NEW YORK (dpa-AFX) - Nach einem starken Jahresstart werden die Investoren an den US-Börsen etwas vorsichtiger. Die Zeichen stehen zumindest vorerst eher auf Konsolidierung. Im Fokus stehen niedrigere Ölpreise, geopolitische Spannungen sowie wichtige Konjunkturdaten.
Der Broker IG taxierte den Dow Jones Industrial <US2605661048> am Mittwoch rund eine Stunde vor dem Börsenstart auf 49.515 Punkte und damit 0,1 Prozent höher. Das wäre auch knapp ein neuer Rekord, nachdem der US-Leitindex bereits tags zuvor den erstmaligen Sprung über die Marke von 50.000 Punkten angepeilt, es am Ende aber nicht ganz geschafft hatte. Den Nasdaq 100 <US6311011026> sah IG zuletzt 0,2 Prozent im Minus bei 25.588 Punkten.
Der Staub nach dem Angriff der USA auf Venezuela und die Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro am Wochenende lege sich, auch da der erwartete Rückenwind nun zunehmend klarer werde, erklärt Investmentstrategin Emma Wall vom Vermögensverwalter Hargreaves Lansdown <GB00B1VZ0M25>.
So hatten das Geschehen Erwartungen an weiter sinkende Ölpreise geweckt, die die Inflation dämpfen und Notenbanken wie der US-amerikanischen Fed Spielraum für weitere Leitzinssenkungen geben würden. Diese wären tendenziell positiv für die Wirtschaft.
Mittlerweile rücken aber andere potenzielle geopolitische Krisenherde in den Blick. Allen voran aktuell das aggressive Gebaren der USA im Streit um das zum Königreich Dänemark gehörende, rohstoffreiche Grönland. So schloss das Weiße Haus einen Militäreinsatz ausdrücklich nicht aus, während US-Außenminister Marco Rubio Berichten zufolge von einem Kauf der autonomen Arktisinsel spricht. Die US-Regierung hatte ihre Drohungen in der Sache zuletzt massiv verstärkt - sehr zum Ärger der europäischen Nato-Partner.
Vor diesem Hintergrund sowie wegen der Streitigkeiten rund um Chinas Interesse an Taiwan könnten Rüstungs- und Weltraumaktien weiter im Fokus stehen. Die Venezuela-Story derweil hatte unlängst bereits bei Ölfeldausrüstern wir SLB (ehemals Schlumberger <AN8068571086>) und Halliburton <US4062161017> für Fantasie gesorgt.
Neben der Geopolitik schauen Anleger auf US-Wirtschaftsdaten. Vorbörslich legte der Arbeitsmarktdienstleister ADP aktuelle Beschäftigungszahlen vor. Die Zahl der Beschäftigten in der Privatwirtschaft der USA stieg Ende des vergangenen Jahres zwar etwas weniger als erwartet, im November war die Beschäftigtenzahl indes weniger gesunken als zunächst ermittelt.
Im Handelsverlauf stehen dann noch der ISM-Einkaufsmanagerindex der Dienstleister sowie Auftragseingänge der Industrie sowie die für langlebige
Güter im Fokus.
Unter den Einzelwerten zogen die Aktien von Mobileye <US60741F1049> vorbörslich um 14 Prozent an. Der Entwickler autonomer Fahrtechnologien und fortschrittlicher Fahrerassistenzsysteme stärkt mit der Übernahme des israelischen Start-up Mentee Robotics seine Kompetenzen im Bereich Robotik.
Der Kurs von Ventyx Biosciences schoss sogar um rund 60 Prozent nach oben, nachdem das "Wall Street Journal" über eine womöglich baldige Übernahme durch den Pharmakonzern Eli Lilly <US5324571083> & Co berichtet hatte. Dessen Aktien notierten vorbörslich ein halbes Prozent im Plus.
Bei den Aktionären von First Solar <US3364331070> drückte eine Abstufung auf "Hold" durch das Investmenthaus Jefferies auf die Stimmung. Vor allem kurzfristig orientierte Anleger könnten hier zunächst weiter Kasse machen, nachdem sich der Wert der Papiere des Photovoltaik-Konzerns seit Mitte Juni jüngst verdoppelt hatte. Vorbörslich ging es um 4 Prozent abwärts.
Im Blick bleiben auch Aktien von KI-Unternehmen wie Nvidia <US67066G1040> und Speicherchipherstellern wie Micron <US5951121038>./mis/nas