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News

13.09.2026 | 19:48:02 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Moskau greift Zug nahe Polen an - Waren Diplomaten das Ziel?

WARSCHAU/KIEW (dpa-AFX) - Das russische Militär hat einen Personenzug in der ukrainischen Grenzregion zu Polen mit einer Kampfdrohne angegriffen und damit für Verstimmung in Warschau gesorgt. Die polnische Regierung warf Moskau eine Verschärfung des Konflikts vor, später sorgte die ukrainische Bahngesellschaft für Aufsehen, als sie spekulierte, dass möglicherweise ein anderer, mit westlichen Diplomaten besetzter Zug, das Ziel des Angriffs war.

"Die Eskalation von russischer Seite ist nun Realität geworden, und die Beispiele dafür rücken immer näher an unsere Grenze heran", sagte Polens Regierungschef Donald Tusk bei einer Sitzung des Krisenstabs. Auch westliche Politiker sind bei ihren Reisen nach Kiew auf die Bahnverbindung von Polen in die Ukraine angewiesen - der Luftraum über dem Land ist gesperrt.

Am Sonntag war nach Angaben der ukrainischen Eisenbahn die Lokomotive des regulären Passagierzugs von Kiew nach Warschau beim Grenzbahnhof Jahodyn angegriffen worden. Die Passagiere wurden rechtzeitig evakuiert, niemand sei zu Schaden gekommen, hieß es.

Ukrainische Bahngesellschaft: Zug mit Diplomaten in der Nähe

Die ukrainische Eisenbahngesellschaft teilte am Abend mit, dass kurz vor dem Angriff ein Diplomatenzug am Bahnhof Jahodyn gehalten habe, an Bord dessen sich unter anderem Sicherheitsberater mehrerer EU-Mitglieder sowie ehemalige europäische Spitzenpolitiker, darunter der ehemalige britische Premierminister Boris Johnson, befanden. Diese hatten tags zuvor an einer Konferenz in Kiew teilgenommen. In einem anderen Zug, der zum Angriffszeitpunkt am Bahnhof stand, habe sich der frühere CIA-Chef David Petraeus aufgehalten.

"Es ist durchaus denkbar, dass das Ziel dieser russischen Drohne auch der Diplomatenzug gewesen sein könnte, der im Rahmen der Anpassung der Fahrpläne in Echtzeit aufgrund der ständigen Gefahr russischer Angriffe früher als ursprünglich vorgesehen vom Bahnhof abgefahren war", schrieb die Bahngesellschaft auf Telegram. Schließlich würden die Fahrpläne wegen des Kriegsgeschehens ständig angepasst.

Der britische Ex-Premier Johnson schrieb auf X: "Ich weiß nicht, welche krude Logik Putin dazu bewogen hat, heute Morgen an der polnischen Grenze eine stillstehende ukrainische Lokomotive in die Luft zu jagen." Es sei genau "die Art von willkürlichem und sinnlosem Angriff", dem die Menschen in der Ukraine täglich ausgesetzt seien. Dazu, dass er in einem weiteren Zug in der Nähe des Angriffs gesessen haben soll, äußerte er sich nicht.

Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte unter anderem Angriffe auf Objekte der Eisenbahninfrastruktur in der Westukraine. Diese würden den Transport von Militärgütern aus europäischen Ländern gewährleisten, hieß es. Die Angriffe seien im Tagesverlauf fortgesetzt worden.

Zwei polnische Grenzübergänge zeitweise evakuiert

Wegen der Gefahr von Luftschlägen stellten zwei Grenzübergänge auf der polnischen Seite zeitweise den Betrieb ein. Mehrere hundert Menschen wurden vorübergehend evakuiert. Am Nachmittag normalisierte sich die Situation an der Grenze wieder.

Tusk warnt vor weiteren Störaktionen an der Grenze

Regierungschef Tusk verwies darauf, dass Russland in der Vergangenheit bereits versucht habe, Grenzübergänge in Moldawien lahmzulegen. Man habe von Verbündeten zuvor Hinweise bekommen, dass der russische Plan Versuche beinhalten würde, die ukrainischen Grenzübergänge zu desorganisieren und möglicherweise auch zu zerstören - dies könne auch Polen betreffen. Man müsse mit verstärkten Aktionen Russlands in den kommenden Wochen und Monaten rechnen, sagte Tusk weiter.

Kiew: Moskau muss Konsequenzen spüren

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb zuvor, Moskaus Angriffe hätten nahe der polnisch-ukrainischen Grenze in der Region Wolyn eine Lokomotive in Brand gesetzt und eine Tankstelle beschädigt.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha forderte härtere Konsequenzen für Moskau. Russische Angriffe an der polnisch-ukrainischen Grenze seien nicht einfach eine Fortführung der Attacken auf die ukrainischen Staatsgrenzen, schrieb er auf der Plattform X. "Das ist Putins Terror, der direkt an die Türen der EU und der Nato "klopft"."

Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen eine russische Invasion. Bei russischen Angriffen gibt es immer wieder auch Tote und Schäden im Zugverkehr und an Bahnhöfen./dhe/DP/men

13.09.2026 | 19:29:17 (dpa-AFX)
ROUNDUP 4/Wiedervereinigung und Golf: Trumps kontroverse Irland-Reise
13.09.2026 | 19:25:41 (dpa-AFX)
Söder und Kretschmer warnen vor Scheitern der Regierung
13.09.2026 | 19:25:15 (dpa-AFX)
Arktis-Gipfel mit Merz hat begonnen
13.09.2026 | 19:21:57 (dpa-AFX)
ROUNDUP 3: Amerikanische KI-Bosse für verlangsamte Entwicklung
13.09.2026 | 18:30:19 (dpa-AFX)
Polen alarmiert nach Angriff auf Zug von Kiew nach Warschau
13.09.2026 | 17:52:31 (dpa-AFX)
Trump an Selenskyj: Keine Angriffe auf russische Raffinerien
11.09.2026 | 18:22:45 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Erholung dank Ölpreis - US-Inflation stört nicht

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Freitag etwas von ihren Vortagesverlusten erholt. Ermöglicht wurde dies durch den Ölpreis, der nach seiner jüngsten Rally etwas zurückkam. Entlastung brachte, dass der Iran und die Staaten am Persischen Golf nach dem Wochenende über die umkämpfte Straße von Hormus sprechen wollen.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> schloss 0,90 Prozent höher bei 6.325,13 Punkten, konnte damit ein Wochenminus aber nicht mehr abwenden. Dieses war letztlich gut ein Prozent groß. Außerhalb des Euroraums stieg der britische FTSE 100 <GB0001383545> um 0,39 Prozent auf 10.650,44 Zähler. In der Schweiz ging es für den Leitindex SMI <CH0009980894> um 0,26 Prozent auf 13.775,27 Punkte nach oben.

Von den US-Verbraucherpreisen kamen am Nachmittag zumindest keine Störfeuer. Die Inflation hat sich im August auf hohem Niveau nicht verändert und damit die Erwartungen erfüllt. Laut Tobias Basse von der NordLB zeigen sich damit "keine klaren Entlastungstendenzen". Der Experte glaubt, dass sie es den Gegnern einer Leitzinserhöhung im Fed-Kommitee sehr schwer machen werden, eine Straffung in der kommenden Woche noch zu verhindern.

Unter den Einzelwerten verloren die Titel von Novo Nordisk <DK0062498333> 3,4 Prozent, nachdem die US-Investmentbank Morgan Stanley die Aktie des dänischen Pharmakonzerns auf "Underweight" abgestuft hatte. Die Bewertung des Spezialisten für Diabetes- und Abnehmpräparate spiegle mittelfristig maue Wachstumsperspektiven noch nicht angemessen wider, schrieb Analyst Thibault Boutherin. Gleiches gelte für die Bedeutung des näher rückenden Patentauslaufs von Semaglutid.

An der Spitze der europäischen Sektoren konnten sich die Telekom- <EU0009658947> und Bankensektoren <EU0009658806> absetzen mit Kursanstiegen, die jeweils knapp 1,5 Prozent groß waren. Unter anderem von Novo Nordisk bedingt, gab der Gesundheitssektor <EU0009658723> auf der anderen Tabellenseite recht deutlich um 0,6 Prozent nach.

Noch etwas größere Verluste gab es nur im Chemiesektor <EU0009658608>, der 0,9 Prozent an Wert verlor. Am Freitag äußerte sich der Keybanc-Analyst Salvator Tiano skeptisch zur Branche, in der die richtige Aktienauswahl wegen gegenläufiger Trends schwieriger werde. Dem kriegsbedingten Rückenwind stünden strukturelle Belastungen durch Überkapazitäten gegenüber. Aktien von BASF <DE000BASF111> waren im EuroStoxx das Schlusslicht.

In Paris zogen die Alstom <FR0010220475>-Aktien um 2,4 Prozent an. Der französische Zugbauer hat Verträge im Wert von 1,2 Milliarden Euro mit der englischen Eisenbahngesellschaft TransPennine Express unterzeichnet./tih/nas

11.09.2026 | 18:03:43 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Erholung dank Ölpreisrückgang - US-Inflation stört nicht
11.09.2026 | 11:46:53 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Kursgewinne - US-Inflationsdaten im Fokus
10.09.2026 | 18:12:14 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Verluste nach EZB-Entscheid - Inflationssorgen
10.09.2026 | 18:03:11 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Verluste nach EZB-Entscheid - Inflationssorgen bleiben
10.09.2026 | 11:48:39 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Leichte Verluste vor EZB-Zinsentscheid am Nachmittag
09.09.2026 | 18:14:01 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Kursverluste - Ölpreisanstieg belastet Börsen

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