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News

08.04.2026 | 05:40:12 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Pistorius: Keine Genehmigung für lange Reisen nötig

BERLIN (dpa-AFX) - Verteidigungsminister Boris Pistorius hat klargestellt, dass wehrfähige Männer derzeit keine Genehmigung für lange Auslandsreisen brauchen. Noch in dieser Woche werde eine Ausnahme von der Genehmigungspflicht durch eine Verwaltungsvorschrift erlassen, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor hatte es erheblichen Wirbel um eine mögliche Konsequenz aus dem Gesetz über den neuen Wehrdienst gegeben. Kritisiert wurde, dass sich demnach grundsätzlich alle Männer im Alter von 17 bis 45 Jahren Auslandsaufenthalte von mehr als drei Monaten von der Bundeswehr genehmigen lassen müssten.

Das Verteidigungsministerium hatte dazu erklärt, es werde durch Verwaltungsvorschriften klargestellt, dass die Genehmigung als erteilt gelte, solange der Wehrdienst freiwillig sei.

"Mir sind unbürokratische und handhabbare Verfahren wichtig. In der aktuellen Friedenszeit wird es keine Genehmigungsverfahren geben. Wir setzen die Genehmigungspflicht aus, solange der Wehrdienst freiwillig ist", sagte Pistorius. "Auslandsreisen müssen also auch nicht angezeigt oder angemeldet werden. Ich habe bereits veranlasst, dass der entsprechende Erlass, an dem meine Fachleute bereits arbeiten, schnell umgesetzt wird."

Zugleich kündigte er an, für den Spannungsfall würden entsprechende Verfahren etabliert. Er verteidigte die Regelung in Paragraf 3 des geänderten Wehrpflichtgesetzes. Sie sei nötig - "und zwar vorsorglich".

Im Verteidigungsfall wissen, wer tatsächlich verfügbar ist

Pistorius sagte dazu: "Wir tun alles, um einen Spannungs- oder Verteidigungsfall zu verhindern und müssen trotzdem auf einen Ernstfall vorbereitet sein. Denn wenn sich die Sicherheitslage verschlechtern sollte und ein verpflichtender Wehrdienst eingeführt werden müsste, hätten wir eine andere Ausgangslage. Dann wäre es für uns entscheidend zu wissen, wer tatsächlich verfügbar ist und wer nicht."

Derzeit ändert sich für die Männer nichts: "Ob 17 oder 45 Jahre oder dazwischen - alle dürfen selbstverständlich verreisen und brauchen derzeit dafür auch keine Genehmigung", sagte Pistorius. Ein längerer Auslandsaufenthalt müsse also auch nicht angezeigt werden. Dafür werde eine Ausnahme von der im Gesetz grundsätzlich angelegten Meldepflicht vorgesehen.

Neuer Wehrdienst ist freiwillig

Als Grund nannte er, dass der neue Wehrdienst freiwillig sei. Niemand werde gegen seinen Willen eingezogen. "Dafür habe ich mich innerhalb der Koalition erfolgreich eingesetzt. Folglich kommen wir derzeit nicht in die Lage, auf jemanden zurückgreifen zu müssen, der nicht verfügbar ist. Unser neuer Wehrdienst soll so attraktiv sein, dass dies auch möglichst lange so bleibt", sagte Pistorius.

Meldepflichten gab es formal auch bis zur Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011. Die Regelung kam auch damals nicht zur Anwendung. Dienstleistungspflichtige Reservistinnen und Reservisten sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums aber angehalten, Umzüge anzeigen.

Verteidigungsministerium muss über Aufwuchs berichten

Das sogenannte Wehrdienst-Modernisierungsgesetz trat zum 1. Januar in Kraft. Kern ist die verpflichtende Musterung für junge Männer ab dem Jahrgang 2008. So sollen Freiwillige für einen Ausbau der Truppe von zuletzt mehr als 180.000 Männern und Frauen um 80.000 auf 260.000 aktive Soldaten rekrutiert werden.

Mitte Januar hatte die Bundeswehr damit begonnen, Fragebögen zum Wehrdienst zu verschicken. Sie gehen an junge Menschen des Jahrgangs 2008, die seit Jahresbeginn volljährig geworden sind. Insgesamt umfasst der Jahrgang 2008 knapp 700.000 junge Männer und Frauen. Junge Männer müssen die Fragen beantworten, Frauen können das tun. Hintergrund ist die Regelung im Grundgesetz, das eine Wehrpflicht nur für Männer kennt.

Um das Gesetz für den neuen Wehrdienst hatte es wiederholt Streit gegeben, der sich vor allem um die Frage der Freiwilligkeit drehte. Letztlich setzte sich in der Koalition die SPD-Linie durch, die auch Freiwilligkeit pochte.

Allerdings wurden Zielmarken für den sogenannten Aufwuchs - also mehr Soldatinnen und Soldaten in der Truppe - festgelegt. Alle sechs Monate soll das Verteidigungsministerium darlegen, ob die Pläne noch im Ziel liegen. Sollte das nicht der Fall sein, kann der Bundestag über eine sogenannte Bedarfswehrpflicht entscheiden.

Mit dem Wehrdienst reagiert Deutschland auf die Bedrohung durch Russland und die in der Folge geänderten Nato-Ziele. In mehreren Umfragen unter Bürgern gab es zuletzt mehrheitlich Zustimmung zu dem neuen Wehrdienstmodell. Allerdings wurden wiederholt auch Kritik laut, junge Menschen, die nun zum Dienst antreten sollen, seien nicht ausreichend an der Ausarbeitung der Pläne beteiligt worden./cn/DP/zb

08.04.2026 | 05:40:11 (dpa-AFX)
ROUNDUP: KI findet seit Jahren schlummernde Software-Schwachstellen
08.04.2026 | 05:40:10 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Sondierungen in Mainz beendet - Wie geht es weiter?
08.04.2026 | 05:39:33 (dpa-AFX)
UN: Waffenruhe muss eingehalten werden
08.04.2026 | 05:35:11 (dpa-AFX)
Pressestimme: 'Stuttgarter Zeitung' zu den hohen Spritpreisen
08.04.2026 | 05:35:10 (dpa-AFX)
Pressestimme: 'Frankfurter Rundschau' zu Vance/Orbán
08.04.2026 | 05:35:09 (dpa-AFX)
Pressestimme: 'Die Rheinpfalz' zu Zukunft der FPD
08.04.2026 | 05:33:13 (dpa-AFX)
US-Spitzenpolitiker reagieren verhalten auf Zehn-Punkte-Plan

WASHINGTON (dpa-AFX) - Einige Spitzenpolitiker in den USA haben verhalten auf die Verkündung einer zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg reagiert. "Eine Waffenruhe ist eine gute Nachricht - allerdings nur, weil dieser sinnlose Krieg so schnell wie möglich beendet werden sollte", schrieb etwa der demokratische Senator Richard Blumenthal auf X. US-Präsident Donald Trump könne weiterhin nicht erklären, warum er den Krieg begonnen habe. "Eine Waffenruhe ist für das amerikanische Volk kein Sieg", fügte Blumenthal hinzu.

Der demokratische Kongressabgeordnete Gregory Meeks betonte indes, dass eine Waffenruhe nicht genug sei. Trump müsse dem Kongress erklären, warum er die USA in den Krieg mit dem Iran geführt habe, in dem 13 Militärangehörige gestorben seien.

Spöttischer zeigte sich der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer. Er sei froh, dass Trump einen "Rückzieher" gemacht habe und "nun verzweifelt nach einem Ausweg aus seinem lächerlichen Getöse" suche, schrieb er auf X.

Der Iran und die USA hatten sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Trump in der Nacht zum Mittwoch auf eine Waffenruhe geeinigt. Trump schrieb auf Truth Social, dass der vom Iran vorgelegte Zehn-Punkte-Plan eine "praktikable Grundlage für Verhandlungen bietet."

Der republikanische Senator Lindsey Graham verlangte derweil, dass das US-Parlament bei dem Plan einbezogen werden müsse. Er wolle den Entwurf dem Kongress zur Abstimmung vorlegen, damit das Parlament wie beim Atom-Abkommen mit dem Iran unter Ex-US-Präsident Barack Obama darüber abstimmen könne./ngu/DP/zb

08.04.2026 | 04:50:22 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Pakistan: Waffenruhe zwischen USA und Iran ab sofort
08.04.2026 | 03:53:37 (dpa-AFX)
Leavitt: Zehn-Punkte-Plan Basis für weitere Verhandlungen
08.04.2026 | 03:36:15 (dpa-AFX)
Waffenruhe im Iran treibt Börsen in Ostasien an - Nikkei legt fast 5 Prozent zu
08.04.2026 | 03:05:54 (dpa-AFX)
Ölpreise geben nach angekündigter Feuerpause zweistellig nach
08.04.2026 | 02:49:03 (dpa-AFX)
Israel auch nach Waffenruhe-Verkündung unter Beschuss
08.04.2026 | 02:44:17 (dpa-AFX)
Pakistan: Waffenruhe zwischen USA und Iran ab sofort

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