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News

08.09.2026 | 19:51:35 (dpa-AFX)
ROUNDUP 5: London sanktioniert Siedlungen im Westjordanland

(neu: israelischer UN-Botschafter)

LONDON (dpa-AFX) - Großbritannien verbietet die Einfuhr von Waren aus illegalen israelischen Siedlungen im Westjordanland. Das sei Teil einer größeren Neuausrichtung der Beziehungen zu Israel, sagte Außenminister Ed Miliband in London. Israel reagierte mit Gegenmaßnahmen und will etwa das britische Konsulat in Jerusalem schließen. Das im arabisch geprägten Ostteil der Stadt gelegene Konsulat ist die Vertretung Großbritanniens für die Palästinensergebiete.

Großbritannien betrachtet laut Miliband künftig nicht nur israelische Siedlungen, sondern die gesamte israelische Besatzung des Westjordanlands offiziell als illegal. Zudem wird demnach auch jeder, der den Bau neuer illegaler Siedlungen unterstütze oder finanziere, mit Sanktionen belegt.

Frankreich, Kanada und Dänemark sowie weitere Länder schlossen sich in einer gemeinsamen Erklärung der britischen Position an und kündigten ebenfalls Importverbote und Sanktionen an. Deutschland gehört nicht dazu.

Heftige Kritik und Gegenmaßnahmen aus Israel

Israel kündigte am Abend neben der Schließung des britischen Konsulats in Jerusalem auch an, dass mehrere britische Politiker und Aktivisten nicht mehr ins Land einreisen dürfen, darunter der britische Ex-Labour-Chef Jeremy Corbyn. Israel wirft ihnen vor, an antisemitischen und antiisraelischen Aktivitäten beteiligt zu sein beziehungsweise das Existenzrecht Israels zu leugnen.

Weiterhin sollen laut Saar britische Vertreter das sogenannte "International Gaza Support Center" in Israel verlassen, das die Einhaltung der Waffenruhe kontrolliert und sich mit humanitärer und logistischer Hilfe für den Gazastreifen befasst. Großbritannien werde zudem nicht länger an der Ausbildung von palästinensischen Sicherheitskräften im Westjordanland beteiligt sein, sagte der israelische Außenminister weiter.

Miliband: Zweistaatenlösung am Leben erhalten

Miliband, der selbst aus einer jüdischen Familie stammt, betonte ausdrücklich das Existenzrecht Israels, das nicht in Frage gestellt werden dürfe. Es gehe jedoch darum, die Möglichkeit zu einer Zweistaatenlösung am Leben zu erhalten. Diese werde unverhohlen untergraben von Teilen der israelischen Regierung. Im Westjordanland komme es teils zudem zu "ethnischen Säuberungen" durch militante Siedler, die von der Regierung geduldet und in Teilen sogar befürwortet werden, sagte Miliband.

Lob für die Maßnahmen Großbritanniens gab es von der Palästinensischen Autonomiebehörde, die Teile des Westjordanlands verwaltet.

Am Abend veröffentlichten der britische Premier Andy Burnham, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der kanadische Premier Mark Carney zudem eine gemeinsame Stellungnahme zur Unterstützung einer Zweistaatenlösung.

Kritik auch aus den USA

Bereits vor Milibands Rede hatte es Kritik aus Israel und vom US-Botschafter in Israel an dem Vorstoß zur Neuausrichtung der britischen Israel-Politik gegeben. Israels Präsident Izchak Herzog kritisierte den Schritt als "schwere Fehleinschätzung", gleichzeitig warf er Großbritannien Einmischung in die anstehenden Wahlen in Israel vor. Dem Vorwurf schloss sich auch der israelische UN-Botschafter in New York, Danny Danon, an. "Sie werden das Gegenteil bewirken, denn meiner Meinung nach unterstützen sie die israelische Regierung mit ihrem heutigen Handeln nur", sagte Danon.

Der US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, warf der britischen Regierung in der BBC "Diskriminierung des jüdischen Volkes" vor. Großbritanniens Premier hatte US-Präsident Donald Trump Berichten zufolge bereits vorab von den Plänen unterrichtet.

Westjordanland könnte zweigeteilt werden

Die Sanktionen kommen zu einem Zeitpunkt, da die Gewalt radikaler Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland zunimmt und israelische Sicherheitskräfte dagegen kaum einschreiten. Zugleich werden die israelischen Siedlungen in dem 1967 eroberten Gebiet von der rechtsreligiösen Regierung massiv ausgebaut.

Besonders umstritten ist ein Siedlungsvorhaben, das Israel aktuell im sogenannten E1-Gebiet zwischen Ost-Jerusalem und der Siedlung Maale Adumim vorantreibt. Eine Bebauung könnte das Westjordanland faktisch in einen nördlichen und einen südlichen Teil trennen und damit die Schaffung eines zusammenhängenden palästinensischen Staates unmöglich machen. Die Pläne stoßen deshalb international auf scharfe Kritik.

Das Jerusalemer Bezirksgericht wies unterdessen mehrere Petitionen zurück, mit denen eine einstweilige Verfügung gegen die Bauprojekte in E1 und die weitere Umsetzung der Pläne beantragt worden war.

In der EU wird seit Monaten über Vorgehen gestritten

Mehrere europäische Staaten haben bereits Sanktionen gegen Waren aus Siedlungen im Westjordanland beschlossen, darunter Irland und Spanien. In Brüssel wird seit Monaten über den Umgang mit der israelischen Siedlungspolitik gestritten. Die Mitgliedstaaten sind sich einig, dass sie völkerrechtswidrig ist, können sich bislang aber nicht auf weitreichende Sanktionen einigen.

Bundesaußenminister Johann Wadephul hatte die Pläne für das E1-Gebiet scharf kritisiert. "Die Bundesregierung lehnt diesen völkerrechtswidrigen Schritt und jede Annexionspläne ab", sagte er. Bei der Frage nach Sanktionen trat Berlin bislang jedoch auf die Bremse.

In Großbritannien war der Schritt bereits seit Längerem erwartet worden. Der neue Premier Burnham dürfte damit versuchen, den linken Flügel seiner sozialdemokratischen Labour-Partei zu beschwichtigen. Der Kurs seines Vorgängers Keir Starmer hatte viele Labour-Mitglieder verärgert.

Zweistaatenlösung gilt international als einziger Weg zum Frieden

Israel eroberte während des Sechstagekrieges 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern mehr als 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat. Israels führende Politiker lehnen die sogenannte Zweistaatenlösung als existenzielle Bedrohung für ihr Land ab. Auch die Spaltung zwischen den palästinensischen Organisationen Fatah und Hamas gilt seit 2007 als ein wesentliches Hindernis für die Verwirklichung eines palästinensischen Staates./cmy/DP/nas

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ROUNDUP 4: London sanktioniert Siedlungen im Westjordanland
08.09.2026 | 18:07:21 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax tritt auf der Stelle - Ölpreise legen zu

FRANKFURT (dpa-AFX) - Weiter steigende Ölpreise haben am Dienstag am deutschen Aktienmarkt auf die Stimmung gedrückt. Der Leitindex Dax <DE0008469008> verharrte größtenteils in der Verlustzone und trat letztlich bei 26.007,63 Punkten nahezu auf der Stelle. Händler berichteten von einem schleppenden Börsengeschehen bei geringen Handelsumsätzen.

Ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent hat sich der runden Marke von 100 US-Dollar angenähert. Auch der Preis für die US-Ölsorte WTI und der europäische Gaspreis legten zu. Händler begründeten den weiteren Anstieg unter anderem mit Angriffen der jemenitischen Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien. Das größte Ölförderland in der Golfregion stoppte daraufhin die Produktion in einigen Anlagen nahe der Grenze zum Jemen.

Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten halte die Inflationssorgen am Leben, schrieb Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets. Das dürfte dafür sorgen, dass höhere Zinsen für längere Zeit eingepreist werden. "Der Ölpreis bleibt damit das Fieberthermometer der Aktienmärkte", so der Marktexperte.

Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen Unternehmen legte um 0,43 Prozent auf 32.544,30 Punkte zu. Hier halfen die Kursgewinne von Indexschwergewichten wie Porsche AG <DE000PAG9113> oder DWS <DE000DWS1007>.

Bei den Einzelwerten sorgten Kommentare von Analysten für Bewegung: Fresenius-Aktien <DE000FRE5EN2> setzten sich mit einem Kursplus von 3,2 Prozent an die Spitze des Dax. Die Großbank UBS hatte die Aktien des Medizin- und Krankenhauskonzerns weiterhin zum Kauf empfohlen. Analyst Graham Doyle hält die Sorgen um das US-Geschäft mit dem wichtigen Biosimilar Tyenne für völlig überzogen.

Papiere von Infineon <DE0006231004> büßten nach einer Abstufung durch die US-Bank Morgan Stanley fast vier Prozent ein. Damit rutschen sie ans Dax-Ende. Bei dem Chip-Hersteller sehen die Experten zunächst kaum noch Auftrieb für die Markterwartungen, auch wenn die strukturelle Chance durch Chips für KI-Rechenzentren grundsätzlich reizvoll bleibe.

Eine Kaufempfehlung der US-Bank Citigroup für die Aktien von Kion <DE000KGX8881> verhalf diesen zu einem Plus von 6,8 Prozent. Kion war damit größter Gewinner im MDax. Analyst Martin Wilkie ist bei dem Gabelstaplerhersteller optimistisch hinsichtlich Künstlicher Intelligenz in der Lagerautomatisierung.

Anteile der DWS <DE000DWS1007> gewannen 2,8 Prozent, angetrieben von einem Kaufvotum der US-Bank Jefferies. Die deutsche Altersvorsorge-Reform bringe dem Fondsanbieter zusätzliches mittelfristiges Chancenpotenzial, schrieb Laura Gris Trillo. Neben der Rentenreform vergrößerten auch ETF-Sparpläne und das 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturprogramm den inländischen Gebührenpool. Derweil tritt die Fondstochter der Deutschen Bank <DE0005140008> künftig weltweit unter der neuen Dachmarke "Deutsche Asset Management" auf. Vorstandschef Stefan Hoops begründete den Schritt mit den internationalen Ambitionen des Unternehmens.

Unter den kleineren Titeln im SDax <DE0009653386> fielen Hornbach Holding <DE0006083405> mit einem Kurssprung von 6,5 Prozent auf. Der Baumarktkonzern hatte im zweiten Geschäftsquartal eine robuste Nachfrage verzeichnet.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> schloss 0,14 Prozent höher bei 6.413,17 Punkten. Außerhalb der Eurozone ging es an der Züricher Börse <CH0009980894> um 1,6 Prozent abwärts; dort belastete ein erneuter Kursrutsch bei den Aktien des Schwergewichtes Novartis <CH0012005267> aus der Pharmabranche. Der Londoner FTSE 100 <GB0001383545> gab leicht nach. In New York fiel der Dow Jones Industrial <US2605661048> nach dem Feiertag am Montag um gut ein Prozent./la/nas

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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08.09.2026 | 09:36:26 (dpa-AFX)
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Aktien Frankfurt Ausblick: Dax gibt nach - Abstufung belastet Infineon

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