FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem starken Jahresstart am deutschen Aktienmarkt hat sich der Dax <DE0008469008> am Montag nahezu unverändert gehalten. Die Eskalation der Lage im Iran sowie die Zuspitzung im Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Chef der US-Notenbank, Jerome Powell, bremsen die gute Börsenstimmung allenfalls leicht.
Der deutsche Leitindex, der am Freitag mit zwischenzeitlich 25.281 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht und im neuen Jahr bereits um drei Prozent zugelegt hat, gab um 0,01 Prozent auf 25.260 Punkte nach.
Der MDax <DE0008467416>, der Index der mittelgroßen Börsenwerte, verlor 0,05 Prozent auf 32.151 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 <EU0009658145> sank zugleich um 0,38Prozent auf 5.974 Zähler.
Deutsche Aktien hätten einen "fulminanten Start" in das neue Jahr gehabt und inzwischen sei der "Dax aus technischer Sicht massiv überkauft", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners die vergangenen Handelstage. "Jetzt steht den Börsen so etwas wie 'die Woche der Wahrheit' bevor", erwartet er, denn allmählich die Berichtssaison für das vierte Quartal 2025 stehe ins Haus. Da müsse sich zeigen, ob die steigenden Aktienkurse auch von steigenden Unternehmensgewinnen gestützt würden.
Trotz immenser geopolitischer Risiken hat der deutsche Leitindex seine positive Historie im ersten Monat des Jahres bislang bestätigt. Als zentraler Kurstreiber gilt die Hoffnung auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft 2026 dank eines immensen Infrastruktur-Pakets. Aber auch die Entwicklungen in den USA schieben das deutsche Börsenbarometer an, so zuletzt am Freitag nach dem US-Arbeitsmarktbericht, der der US-Notenbank Fed Experten zufolge mehr "Raum für mehr Zinssenkungen, als es die Projektionen derzeit vorsehen" gegeben habe.
Derweil nahm der Streit zwischen Trump und Powell Fahrt auf: Der Fed-Chef wies strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn und eine drohende Anklage als Versuch der Einflussnahme auf die Arbeit der Fed zurück. Powell zufolge stellte das US-Justizministerium der Fed am Freitag Vorladungen zu und drohte mit einer Anklage.
Zudem gehen im Iran die Massenproteste gegen das Regime trotz wachsender Todeszahlen, exzessiver Drohungen des Sicherheitsapparats und einer nahezu vollständigen Internetsperre weiter. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas ist nun nach eigenen Angaben bereit, neue Sanktionen gegen den Iran vorzuschlagen. Zudem erhöhte Trump den Druck auf die Islamische Republik.
Bevor am Dienstag die US-Banken, angeführt von der Branchengröße JPMorgan <US46625H1005>, die Berichtssaison eröffnen, blieb es hierzulande ruhig. Im Dax setzten sich Zalando <DE000ZAL1111> an die Spitze mit plus 2,5 Prozent, während Allianz <DE0008404005> mit minus 1,2 Prozent das Schlusslicht waren.
Die Aktien von Beiersdorf <DE0005200000> profitierten mit plus 1,2 Prozent von einer Kaufempfehlung durch die Deutschen Bank und einer positiven Studie von Bernstein Research. Damit zeichnete sich ein Ausbruchsversuch aus der seit September 2025 laufenden Bodenbildung ab.
Kolportierte Neuigkeiten zum Volkswagen-Konzern (VW) <DE0007664039> halfen der Aktie des Autobauers indes nicht zu Kursgewinnen. Sie gab vielmehr um 0,6 Prozent nach. Wie die "Automobilwoche" unter Berufung auf unternehmensinterne Quellen berichtet, wollen die Wolfsburger mit ihrer neuen Markenstruktur bis 2030 eine Milliarde Euro einsparen.
Auch dass laut der Nachrichtenagentur Bloomberg, das indische Filialgeschäft der Deutschen Bank <DE0005140008> auf Interesse bei den indischen Privatbanken Kotak Mahindra und der Federal Bank gestoßen sei, hatte auf den Kursverlauf der Bankaktie keinen Einfluss. Das Papier gab um 0,6 Prozent nach. Bereits seit einigen Monaten gibt es Spekulationen, denen zufolge die Deutsche Bank ihr Privatkundengeschäft in Indien abstoßen will.
Im MDax setzten unterdessen TKMS <DE000TKMS001> ihre Erholungsrally mit plus 5,6 Prozent fort und haben seit Beginn des jungen Jahres bereits mehr als 30 Prozent zugelegt./mis