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Nachrichten und Analysen für

09.07.2026 | 15:17:15 (dpa-AFX)
OTS: Westfalen AG & Co. KG / Westfalen verlagert Wachstum nach Europa (FOTO)

Westfalen verlagert Wachstum nach Europa (FOTO)

Münster (ots) - Während viele Industrieunternehmen ihre Investitionen angesichts

schwacher Konjunktur, hoher Energiekosten und geopolitischer Unsicherheiten

zurückfahren, erhöht die Westfalen-Gruppe ihre Investitionen deutlich. Im

Geschäftsjahr 2025 stiegen sie um rund 30 Prozent auf mehr als 90 Millionen

Euro. Ein wachsender Teil der Mittel fließt jedoch in neue Produktions- und

Logistikstandorte außerhalb Deutschlands.

"Europa ist für uns die Antwort auf die schwächelnde Wirtschaftslage in unserem

Kernmarkt Deutschland", sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Thomas Perkmann bei der

Vorstellung der Geschäftszahlen. "Wir stellen uns breiter auf und sichern damit

unsere Wettbewerbsfähigkeit."

Europa wird zum Investitionsschwerpunkt

Für Perkmann liegt die Ursache der Entwicklung nicht in fehlender

Innovationskraft, sondern in den Standortbedingungen: hohe Energiekosten,

regulatorische Komplexität und mangelnde Verlässlichkeit. "Gerade die für den

Industriestandort Deutschland so wichtige Energiewende scheitert im Moment nicht

an Technologien, sondern an fehlender Planbarkeit, Bürokratie und insbesondere

zu teurem Strom." Perkmann fordert deshalb wettbewerbsfähige Energiekosten und

verlässlichere politische Rahmenbedingungen. Nur so könnten Investitionen in

klimafreundliche Technologien in Deutschland wieder an Dynamik gewinnen.

Die strategische Antwort des Unternehmens auf die anhaltende Wirtschaftsschwäche

ist eine konsequente Internationalisierung. Neue Produktions- und

Logistikstandorte entstehen in Frankreich, Österreich und der Schweiz, um die

Produktionskapazitäten im Kerngeschäft Industriegase auszubauen. Ziel ist es,

die Liefersicherheit zu erhöhen, neue Märkte zu erschließen und die Abhängigkeit

vom deutschen Markt zu reduzieren.

Wasserstoff: Frankreich zeigt, wie es gehen kann

Die Auswirkungen der Standortbedingungen zeigen sich besonders deutlich bei

Wasserstoffprojekten. Während sich im französischen Florange ein Elektrolyseur

bereits im Testbetrieb befindet und weitere Projekte vorbereitet werden, sieht

Westfalen vergleichbare Vorhaben in Deutschland derzeit aufgrund hoher

Strompreise nicht wirtschaftlich darstellbar. "Unsere Erfahrungen beim geplanten

Elektrolyseur in Weißenhorn bei Ulm haben uns klar gezeigt, dass wir mit solchen

Projekten in Deutschland aktuell nicht weiterkommen. Eine harte Erkenntnis, aus

der wir gelernt haben", so Perkmann.

Auch im Wärmemarkt registriert das Unternehmen zunehmende Zurückhaltung.

Westfalen hat in den vergangenen Jahren gezielt Anbieter für Wärmepumpen und

intelligentes Energiemanagement übernommen und diese in der Westfalen

Energietechnik gebündelt. Die langhaltende Diskussion um das

Gebäudemodernisierungsgesetz haben jedoch die Marktentwicklung und

Investitionsentscheidungen deutlich gebremst - sowohl auf Unternehmens- als auch

auf Kundenseite.

Transformation wird fortgesetzt - Umsatz und EBIT weiterhin auf hohem Niveau

Ungeachtet der schwierigen Rahmenbedingungen hält Westfalen an seiner

Dekarbonisierungsstrategie fest. Eine entsprechende wirtschaftliche Basis dafür

liefern die Geschäftszahlen: mit einem Umsatz von 2,2 Milliarden Euro und einem

EBIT (operatives Ergebnis) von 95 Millionen Euro hat sich das Unternehmen in

einem herausfordernden Marktumfeld erneut behaupten können,

"Wir sehen, dass das Thema Nachhaltigkeit angesichts kurzfristiger

wirtschaftlicher Herausforderungen in den Hintergrund rückt. Unser Anspruch

bleibt jedoch: Ökonomie und Ökologie müssen zusammen gedacht werden." Seit 2019

hat das Unternehmen seine eigenen CO2-Emissionen um 72 Prozent reduziert (Scope

1 und 2). Bis 2030 strebt Westfalen Netto-Null bei den eigenen Emissionen an.

Bei den verkauften Energieträgern wurden die CO2-Emissionen im selben Zeitraum

um 16 Prozent gesenkt (Scope 3). Bereits die Hälfte des Ergebnisses wird in

dekarbonisierten Produktbereichen (außerhalb des fossilen Bereiches) erzielt.

Für 2026 geht das Unternehmen von einem deutlichen Umsatzanstieg und einem

leicht höheren Gewinn aus.

Pressekontakt:

Kamil Glabica

Team Lead Corporate Communications

Tel. +49 251 695-6308

mailto:k.glabica@westfalen.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/75577/6311573

OTS: Westfalen AG & Co. KG

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