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News

12.07.2026 | 17:10:48 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2/ROUNDUP: US-Senator und Trump-Freund Graham ist tot

(Aktualisierung: Merz auf X)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Der langjährige republikanische Senator und Trump-Verbündete Lindsey Graham ist tot. Er sei am Samstagabend nach kurzer und schwerer Krankheit gestorben, war auf seinen Profilen auf X und Facebook in einer Mitteilung seines Büros zu lesen. Graham hatte am Donnerstag seinen 71. Geburtstag gefeiert.

Wie überraschend sein Tod kam, macht nicht zuletzt sein voller Terminkalender deutlich. Gerade schüttelte er noch dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew die Hand, für Sonntag war ein Interview im US-Fernsehen geplant. Bei den wichtigen Zwischenwahlen im November wollte er für eine fünfte Amtszeit im Senat antreten. US-Präsident Donald Trump hatte ihm dafür seine "uneingeschränkte und volle Unterstützung" ausgesprochen.

Trump: "einer der großartigsten Menschen"

"Senator Lindsey Graham, einer der großartigsten Menschen und Senatoren, die ich je gekannt habe, ist gestorben!", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, kurz nachdem sich die Nachricht in der US-Nacht verbreitet hatte. "Er war immer am Arbeiten und war ein wahrer amerikanischer Patriot. Lindsey wird uns sehr fehlen!!!"

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich betroffen. Graham sei ein echter Freund und Partner Deutschlands im transatlantischen Bündnis gewesen, schrieb der CDU-Politiker in Englisch auf X. "I will miss him." ("Ich werde ihn vermissen"), fügte Merz hinzu.

Graham vertrat den US-Bundesstaat South Carolina ab Mitte der 90er Jahre zunächst im Repräsentantenhaus. 2003 begann seine erste Amtszeit als Senator. Er galt als erfahrener Außenpolitiker und beschäftigte sich bis zuletzt mit den großen Konfliktherden. Vor wenigen Tagen konnte er der Ukraine die Botschaft überbringen, dass das Weiße Haus ein neues Sanktionsgesetz unterstütze. Im Iran sprach er sich für einen Machtwechsel aus. Merz lobte Graham in dem Zusammenhang bei der Münchner Sicherheitskonferenz, "weil er gesagt hat, dass dieses Regime verschwinden muss".

"Konservativer Problemlöser"

Mit welchem Selbstverständnis Graham Politik gemacht hat, wird direkt im ersten Satz zu seiner Biografie auf seiner Webseite deutlich. "Lindsey Graham hat sich den Ruf als konservativer Problemlöser und als einer der entschiedensten Verfechter einer starken Landesverteidigung erworben", heißt es dort. Graham sicherte sich 2002 erstmals einen Sitz im Senat und gewann die Wiederwahlen in den Jahren 2008, 2014 und 2020. Zuletzt war er der Vorsitzende des Haushaltsausschusses in der Kongresskammer.

Von Trumps Kritiker zum guten Freund

"Auf beruflicher Ebene bin ich stolz darauf, von Anfang an dabei gewesen zu sein, als Präsident Trump - allein durch seine Willenskraft - das größte politische Comeback in der amerikanischen Geschichte geschafft hat", schrieb Graham im vergangenen Jahr auf der Plattform X. "Auf persönlicher Ebene schätze ich unsere Freundschaft sehr. Er ist ein großartiger Golfpartner, den ich bisher noch nicht schlagen konnte."

Doch Trump und Graham waren nicht immer so gut befreundet. Als damalige Konkurrenten im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner übte Graham 2015 öffentlich harsche Kritik an Trump. Trump sei ein "rassistischer, fremdenfeindlicher, religiöser Fanatiker", der nicht die Werte der republikanischen Partei vertrete, sagte Graham im Sender CNN. "Wissen Sie, wie man Amerika wieder großartig macht? Sagen Sie Donald Trump, er soll zur Hölle fahren."

Höhen und Tiefen

Nach Trumps Wahl zum Präsidenten näherten sich die beiden Männer aber an. Besonders regelmäßige Treffen zum Golfen hätten dazu beigetragen, hieß es in der "New York Times". "Lindsey war früher ein großer Feind von mir, und jetzt ist er ein guter Freund von mir", sagte Trump 2018 während einer Pressekonferenz. "Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal sagen würde, aber ich mag ihn wirklich sehr".

Trotzdem äußerte Graham immer wieder Meinungsverschiedenheiten mit Trump. 2021 brach er mit Trump nach der Erstürmung des US-Kapitols durch dessen Anhänger. Graham erkannte zwar selbst über Wochen nicht den Wahlsieg von Demokrat Joe Biden an - mit Blick auf die Versuche von Trump und seinen Anwälten, Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Wahl zu verbreiten, sagte er nach den Krawallen im US-Parlament aber: "Der Präsident muss verstehen, dass sein Handeln das Problem war, nicht die Lösung." Final war der Bruch nicht - und Graham unterstützte schließlich Trumps erneute Präsidentschaftskandidatur.

Die Medien verfolgten Grahams Äußerungen genau. Wann immer ein Hauch von Kritik in politischen Fragen zu erkennen war, war Graham die Aufmerksamkeit sicher. In den meisten politischen Fragen folgte er aber in den vergangenen Jahren Trumps Linie.

"Älter. Aber nicht klüger"

Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gehörte Graham zu den Republikanern, die sich für ein stärkeres Vorgehen gegen Russland einsetzten. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha zeigte sich erschüttert über Grahams Tod und erklärte, dessen Führungsstärke, Überzeugung und sein unerschütterliches Engagement für die Ukraine würden niemals in Vergessenheit geraten.

Der jüngste Ukraine-Besuch sei Grahams Zehnter während des Krieges gewesen, erklärte Präsident Selenskyj mit und würdigte den Senator, der ein wahrhaftiger Verteidiger der Freiheit gewesen sei. Er werde den Austausch mit ihm vermissen.

Die Videoaufnahmen aus Kiew, wo der Senator am Freitag Unterstützung des Weißen Hauses für ein neues Sanktionspaket gegen Russland verkündete, gehören zu den letzten Bildern von Graham. Festgehalten ist auch das Wiedersehen mit Selenskyj, der dem Senator zum Geburtstag gratuliert und fragt: "Wie geht es Ihnen?" Graham antwortet: "Gut. Älter. Älter. Aber nicht klüger."/rew/DP/he

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ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Wenig Bewegung vor Saison der Quartalsbilanzen

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Freitag leicht nachgegeben. Der Handel verlief ruhig bei geringen Handelsumsätzen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> schloss 0,23 Prozent niedriger bei 6.269,97 Punkten. Anleger dürften den Beginn der Saison der Quartalsbilanzen abwarten.

Die Wochenbilanz des Index ist mit minus 2,2 Prozent trist. Am Montag hatte das europäische Börsenbarometer mit 6.431 Zählern ein Rekordhoch erreicht. In den Folgetagen strichen Investoren jedoch angesichts des wieder eskalierenden Konflikts zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten Kursgewinne ein.

Außerhalb des Euroraums schlugen sich die Märkte ein wenig besser, ohne jedoch große Sprünge zu machen. So legte der schweizerische SMI <CH0009980894> um 0,14 Prozent auf 14.235,09 Punkte zu. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> schloss 0,24 Prozent höher bei 10.497,29 Zählern.

"An den Aktienmärkten drängt sich nun neben Konjunkturdaten und geopolitischen Einflüssen die Berichtssaison für das zweite Quartal in den Vordergrund", so Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka Bank. "Wirklich Fahrt nimmt der Zahlenreigen ab Dienstag auf, wenn vier Großbanken berichten und den Tenor für die Märkte setzen."

Zu den schwächsten Sektoren zählten die Technologiewerte <EU0009658921>. Hier belasteten die Verluste von Halbleiteraktien, deren Erholung damit ausgelaufen zu sein scheint. ASML <NL0010273215> sanken um gut zwei Prozent. Die Augen sind nun auf den Start des südkoreanischen Halbleiterkonzerns SK Hynix <KR7000660001> an der US-Technologiebörse Nasdaq gerichtet. "Das Volumen der Platzierung wird auf rund 28 Milliarden Dollar veranschlagt", hieß es von der Landesbank Baden-Württemberg. "Damit wäre die Transaktion eine der größten Aktienplatzierungen der Börsengeschichte und ein Stimmungsbarometer für den überhitzten KI-Sektor."

Auch Ölwerte <EU0009658780> verzeichneten Verluste. Trotz der jüngsten militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran im Streit um die Straße von Hormus gehen die Bemühungen um eine Beilegung der Feindseligkeiten weiter. "Die Vereinigten Staaten setzen sich weiterhin für eine Lösung ein, und die technischen Gespräche laufen weiter", sagte ein US-Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur. Das dämpfte Sorgen vor weiter kräftig steigenden Ölpreisen. Marktteilnehmer seien zuversichtlich, dass sich der Frachtverkehr durch die Straße von Hormus stabilisieren werde, merkte Analyst Ricardo Evangelista vom Broker ActivTrades an.

Stark entwickelten sich dagegen die Telekomwerte <EU0009658947>. Hier gaben Vodafone <GB00BH4HKS39>-Aktien mit fast 13 Prozent Aufschlag auf gut 110 Pence den Takt vor. Der Vodafone-Großaktionär Emirates Telecom verkauft seine Beteiligung am britischen Telekomkonzern an den französischen Milliardär Xavier Niel für 112,5 britische Pence je Aktie. Der Kurs zog also in etwa auf das Niveau des Kaufpreises an.

Gefragt waren auch Rohstoffaktien. JPMorgan hatte das Kursziel für ArcelorMittal <LU1598757687> angehoben und die Aktien von "Underweight" auf "Neutral" hochgestuft. Analyst Dominic O'Kane wird optimistisch für die europäische Stahlbranche. Die Abwehrmaßnahmen der Politik zeigten Wirkung, schrieb er. ArcelorMittal kletterten um 6,4 Prozent, auch andere Stahlwerte waren gut unterwegs.

Im ebenfalls steigenden Reise- und Freizeitsektor sprangen Aktien von Easyjet <GB00B7KR2P84> um mehr als 14 Prozent nach oben. Der US-Finanzinvestor Apollo grätscht dem Rivalen Castlelake bei der schon sicher geglaubten Übernahme des britischen Billigfliegers dazwischen. Laut Easyjet soll im Übernahmepoker nun Apollo <US03769M1062> mit einem höheren Gebot zum Zuge kommen. Die Offerte von Castlelake unterstützt Easyjet dagegen nicht mehr./bek/he

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Aktien Europa Schluss: Wenig Bewegung vor Saison der Quartalsbilanzen
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Aktien Europa: Abwartendes Geschäft vor Beginn der Berichtssaison
09.07.2026 | 18:15:26 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Auf drei schwache Tage folgt Erholung
09.07.2026 | 18:07:05 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Auf drei schwache Tage folgt Erholung
09.07.2026 | 12:17:12 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Stabil nach jüngstem Kursrutsch im Zuge der Eskalation im Iran
08.07.2026 | 18:15:51 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Verschärfter Nahost-Konflikt löst Kursrutsch aus

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