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News

06.11.2026 | 16:32:26 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2/EU: TikTok gefährdet mentale Gesundheit - Strafe droht

(Aktualisierung: Stellungnahme von TikTok und EU-Kommission im 3. und 4. Absatz ergänzt, Beginn des nun 5. Absatzes angepasst, neue Absätze zu Verfahren gegen Instagram und Facebook im letzten Absatz.)

BRÜSSEL (dpa-AFX) - TikTok gefährdet seine Nutzer nach vorläufigen Ermittlungsergebnissen der EU-Kommission durch die Video-Empfehlungen auf seiner Plattform. Dem Unternehmen drohe eine Strafe, weil sein Algorithmus selbst schutzbedürftigen Nutzern einen endlosen Strom aus personalisierten Videos anzeige, der psychische Probleme verstärken könne, teilte die Brüsseler Behörde mit.

Die Kommission wirft TikTok vor, dieses Risiko nicht ausreichend eingedämmt zu haben. Der Algorithmus werte Ansehen und Liken als Interesse und spiele danach mehr ähnliche Inhalte aus, die sich um Traurigkeit, Isolation, Gewicht und Körperbild drehten. Die bisherigen Gegenmaßnahmen seien nicht wirksam. Auch der Button "Nicht interessiert" reiche nicht aus, um den Feed zu ändern.

TikTok weist Vorwürfe zurück

Die Brüsseler Behörde greift mit den neuen Vorwürfen zum wiederholten Mal direkt das Geschäftsmodell des Online-Riesen an. Ein Kommissionssprecher sagte, man sei zum derzeitigen Stand des Verfahrens überzeugt, dass das Unternehmen sein Geschäftsmodell ändern müsse, um sich an EU-Regeln zu halten.

Eine TikTok-Sprecherin teilte auf dpa-Anfrage dagegen mit, die Kommission habe eine Reihe von Aussagen getroffen, die grundlegend falsch seien und die Architektur der Plattform sowie TikToks Engagement für die Sicherheit der Nutzerinnen und Nutzer verzerrt darstellten. "Wir können auf eine starke Erfolgsbilanz beim Schutz unserer Community zurückblicken und geben Nutzer*innen zugleich direkte und intuitive Kontrolle über ihr Inhaltserlebnis", so die Sprecherin.

Verloren im Kaninchenbau?

Im Fokus des Verfahrens gegen TikTok steht die sogenannte For You-Page ("Für Dich"-Seite), die besonders schnell Inhalte anzeigen soll, die Nutzer interessieren. Die EU-Kommission verlangt hier Änderungen, da sie sogenannte Rabbit-Hole-Effekte (auf Deutsch: Kaninchenbau) befürchtet.

Damit ist gemeint, dass man sich so tief in einem Thema verliert, dass man nicht mehr herausfindet - ähnlich wie sich die Hauptfigur in der Geschichte Alice im Wunderland in einem Kaninchenbau verliert. Algorithmen - vereinfacht gesagt von Menschen geschriebene Anleitungen für Computer - können theoretisch solche Verhaltensmuster erkennen und ausnutzen, damit Nutzerinnen und Nutzer mehr Zeit auf einer Plattform verbringen.

Die EU-Kommission teilte mit, der TikTok-Algorithmus personalisiere auf diese Art und Weise selbst Inhalte, die potenziell belastend sein könnten und gefährde dadurch insbesondere auch Kinder und Jugendliche. Zwar habe TikTok bereits bestimmte Maßnahmen gegen diese Mechanismen ergriffen, diese seien aber nicht wirksam, heißt es in den vorläufigen Ermittlungsergebnissen.

Weitere EU-Verfahren gegen TikTok laufen bereits

Die EU-Kommission treibt damit das nächste Verfahren gegen die von der chinesischen Firma Bytedance betriebene App voran. Es ist das dritte Mal, dass Brüssel den Online-Riesen mit Untersuchungsergebnissen konfrontiert und ihm Verstöße gegen das Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, kurz DSA) vorwirft. Eine Strafe gab es seit der Eröffnung des ersten Verfahrens gegen TikTok im Februar 2024 nicht.

Der DSA gilt eigentlich als scharfes Schwert gegen den Einfluss großer Plattformen. Kritiker halten der EU-Kommission aber immer wieder vor, zu zögerlich zu agieren. Brüssel verweist darauf, dass Entscheidungen auch vor Gericht standhalten müssten und entsprechend sorgfältig bewiesen sein sollten.

TikTok könnte empfindliche Strafe drohen

Gegen TikTok läuft auch ein Verfahren wegen anderer Funktionsweisen der App. So befürchtet die EU-Kommission, dass Minderjährige süchtig werden könnten. Konkret geht es bei den suchtfördernden Mechanismen etwa um das ununterbrochene, automatische Abspielen von Videos.

Zudem warfen die Brüsseler Internetwächter dem Konzern in einem separaten Verfahren im Juli vor, Kinder und Jugendliche nicht genug vor übergriffigem Verhalten anderer Nutzer schützen. Die Behörde kritisiert unter anderem, dass Fremde die öffentlichen Benutzerkonten von Minderjährigen sehen und die jungen Nutzer auch mit missbräuchlichen Absichten kontaktieren könnten.

Das Unternehmen hat in allen Verfahren die Möglichkeit, sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen oder mit entsprechenden Änderungen die Bedenken der EU auszuräumen. Findet sich keine einvernehmliche Lösung, könnte es für TikTok teuer werden.

Die EU-Kommission würde dann formell einen Verstoß feststellen und könnte eine Strafe von bis zu sechs Prozent des jährlichen Konzernumsatzes verhängen. Auch tägliche Strafen wären möglich, um TikTok zum Einlenken zu bewegen.

Ähnliche Verfahren gegen Facebook und Instagram

Auch bei Instagram und Facebook sieht die EU-Kommission nach vorläufigen Ergebnissen zu große Suchtgefahren, etwa durch personalisierte Empfehlungen und automatisches Abspielen. Zudem wirft sie den Plattformen vor, Kinder unter 13 Jahren nicht ausreichend fernzuhalten; Meta <US30303M1027> widerspricht.

Auf EU-Ebene wird derzeit über die Einführungen eines Social-Media-Verbots für Kinder diskutiert./tre/DP/mis

06.11.2026 | 16:30:25 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Kerosinpreis lässt Gewinn von British-Airways-Mutter IAG sinken
06.11.2026 | 16:29:29 (dpa-AFX)
USA: Michigan-Konsumklima hellt sich überraschend auf
06.11.2026 | 16:24:30 (dpa-AFX)
EQS-DD: Rheinmetall Aktiengesellschaft (deutsch)
06.11.2026 | 16:24:19 (dpa-AFX)
Merz: Historische Verantwortung gilt auch für Einwanderer
06.11.2026 | 16:18:36 (dpa-AFX)
Aktien New York: Tech-Sektor erholt sich nach Ausverkauf
06.11.2026 | 16:09:01 (dpa-AFX)
Eurokurs gefallen - EZB-Referenzkurs: 1,1165 US-Dollar
06.11.2026 | 12:19:33 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Deutliche Verluste - Vorgaben aus USA und Asien belasten

PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas wichtigste Aktienmärkte haben am Freitag deutlich nachgegeben. Sie folgten damit den schwachen internationalen Vorgaben. Hohe Verluste bei Aktien aus den Bereichen Halbleiter und Künstlicher Intelligenz (KI) hatten in den USA und Asien die Indizes belastet. "Zwei Tage nach dem Wahlerfolg der Demokraten hat es die Tech-Aktien an der Wall Street voll erwischt", merkte Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets an. "Die Anleger fürchten, dass strengere Auflagen den Bau neuer Rechenzentren bremsen."

Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> sank am Mittag um 1,53 Prozent auf 6.136,47 Punkte. Außerhalb des Euroraums fiel der Schweizer Leitindex SMI <CH0009980894> um 2,33 Prozent auf 14.618,27. Der britische FTSE 100 <GB0001383545> gab um rund 2 Prozent auf 10.567,06 Punkte nach.

Am Markt wird auf den US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag gewartet. "Neue Impulse für die Zinsdebatte könnten vom US-Arbeitsmarkt kommen", so Molnar. "Nach unserer Prognose wird die US-Wirtschaft im abgelaufenen Monat 50.000 neue Stellen geschaffen haben", hieß es von der Landesbank Baden-Württemberg. "Dieser moderate Stellenzuwachs dürfte jedoch angesichts des geringen Wachstums der Erwerbspersonen ausreichen, um die Arbeitslosenquote bei niedrigen 4,2 Prozent zu halten." Daher dürfte einer Leitzinserhöhung im Dezember nichts im Wege stehen.

Am besten hielten sich zum Wochenausklang Reise- und Freizeitwerte. Hier stützten die Zahlen von International Airlines Group <ES0177542018>. Das dritte Quartal der Fluggesellschaft habe zwar die Erwartungen verfehlt, so die Analysten der kanadischen RBC. Der Ausblick gestalte sich hinsichtlich der Nachfrage aber positiv. Das Unternehmen sei auf gutem Weg, die Konsensschätzungen für das Gesamtjahr zu erreichen. IAG stiegen um 0,8 Prozent.

Im ansonsten schwachen Autosektor scherten Aktien von Pirelli <IT0000072725> mit 1,8 Prozent Gewinn aus. Die Analysten von Jefferies bescheinigten dem italienischen Reifenhersteller ein solides drittes Quartal. Belastetet wurde der Sektor dagegen von dem schwachen Auftragseingang von Daimler Truck <DE000DTR0CK8>, der die Aktie deutlich fallen ließ.

Vergleichsweise gut hielten sich Technologiewerte. Aktien des Halbleiterausrüsters ASML <NL0010273215> setzten nach dem vorangegangenen Kursrutsch zu einer Gegenbewegung von 2,8 Prozent an.

Der Spezialist für Reisebuchungen Amadeus IT <ES0109067019> hatte mit seinen Zahlen unterdessen den Erwartungen entsprochen. Die Aktie tendierte wenig verändert./mf/jha/

05.11.2026 | 19:42:25 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Ins Minus gedreht - Ausverkauf bei US-Techwerten
05.11.2026 | 18:55:28 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Ins Minus gerutscht - Ausverkauf im US-Tech-Sektor
05.11.2026 | 12:03:07 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Gewinne - Rohstoffsektor stark
04.11.2026 | 18:36:05 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Deutliche Gewinne nach US-Zwischenwahlen
04.11.2026 | 18:17:30 (dpa-AFX)
Aktien Europa Schluss: Deutliche Gewinne nach US-Zwischenwahlen
04.11.2026 | 12:12:48 (dpa-AFX)
Aktien Europa: Gewinne nach Quartalszahlen und Zwischenwahl - Bankaktien gefragt

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