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News

04.11.2026 | 12:27:45 (dpa-AFX)
GESAMT-ROUNDUP 4: Trump abgestraft: Demokraten triumphieren bei Kongresswahl

(neu: mehr Details und Hintergrund)

WASHINGTON (dpa-AFX) - In vielen amerikanischen Haushalten war es schon weit nach Mitternacht, als sich die, die gegen Donald Trump sind, in die Arme fielen. Bei einer historischen Parlamentswahl haben die Bürgerinnen und Bürger mit der Politik des republikanischen Präsidenten abgerechnet und den Demokraten die volle Kontrolle über den Kongress übertragen. Die Ergebnisse am frühen deutschen Morgen waren so eindeutig, dass auch Trump nichts anderes übrig blieb, als zu gratulieren.

Er werde "mit den Demokraten zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Dinge für unser Land gut laufen", sagte der US-Präsident in einer Livesendung des Magazins "Politico". Trump verwies zwar auf die "ultimative Macht" seines Vetorechts - äußerte sich aber gleichzeitig ähnlich ambivalent wie in anderen Kurzinterviews der Wahlnacht. Er wolle "nicht nur für zwei Jahre dasitzen und gegen alles ein Veto einlegen", sagte er. Mit ihren neuen Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat können die Demokraten Trumps Politik zwar nicht ohne Weiteres umkehren - aber zumindest empfindlich beeinflussen.

Die Demokraten feierten wegweisende Erfolge in Bundesstaaten, in denen sie zum Teil über Jahrzehnte nicht gewinnen konnten. In Kansas eroberte Adam Hamilton den ersten Senatssitz für die Demokraten seit 1932, in Texas wurde James Talarico zum ersten demokratischen Senator seit fast 40 Jahren. In Ohio gewann Sherrod Brown den Sitz, den bis vor zwei Jahren der heutige republikanische Vizepräsident JD Vance hielt. Durch den Sieg im hart umkämpften Michigan wurde der linke Demokrat Abdul El-Sayed zum ersten Muslim im Senat.

Die "blaue Welle" rollt über die USA

Die US-Medien berichteten durchgehend mit Live-Tickern über die "blaue Welle" der Demokraten, die über weite Teile des politisch und sozial so gespaltenen Landes hinwegrollte. Der Triumph in beiden Kammern war vor wenigen Monaten kaum für möglich gehalten worden. Fotos und Videos von den Wahlpartys der Demokraten zeigten vor Freude weinende Menschen. Der frühere US-Präsident Barack Obama nannte den Sieg seiner Partei auf der Plattform X eine "deutliche Botschaft" des amerikanischen Volks.

"Sie wollen eine Politik, die Menschen zusammenbringt und nicht auseinandertreibt, und Anführer, die konkrete Lösungen für ihre Probleme anbieten", schrieb Obama. Abgestimmt wurde zur Mitte der Amtszeit des Präsidenten über alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus sowie über 35 der 100 Senatssitze. Im Senat waren die Republikaner mit einer Mehrheit von 53 Sitzen gestartet. Noch bevor alle Rennen ausgezählt waren, lagen die Demokraten laut Hochrechnungen bei 54 Sitzen.

Die "Politik der Spaltung" sei der "Politik der Liebe" nicht gewachsen, sagte der in der republikanischen Hochburg Texas siegreiche Demokrat James Talarico. In dem südlichen Bundesstaat hatte sich auch Trump stark eingesetzt - ebenso wie Tech-Milliardär Elon Musk, der den skandalbehafteten Republikaner Ken Paxton unterstützte. Auf die krachende Niederlage der Trump-Partei reagierte Musk mit Humor: "Ich schätze, meine Weltraum-Laser zur Wahlbeeinflussung haben diesmal nicht funktioniert."

Im Repräsentantenhaus, wo die Republikaner nur eine hauchdünne Mehrheit hielten, zeichnet sich nach der überwältigenden Wahlnacht ein klarer Vorsprung für die Demokraten ab. Der führende Demokrat Hakeem Jeffries ist nun auf Kurs, der erste schwarze Sprecher des Repräsentantenhauses zu werden.

Mehr Gegenwind für Trump

Der Verlust der Kongress-Mehrheiten wird Trump das Regieren in den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit erschweren. Die Demokraten werden ab Januar bei der Gesetzgebung den Ton angeben. Im Senat müssen Kandidaten für wichtige Regierungsposten und Richter bestätigt werden. "Sie haben gute Arbeit geleistet", sagte Trump dem Sender Fox News anerkennend.

Gleichzeitig baute der 80-Jährige aber seine Verteidigungslinie auf. Obwohl er die Wählerinnen und Wähler dazu aufgefordert hatte, so zu tun, als stünde er auf dem Wahlzettel, sagte er nun: "Ich stand nicht auf dem Wahlzettel." Mit seinem Namen wäre die Wahl "einfach gewonnen gewesen", behauptete Trump bei "Politico". Vereinzelt distanzierte sich der US-Präsident zudem von Wahlverlierern seiner Partei.

Die Demokraten können dank ihres Erfolgs im Kongress Untersuchungen gegen den Präsidenten und dessen Regierung einleiten. Sie haben schon länger zahlreiche geschäftliche Aktivitäten der Trump-Familie im Visier, ebenso tödliche Razzien gegen Migranten sowie umstrittene Bauprojekte des Präsidenten in Washington. "Nehmt euch Anwälte", schrieb der demokratische Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus, Robert Garcia, auf der Plattform X an die Adresse der Republikaner.

Wohl kein Impeachment in Planung

Das Repräsentantenhaus kann auch Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten einleiten. Der Senat entscheidet dann über die tatsächliche Amtsenthebung - dafür ist aber eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich, was nur schwer erreichbar ist. Die Demokraten hatten zuletzt aber wenig Ambitionen gezeigt, erneut ein Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) gegen Trump zu starten. In seiner ersten Amtszeit scheiterten die Impeachments im Senat.

Um ein Veto des Präsidenten zu überstimmen, braucht es in beiden Kongresskammern auch die Stimmen von jeweils zwei Dritteln der Mitglieder. Trump kann weiterhin mit Dekreten, also per Erlass, regieren. Mit dem bisherigen Umgang mit der Macht waren Millionen Menschen aber nicht einverstanden. In einer großen Umfrage zeigten sich 37 Prozent unzufrieden mit der Lage im Land - und 38 Prozent sogar wütend./so/DP/jha

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Aktien Frankfurt: Dax mit neuem Schwung nach US-Zwischenwahlen
04.11.2026 | 09:14:22 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Durchwachsene Entwicklung - Gegenläufige Impulse

SEOUL/TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI (dpa-AFX) - Die Börsen in Fernost haben am Mittwoch uneinheitlich tendiert. Damit reagierten sie auf gegenläufige Impulse.

US-Präsident Donald Trump war Spekulationen entgegengetreten, er plane nach den US-Zwischenwahlen neue Angriffe gegen den Iran. In einem Interview der britischen "Financial Times" wenige Stunden vor Schließung der Wahllokale in den USA hatte Trump nach Angaben der Zeitung gesagt, die USA hätten keine unmittelbaren Pläne für einen Angriff.

Positiv wirkten sich auch die Vorgaben aus dem US-Halbleitersektor aus. "Dass die Anleger inzwischen sehr genau zwischen den einzelnen Unternehmen unterscheiden, zeigen die Quartalszahlen von AMD <US0079031078>", stellte Marktanalyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets fest. "Der Halbleiterkonzern kann mit seinen Ergebnissen überzeugen und wird mit einem deutlichen Kurssprung belohnt." Das spiegelte sich in der Entwicklung in Südkorea wider. Der Kospi-Index stieg um 0,6 Prozent und stabilisierte sich so nach den Verlusten am Vortag.

Nicht ganz so eindeutig war das Bild an den übrigen Märkten. Sie reagierten damit auf den Ausgang der Zwischenwahlen in den USA. "Für die US-Regierung könnte es erheblich schwieriger werden, ihre wirtschaftspolitischen Vorhaben durch den Kongress zu bringen", interpretierte Lipkow das Ergebnis. In den USA droht nun das, was die Wall Street "Gridlock" nennt - politischer Stillstand.

Vergleichsweise deutlich gaben japanische Aktien nach. Der Nikkei 225 <JP9010C00002> <XC0009692440> beendete den Handel 1,4 Prozent tiefer mit 62.188,63 Punkten, holte damit aber auch einen Teil der Vortagesschwäche nach. Wegen eines Feiertags hatte am Dienstag kein Handel stattgefunden. Auch der australische S&P ASX 200 <XC0006013624> schwächelte und verlor 0,59 Prozent auf 8.834,45 Punkte.

Besser war dagegen die Entwicklung in China. Der chinesische CSI-300-Index <CNM0000001Y0> mit den 300 wichtigsten Werten vom Festland legte um 2,3 Prozent zu, der Hang-Seng-Index <HK0000004322> der Sonderverwaltungszone Hongkong kletterte um 1,5 Prozent. Von Bloomberg zusammengestellte Daten hatten gezeigt, dass die Stützungskäufe für den chinesischen Markt über börsengehandelte Fonds zugenommen haben./mf/mis

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02.11.2026 | 08:22:05 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Überwiegend Gewinne - Ölpreise fallen
30.10.2026 | 09:09:21 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Verluste im Technologiebereich belasten die Indizes
29.10.2026 | 09:11:01 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Durchwachsene Entwicklung - Samsung enttäuscht
28.10.2026 | 08:52:19 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Gewinne - SK Hynix facht KI-Begeisterung wieder an
27.10.2026 | 09:11:46 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Börsen in Japan und Korea deutlich erholt - China schwach

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