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28.08.2026 | 20:09:38 (dpa-AFX)
Aktien New York: Signale für US-Zinserhöhung belasten vor allem Tech-Titel

NEW YORK (dpa-AFX) - Hinweise des US-Notenbankchefs auf eine mögliche Zinserhöhung haben den New Yorker Aktienmarkt am Freitag belastet. Unter Druck gerieten vor allem die Kurse an der Tech-Börse Nasdaq.

Der schon zuvor schwächelnde Auswahlindex Nasdaq 100 <US6311011026> weitete mit 29.420 Punkten seinen Abschlag auf 0,75 Prozent aus. Am Vortag hatten ihn der starke Ausblick des Chipriesen Nvidia <US67066G1040> und weitere positive Unternehmensnachrichten noch deutlich nach oben gezogen. Auf Wochensicht verzeichnet das Tech-Barometer aber ein Plus von 0,4 Prozent.

Für den marktbreiten S&P 500 <US78378X1072> ging es zuletzt nur um 0,22 Prozent auf 7.714 Punkte bergab. Noch besser hielt sich der Leitindex Dow Jones Industrial <US2605661048> mit einem Kursrückgang um 0,08 Prozent auf 53.527 Punkte, was einem Wochengewinn von 0,5 Prozent entspricht.

Mit ungewöhnlich deutlichen Worten zur hohen Inflation signalisierte US-Notenbankchef Kevin Warsh seine Bereitschaft für eine straffere Geldpolitik. "Wir müssen davon überzeugt sein, dass sich die Kerninflation eindeutig und mit ausreichender Geschwindigkeit unserem Ziel annähert. Andernfalls haben wir noch einiges zu tun", sagte er laut Redemanuskript beim internationalen Notenbank-Treffen in Jackson Hole (US-Bundesstaat Wyoming). Zwar zeigten die jüngsten Konjunkturdaten eine leichte Abkühlung. Allerdings sehe er darin nicht, dass sich an der grundlegenden Entwicklung etwas geändert habe.

Höhere Zinsen würden festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen gegenüber als riskanter wahrgenommenen Anlagen wie Aktien tendenziell begünstigen. Das gilt vor allem für Technologieaktien wegen der massiven Investitionen der Branche in Künstliche Intelligenz (KI).

Warsh sei offenbar bemüht, den bisherigen Zweifeln an seiner Bereitschaft zu Zinserhöhungen entgegenzutreten, schrieb Elmar Völker von der Landesbank Baden-Württemberg in einer ersten Einschätzung. Er erhöhe damit die Spannung vor der nächsten Zinssitzung Mitte September. "Die US-Inflationsdaten für August, die wenige Tage vor diesem Termin veröffentlicht werden, bilden mutmaßlich das Zünglein an der Waage", glaubt der Experte.

Auch Eric Winograd, US-Chefvolkswirt beim Vermögensverwalter AllianceBernstein, sieht die Teuerungsentwicklung im August als entscheidend für die weitere US-Geldpolitik an. Warshs Rede habe aber "weniger Orientierung als erhofft gebracht. Zwar habe der Fed-Chef bei der Inflation einen etwas restriktiveren Ton angeschlagen - "zum weiteren Zinspfad hielt er sich jedoch bedeckt", betonte Winograd. Er warnte zudem, dass eine zunehmend uneinige Notenbank selbst zum Marktrisiko werden könnte.

Das "FedWatch-Tool" der Terminbörse CME, welches die aktuellen Markterwartungen für kommende Zinsentscheidungen der Fed als Wahrscheinlichkeiten anzeigt, belegte den deutlichen Stimmungsumschwung. Inzwischen ist eine Leitzins-Anhebung um 0,25 Prozentpunkte demnach deutlich wahrscheinlicher als eine Beibehaltung des derzeitigen Niveaus. Unmittelbar vor Warshs Aussagen hatte es noch gut eine Zweidrittel-Mehrheit für einen weiter unveränderten Zinssatz gegeben.

Unter den US-Einzelwerten sackten die stark gelaufenen Aktien von Marvell Technology <US5738741041> am Freitag um 9,8 Prozent ab. Goldman-Sachs-Analyst James Schneider wertete die Quartalszahlen des Chipherstellers zwar grundsätzlich positiv. Die Markterwartungen seien jedoch immens hoch gewesen. Die Nvidia-Titel sanken nach der kräftigen Vortagserholung um 3,7 Prozent. Auch andere Halbleiterwerte standen unter Druck.

Paypal <US70450Y1038>-Titel rutschten um 12,5 Prozent ab. Der Finanzinvestor Advent und der Zahlungsabwickler Stripe gaben ihre Pläne für eine Übernahme des Zahlungsdienstleisters auf, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen schrieb.

Die in New York gelisteten Anteilscheine von Biontech <US09075V1026> setzten mit minus 7,5 Prozent ihren Abwärtstrend fort. Der Biotech-Konzern brach eine Phase-II-Studie zu einem mRNA-Impfstoff zur Behandlung von Darmkrebs ab. Mitte August hatte dagegen die US-Konkurrenz für Euphorie gesorgt: Die beiden Pharmakonzerne Moderna <US60770K1079> und Merck & Co <US58933Y1055> erzielten mit dem gemeinsam entwickelten personalisiertem mRNA-Krebsimpfstoff Intismeran gegen schwarzen Hautkrebs einen wichtigen Erfolg.

Die Aktien von Gap <US3647601083> legten am Freitag einen Kurssprung von 12,6 Prozent hin. Der Modehändler übertraf im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen. Zudem wurde ein neuer Chef für die Kernmarke Old Navy vorgestellt./gl/he

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