PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Zum Ende der ersten kompletten Börsenwoche 2026 in Europa hat es etliche neue Rekorde gegeben. Sowohl die Börse in Paris als auch die in Zürich meldeten am Freitag neue historische Höchstmarken. Der EuroStoxx 50 <EU0009658145> als Leitindex für die Eurozone erreichte ebenfalls eine weitere Bestmarke, nach oben getrieben vor allem von den französischen Aktien im Index. Er ging mit einem Plus von 1,58 Prozent auf 5.997,47 Punkte aus dem Handel. Auf Wochensicht betrug der Gewinn 2,5 Prozent.
Nicht nur die Schwergewichte, auch der breite europäische Markt war von Investoren gesucht. So erreichte der 600 Titel umfassende Stoxx 600 <EU0009658202> ebenfalls eine Rekordmarke.
Außerhalb des Euroraums stieg der schweizerische SMI <CH0009980894> um 0,53 Prozent auf 13.421,82 Zähler und markierte eine weitere Bestmarke. Diese blieb der britische Leitindex FTSE 100 <GB0001383545> indes noch knapp schuldig, trotz eines Aufschlags von 0,80 Prozent auf 10.124,60 Zähler.
Mit der soliden Entwicklung im neuen Jahr haben sich die Märkte weder vom Angriff der USA auf Venezuela noch von den Unruhen im Iran beirren lassen. "Das liegt daran, dass die neue Geoökonomie nicht nur Risiken mit sich bringt, sondern auch wirtschaftliche Dynamik entfacht", merkte Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater dazu an. "Das reicht von den staatlichen Rüstungs- und Infrastrukturprogrammen bis hin zum neuen weltweiten Technologiewettlauf um die beste KI."
Stärkster Sektor waren die Technologiewerte <EU0009658921>. ASML <NL0010273215> kletterten um 6,8 Prozent. Gute Vorgaben aus Fernost stützten. Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC <TW0002330008>) hatte mit seinem Umsatz die Erwartungen übertroffen. Dies untermauerte Hoffnungen auf anhaltende Investitionen in Künstliche Intelligenz und dämpfte die Sorgen über eine mögliche Bewertungsblase.
Gefragt waren auch L'Oreal <FR0000120321>. Die Aktie zog um 6,3 Prozent an und reagierte damit auf eine Hochstufung auf "Buy" durch die UBS. Erstmals seit mehr als zwei Jahren dürfte der Kosmetikkonzern von einer seltenen Kombination günstiger Faktoren profitieren, schrieb Analyst Guillaume Delmas. Die Kursgewinne von LOreal zogen den Sektor der Konsumgüter <CH0019112330> und die darin enthaltenen Luxuswerte nach oben.
Im Rohstoffsektor standen die wieder aufgenommenen Fusionsgespräche von Rio Tinto <GB0007188757> und Glencore <JE00B4T3BW64> im Mittelpunkt. Glencore gab vorläufige Gespräche mit dem Rivalen bekannt und bestätigte damit einen Bericht der "Financial Times" ("FT"). Ein Deal könnte den weltgrößten Rohstoffkonzern mit einem Unternehmenswert inklusive Schulden von mehr als 260 Milliarden US-Dollar schaffen. Die Aktien reagierten gegenläufig. Während Glencore um fast 10 Prozent anzogen, sanken Rio Tinto um 3 Prozent.
Im Bankensektor waren BNP Paribas <FR0000131104> mit plus 5,7 Prozent gefragt. Die US-Bank JPMorgan hatte die Aktie von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft. Die Kapitalsorgen ließen nach, während sich die Profitabilität verbessere, hieß es von JPMorgan.
Am Ende des Sektortableaus lagen die Versicherer <EU0009658822>. Die Papiere des Rückversicherers Swiss Re <CH0126881561> litten mit minus 1,2 Prozent unter einem negativen Kommentar von Morgan Stanley./bek/men