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News

07.06.2026 | 18:48:54 (dpa-AFX)
Vieraugengespräch im Kreml: Schröders Rolle weiter offen

MOSKAU (dpa-AFX) - Vor dem Hintergrund von möglichen Sondierungen zwischen der EU und Russland hat sich der russische Präsident Wladimir Putin nach Kreml-Angaben zu einem Vieraugengespräch mit Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) getroffen. "Ja, sie haben sich getroffen. Es war ein gutes Gespräch", sagte der außenpolitische Berater Putins, Juri Uschakow, der Agentur Interfax. Zum Inhalt und dabei möglichen Perspektiven für Verhandlungen zwischen Russland und der Europäischen Union konnte er keine Angaben machen. Das Treffen fand demnach im Kreml in Moskau statt.

Die Beziehungen zwischen der EU und Russland sind seit dem russischen Einmarsch in das Nachbarland Ukraine 2022 und der Unterstützung Kiews durch Brüssel zerrüttet.

Die Unterredungen von Putin und Schröder wurden kurz nach einer öffentlichen Fürsprache des Kremlchefs für den Ex-Bundeskanzler als Mittelsmann bekannt. Als Vermittler zwischen der EU und Russland kämen nur neutrale "Leute" infrage, "denen man vertrauen kann", sagte Putin bei einem Treffen mit Vertretern internationaler Nachrichtenagenturen, darunter die Deutsche Presse-Agentur, im Konstantin-Palast in St. Petersburg. Dabei zeigte er sich "verwundert" dass sein Plädoyer für den Ex-Kanzler Schröder als Vermittler wild diskutiert worden sei in Deutschland.

Es gehe nicht darum, ob Schröder sein Freund sei oder nicht; der Ex-Kanzler sei ein Staatsmann, der für die Interessen Deutschlands eintrete und seine eigenen Positionen verteidige, sagte Putin bei dem Gespräch am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums. Wegen der Waffenlieferungen an die Ukraine kritisierte er Deutschland und Europa als nicht neutral.

Die Benennung eines Unterhändlers durch die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, der nicht zu einer Regierung gehört, gilt jedoch als sehr unwahrscheinlich. Das wurde bereits vergangene Woche bei einem informellen EU-Außenministertreffen auf Zypern deutlich. Dort warnte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas vor weiteren Diskussionen darüber: "Es ist eine Falle, in die Russland uns locken will."

Neben Schröder waren von anderer Seite die frühere Kanzlerin Angela Merkel, der finnische Präsident Alexander Stubb sowie Ex-EZB-Chef Mario Draghi als mögliche Vermittler genannt worden.

Trotz zunehmender Kampfhandlungen im Ukraine-Krieg geht man in der Bundesregierung davon aus, dass es in den nächsten Monaten zu Gesprächen mit Russland über ein Ende des Krieges kommen kann. "Langsam öffnet sich ein Fenster für Gespräche der europäischen Seite mit Russland", hieß es aus Regierungskreisen. "Die harten Kämpfe der letzten Tage zeigen aber, es dürfte nicht Wochen, sondern Monate dauern."

Wer die Gespräche für die Europäer führen könne, werde derzeit auf europäischer Seite diskutiert. Es müsse sich um ein möglichst handlungsfähiges Format handeln, das von den Europäern als möglichst legitim angesehen werde. "Es spricht einiges dafür, dass die E3 dabei weiter eine wichtige Rolle spielen werden."

Als E3 werden Deutschland, Großbritannien und Frankreich bezeichnet. Am Sonntagabend wird es nach Angaben eines britischen Regierungssprechers Beratungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und des britischen Premiers Keir Starmer mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in London geben. Die E3-Gruppe war bereits im vergangenen Jahr über Gespräche mit den USA und der Ukraine an den Bemühungen um ein Ende des Krieges beteiligt.

Im Juni und Juli stehen zudem mehrere Gipfeltreffen an, bei denen das Thema eine Rolle spielen könnte. Übernächste Woche kommt zunächst die G7 der wirtschaftsstarken westlichen Demokratien und dann die EU auf Spitzenebene zusammen. Anfang Juli folgt der Nato-Gipfel in der Türkei.

Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler. In seiner Regierungszeit baute er gute Beziehungen zu Wladimir Putin auf, der seit 2000 Präsident der Russischen Föderation ist. Zum Ende von Schröders Amtszeit vereinbarte er mit Putin den Bau der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream unter Umgehung der Ukraine. Später wurde der Ex-Bundeskanzler zuerst Aufsichtsratschef der Nord Stream AG und im weiteren Verlauf auch des russischen Energiekonzerns Rosneft. Das brachte ihm den Ruf eines russischen Lobbyisten ein. Dennoch war der Altkanzler zu Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine im März 2022 auf Bitten Kiews kurzzeitig erfolglos als Vermittler tätig.

Ob der 82-Jährige gesundheitlich einer Vermittlerrolle gewachsen wäre, bleibt dabei im Unklaren. 2025 hatte er Zeugenaussagen vor einem Untersuchungsausschuss zur Klimastiftung Mecklenburg-Vorpommern im Kontext des Baues der Erdgasleitung Nord Stream 2 mehrfach wegen einer Burnout-Erkrankung abgesagt./DP/he

07.06.2026 | 18:47:03 (dpa-AFX)
Ukraine entschuldigt sich bei Athen für Drohnenvorfall
07.06.2026 | 18:43:44 (dpa-AFX)
Kubicki: FDP sollte respektiert werden - und notfalls gefürchtet
07.06.2026 | 18:42:28 (dpa-AFX)
WDH: Demokrat in Endrunde von Gouverneurswahl in Kalifornien
07.06.2026 | 18:40:51 (dpa-AFX)
EQS-Adhoc: Marley Spoon Group SE: CEO Resigns; Interim CEO Appointed (deutsch)
07.06.2026 | 18:40:38 (dpa-AFX)
ROUNDUP: USA und Iran greifen sich in Golfregion erneut an
07.06.2026 | 18:37:56 (dpa-AFX)
Grünen-Chefin fordert: Putins Schattenflotte festsetzen
05.06.2026 | 09:12:21 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Verluste - Technologiesektor besonders stark unter Druck

SEOUL/TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI (dpa-AFX) - An den asiatisch-pazifischen Aktienmärkten haben die Gewinnmitnahmen am Freitag angehalten. Der Technologiesektor stand wie bereits in den USA auch dort kräftig unter Druck. Die enttäuschenden Zahlen des US-Halbleiterunternehmens Broadcom von wirkten nach.

"Wurde zuvor noch beinahe blind alles gekauft, was mit künstlicher Intelligenz und Halbleitern zu tun hatte, wird jetzt erst einmal Kasse gemacht und auf die entsprechenden Fakten gewartet, die die hohen Bewertungen rechtfertigen können", stellte Andreas Lipkow, Marktanalyst beim Broker CMC Markets, fest.

Zudem hielten sich Marktteilnehmer vor dem US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag zurück. Dabei rücke einmal mehr die Frage in den Vordergrund, ob sich der US-Arbeitsmarkt weiter in Richtung einer weichen Landung bewege oder ein anhaltender Lohnauftrieb die US-Notenbank Fed zu einer längeren Phase hoher Zinsen zwinge, erklärte die Landesbank Baden-Württemberg.

Stärker unter Druck stand der volatile südkoreanische Aktienmarkt. In dem von Halbleiterwerten dominiertem Markt hinterließen die Umschichtungen aus Chipwerten in andere Branchen deutliche Spuren.

Nicht ganz so stark ging es in Japan nach unten. Der Nikkei 225 <JP9010C00002> <XC0009692440> schloss 1,31 Prozent tiefer mit 66.588,12 Punkten, auf Wochensicht lag der Index aber im Plus. Etwas abgefedert wurde der Markt durch Konjunkturdaten, wie die Marktstrategen der Deutschen Bank anmerkten. So seien die Reallöhne im April stärker als erwartet gestiegen und die Ausgaben der Haushalte im Jahresvergleich nicht so stark gesunken, wie man prognostiziert habe.

Verluste gab es auch in China. Der CSI-300-Index <CNM0000001Y0> mit den 300 wichtigsten Werten an Chinas Festlandbörsen verlor zuletzt 1,4 Prozent. Der Hang-Seng-Index <HK0000004322> der Sonderverwaltungszone Hongkong sank um 1,3 Prozent. Im Vergleich zur Vorwoche hielt er sich damit knapp im Plus.

Australische Aktien schlossen sich der Entwicklung an, wobei die Abgaben etwas geringer ausfielen. Der S&P ASX 200 <XC0006013624> gab um 0,7 Prozent auf 8.625,10 Punkte nach./mf/jha/

04.06.2026 | 09:14:41 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Gewinnmitnahmen bremsen Rekordjagd in Japan und Korea
03.06.2026 | 09:10:54 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Japanische Börse erklimmt neue Hochs
02.06.2026 | 09:18:21 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Durchwachsene Tendenz angesichts unklarer Situation im Iran
01.06.2026 | 08:58:27 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Uneinheitlich - Neue Rekordstände in Japan und Südkorea
29.05.2026 | 09:14:10 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Gewinne - Hoffnung auf Einigung zwischen den USA und dem Iran
28.05.2026 | 09:13:56 (dpa-AFX)
Aktien Asien: Durchatmen nach Rekordjagd

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