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News

30.08.2026 | 22:05:13 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2: Kam Sprengstoff-Drohne aus Moskau? Warten auf Konsequenzen

(Neu: durchgehend aktualisiert nach TV-Interview Merz)

BERLIN (dpa-AFX) - Wer ist für den versuchten Anschlag mit einer Sprengstoff-Drohne verantwortlich, die am 4. August auf dem Flughafen Leipzig/Halle in der Nähe ukrainischer Frachtmaschinen entdeckt wurde? Schon bald will die Bundesregierung dazu Angaben machen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte im ARD-Sommerinterview, die Ermittlungen stünden kurz vor dem Abschluss. "Wir haben eine weitgehende Einigung in der Bundesregierung, wie wir reagieren", sagte er. Und es werde nicht mehr lange dauern.

Offizielle Zuordnung steht noch aus

Auf Berichte von Medien des Springer-Verlags angesprochen, wonach die Regierung davon ausgeht, dass Russland hinter dem Vorfall steckt, sagte ein Regierungssprecher am Wochenende: "Die Bundesregierung beteiligt sich nicht an Spekulationen. Relevant ist allein die offizielle Zuordnung, die die Bundesregierung nach eigenem Ermessen und unter Abwägung aller Ermittlungsergebnisse vornimmt."

"Welt am Sonntag", "Politico" und "Bild" berichteten unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen, die namentlich nicht genannt werden, die Regierung bereite ein umfangreiches Maßnahmenpaket gegen Moskau vor. Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovi?, sagte dem "Spiegel", sollte sich bestätigen, dass Russland hinter dem hybriden Angriff stecke, wäre eine europäische Antwort nötig. Gleichzeitig müsste die Bundesregierung in diesem Fall besonnen reagieren, "um weitere zunehmende Eskalationen zu verhindern".

Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) sagte am Abend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" auf die Frage, ob die Regierung sicher sei, dass es Russland ist: "Wir haben noch keine Zuordnung vorgenommen, und das werden wir tun, wenn wir tatsächlich sicher sind, wem wir das zuordnen können."

Drahtzieher soll bald feststehen - Merz hat Reaktion angekündigt

Die Bundesregierung stimme ihre Reaktion auf den versuchten Sprengstoff-Anschlag aktuell innerhalb der Europäischen Union und mit Nato-Partnern ab, sagte Merz. Es werde eine Reaktion aus Deutschland sein, aber die Partner würden davon nicht überrascht werden. Auf die Frage, ob Deutschland überhaupt angemessen reagieren könnte, sollte sich eine Urheberschaft Russlands herausstellen, antwortete der Kanzler: "Warten wir mal ab, was angemessen reagieren heißt."

Aus Regierungskreisen war zuletzt zu hören, in einem so gravierenden Fall sei es mit der Ausweisung von einem oder zwei Diplomaten nicht getan. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat erklärt, man wolle erst den Beweis führen und dann die Konsequenzen überlegt haben und auch gleich zur Anwendung bringen können.

Neben der Ausweisung von Diplomaten wäre wohl auch eine Einbestellung des Botschafters des Landes, aus dem ein versuchter Anschlag gesteuert wurde, zu erwarten.

Attentate beziehungsweise Anschläge, die nach Einschätzung der deutschen Justiz im Auftrag fremder Staaten verübt wurden, sind in Deutschland selten.

* Für erhebliche diplomatische Spannungen sorgte der sogenannte Tiergarten-Mord 2019. Deutschland wies damals zwei russische Diplomaten aus. Der verurteilte Täter kam 2024 im Zuge eines Gefangenenaustauschs zwischen Russland, den USA, Deutschland und weiteren Ländern frei und wurde vom russischen Präsidenten Wladimir Putin persönlich am Flughafen empfangen.

* 1992 wurde ein Anschlag auf kurdische Exilpolitiker im Berliner Restaurant "Mykonos" verübt. Das Berliner Landgericht sprach von einem Attentat im Auftrag des iranischen Geheimdienstes.

* 1986 wurde in West-Berlin ein Anschlag auf die bei US-Soldaten beliebte Diskothek "La Belle" verübt. Ermittlungen ergaben, dass der Anschlag vom libyschen Geheimdienst orchestriert wurde.

Nato-Beratungen?

Viel war zuletzt darüber spekuliert worden, welche Konsequenzen jenseits der Diplomatie sonst noch möglich wären - etwa ob Deutschland Artikel 4 des Nato-Vertrags in Anspruch nehmen könnte. Dieser sieht Beratungen der Verbündeten vor, wenn sich ein Nato-Staat von außen gefährdet sieht.

Sollte ein staatlicher russischer Akteur als Drahtzieher benannt werden, wäre es zudem denkbar, die sogenannte Schattenflotte empfindlich zu stören. Sie besteht aus Tankern und Frachtschiffen, die Russland zum Vermeiden von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt. Zudem wird sie zunehmend mit Spionage- und Sabotageakten in Verbindung gebracht.

Vor allem die Grünen hatten zuletzt mehrfach gefordert, das russische Kulturinstitut in Berlin - auch bekannt als Russisches Haus - zu schließen.

Schwerwiegender Angriff

Die mit Sprengstoff präparierte Drohne war am Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden. Die Bundesanwaltschaft sprach von einem "schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland". Ermittelt wird wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

Russland nutzt ganze Bandbreite hybrider Angriffe

Sowohl nach dem Fund der Sprengstoff-Drohne als auch im Zusammenhang mit einem Waffenversteck, das 2025 in einem Waldstück bei Berlin angelegt wurde, sagte Dobrindt, eine Beteiligung "fremder Mächte" sei nicht auszuschließen. Der Generalbundesanwalt ermittelt zu dem Waffenversteck gegen einen Tatverdächtigen wegen des Verdachts der geheimdienstlichen Agententätigkeit und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Mit anderen Worten: Es wird vermutet, dass die zwei Pistolen samt Munition dort für mögliche Attentate deponiert wurden.

Der Tatverdächtige befindet sich in Rumänien in Untersuchungshaft. Rumänische Medien berichten, der junge Ukrainer stehe auch im Verdacht, zusammen mit einem Komplizen im russischen Auftrag in Rumänien zwei Pakete mit Brandsätzen bei einem Kurierdienst aufgegeben zu haben.

Beinah-Absturz im Sommer 2024

Im Juli 2024 entzündete sich im DHL-Logistikzentrum am Flughafen Leipzig/Halle ein Luftfrachtpaket. Sicherheitskreise gehen davon aus, dass das Paket im Auftrag Russlands platziert wurde. Deutschland entging damals vermutlich nur knapp einem Flugzeugabsturz.

Deutsche Sicherheitsbehörden nehmen seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 eine Zunahme von aus Moskau gesteuerten Cyberangriffen und anderen Sabotageakten wahr. Auch Spionage sowie Desinformationskampagnen und andere Versuche der Einflussnahme seien häufiger zu beobachten./abc/DP/zb

30.08.2026 | 21:46:51 (dpa-AFX)
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28.08.2026 | 18:34:14 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinne - Baldige US-Zinserhöhung?

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas Aktienmärkte haben am Freitag mit Gewinnen geschlossen. Sie erholten sich damit vom schwachen Vortag. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> baute nach Hinweisen von US-Notenbankchef Kevin Warsh auf eine mögliche Leitzinserhöhung mit 6.485,67 Punkten sein Plus auf 0,95 Prozent aus. Damit legte er auf Wochensicht um knapp 0,4 Prozent zu.

Beim Londoner FTSE 100 <GB0001383545> reichte es am Freitag nur für einen Anstieg um 0,29 Prozent auf 10.824,26 Zähler. Der Züricher SMI <CH0009980894> gewann 0,11 Prozent auf 14.399,77 Punkte.

Mit ungewöhnlich deutlichen Worten zur hohen Inflation in den USA signalisierte Warsh seine Bereitschaft für eine straffere Geldpolitik. "Wir müssen davon überzeugt sein, dass sich die Kerninflation eindeutig und mit ausreichender Geschwindigkeit unserem Ziel annähert. Andernfalls haben wir noch einiges zu tun", sagte er laut Redemanuskript beim Notenbank-Treffen der Federal Reserve of Kansas City in Jackson Hole (US-Bundesstaat Wyoming). Zwar zeigten die jüngsten Konjunkturdaten eine leichte Abkühlung. Allerdings sehe er darin nicht, dass sich an der grundlegenden Entwicklung etwas geändert habe.

Höhere Zinsen würden festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen gegenüber als riskanter wahrgenommenen Anlagen wie Aktien tendenziell begünstigen. Das gilt vor allem für Technologieaktien wegen der massiven Investitionen der Branche in Künstliche Intelligenz (KI).

Warsh sei offenbar bemüht, den bisherigen Zweifeln an seiner Bereitschaft zu Zinserhöhungen entgegenzutreten, schrieb Elmar Völker von der Landesbank Baden-Württemberg in einer ersten Einschätzung. Er erhöhe damit die Spannung vor der nächsten Zinssitzung Mitte September. "Die US-Inflationsdaten für August, die wenige Tage vor diesem Termin veröffentlicht werden, bilden mutmaßlich das Zünglein an der Waage", glaubt der Experte. Von Interesse sei vor allem die Kerninflation. "Schwächt diese sich nicht ab, dann ist eine Zinserhöhung ernsthaft im Spiel. Die Entscheidung könnte auf Messers Schneide stehen."

Das "FedWatch-Tool" der Terminbörse CME, welches die aktuellen Markterwartungen für kommende Zinsentscheidungen der US-Notenbank (Fed) als Wahrscheinlichkeiten anzeigt, belegte den deutlichen Stimmungsumschwung. Inzwischen ist eine Leitzins-Anhebung um 0,25 Prozentpunkte demnach deutlich wahrscheinlicher als eine Beibehaltung des derzeitigen Niveaus. Unmittelbar vor Warshs Aussagen hatte es noch gut eine Zweidrittel-Mehrheit für einen weiter unveränderten Zinssatz gegeben.

An den europäischen Börsen waren vor dem Wochenende Autoaktien <EU0009658681> am stärksten gefragt. Ihnen half eine positive Branchenstudie der US-Bank Citigroup. Auf Kaufinteresse stießen die ebenfalls konjunktursensiblen Chemie- <EU0009658608> sowie Versorger- <EU0009658962> und Bankentitel <EU0009658806>. Banken gelten wegen ihres Kreditgeschäfts als Profiteure höherer Zinsen.

Im Bausektor <EU0009658889> ragten Aktien von Strabag <AT000000STR1> mit einem Kurssprung von knapp 16 Prozent heraus. Sie reagierten damit auf Halbjahreszahlen, einen Rekord-Auftragsbestand und das angehobene Margenziel. Analyst Michael Marschallinger vom Bankhaus Erste Group sprach von starken Zahlen des Baukonzerns. Die Kombination aus Auftragsbestand, beschleunigter Infrastrukturaktivität und aktualisiertem Ausblick signalisiere weiteres Aufwärtspotenzial.

Überschaubare Kursverluste gab es lediglich bei Aktien aus der Medizin- <EU0009658723> und Immobilienbranche <CH0043274395>. Letztere leidet wegen steigender Finanzierungskosten für Bauvorhaben unter steigenden Zinsen./gl/mis

28.08.2026 | 17:54:10 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: EuroStoxx baut Plus nach Warsh-Aussagen aus
28.08.2026 | 11:58:21 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Vorsichtige Erholung von Vortagsverlusten
27.08.2026 | 18:27:37 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Verluste trotz Nvidia - Vorsicht vor Jackson Hole
27.08.2026 | 17:57:27 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Verluste trotz Nvidia - Vorsicht vor Jackson Hole
27.08.2026 | 11:01:47 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Nvidia hilft nur Halbleiterwerten - Märkte träge vor Jackson Hole
26.08.2026 | 17:58:39 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Moderate Gewinne überwiegen vor Nvidia-Zahlen

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