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News

04.10.2026 | 16:35:32 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2: Schwächen und Sorgen - Zukunftskonzept für Galeria gefordert

(Neu: weitere Details)

KÖLN/DÜSSELDORF/HEILBRONN (dpa-AFX) - Nach dem erneuten Insolvenzantrag der Warenhauskette Galeria mischen sich Sorgen um die Innenstädte und die Arbeitsplätze mit Forderungen nach einem tragfähigen Konzept.

"Beschäftigte, Städte und auch die Öffentlichkeit brauchen jetzt mehr als kurzfristige Rettungsversprechen. Sie brauchen Klarheit und ein überzeugendes Konzept, das dauerhaft trägt", sagte Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD). Nach vier Insolvenzen in nur sechs Jahren müsse man sehr deutlich fragen, wie nachhaltig die bisherigen Sanierungskonzepte waren.

Die Beschäftigten und ihre Familien müssten wieder um ihre Zukunft bangen. Galeria und insbesondere der Kaufhof gehörten seit Generationen zu Köln und prägten wichtige Standorte der Innenstadt. Die Stadt habe ein großes Interesse daran, dass es für die Kölner Häuser eine tragfähige Perspektive gibt. Dort, "wo wir unterstützen können", stehe die Stadt als Gesprächspartner zur Verfügung.

Aktuell hat Galeria 83 Filialen. Das Düsseldorfer Unternehmen hat rund 12.000 Beschäftigte. Am Freitag hatte es erneut Insolvenz angemeldet. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi gibt es allein in Nordrhein-Westfalen 17 Filialen.

Verdi NRW fordert rasche Klarheit für die Beschäftigten und Beachtung ihrer Erfahrungen im Verkauf. "Aus unserer Sicht sind jahrelange Managementfehler und fehlende nachhaltige Investitionen wesentliche Ursachen für diese Entwicklung", sagte die Landesfachbereichsleiterin der Gewerkschaft, Henrike Eickholt. Es sei auch viel zu wenig auf die Expertise der Beschäftigten gehört worden. Sie würden die Kunden kennen und wissen, was vor Ort funktioniert.

Handelsexperte Carsten Kortum von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn sagte der dpa: "Ein vollständiges Aus ist möglich, aber keineswegs zwangsläufig." Er halte eine Fortführung mit deutlich weniger Standorten gerade für die Mitarbeiter für eine mögliche Lösung, "nicht jedoch eine dauerhafte Rettung des gesamten bisherigen Filialnetzes".

Voraussetzung für eine Fortführung sind laut Kortum "wirtschaftlich tragfähige Häuser, ein klares Sortimentsprofil und ausreichend Eigenkapital für Modernisierung und Umbauten". Nötig sei dafür "endlich" ein Eigentümer, der nicht nur kurzfristige finanzielle Interessen habe, sondern langfristig an das Geschäftsmodell Kaufhaus glaube. "Eine weitere Sanierung, die hauptsächlich wieder nur auf Forderungsverzicht und Kostensenkung setzt, dürfte kaum ausreichen." Selbst wenn die heutige Unternehmensstruktur scheitere, könnten einzelne attraktive Warenhäuser in guten Lagen eventuell unter anderen Eigentümern weiterbestehen.

Experte bemängelt schwaches Sortimentsprofil

Galeria ist nach Einschätzung von Kortum in eine erneute Insolvenz geraten, weil die bisherigen Sanierungen die grundlegenden Probleme des Geschäftsmodells nicht gelöst haben. Als solche sieht er zu große und teilweise wenig attraktive Verkaufsflächen, hohe laufende Kosten und ein zu schwaches Profil im Sortiment gegenüber Onlinehandel, Fachgeschäften und Discountern. "Schuldenschnitte, Insolvenzgeld und neue Kredite verschaffen kurzfristig Entlastung, ersetzen aber keine Investitionen in ein überzeugendes Angebot", so Kortum. Man könne Schulden streichen und Verträge kündigen, "aber keine Kundennachfrage herbeisanieren".

Handelsexperte Thomas Roeb von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg hält eine fehlende Wettbewerbsfähigkeit im Mode-Sortiment für die Hauptursache für die erneute Insolvenz. Diese mache über die Hälfte des Umsatzes aus. Die Insolvenzen von Galeria und dessen Vorgängerfirmen Kaufhof und Karstadt verglich der Experte mit einem Gummiball, der eine Treppe hinunterhüpft. "Zwar hüpft er bei jedem Aufschlag noch einmal in die Höhe, landet dann aber doch tiefer als beim vorherigen Aufschlag." Die Aufschläge seien die Insolvenzen, die jedes Mal eine kurzfristige Verbesserung und Hoffnung brächten, "andererseits aber den Blick auf die langfristige Entwicklung verstellen."

Hat Galeria noch eine Zukunft? Wormser Experte skeptisch

Jörg Funder von der Hochschule Worms hält unter anderem eine schwache Unternehmensführung, Schwächen des Geschäftsmodells sowie anhaltende Konsumschwäche für die Hauptgründe der erneuten Insolvenz. "Im Prinzip also eigentlich nichts Neues", sagte er der dpa.

Entsprechend skeptisch ist er, was die Zukunft von Galeria angeht: Bereits 2008 habe er geschätzt, dass in Deutschland maximal 55 zentral geführte Warenhausfilialen wirtschaftlich betrieben werden könnten. "Nun sind wir fast 20 Jahre später." Den jüngsten Eigentümern warf er ein mangelndes Interesse am operativen Geschäft vor. Es habe ein wirklicher Plan und eine Zukunftsperspektive gefehlt. Die Aussichten der Kette beschrieb er mit den Worten: "Ich glaube, es wird Zeit von der Palliativstation ins Ruhebett überzusiedeln."/cr/DP/zb

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ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx zieht dank Ölpreisrückgang wieder an

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Freitag wieder zugelegt und sich damit etwas von den deutlichen Verlusten am Vortag erholt. Marktanalyst Andreas Lipkow vom Handelshaus CMC Markets verwies auf die wieder gesunkenen Ölpreise. Sie dämpften die Zins- und Inflationssorgen der Anleger ebenso wie der enttäuschend ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht für September. In den USA gab es deutlich weniger neue Stellen als erwartet.

Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> gewann 1,02 Prozent auf 6.238,50 Punkte, nachdem er Tags zuvor noch auf den tiefsten Stand seit Mitte Juni abgesackt war. Auf Wochensicht ergibt sich ein Minus von 1,02 Prozent.

Außerhalb der Eurozone stieg der Schweizer Leitindex SMI <CH0009980894> am Freitag um 0,28 Prozent auf 13.660,92 Punkte. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> ("Footsie") legte um 0,32 Prozent auf 10.461,95 Punkte zu.

Die nachgebenden Ölpreise überlagerten die weiter gestiegene Inflation im Euroraum. "Die Hoffnung, dass es zu wesentlich tieferen Preisniveaus bei den Rohölsorten kommen wird, treibt die europäischen Aktienmärkte am Freitag an", erklärte Lipkow.

Technologiewerte knüpften an die Stärke vom Vortag an und lagen mit einem Plus von 2,6 Prozent an der Spitze der Einzelsektoren. Der Subindex setzte damit seinen Mitte September begonnenen kurzfristigen Aufwärtstrend fort und erreichte zwischenzeitlich den höchsten Stand seit September 2000.

Taktgeber waren dabei die Halbleiteraktien. So zogen die Aktien des Schwergewichts ASML <NL0010273215> um 3,5 Prozent an, und die Anteilsscheine von STMicroelectronics <NL0000226223> schnellten um 6,5 Prozent in die Höhe.

Zu Infineon <DE0006231004>, die an der EuroStoxx-Spitze sogar mit 8,8 Prozent Aufschlag herausstachen, hatte sich ein Experte des Investmenthauses Jefferies zuversichtlich geäußert. Das Unternehmen dürfte danach im kommenden Jahr von steigenden Preisen profitieren.

Unter den Autowerten sackten die Aktien von Volvo Car <SE0021628898> um mehr als sieben Prozent ab. Sie reagierten damit auf einen gesenkten Ausblick der Schweden. Die Analysten der US-Bank JPMorgan sprachen von einer erwartbaren Nachricht angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen.

In Zürich gewannen die Papiere von Julius Bär <CH0102484968> zwei Prozent. Die Privatbank will Aktien für bis zu 600 Millionen Franken zurückkaufen.

Heftig erwischte es dagegen einen Titel aus dem Segment der Broker. Aktien der britischen IG Group <GB00B06QFB75> stürzten nach einem enttäuschenden Ausblick um fast 23 Prozent ab und waren damit das klare Schlusslicht im "Footsie"./la/men

02.10.2026 | 18:34:52 (dpa-AFX)
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02.10.2026 | 12:24:31 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Ölpreisrückgang stützt - Warten auf US-Arbeitsmarktdaten
01.10.2026 | 18:43:09 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Ölpreise und Anleiherenditen belasten die Märkte
01.10.2026 | 18:21:27 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Ölpreise und Anleiherenditen belasten die Märkte stark
01.10.2026 | 12:11:12 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Schwächer - Ölpreise und Anleiherenditen haben Märkte im Griff
30.09.2026 | 18:26:44 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Verluste - EuroStoxx mit schwacher Monatsbilanz

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