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News

19.10.2026 | 05:49:58 (dpa-AFX)
WOCHENAUSBLICK: Dax nach starker Woche auf Richtungssuche - Sorgenthemen bleiben

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach einer starken Woche dürfte der Dax <DE0008469008> zunächst auf Richtungssuche bleiben. "Am deutschen Aktienmarkt ist das Glas wieder halb voll statt halb leer", kommentierte Marktanalyst Timo Emden vom Handelshaus Captrader. Die Anleger hätten das jüngste KI- und Zinsgewitter aus den USA offensichtlich mit einem blauen Auge überstanden. "Ob aus den Aufwinden ein tragfähiges Grundgerüst für eine Jahresendrallye entsteht, bleibt fraglich", ergänzte Emden. Die Gemengelage sei nach wie vor undurchsichtig.

Auch Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarktes sieht die Börsenampel zumindest wieder auf Gelb, nach turbulenten Tagen habe sich die Stimmung etwas aufgehellt. Aus Sicht der Experten des Börsen- und Analyseportals Index Radar verlieren schlechte Nachrichten allmählich ihren Schrecken, weshalb die Korrektur im Dax an Dynamik verlieren könnte. Der deutsche Leitindex ließ zuletzt sowohl die 21- als auch die 100-Tage-Durchschnittslinie hinter sich. Mit der mittelfristigen 50-Tage-Linie komme jetzt eine wichtige Hürde, die den Dax jüngst mehrfach ausgebremst hatte, schrieben die Experten der Schweizer Großbank UBS.

Von einer grundlegenden Entspannung aber könne noch keine Rede sein, warnte Marktstratege Andreas Lipkow vom Handelshaus CMC Marktes: "Die hohen Energiepreise bleiben angesichts der militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten und der gestörten Lieferketten ein erheblicher Belastungsfaktor." Die zuletzt überraschend stark gestiegenen Verbraucher- und Erzeugerpreise aus den USA hätten gezeigt, wie schnell sich der Energiepreisschock auf die Inflation übertragen könne. Am Dienstag stehen frische Erzeugerpreisdaten aus Deutschland für den September auf der Agenda.

Neben geopolitischen Spannungen, Inflationssorgen, hohen Anleiherenditen und den bevorstehenden US-Zwischenwahlen verwies Marktanalyst Kyle Rodda von Capital.com auch auf den Wettbewerb im Chipsektor als Unsicherheitsfaktor. Entscheidend sei nun, ob die nächsten Quartalszahlen aus dem Technologiesektor der USA für mehr Orientierung sorgen oder die Schwankungen weiter verstärkten. Im Wochenverlauf stehen unter anderem Zahlen von Netflix <US64110L1061>, Tesla <US88160R1014>, IBM <US4592001014>, Texas Instruments <US8825081040> und Intel <US4581401001> an.

"Aussagen und Berichte von KI-Profiteuren aus Asien und Europa lassen zwar vermuten, dass die US-KI-Giganten gute Quartalszahlen vorlegen werden", schrieb Aktienstratege Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg. In Summe werde für das dritte Quartal allerdings ein US-Quartalsgewinn unterhalb des zweiten Jahresviertels erwartet. Wegen der hohen Gewichtung der Tech-Unternehmen in bedeutenden Indizes mahnte Streich zur Vorsicht. Die Anleger hinterfragten die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz zuletzt wieder stärker.

Der Dax profitierte daher jüngst von seinem klassischen Branchenprofil. "Das oft als deutsches 'Industriemuseum' belächelte Börsenbarometer kann seiner Zusammensetzung derzeit durchaus etwas abgewinnen", stellte Salah-Eddine Bouhmidi fest, der Analyst beim Handelshaus IG ist. Während KI-Aktien unter Druck stünden, biete die geringere Technologieabhängigkeit dem Dax einen gewissen Schutz.

Auch im deutschen Leitindex kommt die Berichtssaison langsam ins Rollen. Aus dem Dax präsentieren am Dienstagabend die Deutsche Börse <DE0005810055> und am Mittwoch der Softwarekonzern SAP <DE0007164600> ihre Quartalsbilanzen. Dazu kommen Zahlen von einigen Nebenwerte aus MDax <DE0008467416> und SDax <DE0009653386>.

Konjunkturseitig steht am nächsten Freitag mit dem von S&P Global ermittelten Einkaufsmanagerindex für Oktober ein Highlight an, das sowohl für Deutschland und die Eurozone als auch für die USA veröffentlicht wird. Bereits am Dienstag rücken die ZEW-Konjunkturerwartungen in den Blick. Analyst Simon Azarbayjani von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) rechnet mit einem leichten Rückgang des ZEW-Index, das Signal für einen konjunkturellen Aufschwung dürfte aber intakt bleiben.

Da in der zweiten Oktoberhälfte nur wenige Termine im Kalender stünden, verlagere sich der Fokus wieder auf die Notenbanken, kommentierte Anlagestratege Mark Dowding von RBC BlueBay Asset Management. Er bezweifelte, dass eine der großen Zentralbanken bei ihrer nächsten Sitzung die Zinsen anheben wird. Jüngst hatten Aussagen von US-Notenbankchef Kevin Warsh die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch im Oktober aus Marktsicht wieder deutlich sinken lassen./niw/la/he/men

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

19.10.2026 | 05:49:02 (dpa-AFX)
Investitionsgipfel mit Merz beginnt
19.10.2026 | 05:49:01 (dpa-AFX)
Grüne und SPD in Berlin entscheiden über Koalitionsverhandlungen
19.10.2026 | 05:35:27 (dpa-AFX)
Pressestimme: 'Münchner Merkur' zu Linksbündnis Berlin
19.10.2026 | 05:35:26 (dpa-AFX)
Pressestimme: 'Badische Zeitung' zu den Ausschreitungen in Frankreich
19.10.2026 | 05:35:25 (dpa-AFX)
Pressestimme: 'Schwäbische Zeitung' zu den Protesten in Frankreich
19.10.2026 | 05:35:24 (dpa-AFX)
Pressestimme: 'Nürnberger Nachrichten' zu Streit in der Koalition
16.10.2026 | 18:28:15 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Stabilisierung vor dem Wochenende

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - In einem wieder etwas aufgehellteren Umfeld haben die wichtigsten europäischen Aktienmärkte zum Wochenschluss zugelegt. Positive Vorgaben aus Asien und weitere Gewinne bei den US-Standardwerten stützen die Kurse. Allerdings litten in New York die Technologieaktien nach ihrem Stabilisierungsversuch am Donnerstag wieder unter den Sorgen über ausufernde Finanzierungskosten für KI-Konzerne. Dies trübte am Freitag etwas die Stimmung.

Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> stieg letztlich um 0,58 Prozent auf 6.204,23 Punkte. Auf Wochensicht ergibt sich ein Plus von 0,5 Prozent.

Außerhalb der Euroregion legte der Schweizer Leitindex SMI <CH0009980894> am Freitag um 0,29 Prozent auf 14.391,31 Punkte zu. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> gewann 0,38 Prozent auf 10.881,90 Punkte.

Im Wochenverlauf hatte eine überraschend hohe Inflation in den USA Bedenken genährt, dass die US-Notenbank Fed den Leitzins bereits im Oktober ein weiteres Mal anheben und somit Finanzierungen für Konsumenten, Unternehmen und den Staat verteuern könnte. Dass sich der Fed-Chef Kevin Warsh nun aber in einer Rede nicht spezifisch zur Geldpolitik geäußert hatte, ließ die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch im Oktober aus Marktsicht wieder deutlich sinken.

Aus Branchensicht waren europaweit Titel aus klassischen Branchen gefragt. Dabei zogen Autowerte <EU0009658681> mit einem Plus von 1,6 Prozent besonders deutlich an. Börsianer verwiesen auf eine Einigung zwischen Deutschland und Frankreich auf ein gemeinsames Auto-Paket. "Wir streben eine deutliche Senkung der CO2-Emissionen an und stärken zugleich Europas Kapazitäten für die Entwicklung und Fertigung der nächsten Generation von Elektrofahrzeugen", teilten beide Seiten mit. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht in der Einigung ein Investitionssignal an die Industrie. Auch das EU-weite Verbot von Verbrennungsmotoren soll wohl noch stärker gelockert werden als bisher geplant.

"Mehr Flexibilität bei CO2-Flottengrenzwerten für Pkw ist ein wichtiges Signal zur finanziellen Unterstützung der europäischen Automobilindustrie bei ihrem Umstieg auf Elektromobilität", kommentierte das Centrum für Europäische Politik.

Rüstungsaktien setzten ihre Erholung fort. Bereits zum Wochenstart hatte sich die Stimmung der Anleger für Rüstungswerte nach positiven Kommentaren der Experten von Morgan Stanley aufgehellt. Die Analysten der US-Bank rechnen im Verteidigungssektor zum Jahresende mit einem Anstieg der Aufträge aus dem Bundeshaushalt. Dies könnte zu einer saisonalen Rally im Sektor führen und das Vertrauen in die Umsetzung der Ziele im Jahr 2027 stärken, hatte es geheißen. Unter anderem gewannen die Aktien von Thales <FR0000121329> 2,8 Prozent und die von Rheinmetall <DE0007030009> 6,3 Prozent. Letztere hatten damit im EuroStoxx die Nase vorn.

Der französische Elektrotechnik-Konzern Schneider Electric <FR0000121972> hatte nach einem starken dritten Quartal erneut seine Jahresziele erhöht. Die Anteilsscheine büßten gleichwohl anfängliche Gewinne ein und fielen am Ende um fast zwei Prozent. Das Quartal sei stark ausgefallen, die erhöhten Ziele lägen aber im Rahmen dessen, was sich der Markt zuletzt ohnehin schon erhofft habe, schrieb Analyst Phil Buller von der US-Großbank JPMorgan. Laut dem Experten droht zudem für die Übernahme des US-Softwarespezialisten PTC eine Kapitalerhöhung.

Unter den kleineren Werten aus der Schweiz setzten Aktien von DocMorris <CH0042615283> ihre Aufwärtsbewegung mit einem Plus von gut sieben Prozent fort. Sie reagierte damit auf positive Analystenstimmen nach der Präsentation der Geschäftszahlen am Vortag. Die Online-Apotheke hatte im dritten Quartal das Wachstum deutlich beschleunigt./la/nas

16.10.2026 | 18:04:30 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Stabilisierung vor dem Wochenende
16.10.2026 | 12:05:11 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Stabilisierung vor dem Wochenende
15.10.2026 | 18:56:09 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: EuroStoxx gibt nach - Zürich und London stark
15.10.2026 | 18:30:03 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: EuroStoxx gibt nach - Zürich und London klar im Plus
15.10.2026 | 12:05:29 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Abgaben - Technologiewerte schwach, defensive Aktien gefragt
14.10.2026 | 18:21:55 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Teils deutliche Gewinne - Daten aus China stützen

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