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News

01.06.2026 | 21:23:31 (dpa-AFX)
ROUNDUP/EU einig: Weg für Abschiebezentren in Drittstaaten frei

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Die Europäische Union macht den Weg für Rückkehrzentren in Drittstaaten und die Verschärfung weiterer Asylregeln frei, um mehr Abschiebungen zu ermöglichen. Das sieht eine Einigung vor, die Vertreter des Europaparlaments und der Regierungen der Mitgliedsländer nach Angaben der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft am Abend erzielten.

Das Parlament und die EU-Staaten müssen dem Kompromiss nun noch final zustimmen, damit die neuen Abschieberegeln in Kraft treten können. Dies ist in der Regel eine Formalie.

In die speziellen Rückkehrzentren ("Return Hubs") außerhalb der Europäischen Union sollen abgelehnte Asylbewerber kommen, die nicht in ihre Herkunftsländer zurückgebracht werden können - etwa, weil das Heimatland sich weigert sie zurückzunehmen oder die Bundesregierung keine diplomatischen Beziehungen zu dem betroffenen Staat pflegt.

Wo solche Zentren außerhalb der EU errichtet werden könnten, ist noch unklar. Ziel ist es, mehr Abschiebungen zu ermöglichen und damit den Anteil ausreisepflichtiger Migranten in der EU zu verringern. Unbegleitete Minderjährige sollen den neuen Regelungen nach nicht abgeschoben werden. Für Familien mit Kindern wird es die Möglichkeit dagegen schon geben.

Deutschland und andere EU-Länder suchen nach Partnerstaaten

Voraussetzung für die Abschiebungen soll den Plänen zufolge ein entsprechendes Abkommen mit einem Drittstaat sein. Dieser würde die Flüchtlinge dann beherbergen und dafür im Gegenzug wahrscheinlich Geld oder Vorzüge bei der Vergabe von Visa bekommen.

Deutschland bemüht sich aktuell gemeinsam mit einigen anderen EU-Staaten um Vereinbarungen mit Ländern, die bereit wären, auf ihrem Staatsgebiet solche Rückkehrzentren einzurichten. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte sich wiederholt für das Vorhaben der sogenannten Return Hubs ausgesprochen.

Italiens Albanien-Modell landete vor Europäischem Gerichtshof

Bislang gab es keinen EU-Rahmen für solche Drittstaaten-Lösungen. Italien hatte mit Albanien ein Abkommen geschlossen, um sowohl die Abschiebehaft als auch Asylverfahren dorthin auszulagern. Das Modell landete wegen Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) - ein finales Urteil steht hier noch aus.

Krachend gescheitert ist dagegen bereits der Versuch Großbritanniens, Asylverfahren in Drittstaaten mit dem sogenannten Ruanda-Modell auszulagern. Das Land wollte Asylbewerber nach Ruanda bringen, die dann auch dort bleiben sollten, wenn ihnen nach der Prüfung ein Schutzstatus gewährt wird. Trotz Kosten von etwa 830 Millionen Euro konnte der Plan wegen Gerichtsentscheiden nie wirklich umgesetzt werden.

Für die Auslagerung des gesamten Asylverfahrens wie beim Ruanda-Modell - also nicht nur die Abschiebung in einen Drittstaat - ist in der EU bereits Ende vergangenen Jahres eine Rechtsgrundlage beschlossen worden.

Europaweite Streichung von Unterhaltsleistungen möglich

Die Einigung legt zudem etwa fest, wie abgelehnte Asylbewerber bei ihrer eigenen Abschiebung mitwirken müssen, wenn sie nicht verhaftet werden wollen. Ihnen droht zudem europaweit die Kürzung oder Streichung von Unterhaltsleistungen oder die Beschlagnahme von Reisedokumenten.

Außerdem ist Abschiebehaft möglich, wenn die zuständigen Beamten in den Mitgliedsländern eine Fluchtgefahr ausmachen oder ein Risiko für die nationale Sicherheit besteht. Die zulässige Haftdauer wird mit den neuen Regeln verlängert, laut Verhandlungskreisen auf maximal 24 Monate mit einer möglichen Verlängerung um sechs weitere Monate in besonderen Fällen.

Zuletzt mehr Abschiebungen und weniger Asylanträge

Die Zahl der Abschiebungen war in der EU im vergangenen Jahr gestiegen. 2025 wurden laut Europäischer Kommission etwa 28 Prozent der ausreisepflichtigen Migranten in der EU zurückgeführt. Gleichzeitig sank die Zahl der Asylanträge in der EU zuletzt kontinuierlich.

In Deutschland lag sie im Mai laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) sogar so niedrig wie seit 2020 nicht mehr, als aufgrund der Beschränkungen während der Corona-Pandemie kaum Menschen nach Deutschland einreisen konnten. Auch bei den irregulären Grenzübertritten in die Europäische Union war laut EU-Grenzschutzbehörde Frontex zuletzt ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.

WhatsApp-Gruppe von EVP und Rechten sorgte für Kritik

Der Einigung über die neuen Asylregeln war ein gemeinsamer Beschluss von der Europäischen Volkspartei (EVP) unter Führung von Manfred Weber (CSU) und dem rechten Flügel im EU-Parlament vorausgegangen. Recherchen der Deutschen Presse-Agentur hatten offengelegt, dass die EVP bei dem Thema enger mit den Rechten kooperiert hatte als zuvor bekannt gewesen war.

Demnach fanden Absprachen von Mitarbeitenden in einer WhatsApp-Chatgruppe sowie ein persönliches Treffen von Abgeordneten statt. Unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz hatte dies deutlich kritisiert. "Wir arbeiten nicht zusammen mit den Rechtsradikalen im Europäischen Parlament", erklärte der CDU-Chef.

EVP-Chef Weber hatte die anschließende Abstimmung im Parlament zum umstrittenen Migrationsgesetz dennoch verteidigt. Er sagte, dass damit deutlich gezeigt werde, dass europäische Lösungen zur Bekämpfung der illegalen Migration möglich seien.

Bis auf die Frage, wann bestimmte Regeln der neuen Verordnung in Kraft treten sollen, hatten das EU-Parlament und die Mitgliedsländer über die inhaltlichen Details bereits vor einigen Tagen eine Einigung erzielt. Verhandlungskreisen zufolge wollten Länder für die Umsetzung einiger Regelungen mehr Zeit, um die nationale Rechtslage anzupassen./tre/DP/he

01.06.2026 | 21:21:05 (dpa-AFX)
EU einig: Weg für Abschiebezentren in Drittstaaten frei
01.06.2026 | 21:20:09 (dpa-AFX)
EQS-News: Eurobattery Minerals: Loft Capital übt Wandlungsrechte aus - Wandlungsschwellendatum erreicht und insgesamt 23.798.419 neue Aktien zur Eintragung angemeldet (deutsch)
01.06.2026 | 21:06:18 (dpa-AFX)
Devisen: Euro verringert Minus - Lage im Nahen Osten sorgt für Schwankungen
01.06.2026 | 20:43:17 (dpa-AFX)
Drohnen-Vorfälle: Ukrainische Experten sollen Lettland helfen
01.06.2026 | 20:34:44 (dpa-AFX)
Trump: Gespräche mit Iran gehen weiter
01.06.2026 | 20:17:41 (dpa-AFX)
Trump: Keine weiteren Angriffe zwischen Israel und Hisbollah
01.06.2026 | 18:13:53 (dpa-AFX)
ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Verluste zu Monatsbeginn - Iran-Sorgen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts der sich wieder verschärfenden Lage im Nahen Osten ist der deutsche Aktienmarkt am Montag mit Verlusten in den Börsenmonat Juni gestartet. In einem iranischen Medienbericht hieß es, der Iran werde die indirekten Verhandlungen mit den USA wegen der israelischen Angriffe im Libanon abbrechen. In Reaktion darauf bauten die Ölpreise ihre Tagesgewinne aus, was erneut Inflationssorgen weckte und die Renditen am Anleihenmarkt in die Höhe trieb.

Der Leitindex Dax <DE0008469008> büßte 0,40 Prozent auf 25.003,04 Punkte ein und verteidigte so knapp die Marke von 25.000 Zählern. Deutliche Kursgewinne des Schwergewichts SAP <DE0007164600> hielten die Verluste in Grenzen. Der MDax <DE0008467416> mit den mittelgroßen Börsenunternehmen sank um 1,36 Prozent auf 32.899,55 Zähler.

Zudem hatten die iranischen Revolutionsgarden einen Vergeltungsschlag nach einem US-Luftangriff gemeldet. Zuvor hatte der Golfstaat Kuwait wegen Luftangriffen Alarm ausgelöst. Das US-Militär hatte am Wochenende eigenen Angaben zufolge Radar- und Drohnenkontrollzentren im Iran bombardiert, nachdem Teheran zuvor eine amerikanische Drohne abgeschossen haben soll. Seit Tagen ringen die USA und der Iran um ein Rahmenabkommen zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe.

"Die Sorgen einer Fortsetzung des Iran-Kriegs bleiben in den Köpfen der Anleger präsent", schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets. Es sei vollkommen unklar, ob es nach dem Zwischenschritt in Form einer Waffenruhe von 60 Tagen tatsächlich zu einem nachhaltigen Frieden im Nahen Osten kommen kann und wird. Die Unsicherheit spiegeln Lipkow zufolge die Energiepreise wider, die sich von ihren hohen Niveaus nicht wirklich lösen können. Die Gefahr einer nachhaltigen Teuerungsrate in den Finanzmärkten bleibe latent vorhanden.

Die Aktien von Softwareunternehmen zählten am Montag zu den größten Gewinnern. In einem von den jüngsten Rekorden an der US-Technologiebörse Nasdaq gestützten Umfeld setzten hierzulande SAP, Nemetschek <DE0006452907> und Teamviewer <DE000A2YN900> ihre Erholung beschleunigt fort. Weiterhin herrscht am Markt die Hoffnung vor, dass der anhaltende Boom von Künstlicher Intelligenz nicht vornehmlich die Geschäftsmodelle der Softwarehersteller bedroht, sondern auch Chancen bietet. Die Anteilsscheine von SAP zogen an der Dax-Spitze um gut acht Prozent an und erreichten das höchste Niveau seit Mitte März.

Die Papiere von Mercedes-Benz <DE0007100000> büßten in dem trüben Umfeld anfängliche Gewinne ein und fielen am Ende um 1,4 Prozent. Am Markt wurde ein Gesetzesvorhaben in den USA diskutiert, das in einem Verkaufsverbot auf dem wichtigen Markt münden könnte. Ein Gesetzentwurf, der einen Ausschuss im US-Repräsentantenhaus passiert hat, sieht das Verbot von Produktion und Verkauf von Fahrzeugen in den USA vor, deren Hersteller zu mindestens 15 Prozent "US-Gegnerstaaten" gehören, darunter auch China. Fast 20 Prozent der Mercedes-Anteile sind dem chinesischen, staatlich kontrollierten Autokonzern BAIC und dem Eigentümer des Geely-Autokonzerns <KYG3777B1032> zuzurechnen.

Das Rüstungselektronik-Unternehmen Hensoldt <DE000HAG0005> geht dank höherer Kundenanzahlungen in diesem Jahr von einem besseren Zustrom freier Finanzmittel aus. Die Hensoldt-Titel gehörten dennoch mit minus 5,8 Prozent zu den schwächsten Aktien am hiesigen Markt. Auch andere Rüstungswerte wie Renk <DE000RENK730> und Rheinmetall <DE0007030009> verbuchten deutliche Verluste.

Auf europäischer Bühne kam der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> auf ein Minus von 0,26 Prozent auf 6.034,95 Punkte. Der Londoner FTSE 100 <GB0001383545> und insbesondere der Zürich SMI <CH0009980894> gerieten stärker unter Druck. In New York gab der Dow Jones Industrial <US2605661048> zum europäischen Börsenschluss leicht nach./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

01.06.2026 | 17:48:23 (dpa-AFX)
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01.06.2026 | 12:15:50 (dpa-AFX)
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01.06.2026 | 10:01:57 (dpa-AFX)
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01.06.2026 | 09:23:51 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax startet stabil in den Juni

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