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News

19.06.2026 | 13:56:27 (dpa-AFX)
ROUNDUP: Starmer oder Burnham? Britischer Premier kämpft weiter

LONDON (dpa-AFX) - Sein größter Rivale marschiert entschlossen Richtung Downing Street - und dennoch denkt der unter Druck geratene britische Premierminister Keir Starmer derzeit nicht daran, sein Amt niederzulegen.

Sollte es zu einer Wahl um den Labour-Parteivorsitz kommen, werde er sich dieser stellen und sich nicht einfach zurückziehen, sagte der Regierungschef wenige Stunden nach dem Wahlerfolg seines innerparteilichen Rivalen Andy Burnham im Kreis Makerfield. Es sei nun wichtig, dass Labour "an einem Strang ziehe", betonte er stattdessen.

Burnham, der Ex-Bürgermeister von Manchester, kann Starmer durch sein neu gewonnenes Mandat im Unterhaus nun in eine Führungswahl zwingen - und das ist nur noch eine Frage der Zeit. Es sei denn, Starmer tritt doch noch ab. Denn der Druck auf ihn ist so groß wie nie zuvor.

Verschließt Starmer Augen und Ohren?

Auf die Entschlossenheit Starmers folgte einerseits irritiertes Kopfschütteln, andererseits gibt es Verbündete, die ihm weiter den Rücken stärken, darunter etwa der Wohnungsbauminister Steve Reed. Die Frage ist, wie lange er noch auf diese Unterstützung setzen kann. Beobachtern zufolge könnte es auch zu Rücktritten in seinem Kabinett und damit einem internen Sturzversuch kommen. Viele Abgeordnete sind Beobachtern zufolge bereits mehr als verärgert.

Dazu kommt, dass wohl kaum einer überzeugt ist, dass der unbeliebte Starmer eine Chance gegen Burnham hat. Davon will der Regierungschef allerdings nichts wissen. Burnham sei eine "enorme Bereicherung", doch er selbst habe vor zwei Jahren Veränderung versprochen. "Es gibt noch viel zu tun, und darauf konzentriere ich mich. Dafür wurde ich gewählt: um meinem Land zu dienen." Eine Führungswahl würde die Partei ohnehin nur in ein Chaos stürzen, warnte er.

Der "König des Nordens" als Hoffnungsträger

Der 56-jährige "König des Nordens", wie Burnham oft genannt wird, gilt als Liebling des moderat-linken Parteiflügels. Immer wieder gaben Minister und Abgeordnete zu verstehen, dass eigentlich nur er die Partei retten und gegen die Rechtspopulisten von Reform UK ankommen kann.

Am Mittag ließ sich Burnham in der größten Stadt des Wahlbezirks, Ashton-in-Makerfield, feiern und erklärte erneut, dass es in vielen Bereichen Veränderungen brauche, etwa bei den hohen Lebenshaltungskosten oder im Bereich Migration. Burnham hatte bei der Stimmenauszählung in der Nacht rechte Konkurrenten hinter sich gelassen und damit wieder einen Sitz im Parlament errungen. Würde er Starmer als Parteichef ablösen, wird er nach den Regeln der ungeschriebenen britischen Verfassung auch das Amt des Premierministers übernehmen.

Als Bürgermeister von Manchester hat sich Burnham den Ruf eines Machers erworben. Vor knapp zehn Jahren kehrte er Westminster nach einem gescheiterten Versuch, an die Parteispitze zu gelangen, den Rücken zu - nun scheint seine Zeit gekommen. "Jeder spürt, dass das Land nicht dort ist, wo es sein sollte", sagte Burnham am frühen Morgen. Er werde alles dafür geben, "dass der Name Makerfield für immer ein Synonym dafür ist, den Wandel herbeizuführen, den dieses Land braucht".

Kann der "König des Nordens" die Labour-Regierung retten?

Sollte Burnham tatsächlich britischer Premierminister werden, dürfte sich schon bald zeigen, ob er die kriselnde Partei wirklich retten kann. Das ist eine Mammutaufgabe.

Labour steckt seit Monaten in einer historischen Krise. Bei den Kommunal- und Regionalwahlen in England, Schottland und Wales fuhr die Partei zuletzt zugunsten von Reform UK eine krachende Niederlage ein.

Der renommierte britische Wahlforscher John Curtice rechnet nicht damit, dass Burnhams lokaler Erfolg unmittelbar zu einem landesweiten Anstieg der Labour-Popularität führen wird. Auch wenn er in Manchester beliebt sei, müsse man abwarten, inwieweit sich dies auf das Land ausdehnen lasse, sagte der Experte der BBC. Das müsse Burnham erst noch beweisen. Er "glaube nicht, dass wir davon ausgehen sollten, dass es zu einer plötzlichen, dramatischen Veränderung" der Lage von Labour kommen werde.

Wie Burnham zum Premier werden kann

Um Starmer um den Parteivorsitz herausfordern zu können, benötigen Burnham und weitere mögliche Kandidatinnen und Kandidaten die Unterstützung von jeweils 20 Prozent der Labour-Abgeordneten, derzeit sind das 81. Dann würde eine Urabstimmung unter den Mitgliedern und weiteren Wahlberechtigten folgen. Als aktueller Vorsitzender stünde Starmer automatisch zur Wahl.

Als weiterer potenzieller Bewerber gilt der als Gesundheitsminister zurückgetretene Wes Streeting. Burnham und Streeting hoffen britischen Medien zufolge, dass Starmer das Wochenende nutzt, um sich einzugestehen, dass seine Zeit in der Downing Street ein Ende finden muss. Gemunkelt wird, dass auch Streeting in den kommenden Tagen eine Führungswahl anzetteln könnte.

Eine solche Wahl wäre allerdings nicht innerhalb weniger Tage erledigt, sondern würde einem festen Prozess folgen, der sich über Wochen oder Monate ziehen könnte. Das gilt allerdings nur, solange es neben Burnham auch tatsächlich Mitbewerber um den Parteivorsitz gibt. Sonst könnte er ohne langes Prozedere zum Parteichef und anschließend zum Premier gekürt werden. Da er haushoher Favorit ist, gilt diese Variante als nicht unwahrscheinlich. Potenzielle Konkurrenten wie Streeting ließen sich wohl mit dem Versprechen auf einen Kabinettsposten von einer Kandidatur abbringen, mutmaßen Beobachter./pba/DP/jha

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19.06.2026 | 12:23:17 (dpa-AFX)
Aktien Frankfurt: Moderate Gewinne am großen Verfalltag

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag von seiner freundlichen Seite gezeigt. Allerdings könnten wegen des sogenannten großen Verfalltags die Kurs-Schwankungen im Handelsverlauf noch zunehmen. An diesem Freitag laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes aus.

Der Dax <DE0008469008> festigte gegen Mittag die 25.000-Punkte-Marke und notierte zuletzt 0,4 Prozent höher bei 25.129 Punkten. Tags zuvor hatte der Leitindex erstmals seit Anfang Juni wieder über der Tausendermarke geschlossen. Damit deutet sich für den Dax ein Wochengewinn von rund zwei Prozent an. Der MDax <DE0008467416> der mittelgroßen deutschen Werte stagnierte am Freitag bei 32.665 Zählern.

Kein großes Hindernis war die Absage der Friedensgespräche in der Schweiz zwischen den USA und dem Iran. Medienberichten zufolge hat der Iran die Gespräche verschoben, weil Israel erneut den Libanon angegriffen habe. Die israelische Armee attackierte nach eigenen Angaben Stellungen der schiitischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon aus der Luft. Zuvor habe die Hisbollah Raketen auf israelische Soldaten abgefeuert, schrieb die Armee auf X.

Im Autosektor zeigten sich die Papiere von BMW <DE0005190003> und Mercedes-Benz <DE0007100000> mit bis zu 2,1 Prozent Plus erholt davon, dass zwei Tage lang eine Gewinnwarnung von BMW den Sektor belastet hatte. Ein Bericht im "Handelsblatt", wonach die EU Zölle auf chinesische Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge vorbereitet, wirkt laut dem UBS-Experten Patrick Hummel positiv. Die Titel von Volkswagen <DE0007664039> müssen wegen gesondert betrachtet werden, weil sie am Freitag mit einem Dividendenabschlag gehandelt werden.

Infineon <DE0006231004> nähert sich mit einem Anstieg von 1,1 Prozent wieder dem Anfang Juni erreichten Hoch seit dem Jahr 2000. Die Titel folgten damit der Stärke der New Yorker Nasdaq-Börse. Auch Aktien aus dem Chip-Ausrüsterbereich wie Aixtron <DE000A0WMPJ6> legten weiter zu, obwohl eine Warnung der US-Regierung an den Anlagenbauer ASML <NL0010273215> ausgesprochen wurde, wonach eines seiner Lithografie-Systeme entgegen den US-Sanktionen in China im Einsatz sein könnte.

Positiv fielen im Chip-Ausrüsterbereich Suss Microtec <DE000A1K0235> auf, die um 10 Prozent auf ein erneutes Rekordhoch sprangen. Die Privatbank Berenberg suggeriert noch Potenzial mit einem Kursziel, das auf 125 Euro erhöht wurde. Der Markt habe die weiter anziehende Dynamik des Anlagenbauers in der Chipbranche noch nicht gänzlich honoriert, schrieb die Expertin Amelie Dueckelmann-Dublany.

Die Aktien von Lanxess <DE0005470405> erholten sich um 8 Prozent auf das höchste Niveau seit rund vier Wochen. Auch andere Chemiewerte <EU0009658608> wie Evonik <DE000EVNK013>, Wacker Chemie <DE000WCH8881> oder auch BASF <DE000BASF111> stiegen wieder. Seit Mitte März hatte die Branche von einer Sonderkonjunktur durch den Iran-Krieg profitiert. Zuletzt geriet die Erholung aber durch die Entspannung ins Wanken./edh/tih/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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