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News

27.06.2026 | 12:05:33 (dpa-AFX)
ROUNDUP 5: Israel und der Libanon schließen Abkommen - viele Hürden

WASHINGTON/TEL AVIV/BEIRUT (dpa-AFX) - Israel und die libanesische Regierung haben sich unter Vermittlung der USA auf einen Rückzug der israelischen Armee aus zwei Zonen im Südlibanon geeinigt. Dort soll die reguläre libanesische Armee die Kontrolle übernehmen. In einem Rahmenabkommen verpflichten sich Israel und der Libanon außerdem, ihren jahrzehntelangen Konflikt zu beenden.

Die Vereinbarung sei ein "erster Schritt" in Richtung eines dauerhaften Friedens zwischen beiden Ländern, sagte US-Außenminister Marco Rubio in Washington. Ein zwischen Israel und dem Libanon geltender Kriegszustand wurde nie offiziell beendet. Der Libanon erkennt den Staat Israel nicht an, ist aber keine Kriegspartei im aktuellen Konflikt.

Den fechten die libanesische Hisbollah-Miliz, die als deutlich mächtiger gilt als die regulären libanesischen Streitkräfte, und Israel aus. Die vom Iran unterstützte Miliz nahm an den Verhandlungen nicht teil und lehnt die Vereinbarung ab - ein Grund, warum viele Beobachter wenig Hoffnung auf eine nachhaltige Beendigung des jahrzehntelangen Konflikts haben.

Israel soll besetztes Land im Libanon an Armee übergeben

Anders als von der Führung in Teheran und der Hisbollah gefordert, muss sich Israel dem Rahmenabkommen nach nicht aus einer selbst festgelegten "Sicherheitszone" im Südlibanon zurückziehen, solange nicht staatliche Gruppen wie die Hisbollah entwaffnet worden sind.

Die Vereinbarung sieht jedoch vor, dass sich die israelische Armee schrittweise aus zwei Zonen zurückzieht und die reguläre libanesische Armee dort die Kontrolle übernimmt. Das US-Militär solle dabei prüfen, ob die Gebiete nicht weiter von der Hisbollah genutzt werden, berichtete das US-Nachrichtenportal "Axios" unter Berufung auf US-amerikanische und israelische Beamte. Ein Zeitrahmen oder konkrete Bedingungen für einen israelischen Rückzug wurden nicht festgelegt.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der die Einigung lobte, hatte die von der Armee errichtete "Sicherheitszone" im Südlibanon an der Grenze zu Israel als Barriere zwischen der Hisbollah-Miliz und den Bürgern und Gemeinden im Norden des Landes bezeichnet. Die Miliz greift Nordisrael immer wieder mit Raketen und Drohnen an.

Die Hisbollah hat kein allgemeines völkerrechtliches Recht, militärische Gewalt gegen Israel anzuwenden. Der Libanon ist verpflichtet, sein Staatsgebiet grundsätzlich nicht als Ausgangspunkt bewaffneter Angriffe auf andere Staaten nutzen zu lassen, kann dies aber nicht durchsetzen. Die Regierung hat die militärischen Aktivitäten der Hisbollah Anfang des Jahres als illegal erklärt. Zugleich versucht sie, interne Spannungen zu vermeiden.

Die libanesische Regierung stuft das von Israel kontrollierte Areal, das gut sechs Prozent des Territoriums ausmacht, als völkerrechtswidrig besetztes Staatsgebiet ein.

Viele Stolpersteine bei der Umsetzung

Der israelische Nahost-Experte Danny Citrinowicz bezeichnete auf X das Abkommen zwar als eine beeindruckende diplomatische Errungenschaft, wies aber auf ähnlichen Optimismus bei früheren Vereinbarungen wie dem Gaza-Abkommen hin. Dessen Umsetzung stagniert.

Citrinowicz bezeichnet die zentrale Annahme des Abkommens, dass die Hisbollah letztendlich entwaffnet wird, höchst fragwürdig. Weder die libanesischen Streitkräfte noch Israel dürften dieses Ziel in absehbarer Zukunft erreichen. "Infolgedessen könnte die Frage der Waffen der Hisbollah zur Rechtfertigung für eine unbefristete israelische Militärpräsenz werden, ähnlich wie ungelöste Sicherheitsbedenken andere Konflikte verlängert haben", so der Experte.

Außerdem sei es unwahrscheinlich, dass ein israelischer Ministerpräsident einem nennenswerten Rückzug aus dem Libanon zustimmen werde. Die bereits genehmigte begrenzte Truppenverlegung betreffe Gebiete, die Israel ohnehin kaum dauerhaft hätte halten können. Es gebe kaum Anzeichen dafür, dass unter den derzeitigen Bedingungen weitere Rückzüge stattfinden werden.

Andere Beobachter weisen auch auf die Rolle des Irans hin. Die iranische Regierung unterstützt die Hisbollah finanziell und auch mit Waffen. Die Hisbollah gilt als wichtiges Abschreckungswerkzeug des Irans gegen Israel und trägt damit zu ihrem Machterhalt bei. Kritiker zweifeln an der Bereitschaft des Irans zur Aufgabe der Hisbollah-Waffen.

Hisbollah lehnt Vereinbarung ab

Die Hisbollah teilte mit, sie fühle sich nicht an das Rahmenabkommen gebunden. Das Abkommen könne nur durch einen von den USA unterstützten Bürgerkrieg durchgesetzt werden, sagte Hassan Fadlallah, ein Mitglied der Hisbollah-Fraktion im libanesischen Parlament, dem libanesischen proiranischen Nachrichtenportal Al Majadin.

Fadlallah erklärte, die Hisbollah werde sich jeglichen Regierungsmaßnahmen widersetzen, die sich aus dem Abkommen ergäben, an ihren Waffen festhalten und nicht zulassen, dass die Behörden dem libanesischen Volk ihren Willen aufzwingen. Zahlreiche ihrer Anhänger gingen am Freitagabend auf die Straße, um gegen das Abkommen zu demonstrieren.

Waffenruhe zuletzt stabiler

Zwischen der Hisbollah und Israel gilt seit dem 19. Juni eine Waffenruhe. Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen wurde sie zuletzt von beiden Seiten weitgehend eingehalten.

Lage im Libanon könnte Frieden im Iran gefährden

Der Konflikt im Libanon ist für die USA besonders relevant, weil er zum Knackpunkt in den Verhandlungen mit dem Iran werden könnte. Das zwischen Washington und Teheran erzielte Rahmenabkommen sieht ein Ende der Kämpfe auch im Libanon vor. Experten kritisieren, dass die US-Regierung dem Iran ein Vetorecht über Entwicklungen im Libanon zugestanden habe.

Der Iran will die Hisbollah um jeden Preis schützen und macht deshalb den Rückzug Israels aus dem Südlibanon zur Bedingung für ein dauerhaftes Kriegsende. Zwischen den USA und dem Iran herrscht eigentlich eine Waffenruhe. Erstmals seit dem erzielten Rahmenabkommen griffen die USA in der Nacht aber wieder iranische Ziele an - als Reaktion auf eine Attacke auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus. Der Golfstaat Bahrain meldete einen iranischen Angriff mit Drohnen./da/DP/zb

27.06.2026 | 11:49:49 (dpa-AFX)
Bahrain meldet iranischen Drohnenangriff
27.06.2026 | 11:49:03 (dpa-AFX)
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26.06.2026 | 18:14:39 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax rutscht mit Tech-Schwäche deutlich ab

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax <DE0008469008> hat am Freitag eine wechselhafte Woche mit deutlichen Verlusten beendet. Dem Abwärtssog der asiatischen Märkte konnte sich der deutsche Leitindex nicht entziehen. Zudem kam auch von den uneinheitlichen US-Börsen keine Unterstützung.

Zum Handelsschluss verlor der Dax 1,29 Prozent auf 24.671,22 Punkte. Damit verpuffte nicht nur der Erholungsversuch vom Donnerstag. Der Dax rutschte zudem wieder unter die für den kurzfristigen Trend wichtige 21-Tage-Linie. Der Wochenverlust ist fast identisch mit dem Tagesminus. Für den Monat Juni steht ein Rückgang um 1,7 Prozent zu Buche und für die erste Jahreshälfte noch ein Plus von 0,7 Prozent.

Für den MDax <DE0008467416> ging es am Freitag letztlich um 1,20 Prozent auf 31.588,65 Punkte bergab. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> verabschiedete sich mit einem Tagesverlust von 0,7 Prozent. Für den Schweizer SMI <CH0009980894> ging es weniger deutlich und für den britischen FTSE 100 <GB0001383545> nur moderat bergab.

In Asien hatten die Anleger nach den gefeierten Resultaten des US-Halbleiterkonzerns Micron <US5951121038> bei Tech-Werten gleich wieder Gewinne mitgenommen - vor allem in Tokio und Seoul. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> legte zum europäischen Handelsende moderat zu, wogegen der technologielastige Nasdaq 100 <US6311011026> nachgab.

"Bei den Investoren wachsen nach den jüngsten Nachrichten die Zweifel, ob die Konsumenten die Preiserhöhungen der Technologiekonzerne noch in der Masse mittragen werden", schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. Er verwies darauf, dass Apple erstmals die gestiegenen Halbleiterpreise an seine Kunden weitergebe.

"Noch kommen die Gewinne und hohen Margen der Chipunternehmen zustande, weil Konzerne wie Apple <US0378331005> diese bezahlen." Doch wenn Kunden die höheren Preise nicht mehr akzeptierten, dann "spult sich die Kette von hinten auf", warnte Lipkow. Dies würde die hoch bewertete Halbleiterbranche empfindlich treffen.

Marktexperte Jürgen Molnar nannte zudem Berichte über eine mögliche Verschiebung des OpenAI-Börsengangs als Stimmungsbremse.

Im Chipbereich erfasste die erneute Abwärtsbewegung viele deutsche Aktien, darunter den Halbleiterhersteller Infineon <DE0006231004> mit einem Abschlag von 4,5 Prozent. Für die Branchenausrüster Suss <DE000A1K0235>, Aixtron <DE000A0WMPJ6> und PVA Tepla <DE0007461006> sowie den Waferhersteller Siltronic <DE000WAF3001> ging es am Ende um bis zu knapp sechs Prozent bergab. Die Abwärtsbewegung erfasste mit Siemens Energy <DE000ENER6Y0> und Hochtief <DE0006070006> auch KI-Profiteure aus anderen Branchen.

Am Dax-Ende büßten Zalando-Aktien <DE000ZAL1111> etwas mehr als sechs Prozent ein. Die Finanzaufsichtsbehörde Bafin leitete bei dem Modehändler eine Prüfung des Konzernabschlusses ein. Sie sieht Anhaltspunkte, dass gegen Rechnungslegungsvorschriften verstoßen wurde. Eine Stellungnahme, dass es sich "um einen rein formellen, aber materiell unwesentlichen Aspekt in den Anhangsangaben" handele, sorgte im Verlauf für etwas Entlastung.

Im Rüstungssegment erholte sich Renk <DE000RENK730> mit plus 3,2 Prozent vom jüngsten Kursrutsch, der im Zuge eines verlorenen Rheinmetall <DE0007030009>-Großauftrags weite Teile der Branche erfasst hatte. Die US-Regierung gab am Vorabend den Vertragsabschluss für einen Auftrag an Renk im Wert von 691 Millionen US-Dollar bekannt.

Einen Bogen machen die Anleger weiter um Autowerte. VW <DE0007664039> wurden zwar zeitweise von einem Medienbericht über noch weitreichendere Umstrukturierungen gestützt. Letztlich tauchten aber auch die Titel der Wolfsburger mit 3,9 Prozent ins Minus ab. Dem "Manager Magazin" zufolge könnten in den kommenden Jahren bis zu 100.000 Stellen wegfallen und vier Werke geschlossen werden.

Die am Ende unveränderten Bayer-Aktien <DE000BAY0017> verteidigten ihren Vortagskurssprung wegen eines wichtigen Erfolgs in den Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten weitgehend. Analyst James Quigley von Goldman Sachs sieht in der Entscheidung des Obersten Gerichts in den USA einen großen Schritt, um eine Dekade der Rechtsrisiken im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter zu beenden./gl/zb

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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ROUNDUP 2: Bafin prüft Zalando-Abschluss wegen möglicher Verstöße - Kursrutsch

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