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News

16.08.2026 | 19:20:03 (dpa-AFX)
ROUNDUP: SPD macht Druck für besseren Hitzeschutz im Grundgesetz

BERLIN (dpa-AFX) - Die SPD macht in der schwarz-roten Koalition Druck für bessere Vorkehrungen zum Schutz vor Hitze, Niedrigwasser und weiteren Folgen des Klimawandels. Für eine wirksame Anpassung an die Klimakrise brauche es "eine gesamtstaatliche Kraftanstrengung, die Prioritäten setzt, Ressourcen bündelt, Abstimmungen intensiviert und schnelles Handeln ermöglicht", heißt es in einem Papier SPD-geführter Bundesministerien. Noch in dieser Wahlperiode solle dafür auch eine Grundgesetzänderung auf den Weg gebracht werden.

Damit solle die Einführung einer neuen "Gemeinschaftsaufgabe Klimaanpassung und Naturschutz" vorangetrieben werden, heißt es in dem vorbereitenden Papier für die Kabinettsklausur Ende August, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Zunächst berichtete der "Spiegel" darüber. Dies sei Voraussetzung dafür, dass der Bund sich an der Finanzierung von Kommunal- und Länderaufgaben beteiligen sowie langfristig, rechtssicher und flächendeckend bei Klimaanpassung und Naturschutz mitwirken könne.

Hitzeschutz in Kliniken - mehr Grün in Städten

Das betreffe etwa den Hitze- und Gesundheitsschutz in sozialen Einrichtungen, die Entsiegelung von Flächen, mehr Stadtgrün, eine klimaresiliente Wasser- und Abwasserentsorgung und eine bessere Förderung des Hochwasserschutzes. Bis zur Einrichtung einer Gemeinschaftsaufgabe solle ein Sofortprogramm die Förderung von Klimaanpassung und Hitzeschutz verbessern, heißt es in dem SPD-Papier

- unter anderem für Pflegeheime, Kitas und Krankenhäuser.

Parteichef und Finanzminister Lars Klingbeil sagte angesichts von Hitzetoten, Niedrigwasser und Waldbränden im Sommer: "Das hat nichts mit schlechtem Wetter zu tun. Das ist der Klimawandel, und dagegen muss man politisch etwas machen." Es gehe um kleine Schritte, die helfen. "Wir wollen Natur, Menschen, Arbeitsplätze schützen", sagte er bei einer Veranstaltung in Rheinland-Pfalz.

Die SPD-Ministerien schlagen außerdem einen nationalen Hitzeaktionsplan zum Schutz der Gesundheit vor. Hitzeperioden haben deutschlandweit in diesem Jahr nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) schon zu rund 12.500 Sterbefällen geführt - deutlich mehr als sonst in ganzen Jahren.

Im Blick steht auch Unterstützung für Beschäftigte. "Im Fall von hitzebedingten Arbeitsausfällen sind tarifvertragliche Vereinbarungen für ein Ausfallgeld gute Lösungsansätze, um Verdienstausfälle zu kompensieren", heißt es in dem SPD-Papier. Müssten Produktionsprozesse infolge von Störungen der Lieferketten unterbrochen werden, komme konjunkturelles Kurzarbeitergeld in Betracht.

CDU skeptisch bei Verfassungsänderung

Einen Vorstoß für eine Klima-Gemeinschaftsaufgabe im Grundgesetz hatte schon Umweltminister Carsten Schneider (SPD) angekündigt, was bei der CDU aber auf Skepsis stieß. Unionsfraktionsvize Klaus Mack (CDU) sagte der "Rheinischen Post", im Koalitionsvertrag sei zunächst nur vereinbart worden, die Einführung zu prüfen. Diesen Auftrag nehme man ernst. Ob dann eine Grundgesetzänderung sinnvoll sei, könne aber erst ein konkreter Vorschlag zeigen. "Wir haben schon heute Instrumente und Mittel, die wir unbürokratisch und praxisnah nutzen sollten - etwa aus dem Sondervermögen Infrastruktur."

Für eine Grundgesetzänderung wäre eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag nötig, die die Koalition auch mit Stimmen der Grünen nicht erreichen würde. Auch im Bundesrat wäre einer Zweidrittelmehrheit erforderlich. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) unterstützte die Pläne. "Spätestens dieser Sommer hat gezeigt, dass wir mehr tun müssen, um insbesondere ältere Menschen zu schützen", sagte sie der dpa.

Sozialverband begrüßt SPD-Vorstoß

Der Sozialverband Deutschland begrüßte es, dass die Debatte für eine Verankerung in der Verfassung endlich Fahrt aufnehme. Damit könnten Bund, Länder und Kommunen Hitzeschutz gemeinsam verlässlich finanzieren und als Aufgabe der Daseinsvorsorge umsetzen, sagte Verbandschefin Michaela Engelmeier der dpa. Dieser Hitzesommer zeige fast täglich, dass Deutschland flächendeckende Hitzeaktionspläne, verbindliche Schutzstandards und eine dauerhafte Finanzierung etwa für Pflegeeinrichtungen und Kliniken brauche.

Deutschland hat sich im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um 2,5 Grad erwärmt - das ist mehr als der weltweite Schnitt. Die Erwärmung führt laut Deutschem Wetterdienst zu mehr Hitzewellen und Dürrephasen, was Landwirtschaft und Trinkwasserversorgung gefährdet und die Waldbrandgefahr steigen lässt./sam/DP/mis

16.08.2026 | 19:14:15 (dpa-AFX)
GESAMT-ROUNDUP: Schwarz-rotes Sommergrummeln - Klingbeil kämpft
16.08.2026 | 19:12:39 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Regierungstruppen im Jemen melden 181 Angriffe in 24 Stunden
16.08.2026 | 19:07:59 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Russland greift erneut Kiew an - Ukraine zielt auf Moskau
16.08.2026 | 19:06:44 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2/Bürgermeister: Ukraine greift Moskau mit 600 Drohnen an
16.08.2026 | 19:03:58 (dpa-AFX)
SPD-Ministerien für besseren Hitzeschutz im Grundgesetz
16.08.2026 | 19:03:42 (dpa-AFX)
Schwarz-rotes Sommergrummeln über Steuern und Klima
14.08.2026 | 18:03:36 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Zurückhaltung vor dem Wochenende

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Freitag in einem recht ruhigen Handel etwas leichter geschlossen. Mit dem Auslaufen der Berichtssaison fallen nun wichtige Treiber weg. Auch aus den USA kamen am Nachmittag kaum Impulse.

So schloss der EuroStoxx 50 <EU0009658145> mit minus 0,09 Prozent auf 6.539,59 Punkten und hielt sich damit im Bereich seiner Höchstkurse. Auf Wochensicht steht für das Leitbarometer der Euroregion ein Zuwachs von 0,2 Prozent Buche.

Außerhalb des Euroraums verlor am Freitag der schweizerische Leitindex SMI <CH0009980894> 0,58 Prozent auf 14.390,67 Punkte. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> gab um 0,21 Prozent auf 10.750,11 Zähler nach.

"Die jüngste Berichtssaison ist deutlich besser ausgefallen als erwartet", stellten Ingo Koczwara und John Petersen, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz, fest. "In den USA erreichten Umsatz- und Gewinnwachstum im zweiten Quartal außergewöhnlich hohe Werte, auch Europa zeigte eine starke Ergebnisentwicklung."

Am Ende der Stoxx-600-Übersicht fanden sich am Freitag Papiere aus dem Gesundheitswesen <EU0009658723>. Die Titel des Biotech-Unternehmens Argenx <NL0010832176> lagen im EuroStoxx mit minus 3,2 Prozent auf dem letzten Platz.

Im Mediensektor <EU0009658640> gab es die größten Gewinne. Die Aktien von Wolters Kluwer <NL0000395903> legten um 2,1 Prozent zu. Sie waren nach soliden Halbjahreszahlen zuletzt wieder verstärkt in das Interesse der Anleger gerückt. Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) relativierten nun die Sorgen am Markt wegen der Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz und raten weiter zum Kauf.

Rheinmetall <DE0007030009> setzten sich an die Spitzenposition im EuroStoxx mit plus 3,2 Prozent. Seit einiger Zeit schon spüren Rüstungswerte wieder Aufwind.

Hinter Rheinmetall gewannen die Anteile des Softwareherstellers SAP <DE0007164600> 2,7 Prozent. Ein Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach der Finanzinvestor Silver Lake derzeit über einen Kauf des US-Unternehmens Workday <US98138H1014> verhandeln soll, sorgte in der Branche für Fantasie.

Die Aktien des Impfstoffherstellers Valneva <FR0004056851> sprangen auf den höchsten Stand seit Ende März und beendeten den Handel gut 22 Prozent höher. Basierend auf guten Wirksamkeits- und Verträglichkeitsdaten aus einer Phase-III-Studie prüft die europäische Arzneimittelbehörde EMEA nun eine Zulassung des Zeckenimpfstoffs, den die Franzosen in Zusammenarbeit mit dem US-Konzern Pfizer <US7170811035> entwickeln. Analyst Maury Raycroft von der Investmentbank Jefferies ist auch optimistisch, dass die US-Behörde FDA einen Zulassungsantrag akzeptieren wird./ajx/he

14.08.2026 | 17:53:47 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Zurückhaltung vor dem Wochenende
14.08.2026 | 12:20:06 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Zurückhaltendes Geschäft vor dem Wochenende
13.08.2026 | 18:12:39 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx verringert Plus deutlich
13.08.2026 | 18:00:59 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: EuroStoxx verringert Plus auf hohem Niveau deutlich
13.08.2026 | 12:10:44 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Überwiegend Gewinne - Adyen mit Kurssprung
12.08.2026 | 18:02:16 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinnmitnahmen nach Rekordhoch

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