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News

30.08.2026 | 11:35:33 (dpa-AFX)
ROUNDUP 3: Attestpflicht ab dem ersten Tag? Bas stellt Einigung infrage

BERLIN (dpa-AFX) - Kurz nach der Kabinettsklausur in Neuhardenberg hat Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas den Koalitionsbeschluss zur Einführung einer verpflichtenden Krankschreibung ab dem ersten Tag infrage gestellt - und damit Empörung in Reihen der Union ausgelöst. "Ich bin koalitionstreu, aber wir sollten uns schon nochmal fragen, ob das sinnvoll ist", sagte die SPD-Vorsitzende der Funke Mediengruppe.

Am Dienstag und Mittwoch hatte sich das Bundeskabinett zu einer Klausur auf Schloss Neuhardenberg getroffen. Am Freitag beschlossen die Fraktionsspitzen von Union und SPD bei einer Klausurtagung in Münster ein Papier, das die Reformvorhaben, die bis Jahresende umgesetzt werden sollen, noch einmal auflistet - darunter auch die Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sprach von einem "festen Fahrplan".

Führt ausgerechnet die Attestpflicht zu längerem Ausfall?

Bas verwies noch einmal auf die Linie der SPD: "Wir wollten keine Karenztage und keine Kürzung der Lohnfortzahlung. Beides wollte die Union. Im Gegenzug haben wir zähneknirschend der Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag zugestimmt, obwohl wir sie inhaltlich für falsch halten", sagte sie den Funke-Zeitungen. "Meine Sorge ist, dass dann Menschen mit einem leichten Infekt am ersten Tag zum Arzt gehen und aus einem kurzen Ausfall am Ende eine ganze Woche Krankschreibung wird."

Mit Ausnahmeregelungen könne man die Probleme, die sie in dem Vorhaben sehe, nicht wirklich lösen. "Es soll etwa eine Ausnahme für tarifgebundene Unternehmen geben, die andere Regelungen haben. Wenn ich eine Pflicht einführe und anschließend 95 Ausnahmen reinschreibe, stellt sich die Frage, ob man das überhaupt noch braucht", sagte Bas.

Radtke kritisiert "Dauerkakophonie"

Der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, reagierte empört. Er sei auch nicht von allen Verabredungen der Koalition restlos begeistert, sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger", "aber was man gemeinsam entscheidet, sollte man auch gemeinsam vertreten". Im Fall der Krankschreibung bestehe im Gesetzgebungsverfahren zudem noch die Möglichkeit, Details zu regeln. Er sagte: "Dauerkakophonie bringt weder das Land noch die Koalition nach vorne."

Sozialpolitiker der Unionsfraktion verweist auf Gesamtpaket

Der sozialpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Marc Biadacz, verwies auf die Ergebnisse der Klausurtagungen von Kabinett und Fraktionsspitzen. "Das Gesamtpaket zur Rente steht - so sollte es nun auch verabschiedet werden", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Vergleichbares gilt für die Krankschreibung ab dem ersten Tag." Dazu habe die Koalition eine Vereinbarung getroffen, die nun flexibel und praxistauglich gestaltet werden müsse.

Die SPD-Chefin verwies im Gespräch mit der Funke Mediengruppe darauf, dass die Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag mit einer Termingarantie bei Fachärzten und der Schlaganfallvorsorge gekoppelt sei. "Das ist der Kompromiss, der ein Gesamtpaket ist." Auf den Hinweis, das Primärversorgungskonzept des Gesundheitsministers, das für die Termingarantie nötig wäre, werde aber noch dauern, antwortete die Arbeitsministerin, das liege nicht in ihrer Hand.

Übergangsfrist für Abschaffung der "Rente mit 63"

In der Debatte um die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente nach 45 Beitragsjahren zeigte sich Bas offen für eine Übergangsfrist von etwa fünf Jahren. Nötig seien "ausreichende Übergangsfristen und Vertrauensschutz, damit die Menschen ihre Lebensplanung anpassen können", sagte sie. Die Abschaffung der "Rente mit 63" ist einer der Kernpunkte der geplanten Rentenreform.

Bas: Minijobs für Studierende könnten bleiben

Auf die Frage nach einem möglichen Kompromiss zu den umstrittenen Vorschlägen für Minijobs sagte Bas: "Ich bin offen dafür, für Studierende die Minijobs zu erhalten, weil viele neben dem Studium arbeiten müssen." Wenn Minijobs grundsätzlich erhalten blieben, sollten sie rentenversicherungspflichtig werden.

Aktuell sind Minijobs bis zu einer Einkommensgrenze von 603 Euro pro Monat möglich. Beschäftigte können sich von der Rentenversicherung befreien lassen, während Arbeitgeber pauschale Steuern, Abgaben und Umlagen von etwas mehr als 30 Prozent des Arbeitsentgeltes zahlen. Die Rentenkommission der Bundesregierung hat vorgeschlagen, Minijobs künftig regulär in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen. Ziel ist es, mehr Menschen sozialversicherungspflichtig zu beschäftigen und die spätere Altersvorsorge zu verbessern.

Unionsfraktion drängt Bas zur Eile

Die Unionsfraktion forderte die Arbeitsministerin auf, nun Tempo zu machen. "Bas ist jetzt in der Verantwortung, zügig Gesetzentwürfe vorzulegen", sagte der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Stefan Nacke (CDU), dem "Tagesspiegel". "Denn es wird Zeit, das parlamentarische Verfahren zu beginnen, so dass wir uns fachlich seriös über konkrete Texte und Formulierungen beugen können."/kli/DP/zb

30.08.2026 | 11:05:31 (dpa-AFX)
ROUNDUP 3/Trump: USA sichern sich riesige Ölvorkommen in Venezuela
30.08.2026 | 11:05:30 (dpa-AFX)
ROUNDUP 3: Viele Tote bei Angriff auf Munitionslager bei Kiew
30.08.2026 | 11:05:19 (dpa-AFX)
ROUNDUP 2: Bas stellt Einigung auf Attestpflicht ab erstem Tag infrage
30.08.2026 | 11:05:03 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Erneute Gewalt in Kusra - Siedler verschanzen sich in Haus
30.08.2026 | 11:05:02 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Zahlreiche Verletzte in Kiew durch Drohnen
30.08.2026 | 10:59:00 (dpa-AFX)
Geheimdienst: Netanjahus Sohn wegen Bedrohung aus USA zurück
28.08.2026 | 18:01:21 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Fed-Chef Warsh hievt Dax auf weitere Bestmarke

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Rede von US-Notenbankchef Kevin Warsh hat den Dax <DE0008469008> am Freitag auf ein Rekordhoch getrieben. In der Spitze stieg der deutsche Leitindex bis auf 26.618,74 Punkte und überbot so seine vor zwei Wochen erreichte ehemalige Bestmarke bei 26.573,50 Zählern. Letztlich ging der Dax 0,77 Prozent höher mit 26.569,99 Punkten aus dem Handel. Damit erzielte er ein Wochenplus von mehr als anderthalb Prozent. Der MDax <DE0008467416> mit den mittelgroßen Unternehmen gewann vor dem Wochenende 0,25 Prozent auf 33.029,91 Punkte.

Fed-Chef Warsh habe auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming an Glaubwürdigkeit gewonnen, wenn es um die Bekämpfung der hohen Inflation geht, kommentierten die Experten des Analysehauses Capital Economics. Warsh signalisierte die Bereitschaft zu einer Zinserhöhung der Fed. Die Mehrheit der Anleger erwartet nun steigende Zinsen bereits im September.

"Die Anleger spielen nach wie vor nach ihren eigenen Spielregeln und rechnen derzeit Chancen gegen Risiken auf", stellte CapTrader-Marktanalyst Timo Emden fest. Warshs Fingerzeig auf die Inflationsrisiken hätten die Marktteilnehmer zwar nicht ignoriert, aber offenbar als beherrschbar eingestuft. "Das Glas auf dem Frankfurter Börsenparkett ist nach wie vor halb voll und nicht halb leer", ergänzte Emden.

Bereits zuvor hatten die Quartalszahlen großer US-Technologieunternehmen wie Nvidia <US67066G1040> und Salesforce <US79466L3024> die Märkte angetrieben. Weiter sinkende Ölpreise besserten die Stimmung am deutschen Aktienmarkt zusätzlich. "Die Gespräche zwischen Iran und Oman machen Hoffnung auf eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus", schrieb Kapitalmarktexperte Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. "Die Börsenampel bleibt auf Grün."

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> kletterte um 0,95 Prozent auf 6.485,67 Punkte nach oben. Außerhalb der Eurozone schlossen die Leitindizes in London <GB0001383545> und Zürich <CH0009980894> leicht höher. In New York bewegten sich der Dow Jones Industrial <US2605661048> und der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> zum europäischen Handelsschluss kaum.

Autowerte waren vor dem Wochenende am deutschen Aktienmarkt besonders gefragt. An der Dax-Spitze gewannen die Anteile von BMW <DE0005190003> 4,5 Prozent und profitierten von einer positiveren Haltung der Citigroup. Volkswagen <DE0007664039> und Mercedes-Benz <DE0007100000> gewannen jeweils rund drei Prozent.

Auch andere Zykliker konnten bei den Anlegern punkten. Im Dax gehörten der Chemiekonzern BASF <DE000BASF111> und der Chemikalienhändler Brenntag <DE000A1DAHH0> zu den größten Gewinnern. Im MDax spiegelte sich die Sektorenpräferenz mit kräftigen Kursgewinnen für Lanxess <DE0005470405> und Wacker Chemie <DE000WCH8881> wider.

Die Aktien von Siemens <DE0007236101> erreichten sogar ein Rekordhoch und stiegen schlussendlich um ein Prozent. Damit erholte sich der Technologiekonzern endgültig von den zwischenzeitlichen Gewinnmitnahmen nach den Quartalszahlen Anfang des Monats.

Weiter auf Rallykurs befanden sich die Aktien von Deutz <DE0006305006>, die am Freitag auf den höchsten Stand seit 1998 kletterten und letztlich um vier Prozent anzogen. Die Übernahme der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft (FFG) ist für den Kölner Motorenbauer, der sich damit stärker im Rüstungsgeschäft engagiert, derzeit der stärkste Treiber.

Die Papiere von Traton <DE000TRAT0N7> verloren dagegen 1,4 Prozent, nachdem die Schweizer Bank UBS sie nach starkem Lauf von "Buy" auf "Neutral" abgestuft hatte. Das Margenziel des Nutzfahrzeugherstellers sei zwar konservativ gesetzt und könnte noch etwas steigen, der Marktkonsens habe sich aber wohl bereits darauf eingestellt, hieß es von den Analysten.

Die Titel des Software-Unternehmens Nemetschek <DE0006452907> gaben nach dem Vortagsplus von fast 10 Prozent um 0,9 Prozent nach. Händler verwiesen auf einen schwächeren Cashflow-Ausblick des US-Wettbewerbers Autodesk <US0527691069> als kleine Belastung.

Der jüngsten Erholung des Aktienkurses von Redcare Pharmacy <NL0012044747> versetzte eine Personalie einen Dämpfer. Olaf Heinrich entschied sich nach drei Jahren an der Unternehmensspitze zum Rückzug. Als Nachfolger ist Peter Schmid von Linstow vorgesehen, der seit April 2026 bereits Mitglied im Aufsichtsrat ist. Die Redcare-Anteile büßten als Schlusslicht im Kleinwerte-Index SDax <DE0009653386> 5,9 Prozent ein./niw/he

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---

28.08.2026 | 17:45:40 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt Schluss: Fed-Chef Warsh hievt Dax auf weitere Bestmarke
28.08.2026 | 17:03:49 (dpa-AFX)
WOCHENAUSBLICK: Dax wieder auf Rekordjagd - Geldpolitik, KI und Iran im Blick
28.08.2026 | 16:50:34 (dpa-AFX)
INDEX-FLASH: Dax nach Warsh-Rede mit erneutem Rekordhoch
28.08.2026 | 14:24:28 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt: Dax-Anleger vor Warsh-Rede mit Respekt vor Rekordhoch
28.08.2026 | 11:51:32 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt: Dax läuft Rekordhoch an vor Warsh-Rede
28.08.2026 | 09:53:43 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax läuft Rekordhoch an vor Warsh-Rede

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