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News

24.09.2026 | 22:47:46 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2/Konfrontiert mit Protest: Netanjahu verteidigt Kriege bei UN

(neu: Reaktion Mamdani)

NEW YORK (dpa-AFX) - Kein Einlenken bei Gaza, keine Zweifel am Vorgehen gegen den Iran: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat bei den Vereinten Nationen seinen Kurs mit Nachdruck verteidigt. Internationale Vorwürfe gegen sein Land wies er zurück und griff zugleich seine Kritiker an. "Israel des Völkermords zu bezichtigen, ist die größte Lüge des Jahrhunderts", sagte er in New York.

Wenige Stunden zuvor hatte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Israel in seiner per Video vor den UN gezeigten Rede einen "Völkermordkrieg" im Gazastreifen vorgeworfen. Kritik gab es auch rund um das UN-Hauptquartier im Osten Manhattans: Dutzende Menschen protestierten dort gegen Netanjahus Teilnahme an der UN-Generaldebatte. Als er im UN-Gebäude an das Podium trat, standen zahlreiche Delegationen im Zuhörerraum auf und verließen den Saal.

Netanjahu steht wegen des israelischen Vorgehens im Gazastreifen international weitgehend isoliert da. Auch viele westliche Partner gingen auf Distanz zu Netanjahu und seiner Regierung. Der israelische Ministerpräsident wollte sich nur einige Stunden und damit ungewöhnlich kurz in den USA aufhalten. Am Rande der UN-Vollversammlung hielt er nur wenige Treffen mit hochrangigen Politikern anderer Länder ab.

Netanjahu: "Israel hat einen Völkermord verhindert"

"Israel hat keinen Völkermord begangen. Israel hat einen Völkermord verhindert", betonte Netanjahu in seiner Rede. Das sei nämlich genau das, was die islamistische Terrororganisation Hamas getan hätte, hätte Israel sie nicht gestoppt.

Die islamistische Hamas und Terroristen anderer extremistischer Organisationen hatten während des Massakers am 7. Oktober 2023 mehr als 250 Menschen aus Israel in den Gazastreifen verschleppt. Der beispiellose Angriff mit rund 1.200 Toten in Israel löste den Gaza-Krieg aus.

Seitdem wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen mehr als 73.900 Palästinenser getötet. In der Statistik wird nicht zwischen Zivilisten und bewaffneten Kämpfern unterschieden. Weltweit gibt es heftige Kritik am harten Vorgehen des israelischen Militärs.

Auch Israels Beziehungen zu den UN sind seit dem Gaza-Krieg auf einem Tiefpunkt. UN-Vertreter und von den UN eingesetzte Untersuchungskommissionen werfen Israel schwere Verstöße gegen das Völkerrecht vor. Ein UN-Bericht kam zu dem Schluss, das Land begehe im Gazastreifen und im Westjordanland Völkermord und Kriegsverbrechen. Israel weist die Vorwürfe zurück und beschuldigt die Weltorganisation seit Jahren der Voreingenommenheit.

Auf Konfrontationskurs mit New Yorker Bürgermeister

In New York holte Netanjahu auch gegen Zohran Mamdani aus, den er als "antisemitischen Bürgermeister von New York" bezeichnete. Mamdani gehört zu den schärfsten Kritikern Netanjahus in den USA. Er bezeichnet den israelischen Regierungschef als Kriegsverbrecher und wirft Israel einen Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen vor. Netanjahu war wegen Abstimmungsschwierigkeiten und der Sorge, Mamdani könne versuchen, ein längeres Abstellen der israelischen Regierungsmaschine am Flughafen JFK zu verhindern, nicht in New York, sondern in New Jersey gelandet, schrieb die israelische Zeitung "ynet".

Fast zeitgleich zur Rede Netanjahus teilte Mamdani auf der Plattform X mit, er habe in der vorigen Nacht einen Olivenbaum mit einer palästinensischen Familie aus Gaza an seinem Amtssitz gepflanzt. Später ließ er mitteilen, Netanjahu habe "seine Rede dazu genutzt, unbegründete Lügen zu wiederholen, mit denen er seinen Völkermord an den Palästinensern reinwaschen will."

Dutzende Menschen demonstrierten während der Teilnahme von Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu an der UN-Generaldebatte in New York gegen sein Vorgehen im Gaza-Krieg. Dabei seien auch mehrere Menschen in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Sprecher der Polizei NYPD. Darunter waren Medienberichten zufolge auch die Schauspielerinnen Susan Sarandon und Hannah Einbinder.

Netanjahu rechtfertigt auch Israels Vorgehen im Iran

Neben dem israelischen Vorgehen im Gazastreifen verteidigte Netanjahu auch die Angriffe auf iranische Atomanlagen. "Die Zerstörung der iranischen Atomanlagen war schwierig, es war ein sehr schwieriges Unterfangen, doch für mich war es eine der leichtesten Entscheidungen, die ich als Ministerpräsident je treffen musste - denn hätten wir es nicht getan, wären wir alle tot", sagte er.

"Ich habe mir geschworen, Irans mörderische Diktatur daran zu hindern, Atombomben zu entwickeln - Atomwaffen, die auf die Vernichtung Israels abzielen, Atomwaffen, die die ganze Welt bedrohen könnten", sagte er weiter. "Genau das haben wir getan."

Das tatsächliche Ausmaß der dauerhaften Schwächung des iranischen Atomprogramms bewerten die Internationale Atomenergie-Behörde, Geheimdienste und Experten unterschiedlich. Im nicht klassifizierten Jahresbericht der US-Geheimdienste stand, es habe keinen Hinweis auf eine politische Entscheidung zum Bau einer Atombombe im Iran gegeben.

Israelische Medien hatten vor Netanjahus Rede berichtet, diese werde sich auch an das heimische Publikum richten. In Israel wird am 27. Oktober ein neues Parlament gewählt. Laut Umfragen könnte es für Netanjahus Lager schwierig werden, eine Mehrheit zu sichern./fsp/DP/nas

24.09.2026 | 22:46:05 (dpa-AFX)
WDH/ROUNDUP/Konfrontiert mit Protest: Netanjahu verteidigt Kriege bei UN
24.09.2026 | 22:36:18 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Dow im Minus - Ölpreisschwankungen
24.09.2026 | 22:26:29 (dpa-AFX)
KORREKTUR/ROUNDUP: Milliardär Thiel kritisiert Teile der Medien als 'einseitig'
24.09.2026 | 22:23:43 (dpa-AFX)
Aktien New York Schluss: Dow im Minus - Ölpreisschwankungen
24.09.2026 | 22:15:30 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Tech-Milliardär Thiel kritisiert Teile der Medien als 'einseitig'
24.09.2026 | 21:31:28 (dpa-AFX)
AKTIE IM FOKUS: Hellofresh auf Tradegate sehr schwach - Senkt Jahresziele
24.09.2026 | 18:39:12 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Verluste - Steigende Ölpreise und Anleiherenditen

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - An den wichtigsten europäischen Aktienmärkten ist es am Donnerstag weiter nach unten gegangen. Belastungsfaktoren waren steigende Renditen an den internationalen Anleihemärkten, weiter anziehende Ölpreise aufgrund der angespannten Lage in Nahost sowie zunehmende Zinsängste. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Referenzsorte Brent zur Lieferung im November wurde zwischenzeitlich über vier Prozent höher als am Mittwoch gehandelt.

Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> schloss 0,43 Prozent tiefer bei 6.272,50 Punkten. Außerhalb der Eurozone verlor der britische FTSE 100 <GB0001383545> 0,24 Prozent auf 10.679,99 Zähler. Der Schweizer Leitindex SMI <CH0009980894> sank um 0,11 Prozent auf 13.905,82 Punkte. Die Schweizer Notenbank hatte ihren Leitzins wie erwartet bei null Prozent belassen. Gleichzeitig erhöhte sie ihre Inflationsprognose nur leicht.

"Neue Drohungen aus dem Iran verstärken die Sorgen vor einer weiteren Eskalation des Krieges im Nahen Osten. Den Konflikt bei erneuten Angriffen der USA oder Israels über das Rote Meer hinaus bis in den Indischen Ozean ausweiten zu wollen, lassen die Ölpreise wieder steigen", bemerkte Analyst Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets. Damit hätten Anlegerhoffnungen auf eine schnelle diplomatische Lösung einen weiteren Dämpfer erhalten. "Gleichzeitig sorgen die zuletzt robusten US-Konjunkturdaten für zusätzlichen Druck am Anleihemarkt, weil sie Spekulationen auf weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank am Leben halten", so Lipkow.

Schwächster Sektor waren die Autowerte, die sich damit wieder dem bisherigen Jahrestief vom Juli näherten. Überdurchschnittliche Verluste verzeichneten auch Technologie- und Rohstoffaktien.

Unter den Einzelwerten gehörten die Papiere von H&M <SE0000106270> zu den Verlierern. Analysten der RBC interpretierten den Bericht des Bekleidungshändlers zum dritten Quartal als durchwachsen. Bereinigt habe das Zahlenwerk die Schätzungen zwar leicht übertroffen. Die Lagerbestände seien aber hoch und der Ausblick für die Margenentwicklung vorsichtig. Die Experten der Deutschen Bank bemängelten, dass sich eine klare Verbesserung der Umsatzentwicklung trotz der Bemühungen des Managements noch nicht abzeichne.

Dagegen ging es für die Anteilsscheine der britischen Modekette Asos <GB0030927254> um knapp 14 Prozent nach oben auf das höchste Niveau seit fast dreieinhalb Jahren. Das Unternehmen hatte die Ergebnisprognose nach oben angepasst. Analysten erhöhten daraufhin ihre Schätzungen und Kursziele.

Die Aktien von Schneider Electric <FR0000121972> büßten 1,2 Prozent ein. Der Technologiekonzern will die bulgarische Shelly Group <BG1100003166> für rund 1,2 Milliarden Euro übernehmen. Die Franzosen wollen für den Hersteller von intelligenten Elektro-Geräten (smart devices) aus dem SDax <DE0009653386> ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot unterbreiten. Beide Unternehmen unterzeichneten dazu eine entsprechende Vereinbarung./edh/nas

24.09.2026 | 18:07:04 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Verluste - Steigende Ölpreise und Anleiherenditen
24.09.2026 | 12:07:41 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Märkte geben weiter nach - Anleiherenditen beunruhigen
23.09.2026 | 18:39:23 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Anleger halten sich zurück - Steigende Ölpreise
23.09.2026 | 18:11:09 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Anleger halten sich zurück - Steigende Ölpreise belasten
23.09.2026 | 12:15:58 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Leichte Verluste - Zurückhaltung prägt das Geschehen
22.09.2026 | 18:29:29 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Wenig verändert - Ölpreise bleiben im Fokus

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