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News

08.06.2026 | 22:29:53 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Apple macht neuen Anlauf bei Künstlicher Intelligenz

CUPERTINO (dpa-AFX) - Apple <US0378331005> macht einen neuen Anlauf, Künstliche Intelligenz in großem Stil in den Alltag der Nutzer seiner Geräte zu bringen. Ein Herzstück ist eine mit KI verbesserte Version der Assistenzsoftware Siri, die ChatGPT und Co direkte Konkurrenz machen soll. Der iPhone-Konzern hatte bereits vor zwei Jahren KI-Funktionen für Siri angekündigt, die immer noch nicht eingeführt wurden, weil sie laut Apple nicht verlässlich genug funktionierten. Für die Anleger verlief die Präsentation durchwachsen - auf ein Rekordhoch der Aktie folgte ein Rücksetzer, der Kurs schloss am Montag mit Verlusten.

Software-Chef Craig Federighi betonte, aus Sicht von Apple müsse "wirklich hilfreiche KI" rund um die Bedürfnisse der Nutzer aufgebaut sein. Das bedeute, dass Künstliche Intelligenz in die Produkte integriert werde, die man jeden Tag verwende, und den persönlichen Kontext zu jedem Nutzer kenne.

Keine KI-Siri auf iPhones und iPads in der EU

Für mehr Funktionen bekommt Siri, die vor rund 15 Jahren als Sprachassistentin auf Apple-Geräte kam, eine eigenständige App. Apple-Manager Mike Rockwell zeigte in einer aufgezeichneten Demonstration, wie die neue Siri den Termin des nächsten Konzerts einer Musikerin in der Nähe sowie Informationen zum Ticket-Verkauf heraussuchen, eine Erinnerung erzeugen und danach auf Wunsch einen ihrer neuen Songs abspielen kann.

Zunächst wird die neue KI-Siri nur auf Englisch angeboten. Weitere Sprachen sollen "schnell" folgen, sagte Federighi. In der Europäischen Union wird "Siri AI" vorerst generell nicht auf iPhones und iPad-Tablets verfügbar sein.

Die Apple-Aktie stieg während der Keynote um bis zu 3,3 Prozent auf ein Rekordhoch von 317,40 Dollar. Am Schluss fiel das Papier jedoch im Vergleich mit dem Vortagesschluss um 1,9 Prozent auf 301,54 Dollar zurück.

Nach Jahren voller Versprechungen habe Apple-Chef endlich eine KI-Strategie vorgestellt, die das wahre Monetarisierungspotenzial von Künstlicher Intelligenz erschließen werde, hieß es in einer ersten Einschätzung der Analysten von Wedbush. Verhaltener klang indes die Einschätzung auf der Website Vital Knowledge. Für alle, die gehofft hätten, von der aktualisierten Apple Intelligence begeistert zu werden, sei die Präsentation eine Enttäuschung gewesen, hieß es von den Marktbeobachtern dort.

KI mit Datenschutz als Versprechen

Zudem betont Apple, dass der Datenschutz garantiert sei, da die Anfragen auf den Geräten bearbeitet werden und nicht für den Konzern einsehbar seien. Federighi erlaubte sich zugleich einen Seitenhieb gegen Unternehmen die in einem Wettlauf "KI im Namen von KI" verfolgten und dabei nicht die Interessen der Nutzer beachteten. Apple greift für einen Teil der neuen Funktionen unter der Haube auf die "Gemini"-KI-Modelle von Google <US02079K1079> zurück.

Zwei Jahre Verzögerung

Während Apple mit den Siri-Problemen kämpfte, überboten sich Google als Entwickler des konkurrierenden Mobil-Betriebssystems Android und der große iPhone-Rivale Samsung <KR7005930003> mit Ankündigungen immer neuer KI-Assistenzfunktionen. Gemessen daran wirkte Apple im Rückstand - den Kunden schien das jedoch egal zu sein. Die Verkäufe der Apple-Geräte stiegen weiter und das iPhone schubste nach Berechnungen von Marktforschern Samsung nach vielen Jahren vom Smartphone-Thron.

KI überall

Neben den prominent vorgestellten neuen Siri-Fähigkeiten kommt Künstliche Intelligenz wie schon seit Jahren auch in einzelnen Funktionen verschiedener Apple-Apps zum Einsatz. Die Automatisierungen in der Apple-App "Shortcuts" kann man nun per Sprachbefehl erstellen. So kann man zum Beispiel mit einem Satz eine Funktion einrichten, die der Familie automatisch die geschätzte Ankunftszeit mitteilt, wenn man sich von der Arbeit nach Hause aufmacht.

In Apples Webbrowser Safari soll KI offene Tabs nach Themen bündeln können. Bei Fotos kann man Personen innerhalb eines Bildes verschieben. Künstliche Intelligenz füllt dann entstandene Lücken oder neu benötigte Ränder aus. Google bietet eine solche Funktion bereits auf Geräten mit seinem Betriebssystem Android an.

Die Nachrichten-App wird künftig den Kontext einer Unterhaltung verstehen und selbst Vorschläge machen, welche Fotos man dazu senden könnte. Apples Home-App kann nun mit Hilfe Künstlicher Intelligenz den Inhalt von Videos eingebundener Sicherheitskameras analysieren und beschreiben.

Abschiedsrunde für Cook

Es ist die letzte WWDC für Tim Cook als Konzernchef. Im September soll der bisher für Geräte zuständige Top-Manager John Ternus die Führung übernehmen.

System-Verbesserungen

Nach Kritik, dass die halbdurchsichtigen Bedien-Elemente des aktuellen Designs "Liquid Glass" zum Teil die Lesbarkeit erschwerten, lässt Apple sie stärker anpassen. Durch ein besseres Management der Prozessor-Leistung sollen die nächsten Versionen der Apple-Betriebssysteme auch auf älteren Geräten schneller funktionieren./so/DP/men

08.06.2026 | 22:29:07 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Nasdaq erholt sich - Dow schwächelt weiter
08.06.2026 | 22:25:36 (dpa-AFX)
Aktien New York Schluss: Nasdaq erholt sich - Dow schwächelt weiter
08.06.2026 | 22:05:54 (dpa-AFX)
Bundesregierung gründet KI-Sicherheitsinstitut
08.06.2026 | 22:00:24 (dpa-AFX)
AKTIE IM FOKUS: Apple nur kurz auf Rekord - KI-Präsentation überzeugt nicht
08.06.2026 | 21:13:15 (dpa-AFX)
ROUNDUP 4: Deutsch-französisches Kampfjet-Projekt FCAS gescheitert
08.06.2026 | 20:55:15 (dpa-AFX)
Devisen: Euro stabilisiert sich nach Zweimonatstief
08.06.2026 | 18:00:59 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax verringert Verlust dank erholter US-Börsen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts spürbar erholter US-Börsen hat sich der deutsche Aktienmarkt am Montag nach anfänglich größeren Verlusten etwas stabilisiert. Die weiterhin angespannte Lage im Nahen Osten und die wieder größer werdenden Zinsängste drückten aber auf die Stimmung der Anleger. Der Dax <DE0008469008> büßte letztlich 0,58 Prozent auf 24.616,22 Punkte ein, zuvor sackte er um bis zu 1,3 Prozent ab. Damit rutschte er unter die 21-Tage-Linie, die als Indikator für den kurzfristigen Trend gilt. Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Unternehmen ging 1,05 Prozent tiefer mit 32.125,47 Zählern aus dem Handel.

Am vergangenen Freitag sorgte ein unerwartet robuster US-Arbeitsmarktbericht für einen massiven Abverkauf vor allem bei den Technologiewerten, die nun zu Wochenbeginn aber wieder spürbar zulegten. "Eine viel zu heiße Beschäftigung in den USA schürt panische Angst vor einer hartnäckigen Inflation und zerstört jegliche Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen der Fed völlig", kommentierte Marktexperte Tim Ritschar vom Broker ActivTrades. Stattdessen spekulieren die Anleger über einer Zinserhöhung der US-Notenbank, auch die Europäische Zentralbank könnte bereits am Donnerstag den Leitzins anheben.

Außerdem belastete eine erneute Eskalation im Nahost-Krieg. Der Iran und Israel überzogen sich erstmals seit Inkrafttreten einer Waffenruhe im April wieder gegenseitig mit Angriffen. "Die Börsen gehen aktuell davon aus, dass diese neue Eskalation nur kurzfristig sein wird", stellte Marktanalyst Thomas Altmann von QC Partners fest. Zur moderaten Reaktion der Anleger habe auch beigetragen, dass US-Präsident Donald Trump versuche, deeskalierend einzuwirken. Trump versicherte, dass weiter an einer baldigen Lösung des Konflikts gearbeitet werde. Sowohl der Iran als auch Israel wollen ihre Angriffe wieder einstellen.

Auf europäischer Ebene stagnierte der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> schlussendlich bei rund 6.062 Punkten. Auch der Londoner FTSE 100 <GB0001383545> bewegte sich kaum, der Züricher SMI <CH0009980894> verlor ein halbes Prozent. In New York stieg der Dow Jones Industrial <US2605661048> zum europäischen Börsenschluss um rund 0,3 Prozent. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 <US6311011026> erholte sich sogar um mehr als zwei Prozent.

Bei den Unternehmen wurden die zinssensiblen Immobilienwerte aufgrund der zunehmenden Zinsangst gemieden. So verbuchten die Aktien von Vonovia <DE000A1ML7J1>, TAG <DE0008303504>, Aroundtown <LU1673108939> und LEG <DE000LEG1110> Kursabschläge zwischen 2,4 und 6,8 Prozent.

Wegen der angespannten Lage in Nahost waren auch die Aktien aus dem Luftfahrt- und Reisesektor nicht gefragt. Die Papiere von Airbus <NL0000235190>, Tui <DE000TUAG505> und Lufthansa <DE0008232125> verzeichneten Kursverluste zwischen 1,2 und 1,9 Prozent.

Nach dem jüngsten Ausverkauf unternahmen die Aktien aus dem Halbleitersektor dagegen einen Stabilisierungsversuch. Infineon <DE0006231004> stiegen als Teil der Spitzengruppe im Dax um 1,2 Prozent, nachdem sie zuletzt unter Gewinnmitnahmen gelitten hatten und um bis zu 16 Prozent von ihrem jüngst erreichten Hoch seit dem Jahr 2000 abgesackt waren. Die Titel der Chipindustrie-Ausrüster Aixtron <DE000A0WMPJ6>, Siltronic <DE000WAF3001> und PVA Tepla <DE0007461006> gewannen zwischen 3,3 und 5 Prozent.

Die Chemiewerte litten derweil unter einer Analystenstudie. BASF <DE000BASF111>, Symrise <DE000SYM9999>, Evonik <DE000EVNK013> und Lanxess <DE0005470405> gaben zwischen 0,8 und 6,3 Prozent nach. Analystin Georgina Fraser von der US-Investmentbank Goldman Sachs hatte einige Branchenaktien abgestuft, da sie einen neuerlichen Abschwung für Europas Chemiebranche befürchtet.

Die Aktien von CTS Eventim <DE0005470306> büßten 5,3 Prozent ein. Die Investmentbank Exane BNP hatte die Titel des Ticketvermarkters und Veranstalters auf "Underperform" abgestuft. Analyst Christoph Blieffert erwartet ein sich änderndes Geschäftsumfeld am deutschen Ticketing-Markt.

Die Titel der Porsche AG <DE000PAG9113> reagierten mit einem Kursplus von 2,3 Prozent auf eine Kaufempfehlung der Schweizer Großbank UBS. Der Turnaround des Sportwagenbauers zu alter Stärke dürfte zwar noch Jahre dauern, jetzt sei allerdings der richtige Zeitpunkt zum Einstieg gekommen, schrieb Analyst Patrick Hummel.

Für die Aktien von Friedrich Vorwerk <DE000A255F11> ging es im Kleinwerte-Index SDax <DE0009653386> nach ihrem vorigen Kursrutsch um 3,4 Prozent nach oben. Analyst Leon Mühlenbruch von MWB Research gab seine Verkaufsempfehlung für den Pipeline- und Anlagenbauer auf. Die überzogenen Erwartungen seien auf ein realistischeres Niveau korrigiert worden./niw/jha/

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

08.06.2026 | 17:47:23 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt Schluss: Dax verringert Verlust dank erholter US-Börsen
08.06.2026 | 14:36:12 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt: Dax dämmt Verluste ein
08.06.2026 | 12:12:31 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt: Zinsangst und Nahost-Spannungen verunsichern Anleger
08.06.2026 | 10:04:25 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Schwacher Start - Zinsangst und Nahost
08.06.2026 | 09:14:26 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt Eröffnung: Schwacher Start - Zinsangst und Eskalation in Nahost
08.06.2026 | 08:19:34 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt Ausblick: Weiter abwärts - Zinsangst und Eskalation in Nahost

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