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02.05.2026 | 12:05:33 (dpa-AFX)
ROUNDUP 3: USA kündigen Abzug von 5.000 Soldaten aus Deutschland an

WASHINGTON (dpa-AFX) - US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat den Abzug von etwa 5.000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Man gehe davon aus, dass der Abzug innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate abgeschlossen sein werde, teilte ein Sprecher des Pentagons der Deutschen Presse-Agentur mit. Diese Entscheidung folge einer gründlichen Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa. Sie trage den Anforderungen der Einsatzgebiete sowie den Bedingungen vor Ort Rechnung, hieß es.

Trump hatte erst vor wenigen Tagen angekündigt, einen entsprechenden Schritt erneut zu prüfen. Zuvor hatte er deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz geübt, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte. Trump ist bekannt dafür, dass er solche Äußerungen persönlich nimmt.

Verteidigungsminister Boris Pistorius bemühte sich nach der Ankündigung aus den USA um Deeskalation: "Die Präsenz amerikanischer Soldaten in Europa und besonders in Deutschland ist in unserem Interesse und im Interesse der USA", sagte Pistorius der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zugleich machte er deutlich, dass die Entscheidung nicht unerwartet komme.

Klar sei, dass die Nato europäischer werden müsse, um transatlantisch bleiben zu können. "Wir Europäer müssen mehr Verantwortung für unsere Sicherheit übernehmen", so Pistorius. Deutschland sei dabei auf einem guten Weg.

Aktuell fast 40.000 US-Soldaten in Deutschland

In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-Militärstützpunkte. Bei den weltumspannenden Einsätzen der Amerikaner - etwa im Nahen Osten - sind sie von enormer Bedeutung. In Deutschland gehören dazu das US-Oberkommando für Europa (EUCOM) in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz.

Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert - davon rund 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen

- die Zahl von 5.000 Soldaten gilt daher nicht als besonders

gravierend. Laut einem Bericht der "New York Times" unter Berufung auf Quellen im US-Verteidigungsministerium sei nicht geplant, im rheinland-pfälzischen Landstuhl oder anderen medizinischen Einrichtungen für US-Streitkräfte unmittelbar Personal abzubauen.

Trump wollte schon einmal Truppen abziehen

Der US-Kongress hatte Ende vergangenen Jahres einen Sicherheitsmechanismus beschlossen: Die Gesamtzahl der Streitkräfte, die dauerhaft im Zuständigkeitsbereich des Europa-Kommandos sind, darf nicht länger als 45 Tage unter 76.000 liegen. Danach müssten bestimmte Berichtswege eingehalten werden, um eine Verringerung anzustrengen.

Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) mit einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht. Sein damaliger Verteidigungsminister kündigte dann einige Monate vor Trumps Abschied aus dem Weißen Haus an, dass 12.000 der damals rund 35.000 US-Soldaten aus Deutschland abgezogen werden würden. Trump beschrieb das Vorhaben damals als Strafaktion für die aus seiner Sicht mangelnden deutschen Militärausgaben. Sein Nachfolger Joe Biden stoppte die Pläne dann nach seinem Amtsantritt.

In Trumps zweiter Amtszeit gab es zunächst andere Signale

In seiner zweiten Amtszeit hatte Trump Deutschland zunächst Hoffnung gemacht, die dort stationierten US-Soldaten in bisheriger Truppenstärke zu belassen. Bei einem Besuch von Merz in Washington im Sommer vergangenen Jahres sagte er auf Nachfrage einer Reporterin, wenn Deutschland die amerikanischen Soldaten dort haben wolle, sei er dazu bereit. "Ja, das werden wir tun. Das ist kein Problem."

Erst im März hatte Trump dem Bundeskanzler nach dessen Angaben bei einem weiteren Besuch in Washington zugesagt, dass die USA an ihrer Truppenpräsenz in Deutschland festhalten wollten.

Verhältnis von Trump und März hat sich verschlechtert

Der Bundeskanzler und der US-Präsident pflegten monatelang ein recht gutes Verhältnis zueinander - mit Blick auf den Iran-Krieg schlug Merz zuletzt aber öffentlich kritische Töne an. Bei einer Diskussion mit Schülern im Sauerland sagte er Anfang der Woche: "Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung." Die USA könnten den Krieg nicht schnell beenden, "weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben".

Trump attackierte Merz danach persönlich: "Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!", schrieb er am Dienstag auf Truth Social. Es sei kein Wunder, "dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!".

Dem dadurch entstandenen Eindruck, sein Verhältnis zu Trump sei an einem neuen Tiefpunkt angelangt, trat der Kanzler noch am Mittwoch entgegen: "Das persönliche Verhältnis zwischen dem amerikanischen Präsidenten und mir ist - jedenfalls aus meiner Sicht - unverändert gut", sagte er./fsp/DP/zb

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