schützen."

Ifo: Wachstum der Staatsausgaben begrenzen

Ifo-Präsident Clemens Fuest sieht das Paket als wichtigen Beitrag, mahnt aber ebenso weitere Schritte an. "Größter Schwachpunkt des Reformpakets ist, dass Maßnahmen zur Konsolidierung der Staatsausgaben fehlen." Mittelfristig seien steuerliche Entlastungen unmöglich, wenn das Wachstum der Staatsausgaben nicht eingedämmt werde. Positive Wachstumswirkung werden nach Einschätzung des Ifo-Präsidenten vor allem die Maßnahmen zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und zur Stärkung der Leistungsanreize entfalten.

Positiv hob der Münchner Ökonom auch das geplante Verbot der Enteignung von Immobilien hervor. "Die Enteignungspläne in Berlin schrecken private Investoren im Wohnungsbau ab und verschärfen die Wohnungsnot." Für verbesserungsbedürftig hält Fuest die geplante Einkommensteuerreform. "Positiven Wirkungen der Entlastung mittlerer Einkommen stehen höhere Belastungen von mittelständischen Personengesellschaften durch den höheren Spitzensteuersatz gegenüber, der jetzt inklusive Solidaritätszuschlag knapp unter 50 Prozent liegt."

ZEW: teure Energie, übermäßige Bürokratie und fehlende Fachkräfte

In Mannheim glaubt auch ZEW-Präsident Achim Wambach, dass das Reformpaket positive Effekte entfalten wird. "Der wirtschaftliche Druck ist aber enorm", sagte Wambach. "Um Deutschland als Investitionsstandort wieder an die Spitze zu bringen, werden weitere Schritte erforderlich sein." Hohe Energiekosten, übermäßige Regulierung und Fachkräftemangel hemmten die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen.

Union und SPD hatten sich in der Nacht zum Donnerstag auf das Reformpaket verständigt, das die bereits in die Wege geleiteten Änderungen bei Rente und Gesundheit einschließt. Hinzu kommen sollen nun unter anderem Steuerentlastungen von zehn Milliarden Euro und der Abbau von Bürokratie./cho/DP/jha

03.07.2026 | 10:23:56 (dpa-AFX)
KORREKTUR/IAB-Forscher: Befristung gibt nötige Flexibilität
03.07.2026 | 10:20:01 (dpa-AFX)
Es werden noch immer Einweg-Plastikstrohhalme verkauft
03.07.2026 | 10:20:00 (dpa-AFX)
ANALYSE-FLASH: JPMorgan senkt Ziel für Rheinmetall auf 1350 Euro - 'Neutral'
03.07.2026 | 10:14:21 (dpa-AFX)
AKTIE IM FOKUS: Analystenempfehlung treibt Gea weiter an - Rekord in Sichtweite
03.07.2026 | 10:05:01 (dpa-AFX)
GNW-News: Dormer Pramet präsentiert Zerspanungskompetenz auf der AMB 2026
03.07.2026 | 10:04:05 (dpa-AFX)
HINWEIS/Aktien New York: Kein Handel an US-Börsen wegen Feiertag
02.07.2026 | 18:44:06 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx auf Rekordhoch - Zinssorgen gedämpft

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Der Eurozonen-Index EuroStoxx 50 <EU0009658145> hat am Donnerstag ein Rekordhoch erklommen. Auch allgemein ging es an Europas Aktienmärkten kräftig nach oben. So verzeichneten der schweizerische SMI <CH0009980894> und der spanische Ibex 35 <ES0SI0000005> ebenfalls Bestwerte. Der starke Schub kam am Nachmittag mit den US-Arbeitsmarktdaten. Ein deutlich schwächer als erwarteter Beschäftigungsaufbau dämpfte Sorgen vor einer baldigen Zinsanhebung.

Der EuroStoxx 50 stieg erstmals in seiner Geschichte knapp unter 6.400 Punkte und beendete den Tag 1,24 Prozent höher auf 6.360,47 Zählern. Der Ibex wurde minimal unter 19.800 Punkten ausgebremst und schloss letztlich 1,37 Prozent höher. Außerhalb des Euroraums sprang der SMI erstmals über 14.400 Punkte, bevor er mit plus 1,69 Prozent auf 14.352,98 Zähler schloss. Für den britischen FTSE 100 <GB0001383545> ging es um 1,67 Prozent auf 10.652,87 Punkte nach oben.

Die Erwartungen an eine Zinserhöhung in den USA hätten sich nach den Arbeitsmarktdaten etwas nach hinten verschoben, sagte ein Marktbeobachter. Das komme gut an den Börsen an. In der US-Wirtschaft wurden im Juni nur halb so viele neue Stellen geschaffen wie prognostiziert, was laut Analyst Tobias Basse von NordLB "eindeutig" den Handlungsdruck des neuen US-Notenbankchefs Kevin Warsh dämpft. "Er kann damit einfacher auf Zeit spielen und auf freundlichere Inflationsdaten warten."

Mit Ausnahme der Technologiebranche, die deutlich nachgab, legten alle anderen Sektoren in Europa zu. Erneut erwischte es vor allem Halbleiterwerte. Jürgen Molnar von Robomarkets verwies auf einen Bloomberg-Bericht aus informierten Kreisen zu Meta <US30303M1027> vom Mittwochabend. Der Konzern wolle wohl eine neue Sparte aufbauen und ungenutzte Rechenzentrums-Kapazitäten an externe Kunden vermieten, schrieb der Kapitalmarktexperte. "Damit greift Meta das lukrative Geschäft rund um KI-Infrastruktur direkt an und erhöht den Wettbewerbsdruck im heiß gelaufenen KI-Sektor." Dies bekamen Profiteure des Booms wie etwa ASML <NL0010273215>, die um knapp 4 Prozent nachgaben, zu spüren.

Gefragt waren dagegen vor allem defensive Branchen wie Nahrungsmittel, Getränke oder auch Pharma. Carrefour <FR0000120172> etwa gewannen in Paris 3,2 Prozent und profitierten von einer Kaufempfehlung der UBS.

Das Interesse galt auch wieder Luxuswerten. Die Analysten der UBS sehen Licht am Horizont. Der europäische Luxusgütersektor nähere sich nach fast drei Jahren sinkender Gewinnerwartungen offenbar einem positiven Wendepunkt, schrieb Analystin Zuzanna Pusz in einem Branchenausblick. Die anstehenden Quartalszahlen sollten eine Wachstumsbeschleunigung zeigen, was zusammen mit den immer noch niedrigen Bewertungen das Anlegervertrauen wiederherstellen und die Gewinnschätzungen stabilisieren könnte. Eine selektive Titelauswahl hält sie jedoch weiterhin für wichtig. LVMH <FR0000121014>, die um 3,5 Prozent stiegen, und EssilorLuxottica <FR0000121667> mit plus 1,4 Prozent an diesem Tag gehören zu den Favoriten der Expertin.

Unter den kleineren Werten richteten sich die Blicke auf AMS Osram <AT0000A3EPA4>, die sich nach ihrem jüngsten Rücksetzer um 13,4 Prozent erholten. Allerdings beträgt ihr Plus im bisherigen Jahresverlauf 136 Prozent. Ein Händler verwies angesichts der Gewinne an diesem Donnerstag auf Fantasie für den Einsatz der MicroLED-Technologie des Sensoren- und Optohalbleiterherstellers im Rechenzentrumsbereich. Laut einem Artikel des Online-Magazins "Trendforce" könnte diese Technologie im trendigen Anwendungsgebiet eine vielversprechende Alternative werden und den Nachrichtenfluss bei AMS verbessern./ck/jha/

02.07.2026 | 18:17:11 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: EuroStoxx auf Rekordhoch - US-Jobdaten dämpfen Zinssorgen
02.07.2026 | 15:30:21 (dpa-AFX)
INDEX-FLASH: EuroStoxx 50 nach US-Jobdaten auf Rekordhoch
02.07.2026 | 11:56:14 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Leichte Gewinne - Defensive Sektoren gefragt
01.07.2026 | 18:41:57 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Verluste im impulsarmen Sommerhandel
01.07.2026 | 18:14:35 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Verluste im impulsarmen Sommerhandel
01.07.2026 | 12:16:03 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Leichte Verluste bei abwartendem Geschäft

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