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News

11.06.2026 | 13:51:11 (dpa-AFX)
BGH zu 1,35 Euro für Schufa-Auskunft: Kein Ersatzanspruch

KARLSRUHE (dpa-AFX) - Ein Gläubiger, der vor Einleitung eines Gerichtsverfahrens eine Schufa-Auskunft über den Schuldner einholt, kann die Kosten dafür nicht von diesem zurückverlangen. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) zu zwei Parallelverfahren aus Schleswig-Holstein. In den konkreten Fällen ging es um Schufa-Kosten in Höhe von 1,35 Euro und 1,61 Euro.

Die beiden beklagten Personen hatten vereinbarte Gebühren für ihre Abfallentsorgung nicht bezahlt. Die von dem Landkreis beziehungsweise dem zuständigen Abfallunternehmen beauftragten Inkassodienstleister holten daraufhin jeweils Bonitätsauskünfte über die Schuldner von der Schufa ein. Das Amtsgericht Ratzeburg gab später den Klagen der Gläubiger auf Zahlung der rückständigen Abfallgebühren statt. In Bezug auf die Erstattung der Schufa-Kosten wurden sie aber zurückgewiesen. Das Urteil hat der BGH nun bestätigt.

BGH: Schufa-Auskunft war nicht erforderlich

Der Fall zeige: Der BGH sei eben nicht nur für die großen, sondern auch für die kleinen Sachen da, sagte der Vorsitzende Richter, Rüdiger Pamp, zu Beginn der Verhandlung. Zwar liege der Streitwert weit unter dem, womit sich der BGH sonst oft beschäftige. Von den "Minibeträgen" losgelöst gehe es aber um eine wichtige Grundsatzfrage: Wenn jemand seine Rechnung nicht zahlt, der Gläubiger gegen ihn vor Gericht ziehen und davor Eindruck von seiner Bonität gewinnen will - muss der Schuldner die Kosten für die Schufa-Auskunft tragen?

Der siebte Zivilsenat beantwortete die Frage - wie schon die Vorinstanzen - mit "nein" und wies die Revisionen der Kläger zurück. Nach Auffassung der Karlsruher Richter seien Aufwendungen des Gläubigers nur dann zu ersetzen, wenn sie für die Durchsetzung seiner Rechte zum Zeitpunkt der Maßnahme "erforderlich und zweckmäßig" waren. Das sei hier nicht der Fall.

Zwar könne die Schufa-Auskunft dem Gläubiger etwas über die Erfolgschancen eines möglichen späteren Zwangsvollstreckungsverfahrens verraten. Sie sei aber nicht für die Einleitung eines Gerichtsverfahrens nötig. Vor dem Hintergrund, dass vor Gericht festgestellte Ansprüche erst nach 30 Jahren verjähren, habe eine vor dem Gerichtsverfahren eingeholte Bonitätsauskunft allenfalls eingeschränkte Aussagekraft über den möglichen Erfolg einer Zwangsvollstreckung. (Az. VII ZR 93/25 und 96/25)/jml/DP/jha

11.06.2026 | 13:37:12 (dpa-AFX)
Original-Research: MPC Münchmeyer Petersen Capital AG (von Montega AG): Kaufen
11.06.2026 | 13:32:55 (dpa-AFX)
IRW-News: North American Niobium and Critical Minerals Corp.: North American Niobium führt Flugvermessung in vier Konzessionsgebieten in Quebec durch
11.06.2026 | 13:31:19 (dpa-AFX)
Linke prüft Verfassungsklage gegen Heizgesetz
11.06.2026 | 13:31:08 (dpa-AFX)
Britischer Verteidigungsminister tritt im Etatstreit zurück
11.06.2026 | 13:25:54 (dpa-AFX)
Reiche will mit neuem Heizgesetz 'Politik des Misstrauens' beenden
11.06.2026 | 13:21:47 (dpa-AFX)
EQS-DD: Semperit AG Holding (deutsch)
11.06.2026 | 11:57:23 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt: Freundlich trotz Eskalation im Iran-Krieg

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag trotz zunehmender Spannungen in Nahost gut behauptet. Der Dax <DE0008469008> stieg gegen Mittag um 0,2 Prozent auf 24.232 Punkte. Der MDax <DE0008467416> mit den mittelgroßen Werten gewann 0,5 Prozent auf 31.451 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> ging es um 0,8 Prozent aufwärts.

Die USA und der Iran haben sich in der zweiten Nacht in Folge gegenseitig beschossen - womit sich der Konflikt trotz der seit zwei Monaten geltenden Waffenruhe gefährlich hochschaukelt. Irans Militär reagierte auf neue US-Angriffe nach eigenen Angaben mit einer kompletten Sperrung der Straße von Hormus sowie mit Gegenattacken auf Ziele in den Golfstaaten Bahrain und Kuwait.

Laut dem Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners glaubt aber kaum jemand an eine langfristige erneute Eskalation. "Alle gehen davon aus, dass sich Donald Trump während der heute beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft als Friedenspräsident inszenieren will", kommentierte der Experte am Morgen.

Wegen der Folgen des Iran-Kriegs gehen Experten fest davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins am Nachmittag um 0,25 Prozentpunkte anhebt. Auch eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr gilt bereits als weitgehend eingepreist. Der Anlegerfokus werde darauf liegen, welche Signale hinsichtlich künftiger Schritte gegeben werden, bemerkte Ökonom Arnaud Mares von der Citigroup.

Unter den Einzelwerten stehen die Aktien von SAP <DE0007164600> nach Quartalszahlen des Konkurrenten Oracle <US68389X1054> im Fokus. Mit einem Kursabschlag von 4,3 Prozent waren sie erneut schwächster Dax-Wert und weiteten ihre Verlustserie seit dem Zwischenhoch von Anfang Juni auf gut 17 Prozent aus.

Der US-Software- und Datencenter-Konzern Oracle steigerte im vierten Geschäftsquartal den Umsatz mit Cloud-Infrastruktur - das sind vor allem KI-Rechenzentren - um 93 Prozent. Experten bemängelten aber hohe Kosten für Rechenzentren und entsprechend starke Geldabflüsse. Bedeutend für Firmensoftware-Anbieter wie SAP sei, dass sich das Erlöswachstum der Amerikaner im Cloud-Softwarebereich (SaaS) verlangsamt habe, sagte ein Händler.

Der Aktienkurs des Modehändlers Hugo Boss <DE000A1PHFF7> verteuerte sich an der MDax-Spitze um 8,9 Prozent auf 39,70 Euro und liegt damit über der Offerte des Großaktionärs Frasers Group <GB00B1QH8P22>. Frasers bietet im Rahmen eines Übernahmeangebots 38 Euro je Boss-Aktie. Zuletzt kamen die Briten auf einen direkten Anteil von gut 26 Prozent. Analysten bezeichneten das Gebot in ersten Reaktionen als nicht besonders attraktiv.

Die Papiere von Kontron <AT0000A0E9W5> sprangen aufgrund von Übernahmeaussichten um 5,4 Prozent auf 23,60 Euro hoch. Der Großaktionär Ennoconn hat bei dem Hightech-Unternehmen die 30-Prozent-Schwelle überschritten und will den restlichen Aktionären nun ein Pflichtangebot zur Übernahme machen. Der Angebotspreis soll bei 23,50 Euro je Aktie liegen.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs stufte die Aktien der Porsche AG <DE000PAG9113> von "Neutral" auf "Buy" hoch und erhöhte das Kursziel von 39 auf 59 Euro. Struktureller Gegenwind für den Sportwagenbauer bleibe zwar die Realität, sei aber in den massiv gesunkenen Erwartungen inzwischen angekommen, schrieb Analyst Christian Frenes. Bis 2030 rechnet er mit einem durchschnittlichen jährlichen Gewinnanstieg von 30 Prozent. Die Aktien der Porsche AG stiegen um 2,7 Prozent.

Die Anteilsscheine von Renk <DE000RENK730> und Patrizia <DE000PAT1AG3> bewegen sich klar im Minus, weil sie mit einem Dividendenabschlag gehandelt werden./edh/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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